Portugal 2026/2027: Touristensteuer & ETIAS – was sich für Ihre Städtereise ändert

Wer 2026 oder 2027 eine Städtereise nach Portugal plant, muss zwei wichtige Änderungen kennen: In Lissabon hat sich die Touristensteuer bereits auf 4 Euro pro Nacht verdoppelt, Porto erhebt inzwischen 3 Euro – und das neue EU-Einreisesystem ETIAS rollt ab Ende 2026 an, wird aber erst ab Frühjahr 2027 wirklich Pflicht. Was das konkret für Ihren Aufenthalt in Lissabon, Porto oder an der Algarve bedeutet, lesen Sie hier im Überblick.

Touristensteuer in Portugal 2026: Die aktuellen Sätze auf einen Blick
Portugal kennt keine einheitliche nationale Kurtaxe. Stattdessen entscheidet jede Gemeinde selbst, ob und in welcher Höhe sie eine sogenannte Taxa Municipal Turística erhebt. Es ist kein nationales Regierungsprojekt – jede Stadt führt ihr eigenes Modell, legt den Satz selbst fest und behält die Einnahmen lokal. Nach Angaben des portugiesischen Verbands ATA erheben inzwischen rund 40 Gemeinden eine Version der Touristensteuer. Die Zahl steigt jedes Jahr, da immer mehr Gemeinderäte die Maßnahme einführen.
Städte wie Porto, Vila Nova de Gaia, Braga, Póvoa do Varzim, Coimbra, Lissabon, Sintra, Cascais, Mafra, Óbidos, Faro, Vila Real de Santo António und Santa Cruz erheben bereits eine kommunale Touristensteuer. Die beiden populärsten Städtereise-Ziele stechen mit den höchsten Sätzen hervor:
- Lissabon: Lissabon verlangt 4 Euro pro Nacht, gedeckelt auf 7 Übernachtungen. Das entspricht einem maximalen Aufschlag von 28 Euro pro Person für den gesamten Aufenthalt.
- Porto: Porto erhöhte seine Touristensteuer 2024 auf 3 Euro pro Person und Nacht, ebenfalls gedeckelt auf maximal sieben aufeinanderfolgende Nächte – also höchstens 21 Euro.
- Cascais: Cascais verlangt 2 Euro pro Nacht.
- Algarve: Die Algarve hat eine regionale saisonale Staffelung eingeführt: 2 Euro pro Nacht in der Hochsaison und 1 Euro in der Nebensaison.
- Madeira (Funchal): Funchal erhebt 2 Euro pro Nacht, ebenfalls mit 7-Nächte-Deckel.
Für wen gilt die Steuer – und wer ist befreit?
Die Abgabe gilt für alle lizenzierten Unterkünfte – Hotels, Hostels, Pensionen und sogenannte Alojamento-Local-Betriebe, also die Rechtskategorie, unter die die meisten Airbnb- und Kurzzeitmieten in Portugal fallen. Die Altersgrenzen variieren je nach Stadt: Lissabon zieht die Grenze bei 13 Jahren, Porto bei 12 Jahren. Kinder unterhalb dieser Grenzen zahlen nichts.
Die Steuereinnahmen fließen in die kommunale Tourismus-Infrastruktur: Straßenreinigung, öffentlicher Nahverkehr, Strandinstandhaltung, Beschilderung und Kulturprogramme. Im Falle der Hauptstadt Lissabon sind die eingenommenen Gelder in erster Linie für die Stadtsanierung bestimmt, wobei nach Angaben der Stadtverwaltung rund acht Millionen Euro pro Jahr zur teilweisen Finanzierung der Hygiene und Stadtreinigung eingesetzt werden.
Wie und wann wird die Steuer bezahlt?
Die Städtesteuer ist eine kommunale Abgabe, die nicht im Buchungspreis enthalten ist. Sie gilt für Gäste ab 13 Jahren und wird direkt vom Hotel beim Check-in oder Check-out erhoben – pro Person und Nacht, für maximal 7 Nächte. Achten Sie darauf, dass diese Gebühr im Reisepreis Ihres Veranstalters in der Regel nicht enthalten ist und vor Ort in bar oder per Karte beglichen werden muss.
Die große Lissabon-Verdopplung: Was dahintersteckt
Ab dem 1. September 2024 wurde die Tourismusabgabe in Lissabon von zwei auf vier Euro pro Nacht und Person angehoben – ein Beschluss des Stadtrats unter der Führung von PSD/CDS-PP. Die Erhöhung umfasste auch eine Verdopplung der Abgabe für Kreuzfahrtschiffpassagiere von einem auf zwei Euro. Für 2026 hält Lissabon den Satz von 4 Euro pro Person und Nacht konstant.
