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Südmähren

Illustration von Südmähren mit der Stadt Brünn und der Festung Špilberk, den Weinbergen um Mikulov und den Schlössern der Lednice-Valtice-Kulturlandschaft

Südmähren ist Tschechiens Weinland und Kulturlandschaft: die lebendige Metropole Brünn (Brno) mit der Villa Tugendhat und der Festung Špilberk, die Weinorte Mikulov und Znojmo, die UNESCO-Kulturlandschaft Lednice-Valtice, der Mährische Karst mit dem Macocha-Abgrund und das Schlachtfeld von Austerlitz. Bezahlt wird mit der Tschechischen Krone.

Landkarte Südmähren
Landkarte Südmähren

Südmähren (tschechisch Jižní Morava) im Südosten des Landes ist die sonnenverwöhnte Weinregion Tschechiens und eine seiner vielfältigsten Landschaften. Zwischen sanften Weinhügeln, ausgedehnten Auwäldern an March und Thaya und dem zerklüfteten Mährischen Karst liegt eine Kulturlandschaft von seltener Dichte – mit prächtigen Schlössern, historischen Weinorten und der lebendigen Universitätsstadt Brünn als Zentrum.

Für Reisende ist Südmähren ein Genussland: Hier reifen die besten Weine des Landes, hier lädt die weitläufige Lednice-Valtice-Kulturlandschaft zum Staunen ein, und der Mährische Karst verbirgt unterirdische Flüsse und einen der tiefsten Abgründe Mitteleuropas. Gezahlt wird mit der Tschechischen Krone, und dank Schengen entfallen die Grenzkontrollen bei der Anreise aus Österreich oder der Slowakei.

Lage & Landschaft

Südmähren erstreckt sich vom Böhmisch-Mährischen Bergland im Westen bis zu den Auen an March und Thaya im Süden, wo die Grenzen zu Österreich und der Slowakei verlaufen. Das milde, sonnige Klima des Tieflands macht die Region zum wärmsten und trockensten Landstrich Tschechiens – ideale Bedingungen für den Weinbau.

Prägend sind die sanften Weinhügel, allen voran die markanten Kalkfelsen der Pálava über den Neusiedler-Seen-artigen Stauseen von Nové Mlýny. Nördlich von Brünn dagegen türmt sich der Mährische Karst mit seinen Höhlen und Schluchten auf. Diese Vielfalt macht Südmähren zu einem Ziel für Genießer, Kulturreisende und Naturfreunde gleichermaßen.

Brünn (Brno)

Brünn (Brno) ist die zweitgrößte Stadt Tschechiens, mährische Hauptstadt und eine junge Universitäts- und Messestadt. Über der Altstadt thront die Festung Špilberk, einst als eine der gefürchtetsten Kerker der Habsburgermonarchie bekannt, heute Museum und Aussichtspunkt. Die Kathedrale St. Peter und Paul (Petrov) prägt die Silhouette der Stadt.

Weltberühmt ist die Villa Tugendhat, ein Meisterwerk der modernen Architektur von Ludwig Mies van der Rohe und UNESCO-Welterbe. Rund um den Krautmarkt (Zelný trh) pulsiert das städtische Leben; in der Augustinerabtei führte einst der Mönch Gregor Mendel seine Vererbungsexperimente durch und begründete damit die Genetik. Brünn gilt heute als Tschechiens kreatives und gastronomisches Zentrum.

Die Weinregion Mähren

Rund 90 Prozent des tschechischen Weins stammen aus Südmähren. Entlang der Weinstraßen reihen sich malerische Winzerorte, historische Weinkeller und Verkostungsstuben aneinander. Zentren des Weinbaus sind das Städtchen Mikulov (Nikolsburg) mit seinem Schloss und dem Heiligen Berg, das für seine Gurken und Weine bekannte Znojmo (Znaim) und die Region um Valtice.

Angebaut werden vor allem Weißweine wie Grüner Veltliner, Welschriesling und Müller-Thurgau, zunehmend aber auch gute Rotweine. Ein besonderes Erlebnis sind die traditionellen Weinkellergassen mit ihren in den Löss gegrabenen Presshäusern. Im Herbst lockt der Burčák, der junge, noch gärende Federweiße, zahllose Besucher zu den Weinfesten.

