Chinesen lieben ein kleines Dorf in Österreich

Eigentlich ist es nur ein kleines Dorf, das den Tourismus in Österreich beflügelt. Das Dorf heißt Hallstatt und hat gerade einmal 780 Einwohner. Doch verzeichnet eben dieses Örtchen 150.000 Übernachtungen pro Jahr. Was ist denn da los? Zur Geografie: Hallstatt liegt im Inneren Salzkammergut im österreichischen Bundesland Oberösterreich, etwa in der Mitte zwischen München und Wien. Ein paar Kilometer weiter nördlich liegt das bei uns Deutschen aufgrund der Sissi-Filme bekannte Bad Ischl (der Franzl hat dort um Sissis Hand angehalten). Salzburg ist uns auch noch ein Begriff, aber Hallstatt? In China allerdings kennt jeder dieses Dorf in Österreich. Warum? Hallstatt ist für Chinesen das pure Glück. Berge, ein See und dazwischen ein hübscher Ort, in dem glückliche Menschen leben. Den sozialen Medien sei Dank, haben sich Fotos von Menschen, die in Leberkäsebrötchen beißen oder am See ein Bier trinken, in China rasend schnell verbreitet. Jeder Chinese will unbedingt dorthin, um nachher stolz die eigenen Reisefotos zu Hause zu präsentieren oder in den sozialen Netzwerken zu teilen.

Hallstatt in Österreich

Chinesische Touristen sind von Hallstatt begeistert. So sehr, dass es in China mittlerweile einen kompletten Nachbau des Dorfess gibt.

Doch so glücklich, wie die Asiaten denken, sind die 780 Einwohner von Hallstatt nicht. Der Touristenandrang aus Ostasien macht ihnen nämlich zu schaffen. Immerhin werden in diesem Jahr eine Millionen Menschen den kleinen Ort besucht haben. Die meisten davon sind Tagesgäste, die mit dem Bus oder dem Auto kommen, einmal durch den Ort laufen und dann gleich wieder weiterfahren. Viele Reiseanbieter, die zum Beispiel München, Salzburg oder Budapest als Reiseziel anbieten, bauen sogleich auch Hallstatt in ihr Programm ein.

Der Bürgermeister von Hallstatt dagegen sieht den Tourismus überwiegend positiv. War das kleine Dorf doch noch vor einigen Jahren hoch verschuldet, erwirtschaftet es nun sogar 160.000 Euro an Überschuss. Allein aus den Toilettengebühren von einem Euro erwächst ein Erlös von 150.000 Euro pro Jahr. Die Einwohner stört vor allem der Lärm durch die vielen Touristen, weshalb es jetzt “Quiet, please!“-Schilder auf den Straßen gibt.

Seit 2012 gibt es außerdem eine Kopie von Hallstatt in der Provinz Guangdong.

 

Keywords: , ,

 

Diese News hat keine Kommentare. Diskutieren Sie mit.

 
 
 
 
 

Hinterlassen Sie eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

 

Ja, die Datenschutzerklärung habe ich zur Kenntnis genommen.