Wer für 2026 eine Unterkunft in Portugal bucht, wird von der Touristensteuer häufig am Check-in überrascht – die Sätze haben sich in Lissabon spät 2024 geändert, und viele Reiseblogs zitieren noch veraltete Zahlen. Planen Sie für einen 4-Nächte-Aufenthalt in Lissabon zu zweit also mindestens 32 Euro Touristensteuer zusätzlich zum Hotelbetrag ein.
ETIAS & EES: Was sich bei der Einreise nach Portugal ändert
Parallel zur Touristensteuer-Entwicklung rollt die EU zwei neue Grenzkontrollsysteme aus, die speziell Reisende aus Nicht-EU-Ländern betreffen – und die auch für viele Portugal-Urlauber aus der Schweiz, aus Großbritannien, den USA oder Australien relevant sind. Beide Systeme werden häufig verwechselt, funktionieren aber grundlegend verschieden.
EES: Das Biometrie-System ist bereits aktiv
Das EES (Entry/Exit System) ist das biometrische Grenzsystem, das bereits in Betrieb ist. Die Europäische Kommission führte es ab dem 12. Oktober 2025 schrittweise ein und erreichte am 10. April 2026 den Vollbetrieb an allen externen Schengen-Grenzen – ohne Voranmeldung, ohne Gebühr, ohne vorherigen Aufwand für Reisende. Das System geht auf EU-Grenzreformen zurück und erfasst Fingerabdrücke und Gesichtsbilder von Nicht-EU-Reisenden bei jeder Überschreitung einer externen EU-Außengrenze.
EES ist bereits an Portugals externen Schengen-Grenzen in Betrieb. Wer also heute nach Lissabon oder Porto einreist und keinen EU-Pass besitzt, wird am Grenzschalter biometrisch erfasst – das ist normal und keine Kontrolle, die besondere Vorbereitung erfordert.
ETIAS: Die Vorab-Reisegenehmigung kommt – aber noch nicht jetzt
Reisende aus Großbritannien und mehr als 50 anderen Nicht-EU-Ländern werden bald neue Einreiseanforderungen für Ziele wie Portugal benötigen. ETIAS – das European Travel Information and Authorisation System – ist eine neue Vorab-Reisegenehmigung, die den Prozess für Kurzaufenthalte in den meisten EU-Ländern verändern wird.
Was ist der aktuelle Stand? ETIAS ist Stand Juli 2026 noch nicht in Betrieb, es werden noch keine Anträge angenommen, und die EU hat keinen konkreten Starttermin bekannt gegeben. Aktuelle Berichte deuten darauf hin, dass der Start auf 2027 verschoben wurde – eu-LISA hat mitgeteilt, dass ein Start 2026 nicht mehr realistisch sei – aber ein konkretes Datum ist noch nicht bestätigt.
Die EU hat bestätigt, dass ETIAS erst ab Frühjahr 2027 zur Pflicht wird. Es handelt sich um eine neue Online-Reisegenehmigung für visafreie Besucher der EU, ähnlich dem US-ESTA-System. Nach Einführung müssen Reisende aus Ländern wie Großbritannien, den USA, Kanada und Australien online einen Antrag stellen und eine Gebühr von 20 Euro entrichten, bevor sie in die Schengen-Zone einreisen.
Eine genehmigte ETIAS-Genehmigung ist für mehrere Reisen über bis zu drei Jahre oder bis zum Ablauf des Reisepasses gültig. EU-Bürger müssen keinen Antrag stellen.
Wer braucht ETIAS für Portugal?
Bürger aus über 60 visafreien Ländern, die derzeit ohne Visum nach Portugal reisen dürfen, werden ETIAS beantragen müssen. Dazu gehören Reisende aus den USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Japan und Südkorea sowie vielen weiteren Ländern. EU-Bürger sowie Reisende aus Ländern, die ein Schengen-Visum benötigen, sind von der ETIAS-Pflicht ausgenommen.
Wichtig: Die Genehmigung gilt für mehrfache Einreisen nach Portugal und in andere Schengen-Länder für bis zu drei Jahre oder bis zum Ablauf des Reisepasses – je nachdem, was zuerst eintritt.
