Norwegen will Touristensteuer einführen

Neben Island und Neuseeland will nun auch Norwegen die Touristensteuer einführen, um damit die negativen Folgen des Massentourismus einzudämpfen. Denkt man an Norwegen, so erscheinen einem sogleich Bilder vor dem inneren Auge von endloser Weite, unberührter Natur und zahlreichen Fjorden. Doch leider sieht die Realität auch im fernen Norwegen vielerorts anders aus, denn Reisen nach Skandinavien liegen derzeit voll im Trend, was natürlich auch den Tourismus in Norwegen kräftig ankurbelt. Locken uns doch die vielen Airlines mit ihren Billigangeboten im Sommer oder die Kreuzfahrtreedereien nur allzu gerne in den hohen Norden. Daher werden zunehmend auch die kleinen abgeschiedenen Dörfer von zum Teil riesigen Touristenhorden überlaufen.

Natur Norwegen

Ruhe und Natur pur? So entspannt ist es nicht überall in Norwegen.

Nehmen wir mal als Beispiel das berühmte Nordkap-Plateau. Die Gemeinde Nordkap hat nur 3.300 Einwohner und war im Jahr 2017 rund 400.000 Touristen ausgesetzt, die alle dieses Plateau sehen wollten. Auch die Lofoten wurden viel bereist. Auf der Inselgruppe leben 25.000 Menschen, doch kamen im vergangenen Jahr mehr als eine Millionen Touristen dorthin. Das spült zwar viel Geld in die Kassen, doch ist es mit der Ruhe vielerorts dahin. Deshalb arbeitet man in Norwegen intensiv daran, gegen den Massentourismus vorzugehen.

Aktuell wird in den beliebtesten Gemeinden, wie zum Beispiel Nordkap, Lofoten und Vestlandsfjord über die Einführung einer Touristensteuer diskutiert. Mit dem Geld will die Regierung Umweltschutzmaßnahmen finanzieren und den Touristen den richtigen Umgang mit der Natur nahebringen. Darüber hinaus sollen die zusätzlichen Einnahmen helfen, die Infrastruktur zu verbessern. Es werden mehr Mittel für die Abfallentsorgung benötigt sowie mehr Toiletten und Picknickplätze.

Spitzbergen erhebt übrigens bereits seit zehn Jahren eine Touristensteuer. Jeder Besucher, der mit dem Schiff auf der arktischen Inselgruppe ankommt, in der Regel um Eisbären zu beobachten, muss umgerechnet 15,50 Euro bezahlen. Dadurch hat Spitzbergen bislang umgerechnet rund 132 Millionen Euro eingenommen. Dieses Geld hat man für Umweltprojekte eingesetzt, um zum Beispiel die Strände von Plastikmüll zu befreien.

 

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