Tasmanien

Tasmanien, die südlichste Insel Australiens, ist ein Paradies für Naturliebhaber: uralte Wildnis rund um Cradle Mountain, die Traumbucht Wineglass Bay, die orangeroten Felsen der Bay of Fires, die Sträflingsgeschichte von Port Arthur und die Kunstmetropole Hobart. Gezahlt wird mit Australischem Dollar; beste Reisezeit ist der milde Südsommer.

Tasmanien ist der südlichste Bundesstaat Australiens und zugleich eine Insel – ein wahres Paradies für Naturliebhaber. Vom Festland getrennt wird die Insel durch die Bass-Straße, eine oft raue Meerenge. In ihrer Größe entspricht Tasmanien etwa Irland, bietet aber eine außergewöhnlich vielfältige Landschaft aus Bergen, Regenwäldern, Traumstränden und wilder Küste.
Rund ein Fünftel der Insel steht als UNESCO-Weltnaturerbe unter Schutz. Reine Luft, dunkle Sternenhimmel und eine einzigartige Tierwelt – darunter der berühmte Tasmanische Teufel – machen Tasmanien zu einem der letzten großen Wildnisziele. Für deutsche Reisende ist die Insel ein Höhepunkt jeder Australienreise; zur Einreise ins Land ist ein elektronisches Visum erforderlich. Dieser Überblick zeigt Regionen, Natur und die beste Reisezeit.
Cradle Mountain & die Wildnis
Das Wahrzeichen der tasmanischen Wildnis ist der Cradle Mountain im Cradle Mountain-Lake St Clair National Park. Seine zerklüfteten Dolerit-Gipfel spiegeln sich im stillen Dove Lake – ein Postkartenmotiv. Hier beginnt auch der Overland Track, einer der berühmtesten Mehrtageswanderwege Australiens.
Im Park liegt der Lake St Clair, der tiefste Süßwassersee Australiens. Insgesamt durchziehen rund 2.000 Kilometer gut ausgeschilderte Wanderwege die Insel und führen zu einigen der letzten unberührten Landschaften der Erde. Der Südwesten Tasmaniens ist eine kaum erschlossene Wildnis aus Regenwald, Flüssen und Bergen – ein Traum für Trekking- und Naturfreunde.
Küsten, Strände & Freycinet
Die Küste Tasmaniens gehört zu den schönsten des Landes. Im Freycinet-Nationalpark an der Ostküste liegt die berühmte Wineglass Bay, eine perfekt geschwungene Bucht mit weißem Sand und türkisem Wasser, die regelmäßig zu den schönsten Stränden der Welt gezählt wird.
Weiter nördlich leuchten in der Bay of Fires orangerote, von Flechten überzogene Granitfelsen über schneeweißem Sand und klarem Meer. In den Küstengewässern ist Wassersport jeder Art möglich – Segeln, Surfen und Tauchen. Bei Bootstouren kann man mit etwas Glück Wale, Delfine und Seehunde in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten.
Hobart & Launceston
Die Hauptstadt Hobart am Fuß des Berges kunanyi/Mount Wellington ist eine der ältesten und stimmungsvollsten Städte Australiens. Charakteristisch sind die historischen Lagerhäuser aus Sandstein am Hafen, die an die bewegte Vergangenheit erinnern. Höhepunkte sind der lebhafte Salamanca Market und das spektakuläre, unterirdische Kunstmuseum MONA, das internationale Aufmerksamkeit genießt.
Vom Gipfel des kunanyi/Mount Wellington bietet sich ein weiter Blick über Stadt und Meer. Im Norden der Insel liegt die zweitgrößte Stadt Launceston mit der reizvollen Cataract Gorge direkt am Stadtrand und als Tor zum Weinbaugebiet des Tamar Valley. Beide Städte verbinden Geschichte, Kunst und Kulinarik.
Port Arthur & Sträflingsgeschichte
Tasmaniens Geschichte ist eng mit der britischen Sträflingszeit verbunden. Die ehemalige Strafkolonie Port Arthur auf der Tasman-Halbinsel gehört heute zum UNESCO-Welterbe und zählt zu den am besten erhaltenen Zeugnissen dieser Ära. Die weitläufige Anlage aus Ruinen, Kirche und Gefängnisbauten erzählt eindrücklich vom harten Leben der Deportierten im 19. Jahrhundert.
Geführte Rundgänge und abendliche „Ghost Tours“ machen die düstere Vergangenheit greifbar. Port Arthur ist ein bewegender, zum Nachdenken anregender Ort und einer der wichtigsten historischen Schauplätze Australiens – ein sinnvoller Kontrast zur überwältigenden Natur der Insel.
Tierwelt & Natur
Tasmanien beherbergt eine einzigartige Tierwelt. Berühmt ist der Tasmanische Teufel, ein kräftiges nachtaktives Beuteltier mit schwarzem Fell, das auf dem Festland längst ausgestorben ist. In Schutzzentren kann man die bedrohten Tiere aus der Nähe sehen. Auch Wombats, verschiedene Kängurus (Wallabys) und Schnabeltiere sind hier heimisch.
Während im regenreichen Nordwesten dichter Regenwald vorherrscht, findet man im Osten den für Australien typischen Eukalyptuswald. Auf Bruny Island und entlang der Küsten lassen sich Seevögel, Pinguine und Robben beobachten. Diese Fülle an Natur auf kleinem Raum macht Tasmanien so besonders.