Vorsicht vor Betrugs-Websites
Ein klares Warnsignal: Websites, die versprechen, heute noch eine gültige ETIAS-Genehmigung auszustellen oder vorab zu registrieren, sind unseriös. Solange das offizielle System geschlossen ist, kann keine dieser Seiten eine funktionale ETIAS-Reisegenehmigung ausstellen. Beantragen Sie ETIAS ausschließlich über die offizielle EU-Website unter europa.eu/etias, sobald das System öffnet.
Praktische Checkliste für Ihre Portugal-Städtereise 2026/2027
Ob Sie eine Städtereise nach Lissabon oder einen Kurztrip nach Porto planen – diese Punkte sollten Sie vor der Reise abhaken:
- Touristensteuer einplanen: Lissabon 4 €, Porto 3 €, Cascais 2 € pro Person und Nacht (max. 7 Nächte). Die Steuer wird vor Ort im Hotel fällig und ist nicht im Pauschalpreis enthalten.
- Altersgrenze beachten: In Lissabon zahlen Gäste ab 13 Jahren, in Porto ab 12 Jahren.
- EES kennen: Das biometrische Einreisesystem ist seit April 2026 an allen Schengen-Außengrenzen aktiv – Nicht-EU-Bürger werden beim Grenzübertritt biometrisch erfasst. Keine Voranmeldung nötig.
- ETIAS: Noch nicht nötig. Für Reisen bis Ende 2026 ist keine ETIAS-Genehmigung erforderlich. Erst ab voraussichtlich Frühjahr 2027 wird sie für visafreie Reisende aus UK, USA, Kanada, Australien etc. Pflicht.
- Nur offizielle Quellen nutzen: ETIAS nur über europa.eu/etias beantragen – nie über Drittanbieter.
- Reisepass-Gültigkeit prüfen: Für Portugal und den Schengen-Raum sollte Ihr Reisepass bei Einreise noch mindestens drei Monate gültig sein.
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Häufige Fragen zur Einreise & Touristensteuer Portugal
Wie hoch ist die Touristensteuer in Lissabon 2026?
Lissabon erhebt seit dem 1. September 2024 eine Touristensteuer von 4 Euro pro Person und Nacht, gedeckelt auf maximal 7 aufeinanderfolgende Nächte. Der Höchstbetrag beträgt damit 28 Euro pro Person für den gesamten Aufenthalt. Die Steuer gilt für Gäste ab 13 Jahren und wird vor Ort im Hotel bezahlt.
Wie hoch ist die Touristensteuer in Porto 2026?
Porto verlangt 3 Euro pro Person und Nacht, ebenfalls gedeckelt auf 7 Nächte (maximal 21 Euro). Befreit sind Kinder unter 12 Jahren.
Muss ich für eine Portugal-Reise 2026 ein ETIAS beantragen?
Nein. Stand Oktober 2026 ist ETIAS noch nicht in Betrieb. Das offizielle Antragssystem der EU ist noch nicht geöffnet. Für Reisen nach Portugal im Jahr 2026 ist keine ETIAS-Genehmigung erforderlich. Erst nach dem Start – voraussichtlich Anfang 2027 – wird ETIAS nach einer Übergangszeit für visafreie Reisende aus Ländern wie USA, UK, Kanada und Australien verpflichtend.
Was ist der Unterschied zwischen EES und ETIAS?
EES (Entry/Exit System) ist das biometrische Grenzsystem, das bereits seit April 2026 aktiv ist und Nicht-EU-Bürger beim Grenzübertritt automatisch erfasst – ohne Voranmeldung oder Gebühr. ETIAS hingegen ist eine Online-Vorab-Reisegenehmigung (ähnlich dem US-ESTA), die noch nicht gestartet ist und frühestens 2027 Pflicht wird.
Wer muss in Portugal keine Touristensteuer zahlen?
Die genauen Ausnahmen variieren je nach Gemeinde. Generell sind Kinder unterhalb der jeweiligen Altersgrenze (Lissabon: unter 13 Jahren, Porto: unter 12 Jahren) befreit. Wer länger als 7 Nächte im selben Betrieb übernachtet, zahlt ab der 8. Nacht keine Touristensteuer mehr.
Gilt die Touristensteuer auch für Airbnb-Unterkünfte in Portugal?
Ja. Die Steuer gilt für alle lizenzierten Unterkünfte, also auch für Airbnb-Apartments und andere Kurzzeitmieten, die als sogenannte Alojamento-Local-Betriebe registriert sind.
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