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Zentralanatolien

Illustration der Feenkamine von Kappadokien mit Heißluftballons über Göreme bei Sonnenaufgang

Zentralanatolien ist das weite Hochland im Herzen der Türkei – das historische Kernland Kleinasiens. Hier liegt die Hauptstadt Ankara mit dem Atatürk-Mausoleum, hier erhebt sich das märchenhafte Kappadokien mit seinen Feenkaminen, Höhlenkirchen und den berühmten Ballonfahrten über Göreme. Konya, die Stadt des Dichters Rumi und der tanzenden Derwische, bewahrt das Erbe der Seldschuken. Rundum breiten sich Steppen, Salzseen und Vulkane aus. Gezahlt wird mit der Türkischen Lira; beste Reisezeit sind Frühjahr und Herbst, die Winter sind kalt und schneereich.

Landkarte Zentralanatolien
Landkarte Zentralanatolien

Zentralanatolien (türkisch İç Anadolu Bölgesi) bildet das große Hochplateau in der Mitte der Türkei, umschlossen von den Randgebirgen des Taurus im Süden und der pontischen Ketten im Norden. Es ist das geografische und historische Herz Kleinasiens: Hier hatten die Hethiter ihr Reich, hier residierten Phryger, Römer und Seldschuken, und hier wurde 1923 mit Ankara die Hauptstadt der modernen Republik Türkei begründet.

Für Reisende ist Zentralanatolien vor allem wegen zweier Ziele ein Muss: der surrealen Landschaft Kappadokiens und der Hauptstadt Ankara. Doch auch abseits davon lohnt das weite, karge Hochland mit seinen Steppen, Salzseen, Karawansereien und stillen Bergdörfern. Gezahlt wird mit der Türkischen Lira; zur Einreise genügt deutschen Gästen der Reisepass oder Personalausweis.

Region & Landschaft

Das anatolische Hochland liegt im Schnitt auf 900 bis 1.200 Metern Höhe und ist von weiten Steppen, sanften Hügeln und einzelnen Vulkankegeln geprägt. In seiner Mitte glänzt der Tuz Gölü, der zweitgrößte See der Türkei, ein flacher Salzsee, der im Sommer zu einer blendend weißen Salzkruste austrocknet. Getreidefelder, Zuckerrüben und Obstgärten prägen die bewässerten Ebenen.

Das Klima ist ausgeprägt kontinental: heiße, trockene Sommer und kalte, oft schneereiche Winter mit großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht. Diese Trockenheit hat über Jahrtausende die einzigartige Tuffsteinlandschaft Kappadokiens geformt und die Steppe zum Kernland des anatolischen Getreidebaus gemacht.

Ankara – die Hauptstadt

Ankara, seit 1923 Hauptstadt der Türkei, ist eine moderne, von der Politik geprägte Millionenstadt. Ihr bedeutendstes Denkmal ist das monumentale Anıtkabir, das Mausoleum des Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk, ein wichtiger nationaler Erinnerungsort mit weitläufiger Anlage und Museum.

Kulturell überragend ist das Museum für Anatolische Zivilisationen, das in einem osmanischen Basargebäude die Schätze der Hethiter, Phryger und früheren Kulturen versammelt und zu den besten archäologischen Museen der Welt zählt. Rund um die alte Zitadelle (Ankara Kalesi) haben sich in den restaurierten Gassen Cafés und Handwerksläden angesiedelt.

Kappadokien – Feenkamine & Höhlenstädte

Kappadokien (Kapadokya) ist eine der außergewöhnlichsten Landschaften der Erde und UNESCO-Welterbe. Wind und Wasser haben aus weichem Vulkantuff bizarre Türme, Kegel und Schluchten geformt – die berühmten Feenkamine. Über Jahrhunderte gruben Menschen Wohnungen, Kirchen und ganze Klöster in den weichen Stein. Im Freilichtmuseum von Göreme bewundert man Höhlenkirchen mit gut erhaltenen byzantinischen Fresken.

Weltberühmt sind die Ballonfahrten: Bei Sonnenaufgang steigen Hunderte Heißluftballons über die rosa schimmernden Täler auf – ein unvergessliches Erlebnis. Dazu kommen die unterirdischen Städte von Derinkuyu und Kaymaklı, in denen sich einst Tausende Menschen verbargen, sowie die Höhlenhotels der Orte Göreme, Uçhisar und Ürgüp.

