Nach Cook-Pleite: Kommt jetzt eine Abgabe auf Pauschalreisen?

Die Thomas Cook Pleite hat es im September gezeigt: Sicherungsscheine für Pauschalreisen sind wertlos. Damit das zukünftig nicht mehr passieren kann, denkt die Politik über eine Abgabe auf Pauschalreisen nach.

Reisende sollen künftig besser vor Insolvenz des Reiseveranstalters geschützt werden.

Bereits Anfang dieses Jahres zeichnete sich die Krise beim Reisegiganten Thomas Cook ab, als bekannt wurde, dass der Konzern seine Fluglinie Condor verkaufen wolle, um Liquidität für größere Investitionen im Hotelsegment tätigen zu können. Dem Insolvenzantrag am 23. September 2019 folgte wenig später auch die deutsche Tochtergesellschaft. Betroffen waren neben insgesamt 22.000 Angestellten auch hunderttausende Reisende. Großbritannien holte dabei seine gestrandeten Urlauber mit der größten Rückholaktion nach dem Zweiten Weltkrieg in das Königreich zurück. In Deutschland hingegen streitet man noch über die Erstattungsansprüche für die Rückholkosten sowie angezahlte oder gar nicht erst angetretene Reisen, da die Versicherungssumme für die Entschädigung aller Betroffenen jedenfalls nicht ausreichend wird.

Zurück zum Sicherungsschein: Die Versicherungsgesellschaft, die im Falle einer Insolvenz des Reiseveranstalters bei Pauschalreisen für sämtliche Urlauber einspringt, hat eine Deckelung von 110 Millionen Euro. Die Cook-Pleite verursachte jedoch bei den Touristen insgesamt eine Forderung von mindestens 250 Millionen Euro (berücksichtigt sind die Schadensmeldungen bis Anfang November!). Somit ist der Sicherungsschein für die Urlauber in der Angelegenheit Thomas Cook wertlos.

Dies ist Grund genug für die Verbraucherschutzministerin Christine Lambrecht (SPD) laut über eine Abgabe auf Pauschalreisen nachzudenken. Ähnlich wie beim Bankensystem sieht sie die Lösung in einer Kombination aus Versicherung und Fonds. In diesem Fall sollen Reiseveranstalter und Kunden in diesen Fonds einzahlen, der im Falle einer Insolvenz greift. Damit wäre auch klar, dass z. B. die beliebten Pauschalreisen nach Spanien durch die Abgabe künftig teurer werden. Reisende müssten dabei jedoch nur mit einem geringen Preisaufschlag rechnen, so die Ministerin.

 

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