Frankreich 2026: Neue Touristensteuer & ETIAS – was Sie für Ihren Wellnessurlaub jetzt wissen müssen

Wer 2026 oder 2027 einen Wellnessurlaub in Frankreich plant – sei es ein Spa-Wochenende in Paris, eine Auszeit an der Côte d’Azur oder eine Thermalkur in der Provence –, sollte drei neue Regelungen kennen: Die Taxe de séjour (Kurtaxe) ist seit dem 1. Januar 2026 deutlich gestiegen, das biometrische Einreisesystem EES ist seit April 2026 vollständig in Kraft, und mit ETIAS kommt noch in diesem Jahr eine weitere Pflicht für Reisende aus Nicht-EU-Ländern hinzu. Was das konkret für Ihren Urlaub bedeutet, erfahren Sie hier.

Taxe de séjour 2026: Kurtaxe in Paris und ganz Frankreich spürbar erhöht
Frankreich erhebt seit Jahrzehnten eine Übernachtungsabgabe, die sogenannte Taxe de séjour. Für 2026 wurden die Tarife zum 1. Januar turnusmäßig angepasst – und gerade für Wellnessurlauber, die gerne in höherklassigen Hotels logieren, wird die Rechnung am Ende des Aufenthalts merklich höher ausfallen.
Frankreichs Touristensteuersätze verzeichnen 2026 den stärksten Anstieg überhaupt: In Paris kann ein Palace-Zimmer allein an Kurtaxe 15,93 € pro Person und Nacht kosten – noch bevor ein Cent für das Zimmer gezahlt wird. Der nationale Tarifspiegel wurde dabei um +1,8 % angehoben.
Das Finanzgesetz sieht vor, dass die Höchstbeträge der Taxe de séjour an die Inflation (Verbraucherpreisindex) gekoppelt sind – zu Beginn des Jahres 2026 hat diese Indexierung den kommunalen Basissatz mechanisch erhöht.
Was Sie in Paris konkret zahlen – die wichtigsten Kategorien auf einen Blick
Paris hat seine Kurtaxensätze zum 1. Januar 2026 aktualisiert. Die Gesamtbeträge (alle Anteile inbegriffen) staffeln sich wie folgt:
- Palace-Hotels: 15,93 € pro Person/Nacht
- 5-Sterne-Hotels, Residenzen, möblierte Unterkünfte: 11,70 € pro Person/Nacht
- 4-Sterne-Hotels: 8,45 € pro Person/Nacht
- 3-Sterne-Hotels: 5,53 € pro Person/Nacht
- 2-Sterne-Hotels: 3,25 € pro Person/Nacht
- Nicht klassifizierte Unterkünfte: variabel, mit einem Höchstbetrag von 15,93 € pro Person/Nacht; Berechnungsgrundlage sind 5 % der Übernachtungskosten netto pro Person
Ein Paar, das eine Woche in einem Pariser 4-Sterne-Hotel verbringt, zahlt inzwischen rund 75 € allein an Kurtaxe – zusätzlich zum Zimmerpreis. Das fällt oft erst beim finalen Checkout auf, da die Steuer auf Buchungsportalen häufig erst ganz am Ende der Buchungsstrecke erscheint.
Warum Paris besonders stark betroffen ist
Ein einziger Aufschlag erklärt den größten Teil des Sprungs: Eine neue Île-de-France-Mobilités-Transportsteuer in Höhe von 200 % des kommunalen Basissatzes wird 2026 erstmals für ein volles Jahr auf die Rechnung aufgeschlagen.
Konkret bedeutet das: Steigt der kommunale Tarifsatz durch die Inflation um 10 Cent, erhöht sich die Endrechnung für den Gast um 30 Cent – 10 Cent Basisanteil plus 20 Cent für den IDFM-Zuschlag.
Für Wellnessurlauber, die ein Wochenende im Spa-Hotel verbringen, lohnt es sich also, beim Buchen nicht nur den Zimmerpreis, sondern auch den ausgewiesenen Kurtaxenbetrag zu vergleichen. Mehrere Gemeinden haben bereits ihre neuen Kurtaxensätze für 2026 veröffentlicht, sodass Sie sich vorab unter anderem auf den Webseiten der jeweiligen Gemeinden informieren können.
