Island-Rundreise planen: So funktioniert’s

Island ist zu jeder Jahreszeit eine Reise wert – und eine Rundreise ist ganz besonders geeignet, um die nördliche Vulkaninsel zu erkunden und möglichst viele Naturspektakel hautnah zu erleben. Während im Winter Polarlichter und Eishöhlen besichtigt werden können, locken in den Sommermonaten Vogelbeobachtungstouren und Wanderungen in das Land von Eis und Feuer. Die folgenden Tipps sollten bei der Planung einer Island-Rundreise bedacht werden.

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Routenplanung und Reisezeit

Ein erster Ausgangspunkt für die Planung einer Rundreise ist der Blick auf die Anzahl der Tage, die in Island verbracht werden. Bei einer kurzen 4- oder 5-tägigen Reise ist es ratsam, die Route möglichst klein zu halten und beispielsweise nur den sogenannten Golden Circle zu umfahren, um sich einen ersten Eindruck von der Insel zu verschaffen. Bei einem zweiwöchigen Trip kann hingegen auch eine Fahrt um die ganze Insel eingeplant werden. Island wird von der sogenannten Ringstraße umrundet, die als Hauptstraße direkt an den meisten Sehenswürdigkeiten vorbeiführt. Diese Route ist aus diesem Grund bei Touristen besonders beliebt. Der Reisezeitraum spielt bei der Routenplanung ebenfalls eine Rolle: Während im Sommer teilweise Touren durch das Hochland möglich sind, sind die meisten Strecken im Winter gesperrt. Teilweise sind die Straßen sogar nur zwischen Juni und August geöffnet, wenn es im September zu frühzeitigen Schneefällen kommt. Im Mai kann noch Schnee liegen, außerdem werden viele Straßen im Frühjahr von Schmelzwasser geflutet. Dadurch ist die Reisezeit für Hochlandtouren extrem beschränkt. Wer einen Abstecher in die Wildnis Islands plant, muss daher auf eine Reise in den Sommermonaten setzen. Ähnlich sieht es bei einer Tour in die isländischen Westfjorde aus: Hier wird meist empfohlen von Reisen im Winter abzusehen.

Ein weiterer Anhaltspunkt kann der Blick in den Reiseführer oder ins Internet sein: Hier werden einfach die Sehenswürdigkeiten herausgesucht, die bei der Reisetour auf jeden Fall aufgesucht werden müssen. So lässt sich ebenfalls eine erste kleine Route anhand dieser Highlights erstellen. Mithilfe von Google Maps lassen sich außerdem die Fahrzeiten zwischen den Zielen einsehen, wodurch eine genauere Planung möglich wird.

Rundreiseangebote von Reiseunternehmen

Neben der individuell zusammengestellten Reise, gibt es noch eine weitere Möglichkeit für eine Rundreise in Island: Viele Reiseanbieter haben fertig zusammengestellte Touren im Angebot, die häufig Mietwagen und Unterkünfte und teilweise auch den Eintritt zu Museen und ähnlichen Attraktionen umfassen. Gelegentlich sind auch Bootstouren oder Tauchgänge inkludiert. Diese Touren setzen unterschiedliche Schwerpunkte – abhängig von Reisedauer, Interessen, Reisezeitraum und Regionen. Die vorgefertigten Touren können im Normallfall direkt von Zuhause aus beim Veranstalter gebucht werden. Nachteil der Rundreisen sind die durchgetakteten Zeitpläne, die spontane Abstecher oder einen längeren Aufenthalt an einem Ort schwierig machen.
Wer gerne auf eigene Achse unterwegs ist, der sollte seine Rundreise lieber selber planen. Alternativ lassen sich die Reiserouten der Veranstalter nämlich wunderbar als Reiseinspiration nutzen. Häufig werden die einzelnen Stationen einer Tour in der Beschreibung für jeden sichtbar aufgeschlüsselt, was für die eigene Reiseplanung enorm nützlich sein kann. Geplante Rundreisen führen im Normalfall an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbei, außerdem kennen die Veranstalter die Fahrzeiten zwischen den einzelnen Zielen, weshalb die Reiseroute einfach übernommen werden kann. Unterkünfte und Campingplätze findet man entlang der Route ohne Probleme im Internet.

Hotel, Gasthaus oder?

Vor der Planung der Reise sollte außerdem entschieden werden, in welcher Art von Unterkunft genächtigt werden soll. Hotels, Hostels und Gasthäuser sind aufgrund der zahlreichen Touristen, die Island jedes Jahr besuchen, meist sehr schnell ausgebucht – und oft auch entsprechend teuer. Dies gilt vor allem für die Hauptreisezeit zwischen Juni und August, wenn die meisten Reisenden in Island unterwegs sind. Hier muss also frühzeitig geplant werden, wenn Wert auf eine komfortable und vielleicht auch günstige Unterkunft gelegt wird.

