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Brasilien

Luftaufnahme von Rio de Janeiro, Brasilien, bei Sonnenuntergang mit der Christusstatue auf dem Corcovado, dem Zuckerhut und der Guanabara-Bucht

Brasilien verbindet Rio de Janeiro mit dem Amazonas-Regenwald, den Iguaçu-Wasserfällen, endlosen Stränden und dem Feuchtgebiet Pantanal. Gezahlt wird mit dem Real. Für die Einreise ist kein Visum nötig. Die beste Reisezeit hängt stark von der Region ab.

Landkarte Brasilien
Landkarte Brasilien

Brasilien ist mit mehr als 8,5 Millionen Quadratkilometern das größte Land Südamerikas und vereint auf einer gewaltigen Fläche extrem unterschiedliche Landschaften: von den Traumstränden im Nordosten über den Amazonas-Regenwald bis zu den donnernden Iguaçu-Wasserfällen an der Grenze zu Argentinien. Wirtschaftliches und kulturelles Zentrum ist die Millionenmetropole Rio de Janeiro mit ihrer weltbekannten Christusstatue und den Stränden von Copacabana und Ipanema, während Regierungssitz das planmäßig errichtete Brasília ist.

Die schiere Größe des Landes bedeutet, dass Reisen in Brasilien meist eine Auswahl erfordern, da einzelne Regionen wie der Amazonas, das Pantanal oder die Nordostküste jeweils eigene Anreisen und Reisezeiten haben. Gezahlt wird mit dem brasilianischen Real, für die Einreise als Tourist ist kein Visum nötig. Weil die beste Reisezeit stark von der jeweiligen Region abhängt, lohnt sich eine gezielte Planung schon vor der Buchung.

Rio de Janeiro

Rio de Janeiro ist für viele Reisende der emotionale Mittelpunkt Brasiliens und verbindet dramatische Natur mit pulsierendem Stadtleben. Die Christusstatue auf dem Corcovado und der Zuckerhut mit seiner Seilbahn bieten spektakuläre Ausblicke über die Bucht von Guanabara, während sich an den Stränden von Copacabana und Ipanema das tägliche Leben der Cariocas abspielt. Das Künstlerviertel Santa Teresa mit seinen Kopfsteinpflastergassen und kleinen Galerien zeigt eine ruhigere Seite der Stadt. Höhepunkt des Jahres ist der weltberühmte Karneval, bei dem die Sambaschulen im eigens dafür gebauten Sambódromo gegeneinander antreten. Fußballfans zieht es zudem ins Maracanã-Stadion, eines der bekanntesten Fußballstadien der Welt.

Iguaçu-Wasserfälle

An der Grenze zu Argentinien stürzen die Iguaçu-Wasserfälle über eine fast drei Kilometer breite Front aus mehr als 270 einzelnen Kaskaden in die Tiefe und zählen zum UNESCO-Weltnaturerbe. Von der brasilianischen Seite aus bietet ein Panoramaweg besonders eindrucksvolle Gesamtansichten der Fälle, während die argentinische Seite näher an einzelne Kaskaden heranführt, darunter die imposante „Garganta del Diablo“. Viele Reisende besuchen daher beide Länderseiten im Rahmen desselben Ausflugs. Der umliegende Nationalpark beherbergt zudem seltene Tier- und Pflanzenarten und lässt sich auf gut ausgebauten Wegen erkunden. Ein Regenschutz ist bei einem Besuch praktisch unverzichtbar, da die Gischt weite Teile der Wege durchnässt.

Amazonas-Regenwald

Der Amazonas-Regenwald bedeckt einen großen Teil Nordbrasiliens und lässt sich am besten von der Millionenstadt Manaus aus erkunden, die trotz ihrer Lage mitten im Dschungel über einen internationalen Flughafen verfügt. Ein beliebtes Ausflugsziel in der Nähe ist das „Treffen der Wasser“, an dem sich der dunkle Rio Negro und der lehmig-helle Amazonas auf mehreren Kilometern sichtbar nicht vermischen. Regenwald-Lodges entlang der Flüsse ermöglichen mehrtägige Aufenthalte mit Nachtwanderungen, Kanufahrten und Tierbeobachtung, während mehrtägige Flusskreuzfahrten größere Distanzen des Amazonas-Beckens erschließen. Wer echten Regenwald abseits touristischer Pfade erleben möchte, sollte auf eine seriöse, im Naturschutz erfahrene Lodge oder Reiseveranstalter achten.

Pantanal

Das Pantanal im Grenzgebiet zu Bolivien und Paraguay ist das größte zusammenhängende Feuchtgebiet der Erde und gilt unter Naturfreunden als eines der besten Ziele Südamerikas für Wildtierbeobachtung. Anders als im dichten Amazonas-Regenwald ist die Vegetation hier offener, wodurch sich Tiere wie Jaguare, Capybaras, Kaimane und zahlreiche Vogelarten deutlich leichter beobachten lassen. Geführte Touren, oft ab kleinen Fazendas, kombinieren Bootsfahrten, Fahrten mit Geländefahrzeugen und Nachtsafaris. Die Chancen auf Jaguar-Sichtungen sind während der Trockenzeit besonders hoch, wenn sich die Tiere an den verbliebenen Wasserstellen konzentrieren. Für Reisende, die primär an Tierbeobachtung interessiert sind, ist das Pantanal oft ergiebiger als der Amazonas.