Auch andere Städte passen ihre Sätze an
Nicht nur Paris erhöht. In der Metropolregion Lyon zum Beispiel liegt die Kurtaxe 2026 für ein 4-Sterne-Hotel bei 2,86 € kommunalem Anteil, für ein 5-Sterne-Haus bei 3,96 € – hinzu kommen regionale Zuschläge. Wer also seinen Wellnessurlaub in der Rhône-Region plant, sollte ähnlich kalkulieren wie in der Hauptstadt.
EES: Das neue biometrische Grenzsystem ist seit April 2026 Pflicht
Noch vor der Kurtaxe hat eine andere Neuerung die Einreise nach Frankreich grundlegend verändert: das EU-Entry/Exit-System (EES). Das EES ist ein biometrisches Grenzschutzsystem, das seit dem 10. April 2026 an allen Schengen-Außengrenzen vollständig in Betrieb ist. Es erfasst jeden Nicht-EU-Reisenden digital – mit Gesichtsbild, Fingerabdrücken und Reisedaten – und ersetzt damit den manuellen Passstempel.
Frankreich hat das EES am 10. April 2026 an all seinen Außengrenzen in Betrieb genommen und damit von Pilotbetrieb auf vollständig verpflichtenden Einsatz umgestellt. Das System erfasst vier Fingerabdrücke und ein Gesichtsfoto.
Frankreich hat damit alle seine Grenzübergänge – Flughäfen, Seehäfen und den Kanaltunnel – in das neue EU-Entry/Exit-System eingebunden.
Wen betrifft EES – und was passiert am Schalter?
EES ist verpflichtend für Staatsangehörige von 59 visumfreien Ländern – darunter die USA, Kanada, das Vereinigte Königreich, Australien, Japan und die meisten lateinamerikanischen Staaten –, die Frankreich oder einen anderen Schengen-Staat für Aufenthalte von bis zu 90 Tagen innerhalb von 180 Tagen besuchen.
Beim ersten Grenzübertritt nach EES-Einführung dauert die Abfertigung etwas länger: Der Grenzbeamte oder ein automatisierter Kiosk erfasst vier Fingerabdrücke und ein Gesichtsbild. Anschließend werden Passdaten gescannt und mit dem biometrischen Datensatz verknüpft. Es werden auch grundlegende Fragen zum Aufenthalt gestellt – Reisezweck, geplante Dauer, Unterkunft.
Bei späteren Einreisen geht es schneller: Das System hat die biometrischen Daten bereits gespeichert und muss nur noch per kurzem Fingerabdruck- oder Gesichtsscan die Identität bestätigen und den Eintritt protokollieren.
Das EES ist darauf ausgelegt, die Schengen-Kurzaufenthaltsregel – maximal 90 Tage in einem rollierenden 180-Tage-Zeitraum – durch automatische Überschreitungswarnungen durchzusetzen. Wer also regelmäßig zu Wellnessaufenthalten nach Frankreich reist, sollte seine Aufenthaltstage künftig genau im Blick behalten.
ETIAS: Die nächste Stufe kommt – voraussichtlich Ende 2026
Nach EES folgt in absehbarer Zeit das Europäische Reiseinformations- und Genehmigungssystem ETIAS. Die 20 Euro teure ETIAS-Reisegenehmigung der EU für britische und amerikanische Besucher Frankreichs wird voraussichtlich nicht mehr 2026 starten.
Der Starttermin von ETIAS bleibt nach erheblichen Anlaufschwierigkeiten mit dem EU-Entry/Exit-System (EES) ungewiss. Ursprünglich für das letzte Quartal 2026 angekündigt, wird ETIAS nun voraussichtlich auf das neue Jahr verschoben.
Diese Einschätzung basiert auf Änderungen im Wortlaut der offiziellen ETIAS-Website, die nun lediglich angibt, das System sei noch nicht in Betrieb, und mehrere Monate Vorlauf vor dem Start gewährt werden sollen.
Was steht fest, sobald ETIAS in Kraft tritt?
- ETIAS ist eine Reisegenehmigung – kein Visum – vergleichbar mit dem ESTA in den USA oder dem ETA im Vereinigten Königreich. Sie wird für alle Einreisen in EU-Mitgliedstaaten (außer Irland und Zypern) sowie in assoziierte Schengen-Länder vorgeschrieben.
