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Kampanien

Handgezeichnete Illustration der Amalfiküste mit Zitronenhainen und dem Vesuv über dem Golf von Neapel

Kampanien ist Süditaliens Bühne für Antike und Küste: das lebhafte Neapel, die versunkenen Römerstädte Pompeji und Herculaneum am Fuße des Vesuvs sowie die spektakuläre Amalfiküste mit Positano und Amalfi. Dazu locken die Insel Capri und die Tempel von Paestum. Gezahlt wird mit dem Euro; beste Reisezeit ist April bis Oktober.

Landkarte Kampanien
Landkarte Kampanien

Kampanien (italienisch Campania) im Süden Italiens ist eine Region der großen Kontraste und der intensiven Eindrücke: Hier drängen sich das quirlige Neapel, die berühmtesten Ausgrabungsstätten der Antike, eine der spektakulärsten Küsten der Welt und legendäre Inseln auf engem Raum. Über allem thront der Vesuv, jener Vulkan, der Pompeji begrub und bis heute den Golf von Neapel prägt. Kampanien ist laut, farbig und lebensfroh – und für viele die Essenz Süditaliens.

Die Region gliedert sich in fünf Provinzen rund um die Metropole Neapel. Für Reisende bedeutet das eine Fülle an Höhepunkten: von den Weltkulturerbestätten am Vesuv über die Amalfiküste bis zu den griechischen Tempeln von Paestum und dem wilden Cilento. Gezahlt wird mit dem Euro, Amtssprache ist Italienisch, und für die Einreise genügt EU-Bürgern der Personalausweis.

Landschaften & Regionen

Herzstück Kampaniens ist der Golf von Neapel, umrahmt vom Vesuv, den Phlegräischen Feldern und der Halbinsel von Sorrent. Nach Süden schließt der Golf von Salerno mit der berühmten Amalfiküste an, deren Steilhänge dramatisch ins Meer abfallen. Vor der Küste liegen die Inseln Capri, Ischia und Procida.

Doch Kampanien ist mehr als Küste: Im Landesinneren erheben sich die grünen Berge des Sannio und des Irpinia-Weinlands, während sich im Süden der weite, kaum bekannte Cilento mit Nationalpark, Bergdörfern und einsamen Stränden erstreckt. Diese Bandbreite – Vulkanland, Steilküste, Inseln und stilles Bergland – macht die Region außergewöhnlich vielseitig.

Neapel – Metropole am Vesuv

Neapel (Napoli) ist eine der ältesten und lebendigsten Städte Europas. Ihre dicht bebaute Altstadt (UNESCO-Welterbe) ist ein Labyrinth aus engen Gassen, Kirchen und Palästen, durchzogen von der antiken Achse Spaccanapoli. Das Archäologische Nationalmuseum bewahrt die schönsten Funde aus Pompeji, und mit dem Castel dell’Ovo, dem Königspalast und der Galleria Umberto besitzt die Stadt prachtvolle Bauten.

Neapel ist die Heimat der Pizza – die Pizza napoletana gehört zum immateriellen UNESCO-Welterbe – und ein Ort intensiven Lebens. Ehrlich gesagt kann die Stadt mit ihrem chaotischen Verkehr und dem regen Treiben zunächst überfordern; wer sich darauf einlässt, entdeckt jedoch eine unvergleichliche Herzlichkeit und Energie. Auf Wertsachen sollte man in Gedränge und öffentlichen Verkehrsmitteln achten.

Pompeji, Herculaneum & der Vesuv

Der Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr. begrub die römischen Städte Pompeji und Herculaneum unter Asche und Lava – und konservierte sie damit für die Nachwelt. Heute sind sie die eindrucksvollsten Ausgrabungsstätten der Antike (UNESCO): In Pompeji lässt sich eine ganze Römerstadt mit Straßen, Villen, Thermen und Theatern durchwandern, in Herculaneum sind sogar Holz und Fresken erhalten.

Der Vesuv selbst ist ein aktiver Vulkan und heute Nationalpark. Ein Wanderweg führt bis an den Kraterrand, von dem sich ein grandioser Blick über den Golf von Neapel öffnet. Für den Besuch von Pompeji gilt: viel Zeit, Wasser und Sonnenschutz mitnehmen, denn Schatten ist rar – und ein Zeitfenster-Ticket erspart im Sommer lange Wartezeiten.

Amalfiküste & Sorrent

Die Amalfiküste (Costiera Amalfitana) gehört zum UNESCO-Welterbe und zählt zu den schönsten Küsten der Welt. Pastellfarbene Orte kleben spektakulär an den Steilhängen: das mondäne Positano, das namensgebende Amalfi mit seinem prächtigen Dom und das hoch gelegene Ravello mit seinen berühmten Gärten und Konzerten. Über der Küste windet sich ein Wanderwegenetz, darunter der aussichtsreiche „Sentiero degli Dei“ (Pfad der Götter).

