Gran Canaria hat ein Schlangen-Problem

Die Kalifornische Kettennatter breitet sich geradezu explosionsartig auf der beliebten Kanarischen Ferieninsel aus und entwickelt sich damit zu einer regelrechten Schlangen-Plage.

Kalifornische Kettennatter

Beste Lebensbedingungen für die Kalifornische Kettennatter, aber schlechte Bedingungen für Gran Canarias Ökosystem.

Doch wie konnte es überhaupt so weit kommen? Das Nachrichten-Portal „Teneriffa News“ berichtet, dass die erste Kalifornische Kettennatter damals im Bereich des Barranco Guiniguada im Nordosten von Gran Canaria gesichtet wurde. Es wird vermutet, dass die Schlangen schon seit Ende der 1990er Jahre auf der Insel leben, eindeutig nachzuweisen sind sie allerdings erst seit 2004. Seitdem lässt die Regierung die Schlangen einsammeln. Insgesamt 6.000 Tiere sind seit dem Jahr 2007 eingesammelt worden. Im Rekordjahr 2018 waren es sogar 1.079 Schlangen. Mit zunehmender Verbreitung der Kettennattern auf Gran Canaria wächst auch das Territorium, indem sich die bis zu zwei Meter langen Schlangen aufhalten. Inzwischen ist ein Gebiet von rund 80 Quadratkilometern betroffen.

Auch interessant ist die Frage, wie die Kalifornische Kettennatter überhaupt auf die Kanareninsel gekommen ist? Ihr Name lässt jedenfalls nicht auf eine kanarische Herkunft schließen. Ursprünglich ist die Kettennatter in den USA und Mexiko beheimatet, von wo aus sie mit Gewissheit nicht alleine nach Gran Canaria „ausgewandert“ ist. Die Regierung vermutet, dass die Schlangen privat gehalten wurden und dann entweder ausgesetzt worden sind oder sich die Schlangen selbst befreit haben. Da diese Schlangenart auf der Kanareninsel geradezu ideale Bedingungen vorfindet, erklärt sich die explosionsartige Vermehrung der Tiere. Jedes Weibchen legt im Schnitt ungefähr zehn Eier pro Jahr.

Urlauber brauchen jedoch keine Angst zu haben, dass die Schlangen-Plage ihre Ferien beeinträchtigt. Denn für Menschen stellt die Kettennatter keine Gefahr dar – für das Ökosystem auf Gran Canaria aber sehr wohl. Die Schlangen ernähren sich nämlich hauptsächlich von Echsen und somit drohen auf der Ferieninsel die heimischen Echsenarten, wie zum Beispiel die Gran-Canaria-Rieseneidechse (Gallotia stehlini), langsam auszusterben. Um das zu verhindern, wird durch Experten geprüft, ob auch eine biologische Bekämpfung der Schlangen in Frage kommt. Sollten diese Pläne umgesetzt werden, ist hierfür jedoch eine Genehmigung der Regierung erforderlich.

Engagierte Urlauber und Einheimische können helfen, die rasante Ausbreitung der Schlange einzudämmen. Der Biologe Ramon Gallo Barneto macht mit seinem Projekt „Life“ Jagd auf die Natter.

 

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