Dänemark: Zum Urlaub in den Knast

In den Knast möchte selten jemand. Aber keine Regel ohne Ausnahme – und die befindet sich in Ribe, einer Stadt 20 Kilometer südöstlich von Esbjerg an der Westküste Jütlands im Süden von Dänemark. Dort kann man in einem zum Hotel umgebauten Gefängnis übernachten, dem Den Gamle Arrest.

Ribe Dom

Aus dem Den Gamle Arrest schaut man direkt auf den Dom, das Wahrzeichen von Ribe.

Das Backsteinhaus in der ältesten Stadt Dänemarks hat eine bewegte Geschichte hinter sich – 1546 wurde es gebaut, zunächst als Priesterwohnung genutzt, dann als Mädchenschule. Zuvor war es 1845 um zwei Stockwerke erweitert worden. Mutmaßlich hatten die damaligen Schülerinnen nicht viele Freiheiten, wohl aber mehr als ihre Nachfolger. 1891 wurde das Haus zum Gefängnis umgebaut, und das blieb es dann auch bis 1989. Dann ging es in private Hände über und wurde zum Hotel.

Ein wenig muss man schon Individualist sein und auf Fünf-Sterne-Komfort eher weniger Wert legen. Denn die zu Hotelzimmern umgewandelten Gefängniszellen sind eher einfach und rustikal eingerichtet, manche Zimmer teilen sich das Bad auf dem Flur. Das einstige Büro des Gefängnisdirektors ist heute die Hochzeitssuite – mit Hausbar und Himmelbett.

Einer übermäßigen Umgestaltung des Hauses hatten die Behörden einen Riegel vorgeschoben – das Gebäude steht unter Denkmalschutz. So musste man sich auf eine eher sanfte Sanierung beschränken, und das war sicherlich die richtige Entscheidung. Zu dem Gebäudekomplex gehört übrigens ein Innenhof mit Rosengarten, in dessen Mauern noch eingeritzte Namen von Häftlingen und Jahreszahlen zu erkennen sind. Außerdem findet man ein Restaurant, eine Boutique mit dänischer Bekleidung, ein Café im Innenhof und im Keller einen kunstgewerblichen Laden.

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