Von Menschen und Kühen: Österreich plant Verhaltenskodex für Wanderer

Österreich und Wandern gehört zusammen wie Zahnbürste und Zahnpasta. Mit weit mehr als 20.000 Wanderrouten ist die Alpenrepublik ein Mekka für Wanderer.

Kühe auf einer Alm.

Freilaufende Kühe prägen das Bild vieler Wanderwege in Österreich.

In Österreich findet jeder seine passende Wanderroute, ganz egal ob es sich dabei um anspruchsvolle Klettertouren oder gemütliche Wanderungen mit der Familie handelt. Besonders beliebt sind vor allem bei einem Familienurlaub in Österreich die Wanderrouten entlang der wunderschönen grünen Almen mit den vielen freilaufenden Kühen, die den Charme von unberührter Natur und Freiheit versprühen.

Dass es aber gerade mit den doch eher als friedfertig geltenden Kühen durchaus auch mal Probleme geben kann, zeigt das jüngste „Kuh-Urteil“ aus Österreich. Ein Landwirt soll demnach 490.000 Euro Schadenersatz zahlen, weil eine Touristin im Jahr 2014 von den Kühen auf seiner Alm totgetrampelt wurde, als sie mit ihrem Hund dort unterwegs war. Dieser tragische Unfall konnte deshalb geschehen, weil sich eine Mutterkuh bedroht fühlte und ihre Kälber schützen wollte. Der Landwirt hatte zwar Schilder aufgestellt und so darauf hingewiesen, dass auf seiner Alm Muttertierhaltung praktiziert wird, jedoch keine Zäune aufgestellt. Denn Zäune sind laut Landwirten auf Almen nicht von Vorteil. Dieses Urteil ist jetzt Anlass für eine Debatte darüber, wie zukünftig das Zusammenleben zwischen Menschen und Kühen auf Almen geregelt werden kann.

Österreichs Regierung sieht sich nach diesem nicht ganz unumstrittenen „Kuh-Urteil“ gezwungen, einen Aktionsplan für sichere Almen vorzulegen. Hierzu wird das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus mit den beteiligten Interessenvertretern einen Verhaltenskodex für Touristen und Wanderer erarbeiten, anhand dessen das richtige Verhalten auf Weiden und Almen übersichtlich und für jedermann leicht verständlich erklärt wird. Es sollen darin Fragen nach dem richtigen Verhalten in der Nähe von Weidetieren sowie den nötigen Abstand zu ihnen ebenso geklärt werden, die Regeln über das Mitführen von Hunden. Elisabeth Köstinger, die Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus in Österreich, machte unlängst deutlich, dass die 8.000 bewirtschafteten Almen sowohl für die Landwirtschaft als auch für den Tourismus unverzichtbar seien. Darum wird es neben dem Verhaltenskodex auch einen Ratgeber für die Alm- und Weidewirtschaft geben. Darüber hinaus wolle man sogar das Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch ändern, damit zukünftig ein einheitlicher Rahmen für das Verhalten auf Almen und Weiden geschaffen wird, auf den sich Personen, Behörden und Gerichte beziehen können.

 

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