- Die ETIAS-Genehmigung wird nach Zahlung einer Gebühr von 20 € ausgestellt, und zwar innerhalb von maximal 96 Stunden nach Antragstellung.
- Ihre ETIAS-Genehmigung ist drei Jahre gültig – oder bis zum Ablauf des Reisepasses, je nachdem, was zuerst eintritt.
- Planen Sie weitere Europareisen, gilt Ihre ETIAS-Genehmigung auch für diese, sofern das Zielland zum Schengen-Raum gehört.
- Wenn ETIAS startet, wird es eine sechsmonatige Übergangsphase gefolgt von einer sechsmonatigen Toleranzphase geben.
Die britische Reisevereinigung Abta warnt außerdem: Mehr als 150 Websites bieten ETIAS-Anträge an, obwohl das System noch gar nicht operativ ist. Reisende und Reisebüros sollen wachsam gegenüber potenziell betrügerischen Websites sein.
Frankreichs „Dual Pricing“: Höhere Eintrittspreise für Nicht-EU-Besucher
Neben Kurtaxe und Einreisesystemen gibt es eine weitere finanzielle Änderung, die Wellness- und Kultururlauber aus Nicht-EU-Ländern kennen sollten: Die auffälligste Entwicklung ist die neue Preisgestaltung des Louvre: Besucher aus Nicht-EWR-Ländern zahlen nun 32 €, während EU-Einwohner 22 € zahlen. Die 45-prozentige Differenz ist Teil einer breiteren französischen Politik der „differenzierten Preisgestaltung“, die auf wichtige Kulturstätten wie Versailles und die Pariser Oper ausgeweitet wird.
Wie France 24 berichtet, hat die Regelung bei Reisenden Unmut ausgelöst, die sie als „Ausländersteuer“ bezeichnen; französische Behörden hingegen sehen sie als Möglichkeit, dass internationale Gäste stärker zur Erhaltung von Einrichtungen beitragen, die sie überproportional nutzen.
Für Ihren Wellnessurlaub in Frankreich bedeutet das: Rechnen Sie bei kulturellen Ausflügen – etwa einem Besuch im Louvre zwischen zwei Spa-Terminen – je nach Herkunftsland mit deutlich höheren Eintrittspreisen als bisher.
Praktische Checkliste für Ihren Frankreich-Wellnessurlaub 2026/2027
Damit Sie beim Check-out und an der Grenze keine böse Überraschung erleben, fassen wir die wichtigsten To-dos zusammen:
- Kurtaxe beim Buchen einkalkulieren: Vergleichen Sie bei Buchungsportalen nicht nur den Zimmerpreis, sondern auch die ausgewiesene Taxe de séjour – besonders in Paris kann dieser Posten erheblich sein.
- EES-Erstregistrierung einplanen: Im Sommer 2026 wurden an großen Flughäfen Wartezeiten von 2 bis 5 Stunden zu Stoßzeiten und 30 bis 60 Minuten außerhalb der Stoßzeiten gemeldet. Reisen Sie rechtzeitig an und planen Sie Puffer ein.
- Nur auf offiziellen Seiten informieren: Das ETIAS-System ist noch nicht in Betrieb. Jede Website, die diesen Service anbietet, ist betrügerisch.
- 90/180-Tage-Regel beachten: Das EES zählt Ihre Aufenthaltstage im Schengen-Raum automatisch und digital – Überschreitungen werden direkt gemeldet.
- ETIAS sobald verfügbar beantragen: Sobald die offizielle Seite live geht, sollten Sie frühzeitig – mindestens zwei Wochen vor der Reise – einen Antrag stellen, um einen Puffer zu haben, auch wenn die meisten Anträge sofort genehmigt werden.
- Reisedokument gültig halten: Für ETIAS muss Ihr Reisepass noch mindestens drei Monate über das geplante Abreisedatum aus Europa hinaus gültig sein.
Wer jetzt schon eine Pauschalreise nach Frankreich bucht, sollte mit dem Veranstalter klären, ob und wie ETIAS in den Reiseunterlagen berücksichtigt wird – seriöse Anbieter werden ihre Kundschaft rechtzeitig informieren.
