Das Corona-Virus wird zur Gefahr für die Tourismusindustrie

Das Corona-Virus verbreitet sich zunehmend in Europa. Inzwischen sind auch die beliebten Reiseländer Italien und Spanien davon betroffen. Viele Urlauber treibt die Angst um. Dementsprechend hoch sind die Stornierungsquoten. Auch für die Tourismusbranche entwickelt sich das Virus nach und nach zu einer ernstzunehmenden Gefahr.

Coronavirus

Das Coronavirus bedeutet einen enormen finanziellen Schaden für die Reisebranche.

Aus Angst vor Ansteckung steigt die Stornoquote

Aus Italien erreichen uns derzeit Tag für Tag beunruhigende Bilder: Abgesperrte Ortschaften, geschlossene Sehenswürdigkeiten, vielerorts Polizei und Militär und mit Atemschutz ausgestattete Menschen. Obwohl sich die Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus derzeit noch auf wenige Regionen und Orte beschränkt, ist der Schaden für den Tourismus in Italien bereits jetzt enorm.

Zwar bemüht sich Premierminister Conte unablässig, die Sicherheit Italiens als Reiseland hervorzuheben. Trotzdem haben viele Menschen, die in den kommenden Wochen nach Italien reisen wollen, kein gutes Gefühl mehr. Im ganzen Land werden Reisen abgesagt. Der italienische Reise- und Tourismusverband schätzt die kurzfristige Stornierungsquote auf rund 70 Prozent. Den Tourismusunternehmen stehen voraussichtliche Einnahmeverluste in zweistelliger Milliardenhöhe bevor. Erste Rufe nach Staatshilfen für die angeschlagene Branche wurden bereits laut.

Für Italiens seit Jahren stagnierende Wirtschaft ist der Schaden für die Tourismusindustrie eine mittelschwere Katastrophe. Die Reisebranche erwirtschaftet nicht weniger als 13 Prozent des Bruttoinlandsprodukts – deutlich mehr als in vielen anderen europäischen Ländern. Über vier Millionen Arbeitsplätze hängen in Italien direkt oder indirekt am Tourismus.

Pikanterweise hat die italienische Tourismusindustrie gerade für 2020 einen Touristenboom aus China prophezeit. Dieser Vorhersage hat das Corona-Virus einen gründlichen Strich durch die Rechnung gemacht. Doch nicht nur Besucher aus Fernost bleiben aus. Auch viele deutsche Urlauber, die seit Jahren Stammgäste in Italien sind, haben ihren Aufenthalt kurzfristig storniert. Eine offizielle Reisewarnung für Italien hat das Auswärtige Amt bislang noch nicht ausgesprochen. Frankreich geht in Bezug auf Italien-Reisende bereits einen Schritt weiter. Alle aus den vom Virus besonders betroffenen Regionen Lombardei und Venezien zurückkehrenden Reisenden sollen 14 Tage lang unter Quarantäne gestellt werden.

Auch Frankreich und Spanien, die nach Anzahl der internationalen Besucher weltweit wichtigsten Touristenziele, haben inzwischen mit den Folgen des Corona-Virus zu kämpfen. Schätzungen zufolge halten sich derzeit zwischen 30 und 40 Prozent weniger Touristen als erwartet in Frankreich auf. Auf der spanischen Kanaren-Insel Teneriffa musste ein ganzes Hotel mit rund 1.000 Gästen nach einem Corona-Fall unter Quarantäne gestellt werden. Der Tourismus hat für Spanien eine ähnlich hohe Bedeutung wie für Italien. Die Reisebranche macht gut 15 Prozent der spanischen Wirtschaftsleistung aus.

Noch wesentlich stärker betroffen sind die ost- und südostasiatischen Länder von der Corona-Epidemie. Vietnam, Singapur, Thailand und weitere Staaten sind inzwischen stark abhängig von Gästen aus China, die dieses Jahr fast vollständig ausblieben. Einer Studie zufolge werden die asiatischen Staaten Einbußen bei den Tourismuseinnahmen von mehr als 100 Milliarden Euro erleiden.

In China, dem Epizentrum des Corona-Virus, ist der Tourismus fast vollständig zum Erliegen gekommen. Besonders hart ist davon die Sonderverwaltungszone Macao betroffen. Mit seinen zahllosen Spielkasinos ist Macao die Glücksspielmetropole im Reich der Mitte. Derzeit gleichen die Spielhallen Macaos jedoch eher Geisterhallen.

Stark zu spüren bekommen derzeit auch viele Tourismuskonzerne die gestiegene Angst vor dem Corona-Virus. Die Aktienkurse vieler Fluggesellschaften und Kreuzfahrtreedereien befanden sich in den letzten Tagen im Sinkflug. Tourismusexperten gehen jedoch davon aus, dass sich nach dem Abflauen der Epidemie die Kurse der betroffenen Unternehmen schnell wieder erholen werden.

 

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