Die Lednice-Valtice-Kulturlandschaft

Die Lednice-Valtice-Kulturlandschaft ist eine der größten von Menschenhand gestalteten Landschaften Europas und seit 1996 UNESCO-Welterbe. Über zwei Jahrhunderte formten die Fürsten von Liechtenstein hier ein „Gartenreich“ aus Schlössern, Alleen, Teichen, Tempeln und romantischen Staffagebauten.

Herzstück ist das prächtige Schloss Lednice (Eisgrub) im neugotischen Stil mit seinem weitläufigen englischen Park, dem palmengeschmückten Gewächshaus und einem exotischen Minarett als Aussichtsturm. Das nahe barocke Schloss Valtice (Feldsberg) beherbergt einen nationalen Weinsalon. Zwischen beiden lässt sich das Gartenreich zu Fuß, per Rad oder mit dem Boot erkunden.

Der Mährische Karst

Nördlich von Brünn erstreckt sich der Mährische Karst (Moravský kras), ein Kalksteingebiet mit über tausend Höhlen, Schluchten und unterirdischen Flüssen. Berühmtestes Ziel sind die Punkva-Höhlen (Punkevní jeskyně), die man teils zu Fuß, teils auf einer stimmungsvollen Bootsfahrt auf dem unterirdischen Fluss Punkva erkundet.

Höhepunkt ist der Macocha-Abgrund, eine über 138 Meter tiefe Einsturzdoline, deren Grund von den Höhlenrundgängen und von zwei Aussichtsplattformen am Rand aus zu sehen ist. Tropfsteinhallen wie die Kateřinská- oder die Balcarka-Höhle ergänzen das unterirdische Naturwunder. Für die beliebten Punkva-Höhlen empfiehlt sich eine Reservierung im Voraus.

Austerlitz (Slavkov u Brna)

Wenige Kilometer östlich von Brünn liegt Slavkov u Brna, weltbekannt unter seinem deutschen Namen Austerlitz. Hier errang Napoleon 1805 in der Dreikaiserschlacht einen seiner größten Siege über die Truppen Österreichs und Russlands – ein Wendepunkt der europäischen Geschichte.

Das Schlachtfeld mit dem Friedensdenkmal (Mohyla míru) und dem barocken Schloss von Slavkov, in dem der Waffenstillstand ausgehandelt wurde, zieht Geschichtsinteressierte an. Alljährlich erinnern große Reenactments mit hunderten Darstellern an die Schlacht – ein eindrucksvolles Spektakel.

Znojmo & der Nationalpark Podyjí

Die alte Grenzstadt Znojmo (Znaim) über dem Thayatal ist eine der ältesten Städte Mährens, mit romanischer Rotunde, Burg und einem weitverzweigten unterirdischen Gangsystem. Bekannt ist die Stadt für ihren Wein und die berühmten Znaimer Gurken.

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Direkt vor den Toren beginnt der Nationalpark Podyjí (Thayatal), ein tief eingeschnittenes, bewaldetes Flusstal, das grenzüberschreitend mit dem österreichischen Nationalpark Thayatal verbunden ist. Steile Hänge, Weinberge und eine artenreiche Natur machen ihn zu einem lohnenden Wander- und Radgebiet.

Kulinarik & Wein

Die südmährische Küche ist herzhaft und wird von der Weinkultur geprägt. Zu einem Glas Wein reicht man deftige Brotzeiten, Aufstriche und den würzigen Olmützer Quargel. Die berühmten Znaimer Gurken sind eine feste Größe, ebenso Wildgerichte und Süßspeisen wie Mohnkuchen.

Im Mittelpunkt steht der Wein: Eine Verkostung in einem der historischen Weinkeller, eine Radtour entlang der Mährischen Weinwege oder ein Besuch beim Winzer gehören zum Südmähren-Erlebnis. Im Herbst feiern die Weinorte mit ausgelassenen Weinlesefesten und dem jungen Burčák. Wer Bier bevorzugt, wird auch hier in den Wirtshäusern fündig.

Beste Reisezeit

Die ideale Reisezeit für Südmähren reicht von Mai bis Oktober. Der Frühling und der Frühsommer verzaubern mit blühenden Weinbergen und milden Temperaturen, ideal für Radtouren durch die Kulturlandschaft und Wanderungen in der Pálava. Brünn und die Schlösser lassen sich das ganze Jahr über besuchen.

