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Südböhmen

Illustration von Südböhmen mit der Altstadt und dem Schloss von Český Krumlov in der Moldau-Schleife, dem Schloss Hluboká und der Teichlandschaft von Třeboň

Südböhmen ist Tschechiens romantische Seele: die UNESCO-Märchenstadt Český Krumlov in der Moldau-Schleife, die Bierstadt České Budějovice (Budweis), das neugotische Schloss Hluboká, die weite Teichlandschaft von Třeboň und der Nationalpark Böhmerwald. Bezahlt wird mit der Tschechischen Krone. Beste Reisezeit ist der Sommer und der bunte Frühherbst.

Landkarte Südböhmen
Landkarte Südböhmen

Südböhmen (tschechisch Jižní Čechy) ist eine der landschaftlich reizvollsten und geschichtsträchtigsten Regionen Tschechiens. Hier, im Oberlauf der Moldau nahe der Grenze zu Bayern und Österreich, verbinden sich mittelalterliche Städte, prächtige Adelsschlösser und eine einzigartige, von Menschenhand geschaffene Teichlandschaft zu einem harmonischen Ganzen. Über Jahrhunderte prägten die mächtigen Adelsgeschlechter der Rosenberg und Schwarzenberg das Land.

Für Reisende ist Südböhmen ein Ziel voller Romantik: das weltberühmte Český Krumlov mit seiner in eine Flussschleife gebetteten Altstadt, die königliche Bierstadt Budweis und stille Weiher, in denen seit dem Mittelalter Karpfen gezüchtet werden. Gezahlt wird mit der Tschechischen Krone, und dank Schengen entfallen die Grenzkontrollen auf dem kurzen Weg aus Oberösterreich oder Niederbayern.

Lage & Landschaft

Südböhmen liegt im südlichen Böhmischen Becken, das sanft zu den Grenzgebirgen ansteigt: im Südwesten zum Böhmerwald (Šumava), im Süden zum Gratzener Bergland. Die junge Moldau entspringt im Böhmerwald und durchzieht die Region in weiten Schleifen, bevor sie nach Norden Richtung Prag fließt.

Das Herz der Region ist das flache, wasserreiche Becken um Třeboň und Budweis, das seit dem Mittelalter mit Tausenden von Teichen durchsetzt ist – ein Meisterwerk mittelalterlicher Wasserbaukunst. Weite Wälder, Wiesen und Felder machen Südböhmen zu einer ruhigen, ländlich geprägten Landschaft, ideal für Radfahrer, Wanderer und Wasserwanderer auf der Moldau.

Český Krumlov — die Märchenstadt

Český Krumlov (Krumau) gilt vielen als die schönste Kleinstadt Tschechiens und gehört seit 1992 zum UNESCO-Welterbe. Die gesamte Altstadt schmiegt sich in eine enge Doppelschleife der Moldau, ein Gewirr aus kopfsteingepflasterten Gassen, Bürgerhäusern und Werkstätten, das seit dem 18. Jahrhundert kaum verändert wurde.

Über der Stadt thront das Schloss Krumau, nach der Prager Burg die zweitgrößte Schlossanlage des Landes, mit seinem markanten bemalten Turm, weitläufigen Gärten und einem einzigartig erhaltenen barocken Schlosstheater. Der Maler Egon Schiele lebte hier zeitweise; ein Kunstzentrum erinnert an ihn. Im Sommer beleben Fünfblättrige-Rose-Fest und Flöße auf der Moldau die Stadt.

České Budějovice (Budweis) & das Bier

České Budějovice, das deutsche Budweis, ist die lebendige Hauptstadt Südböhmens. Ihr Zentrum bildet einer der größten und schönsten Marktplätze Mitteleuropas, ein nahezu quadratischer Platz mit Laubengängen, dem barocken Samson-Brunnen und dem markanten Schwarzen Turm, von dem sich ein weiter Blick über die Stadt bietet.

Budweis ist eng mit dem Bier verbunden: Die Brauerei Budweiser Budvar führt den Namen der Stadt in die Welt und liefert bis heute den Stoff für einen jahrzehntelangen Markenstreit mit dem gleichnamigen amerikanischen Bier. Eine Brauereiführung mit Verkostung gehört zum Pflichtprogramm; die böhmische Braukunst lässt sich hier direkt am Ursprung erleben.

Schloss Hluboká

Nur wenige Kilometer nördlich von Budweis erhebt sich das strahlend weiße Schloss Hluboká (Frauenberg) über dem Moldautal – eines der schönsten Schlösser Tschechiens. Im 19. Jahrhundert ließen die Fürsten Schwarzenberg den alten Bau im Stil der englischen Windsor-Gotik prunkvoll umgestalten, mit Zinnen, Türmchen und kunstvoll geschnitzten Innenräumen.