Ausgangspunkt vieler Reisen ist Sorrent (Sorrento) auf der gegenüberliegenden Halbinsel, gut angebunden und mit Blick auf den Vesuv. Ehrlich gesagt ist die Amalfiküste im Hochsommer stark überlaufen: Die einzige Küstenstraße (SS163) ist eng, kurvig und oft verstopft, Parkplätze sind teuer und rar. Wer kann, reist im Frühjahr oder Herbst und nutzt Boote und Busse statt des eigenen Autos.

Inseln: Capri, Ischia & Procida

Die drei Inseln im Golf haben jeweils einen eigenen Charakter. Capri ist die mondänste, berühmt für die Blaue Grotte, die Faraglioni-Felsen und die eleganten Boutiquen der Piazzetta – tagsüber allerdings von Ausflüglern überlaufen, weshalb sich eine Übernachtung oder ein früher Besuch lohnt. Ischia, die größte der Inseln, lockt mit Thermalquellen, Gärten und dem Aragonesischen Kastell.

Das kleine, farbenfrohe Procida ist die ursprünglichste der drei Inseln und war 2022 italienische Kulturhauptstadt; seine pastellfarbenen Fischerhäuser am Hafen Marina Corricella gelten als eines der schönsten Motive Italiens. Alle drei Inseln sind per Fähre und Tragflügelboot von Neapel und Sorrent aus erreichbar.

Antike & UNESCO-Welterbe

Kampanien trägt gleich mehrere UNESCO-Titel: die Altstadt von Neapel, die Ausgrabungen von Pompeji, Herculaneum und Torre Annunziata, die Amalfiküste als Kulturlandschaft, der Königspalast Reggia di Caserta mit seinem gewaltigen Park sowie der Cilento-Nationalpark mit den griechischen Tempeln von Paestum und der Kartause von Padula.

Die Tempel von Paestum südlich von Salerno zählen zu den besterhaltenen griechischen Bauten der Welt und erinnern daran, dass Süditalien einst zur „Magna Graecia“, zum Großgriechenland, gehörte. Die Reggia di Caserta, oft als „Versailles Italiens“ bezeichnet, beeindruckt mit über tausend Räumen und kaskadierenden Wasserspielen.

Natur & Nationalparks

Neben Kultur bietet Kampanien großartige Natur. Der Nationalpark Cilento, Vallo di Diano und Alburni im Süden ist der zweitgrößte Italiens: eine kaum erschlossene Landschaft aus Bergen, Buchenwäldern, Karsthöhlen und einsamen Küstenabschnitten mit Orten wie Palinuro und Agropoli. Hier findet man das ruhige, ursprüngliche Kampanien fernab der Touristenströme.

Auch der Vesuv-Nationalpark und die vulkanischen Phlegräischen Felder mit ihren Kratern, Fumarolen und antiken Stätten bei Pozzuoli laden zu Wanderungen ein. Für Aktivurlauber sind die Küstenpfade der Amalfiküste und die Berge des Cilento ein reizvolles, weniger bekanntes Ziel.

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Kulinarik & Wein

Kampanien ist eine kulinarische Hochburg. Aus Neapel stammt die Pizza napoletana, dünn, weich und im Holzofen gebacken. Dazu kommen die cremige Mozzarella di Bufala aus dem Umland von Caserta und Salerno, die Blätterteig-Süßspeise Sfogliatella, der Osterkuchen Pastiera und der Zitronenlikör Limoncello von der Amalfiküste und aus Sorrent, wo besonders große Zitronen gedeihen.

Auch beim Wein hat Kampanien viel zu bieten: der weiße Fiano di Avellino und Greco di Tufo, der kräftige Rotwein Aglianico, allen voran der Taurasi, sowie der am Vulkanhang gewachsene Lacryma Christi vom Vesuv. Ein Essen mit Meerblick an der Küste oder in einer Trattoria der Neapler Altstadt gehört zu den Höhepunkten jeder Reise.

Kultur, Geschichte & Feste

Die Geschichte Kampaniens reicht von den Griechen über die Römer bis zu Normannen, Staufern, Anjou und Bourbonen, die Neapel zur Hauptstadt eines eigenen Königreichs machten. Diese bewegte Vergangenheit spiegelt sich in Palästen, Kirchen und Traditionen. Berühmt ist die neapolitanische Krippenkunst der Via San Gregorio Armeno, wo das ganze Jahr über kunstvolle Figuren gefertigt werden.

Lebendig wird der Glaube beim Blutwunder des heiligen Januarius (San Gennaro) im Dom von Neapel, das die Stadt dreimal im Jahr in Atem hält. Dazu kommen zahlreiche Volksfeste, Musik und die Tradition des neapolitanischen Liedes – Kultur ist in Kampanien Teil des lauten, herzlichen Alltags.