Wellness in Frankreich: Warum sich der Aufwand trotzdem lohnt
Trotz der neuen bürokratischen und finanziellen Hürden bleibt Frankreich eines der attraktivsten Reiseziele für einen entspannenden Wellnessurlaub. Ob das Thermalbad im Elsass, ein Thalasso-Zentrum in der Bretagne, ein Luxus-Spa an der Côte d’Azur oder eine Weinbad-Kur im Bordelais – das Angebot ist europaweit einzigartig. Besonders Paris lockt mit erstklassigen Wellness-Hotels und Urban-Spa-Konzepten, die auch kurzfristig buchbar sind.
Für Kurzentschlossene lohnt auch ein Blick auf aktuelle Lastminute-Angebote für Frankreich: Gerade im Herbst und Winter gibt es oft attraktive Spa-Pakete, die Übernachtung, Kurtaxe und Behandlungen zu einem Gesamtpreis bündeln – so haben Sie die neuen Taxe-de-séjour-Sätze direkt im Blick, ohne selbst rechnen zu müssen.
Wer lieber flexibel bleibt, findet auf unserer Übersichtsseite zu Frankreich-Reisen alle wichtigen Informationen zu Reisezielen, Hotelkategorien und Buchungstipps auf einen Blick.
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Häufige Fragen: Einreise und Kosten beim Frankreich-Wellnessurlaub 2026
Wie hoch ist die Kurtaxe in Paris für ein 5-Sterne-Spa-Hotel?
In Paris beträgt die Taxe de séjour seit dem 1. Januar 2026 in Palaces 15,93 € und in 5-Sterne-Häusern 11,70 € pro Person und Nacht – alle regionalen Zuschläge inklusive. Planen Sie diese Summe bei der Budgetkalkulation unbedingt ein, da sie auf den meisten Buchungsplattformen erst am Ende des Bestellprozesses ausgewiesen wird.
Muss ich als Deutscher eine ETIAS-Genehmigung für Frankreich beantragen?
Nein – Staatsangehörige von EU-Mitgliedstaaten und Schengen-Staaten sind von der ETIAS-Pflicht nicht betroffen. ETIAS gilt ausschließlich für Reisende aus visumfreien Drittstaaten außerhalb der EU und des Schengen-Raums, etwa aus den USA, Großbritannien, Kanada oder Australien.
Was ist der Unterschied zwischen EES und ETIAS?
EES ist eine biometrische Grenzkontrolle bei Ankunft und Abreise – Reisende müssen nichts im Voraus beantragen. ETIAS hingegen ist eine Online-Reisegenehmigung, die vor der Reise beantragt werden muss. EES ist seit dem 10. April 2026 in Kraft; ETIAS ist noch nicht verpflichtend und soll voraussichtlich im vierten Quartal 2026 starten.
Gilt die Taxe de séjour auch für Airbnb und Ferienwohnungen?
Ja – bei Buchungen über Plattformen wie Airbnb oder Booking wird die Kurtaxe für nicht-professionelle Gastgeber seit dem 1. Januar 2019 automatisch von der Plattform eingezogen und abgeführt. Bei Direktbuchungen beim Vermieter wird die Taxe de séjour separat in Rechnung gestellt.
Wird ETIAS 2026 noch eingeführt oder erst 2027?
ETIAS wird voraussichtlich auf 2027 verschoben. Der offizielle ETIAS-Webauftritt gibt inzwischen nur noch an, das System sei noch nicht in Betrieb, ohne einen konkreten Starttermin zu nennen; mehrere Monate Vorlauf sollen vor dem Start gewährt werden. Verfolgen Sie die offiziellen Kanäle der EU-Kommission für aktuelle Informationen.
Was passiert bei der Ersteinreise nach Frankreich mit EES?
Manuelle Passstempel werden für die meisten Nicht-EU-Besucher nicht mehr ausgestellt. Stattdessen werden Reisepässe gescannt und mit live aufgenommenen Fingerabdrücken und Gesichtsbildern an automatisierten Kiosken abgeglichen. Bei der ersten Einreise müssen Sie etwas mehr Zeit einplanen; spätere Reisen gehen erheblich schneller.