Der Sudan öffnet seine Tore

Anfang März machte der sudanesische Präsident Omar Al-Bashir mit einer für seine Politik sehr ungewöhnliche Entscheidung von sich reden: Per Dekret entschied er, dass die Einreise und Mobilität innerhalb des Landes für Touristen ab sofort erleichtert werden soll. Wo es zuvor offiziell kein formelles Touristen-Visum in den Sudan, eines der unentdecktesten Länder in Afrika, gab, soll nun ein solches geschaffen werden.

Khartum, Sudan

In der Hauptstadt Khartoum kann man sich als Tourist frei bewegen.

Wer zuvor im Sudan gereist ist, musste sich eine sogenannte Reiseerlaubnis in der Touristenbehörde besorgen, um die Stadtgrenze derjenigen Stadt, in der er gemeldet war, zu überschreiten. Auch dieses Hindernis wurde nun mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Die Regierung hat sich ein Jahresziel von 50.000 Touristen pro Jahr gesetzt. Von diesem Ziel ist das Land zwar noch weit entfernt, wüssten Aktiv- und Alternativtouristen jedoch mehr über die Schätze dieses Landes, wäre diese recht ehrgeizige Zahl nicht unrealistisch zu erreichen.

50.000 Touristen pro Jahr

Mit dieser Entscheidung öffnet der Sudan nun endlich Touristen seine Pforten, zu einem bemerkenswert vielfältigen Land im Herzen Afrikas: Nicht nur ethnische und kulturelle Vielfalt der mehr als 500 sudanesischen Stämme prägen das Gesicht dieses Landes, sondern auch abwechslungsreiche Natur und Landschaft. Im Osten des Landes wartet eine traumhafte Küste des Roten Meeres darauf entdeckt zu werden. Dort liegt auch die Hafenstadt Port Sudan, die schon immer das Handelstor des Sudan gewesen ist. Von dort aus sind kleine Inseln, Strände und Korallenriffe zu erreichen, die ein außergewöhnliches Tauch- und Schnorchelerlebnis bieten.

Die kleine Insel und gleichzeitig auch Wasserschutzstation Sanganeb ist umgeben von einem beinahe unberührten und deshalb sehr vielfältigen und farbenfrohen Korallenriff, das als Geheimtipp unter Schnorchlern und Naturliebhabern gilt. Auf der etwa zweistündigen Fahrt von der Küste dorthin, ist es nicht unwahrscheinlich von Delfinen ein kleines Stück des Weges begleitet zu werden.

Der Sudan – zwischen Rotem Meer und tropischem Regendwald

Archäologischer Höhepunkt des Landes sind die Pyramiden von Meroe. Auf mehrere Standorte verteilt liegen mitten in der Wüste, etwa 3 Stunden Fahrt entfernt von der Hauptstadt Khartoum, knapp 200 Pyramiden, die zwar deutlich kleiner sind als die berühmten Pyramiden von Gizeh, dafür aber aus einer anderen Perspektive die gemeinsame Geschichte Ägyptens und des Sudans erzählen.

Pyramiden von Meroe, Sudan

Die Pyramiden von Meroe.

Im Osten des Landes, ganz in der Nähe zur äthiopischen Grenze, können im Dinder Nationalpark Paviane, unterschiedliche Gazellenarten, Büffel und sogar Löwen in freier Wildbahn bei einer Safari beobachtet werden. Weiter im Süden des Landes zieht sich der tropische Regenwald durch die Nuba Berge, der durch seine vielfältige Flora beeindruckt und in dem die eingesessenen Stämme noch ein sehr traditionelles Dorfleben führen.

Die Liste über die unentdeckten Schätze dieses Landes, das lange als dunkler Fleck Afrikas galt, kann noch lange weitergeführt werden. Die gute Nachricht ist jedoch, dass diese nun einfacher entdeckt und bewundert werden können.

 

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