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Verzichtet man hingegen auf den Komfort eines Hotels und macht es sich in einem Wohnwagen bequem, wofür sich Island definitiv eignet, kann auf diese lange Vorlaufzeit verzichtet werden. Island hat jede Menge schöne und günstige Campingplätze zu bieten, die selten komplett ausgebucht sind. Hier kann es sich lohnen, am Tag zuvor kurz telefonisch nachzufragen, ob noch ein Stellplatz verfügbar ist. Im Normalfall findet man aber auch ohne Reservierung schnell einen Campingplatz mit freien Stellplätzen. Wer auf einen durchgetakteten Reiseplan verzichtet, hat viele Freiheiten bei der Reiseroute. So führen diese möglicherweise an besonders schönen Plätzen vorbei, die im Reiseführer möglicherweise nicht verzeichnet sind.

Ist man als Camper auf der Insel unterwegs – ob mit Mietwagen und Zelt oder mit einem Wohnwagen, lohnt sich unter Umständen außerdem der Kauf einer Camping Card. Diese Karte gilt nicht nur für zahlreiche Campingplätze in Island, sondern darüber hinaus für bis zu zwei Erwachsene und vier Kinder. Insgesamt sind 28 Übernachtungen inkludiert, weshalb sich das Angebot vor allem für längere Reisen lohnt. Diese Campingcard kann ebenfalls als Ausgangspunkt für die Planung verwendet werden. Die eigene Reiseroute lässt sich anhand der Campingplätze festlegen, die mit der Camping Card genutzt werden dürfen. Eine Rundreise ist so sehr schnell zusammengestellt.

Island ohne Mietwagen erkunden

Wer eine Reise ohne Mietwagen oder Wohnmobil geplant hat, braucht sich ebenfalls keine Sorgen zu machen: Obwohl die meisten Touristen in Island mit dem Auto unterwegs sind, ist dies kein Muss. Wer beispielsweise in Reykjavik Urlaub macht, kann von dort aus einfach Tagestouren zu den Sehenswürdigkeiten Islands buchen und sich ansonsten zu Fuß in der Stadt bewegen. Bei den Tagestouren sind die Fahrten zum Ausflugsort und zurück nach Reykjavik im Normalfall bereits inkludiert. Außerdem werden diese Touren für die bekanntesten Sehenswürdigkeiten wie Geysire, Wasserfälle oder die Blaue Lagune angeboten. Es ist also ohne Probleme möglich, die wichtigsten Ausflugsziele ohne Auto zu erreichen.

Reykjavik

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Darüber hinaus gibt es auf Island Busverbindungen zwischen den meisten größeren Städten wie etwa Reykjavik und Akureyri. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass die Busverbindungen längst nicht so häufig fahren, wie in anderen touristischen Gegenden. Oft fahren Busse nur ein oder zweimal pro Tag. In jedem Fall hilft der Busfahrplan den Reisenden hier weiter. Am besten sollte dieser schon vor der Reise begutachtet werden, um nicht plötzlich irgendwo im nirgendwo zu stranden und unter Umständen dort übernachten zu müssen.

Die dritte Alternative zur Rundreise mit dem Mietwagen ist eine Reise mit dem Fahrrad. Diese Option ist allerdings nur etwas für wirklich hartgesottene Reisende, da Wind und Wetter die Radtour häufig erschweren. Island ist für sein wechselhaftes Wetter bekannt: Während sich morgens noch strahlender Sonnenschein zeigt, können eine Stunde später schon Regen und Sturmböen lauern. Wer plant, sich mit dem Fahrrad nach Island zu wagen, der sollte unbedingt einen Blick auf die Cycling Map für Island werfen. Dort sind Strecken, Campingplätze und andere Infos verzeichnet, die bei der Planung einer Reiseroute enorm hilfreich sind. Auf derselben Seite gibt es außerdem verschiedene Routenvorschläge, was die Planung einer Fahrradtour noch einfacher macht.

Vorteil einer Rundreise ohne Mietwagen sind ganz klar die deutlich geringeren Kosten. Mietautos und Wohnwägen sind auf Island nicht gerade günstig, vor allem zur Hauptreisezeit im Sommer. Zudem kommen meist noch Kosten für Steinschlag- oder Unterbodenschutz sowie Schäden durch Sand oder Asche hinzu, die in Island nicht verzichtbar sind. Busticket oder Fahrrad sind da deutlich günstigere Alternativen, die allerdings auch die Reiseroute beschränken und eine andere Art der Planung notwendig machen.

Fazit: Island bietet viele Möglichkeiten

Zusammengefasst findet sich in Island für jeden Reisetyp eine passende Rundreise. Selber planen oder planen lassen, mit dem Auto, zu Fuß, mit dem Bus oder dem Fahrrad: Island ist das Land der Vielfalt – nicht nur was die zahlreichen Naturspektakel anbelangt, sondern auch hinsichtlich der vielfältigen Reisemöglichkeiten.

 

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