Salvador da Bahia

Salvador, Hauptstadt des Bundesstaats Bahia, war die erste Hauptstadt Brasiliens und gilt als Zentrum afrobrasilianischer Kultur. Die Altstadt Pelourinho mit ihren bunten Kolonialfassaden zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist Schauplatz von Livemusik, Kunsthandwerk und traditionellen Festen. Capoeira, eine Mischung aus Kampfkunst und Tanz, die von versklavten Afrikanern entwickelt wurde, lässt sich hier bei Vorführungen auf der Straße oder in Schulen hautnah erleben. Auch kulinarisch ist Bahia eigenständig: Gerichte wie Acarajé oder Moqueca, geprägt von westafrikanischen Zutaten wie Palmöl und Dendê, unterscheiden sich deutlich von der Küche des restlichen Landes. Ein Bummel durch die Stadt vermittelt einen intensiven Eindruck von Brasiliens afrikanischen Wurzeln.

Traumstrände im Nordosten

Der Nordosten Brasiliens ist für seine besonders schönen und oft noch ursprünglichen Strände bekannt. Praia do Forte nördlich von Salvador verbindet Kokospalmen und ruhige Buchten mit einem Meeresschildkröten-Schutzprojekt. Jericoacoara im Bundesstaat Ceará, lange nur über Sandpisten erreichbar, gilt mit seinen Dünen und beständigen Winden als einer der schönsten Orte Brasiliens für Kitesurfer. Am eindrucksvollsten ist jedoch die vorgelagerte Inselgruppe Fernando de Noronha, ein Meeresschutzgebiet mit kristallklarem Wasser, Delfinen und guten Tauchbedingungen; der Zugang ist jedoch begrenzt und über eine Umweltabgabe reguliert, was die Insel deutlich teurer macht als die Küste des Festlands.

Lençóis Maranhenses

Im Bundesstaat Maranhão erstreckt sich mit den Lençóis Maranhenses eine surreal wirkende Dünenlandschaft, in der sich während der Regenzeit zwischen tausenden weißen Sanddünen türkisfarbene Süßwasserlagunen bilden. Die besten Bedingungen zum Baden in den Lagunen herrschen typischerweise zwischen Juni und September, wenn die Lagunen nach der Regenzeit gefüllt, aber Wege bereits wieder gut begehbar sind. Ausgangspunkt für Ausflüge ist meist der kleine Ort Barreirinhas, von dem aus geführte Touren mit Geländefahrzeugen in den Nationalpark starten. Da die Region abseits der üblichen Reiserouten liegt, erfordert ein Besuch etwas mehr Planung, wird aber meist als eines der eindrücklichsten Landschaftserlebnisse Brasiliens beschrieben.

São Paulo und Brasília

São Paulo ist mit weit über 10 Millionen Einwohnern die größte Stadt Brasiliens und wirtschaftliches Zentrum des Landes. Statt klassischer Sehenswürdigkeiten punktet die Megacity mit einer außergewöhnlich vielfältigen Restaurant- und Kunstszene, geprägt von italienischer, japanischer und arabischer Einwanderung. Die Hauptstadt Brasília wiederum ist ein Sonderfall: Erst 1960 auf dem Reißbrett geplant und errichtet, besticht sie durch die kühne, futuristische Architektur Oscar Niemeyers, etwa bei der Kathedrale oder dem Nationalkongress, und zählt komplett zum UNESCO-Weltkulturerbe. Beide Städte eignen sich weniger für einen entspannten Strandurlaub, dafür aber für Reisende, die sich für Stadtkultur, Architektur und das moderne Brasilien abseits von Rio interessieren.

Chapada Diamantina

Im Landesinneren von Bahia liegt mit der Chapada Diamantina ein Nationalpark aus Tafelbergen, Canyons, Höhlen und Wasserfällen, der sich hervorragend zum Wandern eignet. Namensgebend war ein historischer Diamantenrausch im 19. Jahrhundert, dessen Spuren sich in kleinen Bergbauorten wie Lençóis, dem Ausgangspunkt für die meisten Touren, noch heute zeigen. Zu den beliebtesten Zielen zählen unterirdische Höhlenseen mit außergewöhnlich klarem Wasser sowie mehrtägige Trekkingtouren zu abgelegenen Hochebenen. Da die Region deutlich weniger besucht ist als die Küste, bietet sie Naturliebhabern eine ruhigere Alternative zu den bekannteren Zielen des Landes, erfordert aber gute körperliche Verfassung für längere Wanderungen.