Konya – Stadt der Derwische

Konya, eine der ältesten durchgehend bewohnten Städte der Welt, war im Mittelalter die Hauptstadt der Rum-Seldschuken und ist bis heute ein geistliches Zentrum. Hier wirkte im 13. Jahrhundert der große Mystiker und Dichter Mevlana Celaleddin Rumi. Sein Mausoleum unter der türkisfarbenen Kuppel ist ein bedeutender Wallfahrtsort und Museum.

Auf Rumi geht der Orden der tanzenden Derwische (Mevlevi) zurück, deren meditative Drehtänze (Sema) heute zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe gehören und besonders im Dezember zum Mevlana-Fest aufgeführt werden. Konya bewahrt zudem prächtige seldschukische Bauten wie die İnce-Minare-Medrese mit ihrem kunstvollen Steinportal.

Weitere Städte & antike Stätten

Zentralanatolien ist reich an Geschichte. Bei Boğazkale liegt Hattuşa, die eindrucksvolle Hauptstadt des Hethiterreichs mit Löwentor und Felsenheiligtum – UNESCO-Welterbe. Die Universitätsstadt Eskişehir überrascht mit ihrem lebendigen, jungen Flair und Kanälen, Kayseri am Fuß des mächtigen Vulkans Erciyes ist ein wichtiges Handelszentrum und Skigebiet.

In Sivas und Amasya zeugen seldschukische Medresen und osmanische Häuser von der reichen Vergangenheit. Entlang der alten Handelsstraßen stehen zudem monumentale Karawansereien wie der Sultanhanı, in denen einst die Kamelkarawanen der Seidenstraße Rast machten.

Natur & Landschaften

Neben den Feenkaminen bietet das Hochland weitere Naturschauspiele. Der Salzsee Tuz Gölü ist im Sommer ein bizarres weißes Meer, im Frühjahr Rastplatz für Flamingos. Der erloschene Vulkan Erciyes bei Kayseri und der Hasan Dağı überragen die Ebene und laden im Winter zum Skifahren.

Stille Reize hat auch die Steppe: das Ihlara-Tal mit seinem grünen Flusslauf und den Felsenkirchen, der Vogelparadies-See Sultansazlığı und die weiten Getreidefelder, die im Frühsommer in Grün und Gold leuchten. Wer Ruhe und Weite sucht, findet sie in Zentralanatolien im Überfluss.

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Kulinarik & Regionales

Die Küche des Hochlands ist herzhaft und fleischbetont. Aus Konya stammt das Etli Ekmek, ein langes, dünnes Fladenbrot mit Hackfleisch, sowie der im Ofen geschmorte Fırın Kebabı. Kayseri ist berühmt für seine luftgetrockneten Rindfleischspezialitäten Pastırma und Sucuk sowie für gefüllte Teigtaschen (Mantı).

In Kappadokien werden Eintöpfe traditionell im Tonkrug gegart – der Testi Kebabı, dessen Gefäß am Tisch aufgebrochen wird, ist ein Erlebnis. Dazu gedeihen in den vulkanischen Böden gute Weine; Kappadokien und die Region um Ürgüp gehören zu den ältesten Weinbaugebieten Anatoliens.

Beste Reisezeit

Ideal für Zentralanatolien sind Frühjahr (April bis Juni) und Herbst (September bis Oktober) mit angenehm warmen Tagen und guten Bedingungen für Ballonfahrten und Wanderungen. Der Hochsommer ist heiß und trocken, aber wegen der Höhenlage abends kühl, sodass sich Sightseeing gut in die Morgen- und Abendstunden legen lässt.

Die Winter sind kalt und schneereich – Kappadokien im Schnee hat einen ganz eigenen Zauber, und die Skigebiete am Erciyes haben Saison. Ballonfahrten finden ganzjährig statt, sind aber wetterabhängig. Wer Kappadokien in Ruhe erleben will, meidet die sommerliche Hauptsaison.