Beste Reisezeit

Kampanien ist von April bis Oktober ein lohnendes Ziel, wobei Frühjahr (April bis Juni) und Herbst (September und Oktober) ideal für Neapel, die Ausgrabungen und die Küste sind: angenehm warm und weniger überlaufen. Für Badeurlaub an der Amalfiküste und auf den Inseln eignen sich die Monate Mai bis September.

Der Hochsommer ist heiß und an der Küste wie auf Capri sehr voll; die Ausgrabungen von Pompeji bieten dann kaum Schatten. Der Winter ist mild, ruhig und ideal für Neapel und die Kultur, auch wenn manche Betriebe an der Küste und auf den Inseln dann geschlossen sind. Wer den Trubel meiden will, plant bewusst außerhalb der Sommerferien.

Anreise & Mobilität

Kampanien ist gut erreichbar: Der Flughafen Neapel (NAP) wird direkt aus Deutschland angeflogen. Über das Hochgeschwindigkeitsnetz (Frecce, Italo) ist Neapel in gut einer Stunde mit Rom verbunden. Pompeji, Herculaneum und Sorrent erreicht man mit der Regionalbahn Circumvesuviana ab Neapel.

An der Amalfiküste und auf den Inseln ist ein eigenes Auto oft eher hinderlich: Die Küstenstraße ist eng und im Sommer verstopft, Parkplätze sind teuer. Praktischer sind Busse und Boote (Fähren, Tragflügelboote) entlang der Küste und zu den Inseln. Für den Cilento und das Bergland empfiehlt sich hingegen ein Mietwagen (Rechtsverkehr); in Neapels Zentrum gelten wie üblich Fahrverbotszonen (ZTL).

Reisetipps & Geheimtipps

Für Pompeji und den Vesuv sollte man früh starten und Tickets vorab buchen; die Inseln Capri und Procida erlebt man am schönsten mit einer Übernachtung, wenn die Tagesgäste abgereist sind. Abseits der Hauptrouten lohnen die griechischen Tempel von Paestum, die Reggia di Caserta, die farbige Fischerinsel Procida und der stille Cilento mit Palinuro und Agropoli.

Ein Geheimtipp für Genießer ist ein Besuch bei einem Mozzarella-Hersteller im Umland von Caserta oder eine Weinprobe im Irpinia-Weinland, für Aktive eine Wanderung auf dem „Pfad der Götter“ über der Amalfiküste. Und wer das echte Neapel sucht, isst eine Pizza dort, wo auch die Einheimischen anstehen – im Gedränge der Altstadt, fernab der Postkartenmotive.

Häufige Fragen


Wann ist die beste Reisezeit für Kampanien?

April bis Oktober ist ideal; Frühjahr und Herbst eignen sich besonders für Neapel, Pompeji und die Küste, weil es dann angenehm warm und weniger voll ist. Für Badeurlaub an der Amalfiküste und auf den Inseln empfehlen sich Mai bis September. Der Hochsommer ist heiß und stark besucht.


Wie reist man am besten nach Kampanien und vor Ort?

Am bequemsten fliegt man nach Neapel (NAP); Neapel liegt zudem am Hochgeschwindigkeitsnetz nach Rom. Pompeji und Sorrent erreicht man mit der Circumvesuviana. An der Amalfiküste und zu den Inseln sind Busse und Boote praktischer als das eigene Auto; für den Cilento lohnt ein Mietwagen.


Was sind die schönsten Reiseziele in Kampanien?

Zu den Höhepunkten zählen Neapel mit seiner Altstadt, die Ausgrabungen von Pompeji und Herculaneum, der Vesuv, die Amalfiküste mit Positano, Amalfi und Ravello, die Inseln Capri, Ischia und Procida sowie die griechischen Tempel von Paestum.


Ist die Amalfiküste im Sommer sehr überlaufen?

Ja, ehrlich gesagt sehr. Die einzige Küstenstraße ist eng und im Hochsommer oft verstopft, Parkplätze sind teuer und rar, und Orte wie Positano sind stark besucht. Wer kann, reist im Frühjahr oder Herbst und nutzt Busse und Boote statt des eigenen Autos.


Wie viele Tage sollte man für Kampanien einplanen?

Für Neapel und Pompeji lohnen mindestens drei Tage. Wer die Amalfiküste, eine Insel und Paestum ergänzen möchte, plant sieben bis zehn Tage ein; für den Cilento sollte man weitere Tage einrechnen.


Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zu Kampanien?

Offizielle Auskünfte bündelt die regionale Tourismusverwaltung der Region Campania über das Portal visitcampania.it. Die Kontaktdaten finden Sie unten auf dieser Seite; einen Überblick über das ganze Land bietet die Italien-Übersicht.


Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Italien, die Nachbarregionen Latium mit Rom, Apulien mit dem Absatz des Stiefels, Basilikata mit Matera und Kalabrien sowie weitere Ziele in der Übersicht Europa.

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