Beste Reisezeit und Klima

Aufgrund der schieren Größe Brasiliens gibt es keine einheitliche beste Reisezeit für das gesamte Land. An der Küste rund um Rio de Janeiro ist die Zeit von Dezember bis März, dem südhemisphärischen Sommer, am wärmsten und beliebtesten, wenn auch mit höheren Preisen und mehr Andrang, etwa während des Karnevals. Für den Amazonas-Regenwald und das Pantanal eignet sich dagegen eher die Trockenzeit von Mai bis September besser, da Wege begehbarer sind und sich Tiere leichter beobachten lassen, auch wenn Bootsausflüge im Amazonas während der Hochwasserzeit ihren eigenen Reiz haben. Wer mehrere Regionen kombinieren möchte, sollte die Reiseplanung daher gezielt an die jeweiligen Stationen anpassen statt sich an einer einzigen Faustregel zu orientieren.

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Einreise, Visum und Gesundheit

Für deutsche, österreichische und Schweizer Staatsangehörige ist für touristische Aufenthalte von bis zu 90 Tagen in Brasilien kein Visum erforderlich, ein gültiger Reisepass ist jedoch Pflicht. Gezahlt wird mit dem brasilianischen Real, wobei Kartenzahlung in Städten weit verbreitet ist. Aus gesundheitlicher Sicht empfiehlt sich vor der Reise eine reisemedizinische Beratung: Für bestimmte Regionen, insbesondere den Amazonas und Teile des Pantanals, wird eine Gelbfieberimpfung empfohlen beziehungsweise ist für die Einreise aus bestimmten Ländern vorgeschrieben, und konsequenter Mückenschutz ist wegen tropischer Krankheiten sinnvoll. In den Großstädten gilt zudem die übliche Vorsicht bei Wertsachen, besonders nachts und in belebten Touristenbereichen.

Anreise, Fortbewegung und praktische Tipps

Wegen der enormen Entfernungen innerhalb Brasiliens sind Inlandsflüge zwischen den Regionen üblich und oft die einzig praktikable Option, etwa zwischen Rio, dem Amazonas und dem Pantanal. Für kürzere Strecken innerhalb einer Region bieten sich Fernbusse an, die in Brasilien ein gut ausgebautes und komfortables Netz bilden. Amtssprache ist Portugiesisch, Englischkenntnisse sind außerhalb der großen Hotels und Touristenzentren eher gering verbreitet, sodass einige Grundkenntnisse der Sprache oder eine Übersetzungs-App hilfreich sind. Wer verschiedene Regionen kombiniert, sollte ausreichend Pufferzeit für Flüge und Wetterumschwünge einplanen, da vor allem im Amazonas und Pantanal spontane Programmänderungen keine Seltenheit sind.

Häufige Fragen


Was muss man über Brasilien wissen?

Brasilien ist mit über 8,5 Millionen Quadratkilometern das größte Land Südamerikas und reicht von tropischen Stränden über den Amazonas-Regenwald bis zum Feuchtgebiet Pantanal. Amtssprache ist Portugiesisch, gezahlt wird mit dem Real. Wegen der Größe des Landes lohnt sich meist eine Konzentration auf wenige Regionen statt eines Versuchs, alles zu sehen.

Was sind die schönsten Reiseziele in Brasilien?

Zu den Höhepunkten zählen Rio de Janeiro mit Corcovado und Zuckerhut, die Iguaçu-Wasserfälle, der Amazonas-Regenwald um Manaus sowie das Pantanal für Tierbeobachtung. Auch Salvador da Bahia, die Strände Jericoacoara und Fernando de Noronha sowie die Dünenlandschaft Lençóis Maranhenses gehören zu den eindrücklichsten Zielen des Landes.

Wann ist die beste Reisezeit für Brasilien?

Es gibt keine einheitliche beste Reisezeit, da Brasilien sehr groß ist. An der Küste rund um Rio ist Dezember bis März am wärmsten und beliebtesten, für Amazonas und Pantanal eignet sich dagegen eher die Trockenzeit von Mai bis September besser für Wege und Tierbeobachtung.

Braucht man für Brasilien ein Visum?

Für touristische Aufenthalte bis zu 90 Tagen ist für deutsche, österreichische und Schweizer Staatsangehörige kein Visum nötig, ein gültiger Reisepass ist aber Pflicht. Für bestimmte Regionen wie den Amazonas wird zudem eine Gelbfieberimpfung empfohlen beziehungsweise für Einreisende aus bestimmten Ländern vorausgesetzt.

Wie kommt man in Brasilien am besten von Region zu Region?

Wegen der großen Entfernungen sind Inlandsflüge zwischen den Regionen meist die praktischste Lösung, etwa zwischen Rio, Amazonas und Pantanal. Für kürzere Strecken bieten sich komfortable Fernbusse an. Wer mehrere Regionen kombiniert, sollte ausreichend Pufferzeit für Flüge und mögliche Wetterumschwünge einplanen.

Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zu Brasilien?

Offizielle Informationen zu Einreise, Sehenswürdigkeiten und Ansprechpartnern vor Ort bietet das Fremdenverkehrsamt von Brasilien auf tourismus.de.


Weiterführende Informationen bietet das Fremdenverkehrsamt von Brasilien. Einen Überblick über weitere Reiseziele des Kontinents liefert der Südamerika-Reiseführer, und auch die Nachbarländer Argentinien und Peru sind einen Blick wert.

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