Anreise & Praktisches

Zentralanatolien ist gut erschlossen: Ankara (Flughafen ESB) und Kappadokien (Flughäfen Nevşehir NAV und Kayseri ASR) werden angeflogen, teils direkt, sonst über Istanbul. Ein modernes Netz von Hochgeschwindigkeitszügen verbindet Ankara mit Istanbul und Konya; für Kappadokien und das Umland ist ein Mietwagen oder eine geführte Tour am flexibelsten.

Deutsche Staatsangehörige reisen für touristische Aufenthalte bis 90 Tage visumfrei mit Reisepass oder Personalausweis ein. Gezahlt wird mit der Türkischen Lira; wegen der hohen Inflation schwanken die Preise stark, ein Blick auf den tagesaktuellen Wechselkurs ist ratsam. Abseits der Touristenorte empfiehlt es sich, etwas Bargeld dabeizuhaben; in Hotels und Restaurants ist Kartenzahlung üblich.

Reisetipps & Geheimtipps

Für Kappadokien sollte man mindestens zwei bis drei Nächte einplanen, um eine Ballonfahrt bei Sonnenaufgang, das Freilichtmuseum Göreme, eine unterirdische Stadt und eine Wanderung durch die Täler (etwa das Rosen- oder Liebestal) zu verbinden. Eine Nacht im Höhlenhotel gehört zum Erlebnis dazu.

Als Geheimtipp lohnt das grüne Ihlara-Tal mit seinen Felsenkirchen abseits der großen Ströme, die junge Stadt Eskişehir sowie ein Abstecher zur Hethiter-Hauptstadt Hattuşa. Wer Ankara besucht, sollte das Museum für Anatolische Zivilisationen nicht auslassen – es ist die beste Einführung in die Geschichte des ganzen Landes.

Häufige Fragen


Was macht Zentralanatolien besonders?

Zentralanatolien ist das weite Hochland im Herzen der Türkei und das historische Kernland Kleinasiens. Hier liegen die Hauptstadt Ankara, die märchenhafte Tuffsteinlandschaft Kappadokiens mit ihren Feenkaminen und Ballonfahrten sowie Konya, die Stadt Rumis und der tanzenden Derwische. Gezahlt wird mit der Türkischen Lira.


Was sollte man in Kappadokien unbedingt sehen?

Höhepunkte sind eine Ballonfahrt bei Sonnenaufgang, das Freilichtmuseum Göreme mit seinen Höhlenkirchen, die Feenkamine bei Ürgüp und Uçhisar, die unterirdischen Städte Derinkuyu und Kaymaklı sowie eine Übernachtung im Höhlenhotel. Auch das grüne Ihlara-Tal lohnt einen Besuch.


Wann ist die beste Reisezeit für Zentralanatolien?

April bis Juni und September bis Oktober bieten angenehmes Wetter für Ballonfahrten und Wanderungen. Der Hochsommer ist heiß, aber wegen der Höhe abends kühl. Die Winter sind kalt und schneereich; Kappadokien im Schnee hat einen eigenen Reiz.


Wie kommt man nach Kappadokien?

Kappadokien wird über die Flughäfen Nevşehir (NAV) und Kayseri (ASR) erreicht, teils direkt, sonst über Istanbul. Ankara ist per Hochgeschwindigkeitszug mit Istanbul und Konya verbunden. Vor Ort sind ein Mietwagen oder geführte Touren am praktischsten.


Wer war Rumi und was hat es mit den tanzenden Derwischen auf sich?

Mevlana Celaleddin Rumi war ein Mystiker und Dichter des 13. Jahrhunderts, der in Konya wirkte. Auf ihn geht der Mevlevi-Orden zurück, dessen meditative Drehtänze (Sema) heute UNESCO-Kulturerbe sind. Rumis Mausoleum in Konya ist ein bedeutender Wallfahrtsort.


Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zur Türkei?

Offizielle Auskünfte gibt das Türkische Kultur- und Tourismusbüro in Frankfurt; Kontaktadresse und Website finden Sie unten auf dieser Seite. Das offizielle Reiseportal ist goturkiye.com. Einen Überblick über das ganze Land bietet die Türkei-Übersicht.


Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Türkei, die Nachbarregionen Mittelmeerregion, Schwarzmeerregion und Marmararegion sowie weitere Ziele in der Übersicht Europa.