Umgeben von einem weitläufigen englischen Landschaftspark ist Hluboká ein beliebtes Ausflugsziel. Der benachbarte Ort und die Aussicht über die Teiche und Wälder machen den Besuch zu einem lohnenden Tagesausflug. Im ehemaligen Reithaus zeigt eine Galerie südböhmische Kunst.

Die Teichlandschaft von Třeboň

Rund um die Kurstadt Třeboň (Wittingau) erstreckt sich eine der außergewöhnlichsten Kulturlandschaften Europas: ein von Menschenhand geschaffenes System aus Hunderten von Fischteichen, angelegt seit dem 14. Jahrhundert und heute UNESCO-Biosphärenreservat. Der größte von ihnen, der Rožmberk-Teich, ist der ausgedehnteste künstliche Teich des Landes.

Hier wird seit Jahrhunderten der berühmte südböhmische Karpfen gezüchtet, der besonders zu Weihnachten auf den Tisch kommt. Im Herbst locken die spektakulären Abfischungen zahlreiche Besucher an. Die stille, vogelreiche Landschaft ist ein Paradies für Naturliebhaber; Rad- und Wanderwege führen zwischen den Weihern, Dämmen und Erlenwäldern hindurch.

Der Böhmerwald (Šumava)

Entlang der Grenze zu Bayern und Österreich erstreckt sich der Böhmerwald (Šumava), Tschechiens größter Nationalpark und – gemeinsam mit dem angrenzenden Bayerischen Wald – das größte zusammenhängende Waldgebiet Mitteleuropas. Sanfte Bergrücken, dunkle Fichtenwälder, Hochmoore und Gletscherseen prägen diese ursprüngliche Wildnis.

Höhepunkte sind der Stausee Lipno, ein beliebtes Wassersport- und Erholungsgebiet, der Urwald von Boubín und die vielen markierten Wanderwege. Der Nationalpark ist ein Rückzugsraum für seltene Arten wie Luchs und Auerhuhn. Wer Ruhe und unberührte Natur sucht, ist im Böhmerwald genau richtig.

Tábor & die Hussiten

Die Stadt Tábor im Norden der Region wurde 1420 von den Hussiten als befestigte Idealstadt gegründet und nach dem biblischen Berg Tabor benannt. Ihr verwinkeltes mittelalterliches Gassennetz, angelegt zur Verteidigung, umgibt den Marktplatz mit dem gotischen Rathaus, in dem heute ein Hussitenmuseum an die religiöse Reformbewegung und ihren Feldherrn Jan Žižka erinnert.

Unter der Altstadt zieht sich ein Labyrinth mittelalterlicher Kellergänge hin, das besichtigt werden kann. Tábor ist ein guter Ausgangspunkt, um die reiche und für Tschechien identitätsstiftende Geschichte der Hussitenbewegung kennenzulernen.

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Schlösser, Klöster & das Dorf Holašovice

Südböhmen ist außergewöhnlich reich an weiteren Baudenkmälern. Das mächtige Kloster Zlatá Koruna zählt zu den besterhaltenen Zisterzienserklöstern Mitteleuropas, die Burgen Rožmberk und Zvíkov thronen über der Moldau, und in Jindřichův Hradec steht eine der größten Schlossanlagen des Landes.

Ein besonderes Kleinod ist das Dorf Holašovice, ebenfalls UNESCO-Welterbe: ein nahezu vollständig erhaltenes Ensemble von Bauernhöfen im Stil des „Bauernbarocks“, deren verspielte, pastellfarbene Giebel einzigartig sind. Sie zeigen, dass in Südböhmen selbst die Dörfer kleine Kunstwerke sein können.

Kulinarik & Bier

Die südböhmische Küche ist ländlich und deftig, geprägt von den Erzeugnissen der Region. Der Karpfen aus den Teichen von Třeboň ist die kulinarische Spezialität schlechthin, klassisch gebacken oder zu Weihnachten mit Kartoffelsalat. Dazu kommen Wildgerichte aus den Wäldern, Pilze und die allgegenwärtigen böhmischen Knödel.

Beim Bier ist die Region gleich doppelt gesegnet: Neben dem weltbekannten Budweiser Budvar aus Budweis brauen zahlreiche kleinere Brauereien traditionelle Lager. Ein Glas frisch gezapftes Bier auf dem großen Marktplatz von Budweis oder in einer Wirtschaft von Český Krumlov gehört zum Südböhmen-Erlebnis dazu.

Beste Reisezeit

Die Hauptsaison reicht von Mai bis September, wenn Schlösser und Museen geöffnet sind, die Moldau zum Paddeln einlädt und die Festivals in Český Krumlov stattfinden. Der Hochsommer ist in der Märchenstadt allerdings gut besucht – wer es ruhiger mag, kommt im Juni oder September.