Kulinarik & Wein
Tasmanien hat sich zu einem Feinschmeckerziel entwickelt. Das kühle Klima bringt hervorragende Produkte hervor: frische Meeresfrüchte wie Austern und Lachs, Käse, Beeren und Honig. Die Region gilt zudem als eine der besten für kühle-Klima-Weine, besonders Pinot Noir und Schaumweine aus dem Tamar Valley und der Coal River Valley.
Auch handwerklich gebrannte Single-Malt-Whiskys haben Tasmanien international bekannt gemacht und regelmäßig ausgezeichnet. Farmläden, Wochenmärkte und Restaurants setzen auf regionale Zutaten. Der Salamanca Market in Hobart ist ein idealer Ort, um die Vielfalt der Insel zu kosten.
Beste Reisezeit & Klima
Tasmanien hat ein ozeanisches, wechselhaftes Klima, das oft windig und unbeständig ist – vier Jahreszeiten an einem Tag sind möglich. Als kühlster australischer Bundesstaat sind die Sommer mild statt heiß. Die beste Reisezeit ist der Südsommer von Dezember bis März mit den wärmsten und trockensten Tagen, ideal zum Wandern und für die Küste.
Der Herbst (März/April) ist ruhig und farbenfroh, der Winter kühl und feucht, in den Bergen mit Schnee. Ehrlich gesagt sollte man selbst im Sommer wetterfeste Kleidung und Schichten dabeihaben, da das Wetter rasch umschlagen kann. Wer die dunklen Winterhimmel mag, kann mit Glück das Südlicht (Aurora Australis) erblicken.
Anreise, Einreise & Mobilität
Tasmanien erreicht man per Flug von den australischen Festlandstädten nach Hobart oder Launceston oder mit der Autofähre „Spirit of Tasmania“ von Melbourne über die Bass-Straße. Deutsche Staatsbürger benötigen für die Einreise nach Australien ein elektronisches Visum: Für touristische Aufenthalte bis drei Monate ist das kostenlose eVisitor (Subclass 651) vorgesehen. Ein gültiger Reisepass ist erforderlich; die Bestimmungen sollten vorab offiziell geprüft werden.
Vor Ort ist ein Mietwagen die beste Wahl, um die Insel flexibel zu erkunden – beachten Sie den Linksverkehr. Die Distanzen sind überschaubar, doch kurvige Bergstraßen brauchen Zeit. Öffentlicher Nahverkehr ist außerhalb der Städte begrenzt, weshalb sich Tasmanien besonders gut für eine entspannte Selbstfahrer-Rundreise eignet.
Reisetipps & Praxis
Ein paar praktische Hinweise: Wetterfeste Kleidung, feste Schuhe und Sonnenschutz gehören auch im Sommer ins Gepäck – die UV-Strahlung ist trotz kühler Temperaturen hoch. Für beliebte Wanderwege und Nationalparks ist ein „Parks Pass“ nötig; populäre Trecks wie der Overland Track erfordern in der Saison eine Voranmeldung.
Auf den Landstraßen ist in der Dämmerung Vorsicht vor Wildtieren geboten. Trinkgeld ist in Australien nicht verpflichtend. Wer unberührte Natur, Wildnis und gutes Essen abseits der Massen sucht, findet in Tasmanien eines der lohnendsten Ziele Australiens. Mehr dazu in der Australien-Übersicht.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Reisezeit für Tasmanien?
Ideal ist der Südsommer von Dezember bis März mit den wärmsten, trockensten Tagen – perfekt zum Wandern und für die Küste. Der Herbst ist ruhig und farbenfroh, der Winter kühl, feucht und in den Bergen verschneit. Das Wetter ist ganzjährig wechselhaft, daher sind Schichten ratsam.
Brauche ich für Tasmanien ein Visum?
Ja, denn Tasmanien gehört zu Australien, das auch für touristische Aufenthalte ein elektronisches Visum verlangt. Für Deutsche ist das kostenlose eVisitor (Subclass 651) für bis zu drei Monate vorgesehen, das vorab online beantragt wird. Ein gültiger Reisepass ist erforderlich.
Wie kommt man nach Tasmanien?
Per Flug von den Festlandstädten nach Hobart oder Launceston oder mit der Autofähre „Spirit of Tasmania“ von Melbourne über die Bass-Straße. Vor Ort ist ein Mietwagen die beste Wahl, um die Insel flexibel zu erkunden – bei Linksverkehr und teils kurvigen Bergstraßen.
Was sind die schönsten Naturziele Tasmaniens?
Zu den Höhepunkten zählen der Cradle Mountain mit dem Dove Lake, die Wineglass Bay im Freycinet-Nationalpark, die orangeroten Felsen der Bay of Fires und der tiefe Lake St Clair. Rund ein Fünftel der Insel ist UNESCO-Weltnaturerbe mit rund 2.000 Kilometern Wanderwegen.
Kann man in Tasmanien den Tasmanischen Teufel sehen?
Ja. Das nachtaktive Beuteltier ist auf dem Festland ausgestorben, in Tasmanien aber heimisch. In spezialisierten Schutzzentren lässt es sich aus der Nähe beobachten. Auch Wombats, Wallabys und Schnabeltiere leben auf der Insel; entlang der Küsten trifft man auf Pinguine und Robben.
Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zu Tasmanien?
Offizielle Auskünfte bündelt die staatliche Organisation Tourism Tasmania über das Portal discovertasmania.com.au. Die Kontaktdaten finden Sie unten auf dieser Seite. Einen landesweiten Überblick bietet die Australien-Übersicht.
Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Australien, der Nachbarstaat Victoria mit Melbourne, das benachbarte Neuseeland sowie weitere Ziele in der Übersicht Ozeanien.