Der absolute Höhepunkt ist der Herbst zur Zeit der Weinlese im September und Oktober: Dann feiern die Winzerorte ihre Feste, der junge Burčák fließt, und die Weinberge leuchten in warmen Farben. Der Mährische Karst und die Höhlen sind ganzjährig ein lohnendes Ziel, im Sommer angenehm kühl.

Anreise & Mobilität

Südmähren ist gut erreichbar: Brünn liegt an der Autobahn zwischen Prag und Wien und ist von beiden Städten in rund zwei Stunden zu erreichen (elektronische Vignette für die Autobahn). Aus Österreich gelangt man über die Grenzübergänge rasch in die Weinregion. Bahnverbindungen bestehen über Prag, Wien und Bratislava.

Für die Erkundung der Weinorte, Schlösser und des Karsts ist ein Mietwagen (Rechtsverkehr) praktisch. Besonders reizvoll ist Südmähren jedoch für Radfahrer: Ein dichtes Netz an Radwegen, etwa die Mährischen Weinwege, verbindet die Höhepunkte auf entspannte Weise. Brünn selbst erkundet man am besten zu Fuß und mit der Straßenbahn.

Reisetipps & Geheimtipps

Für die Punkva-Höhlen und die Villa Tugendhat empfiehlt sich eine frühzeitige Reservierung, da die Führungen begrenzt und beliebt sind. Eine geführte Weinverkostung in einer Löss-Kellergasse ist ein authentisches Erlebnis. Die Pálava-Hügel bieten die schönsten Ausblicke über die Weinregion und die Stauseen.

Als Geheimtipps lohnen die kleinen Winzerdörfer abseits der Hauptorte, der Nationalpark Podyjí bei Znojmo und ein herbstliches Weinfest mit Burčák. Wer Geschichte mag, plant einen Besuch des Schlachtfelds von Austerlitz ein. Für die weitere Reiseplanung lohnt der Blick auf die Übersicht Tschechien und die Nachbarregionen.

Häufige Fragen


Ist Südmähren die Weinregion Tschechiens?

Ja. Rund 90 Prozent des tschechischen Weins stammen aus Südmähren. Zentren sind Mikulov, Znojmo und die Region um Valtice mit dem nationalen Weinsalon. Angebaut werden vor allem Weißweine; ein besonderes Erlebnis sind die historischen Löss-Weinkeller und im Herbst der junge, gärende Burčák.


Was ist die Lednice-Valtice-Kulturlandschaft?

Die Lednice-Valtice-Kulturlandschaft ist eine der größten von Menschenhand gestalteten Landschaften Europas und seit 1996 UNESCO-Welterbe. Die Fürsten von Liechtenstein schufen hier ein Gartenreich mit dem neugotischen Schloss Lednice samt Minarett, dem barocken Schloss Valtice, Alleen, Teichen und romantischen Tempeln.


Was kann man im Mährischen Karst erleben?

Der Mährische Karst nördlich von Brünn bietet über tausend Höhlen. Höhepunkt sind die Punkva-Höhlen mit einer Bootsfahrt auf dem unterirdischen Fluss und der über 138 Meter tiefe Macocha-Abgrund, eine Einsturzdoline mit Aussichtsplattformen. Für die Höhlenführungen empfiehlt sich eine Reservierung im Voraus.


Wann ist die beste Reisezeit für Südmähren?

Ideal ist Mai bis Oktober. Frühling und Frühsommer eignen sich für Radtouren und Wanderungen, Brünn und die Schlösser lassen sich ganzjährig besuchen. Der Höhepunkt ist der Herbst zur Weinlese im September und Oktober, wenn die Winzerorte feiern und der junge Burčák fließt.


Was hat es mit Austerlitz auf sich?

Slavkov u Brna, deutsch Austerlitz, liegt östlich von Brünn. Hier siegte Napoleon 1805 in der Dreikaiserschlacht über Österreich und Russland. Das Schlachtfeld mit dem Friedensdenkmal und das barocke Schloss ziehen Geschichtsinteressierte an; alljährlich erinnern große Reenactments an die Schlacht.


Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zu Südmähren?

Offizielle Auskünfte für Deutschland bündelt die Tschechische Zentrale für Tourismus – CzechTourism über das Portal visitczechia.com; regional informiert das südmährische Tourismusportal (jizni-morava.cz). Die Kontaktdaten finden Sie unten auf dieser Seite.


Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Tschechien mit allen Regionen, die Nachbarregionen Prag, Südböhmen und Nordmähren & Schlesien sowie die Übersicht Europa.