Ein ganz eigener Reiz liegt im Herbst: Dann färben sich die Wälder des Böhmerwaldes bunt, und rund um Třeboň finden die traditionellen Karpfenabfischungen statt. Selbst der Winter hat seinen Zauber, wenn Český Krumlov verschneit und die Weihnachtsmärkte geöffnet sind.

Anreise & Mobilität

Südböhmen ist aus dem deutschsprachigen Raum gut erreichbar. Mit dem Auto gelangt man aus Niederbayern und Oberösterreich über die Grenzübergänge rasch nach Budweis und Český Krumlov; für die Autobahnen gilt die elektronische Vignette. Bahnverbindungen bestehen über Prag oder aus Linz, Regionalbahnen verbinden die größeren Orte.

Für die Erkundung der Schlösser, Teiche und Dörfer ist ein Mietwagen (Rechtsverkehr) am praktischsten. Sehr beliebt ist Südböhmen zudem bei Radfahrern: Gut ausgebaute Radwege, etwa entlang der Moldau, verbinden die Höhepunkte auf angenehme Weise. Die Altstädte selbst erkundet man zu Fuß.

Reisetipps & Geheimtipps

Für Český Krumlov lohnt eine Übernachtung, um die Stadt am Morgen und Abend ohne die Tagesbesucher zu erleben. Das barocke Schlosstheater ist nur im Rahmen von Führungen zugänglich und schnell ausgebucht – frühzeitig reservieren. Eine gemächliche Floßfahrt oder Kanutour auf der Moldau zeigt die Landschaft aus einer besonderen Perspektive.

Als Geheimtipps lohnen das stille Kloster Zlatá Koruna, das Bauernbarock-Dorf Holašovice abseits der großen Routen und eine herbstliche Karpfenabfischung bei Třeboň. Wer Natur sucht, wandert im Urwald von Boubín. Für die weitere Reiseplanung lohnt der Blick auf die Übersicht Tschechien und die Nachbarregionen.

Häufige Fragen


Warum ist Český Krumlov so berühmt?

Český Krumlov (Krumau) besitzt eine außergewöhnlich vollständig erhaltene mittelalterliche Altstadt, die sich in eine enge Doppelschleife der Moldau schmiegt, und die nach Prag zweitgrößte Schlossanlage Tschechiens mit einem einzigartigen barocken Schlosstheater. Die ganze Stadt gehört seit 1992 zum UNESCO-Welterbe.


Wann ist die beste Reisezeit für Südböhmen?

Die Hauptsaison ist Mai bis September, wenn Schlösser geöffnet sind und Festivals stattfinden. Der Herbst ist besonders schön, wenn sich der Böhmerwald bunt färbt und rund um Třeboň die Karpfenabfischungen stattfinden. Wer Ruhe sucht, meidet den Hochsommer in Český Krumlov.


Was hat es mit dem Budweiser Bier auf sich?

In České Budějovice (Budweis) braut die Brauerei Budweiser Budvar ein traditionelles böhmisches Lager. Um den Namen „Budweiser“ besteht ein jahrzehntelanger Markenstreit mit dem gleichnamigen amerikanischen Bier. Eine Brauereiführung mit Verkostung zeigt die böhmische Braukunst am Ursprung.


Was ist die Teichlandschaft von Třeboň?

Rund um Třeboň (Wittingau) liegt ein seit dem 14. Jahrhundert von Menschenhand angelegtes System aus Hunderten von Fischteichen, heute UNESCO-Biosphärenreservat. Hier wird der berühmte südböhmische Karpfen gezüchtet; im Herbst finden die traditionellen Abfischungen statt. Die Landschaft ist ein Paradies für Naturliebhaber.


Lohnt sich der Böhmerwald für Wanderer?

Ja. Der Böhmerwald (Šumava) ist Tschechiens größter Nationalpark und bildet mit dem Bayerischen Wald das größte Waldgebiet Mitteleuropas. Er bietet markierte Wanderwege, Hochmoore, den Urwald von Boubín, den Lipno-Stausee und seltene Tierarten – ideal für Naturfreunde, die Ruhe suchen.


Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zu Südböhmen?

Offizielle Auskünfte für Deutschland bündelt die Tschechische Zentrale für Tourismus – CzechTourism über das Portal visitczechia.com; regional informiert das südböhmische Tourismusportal (jiznicechy.cz). Die Kontaktdaten finden Sie unten auf dieser Seite.


Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Tschechien mit allen Regionen, die Nachbarregionen Prag, Westböhmen und Südmähren sowie die Übersicht Europa.