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Prag

Illustration von Prag mit der Karlsbrücke über der Moldau, der Prager Burg mit dem Veitsdom und den roten Dächern der Altstadt

Prag, die „goldene Stadt“ an der Moldau, ist eine der schönsten Metropolen Europas: Karlsbrücke, Prager Burg mit Veitsdom, der Altstädter Ring mit der Astronomischen Uhr, die Kleinseite und das jüdische Viertel Josefov. Bezahlt wird mit der Tschechischen Krone. Prag ist ein Ganzjahresziel, besonders stimmungsvoll im Advent.

Landkarte Prag
Landkarte Prag

Prag (tschechisch Praha) ist die Hauptstadt Tschechiens und eine der besterhaltenen historischen Städte Europas. Über Jahrhunderte war sie Residenz böhmischer Könige und römisch-deutscher Kaiser, allen voran Karls IV., der die Stadt im 14. Jahrhundert zu einer der bedeutendsten Metropolen des Kontinents machte. Weil Prag von den großen Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs weitgehend verschont blieb, hat sich ein einzigartiges Ensemble aus Gotik, Renaissance, Barock und Jugendstil erhalten – die gesamte Altstadt gehört zum UNESCO-Welterbe.

Für Reisende ist Prag erstaunlich kompakt: Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen beiderseits der Moldau und lassen sich zu Fuß erkunden. Von der Burg auf dem Hradschin über die Karlsbrücke bis zum Altstädter Ring zieht sich die sogenannte Königsroute – ein spektakulärer Spaziergang durch tausend Jahre Geschichte. Gezahlt wird mit der Tschechischen Krone, und dank Schengen entfallen bei der Anreise aus Deutschland und Österreich die Grenzkontrollen.

Lage & Stadtbild an der Moldau

Prag liegt im Herzen Böhmens, dort wo sich die Moldau (Vltava) in weiten Schleifen durch ein Becken aus sanften Hügeln windet. Der Fluss teilt die Stadt und wird von zahlreichen Brücken überspannt, von denen die Karlsbrücke die berühmteste ist. Auf dem linken Ufer erheben sich der Burgberg Hradschin und die Kleinseite, auf dem rechten breiten sich Altstadt und Neustadt aus.

Das Stadtbild lebt von seinen Türmen und Kuppeln – nicht umsonst trägt Prag den Beinamen „Stadt der hundert Türme“. Am schönsten erschließt sich das Panorama aus der Höhe: vom Aussichtsturm auf dem Petřín-Hügel, von den Burggärten oder vom Altstädter Brückenturm. In der Abenddämmerung, wenn die Fassaden golden angestrahlt werden, wird der zweite Beiname der Stadt verständlich: die „goldene Stadt“.

Die Prager Burg & der Veitsdom

Hoch über der Kleinseite thront die Prager Burg (Pražský hrad), laut Guinness-Buch die größte zusammenhängende Burganlage der Welt. Sie ist bis heute Sitz des Staatspräsidenten und ein ganzes Stadtviertel für sich, mit Palästen, Kirchen, Gärten und Gassen. Ihr Herzstück ist der gotische Veitsdom (Katedrála sv. Víta), dessen Bau sich über sechs Jahrhunderte hinzog und dessen Türme das Panorama beherrschen.

Im Inneren beeindrucken die Wenzelskapelle mit ihren Halbedelsteinen, das Grab des heiligen Johannes von Nepomuk und die Jugendstilfenster von Alfons Mucha. Zum Burgareal gehören außerdem der Alte Königspalast, die romanische Basilika St. Georg und das malerische Goldene Gässchen mit seinen winzigen bunten Häuschen, in dem einst Franz Kafka arbeitete.

Die Karlsbrücke

Die Karlsbrücke (Karlův most) ist das Wahrzeichen Prags schlechthin. Karl IV. ließ sie ab 1357 aus Sandstein errichten, um Altstadt und Kleinseite zu verbinden. Über 500 Meter spannt sie sich über die Moldau, gesäumt von wehrhaften Brückentürmen an beiden Enden und einer Galerie aus 30 barocken Heiligenfiguren, die der Brücke ihren unverwechselbaren Charakter geben.

Berühmtestes Standbild ist jenes des heiligen Johannes von Nepomuk, dessen glänzende Bronzeplatte von unzähligen Händen berührt wird – der Legende nach bringt es Glück und garantiert die Rückkehr nach Prag. Tagsüber ist die Brücke voller Straßenkünstler und Menschen; wer die Stimmung wirklich genießen will, kommt am frühen Morgen oder spät am Abend, wenn die Türme im Licht erstrahlen.

Altstädter Ring & Astronomische Uhr

Der Altstädter Ring (Staroměstské náměstí) ist der prächtige zentrale Platz der Stadt, umgeben von farbigen Bürgerhäusern, der barocken Nikolauskirche und den gotischen Doppeltürmen der Teynkirche. In der Mitte erinnert das Jan-Hus-Denkmal an den Reformator, der hier eine zentrale Rolle der böhmischen Geschichte spielte.

Größter Publikumsmagnet ist die Astronomische Uhr (Orloj) am Alten Rathaus, das älteste noch funktionierende Uhrwerk seiner Art weltweit, in Betrieb seit 1410. Zu jeder vollen Stunde setzt sich das Figurenspiel der zwölf Apostel in Bewegung, während der Tod die Sanduhr wendet. Vom Rathausturm bietet sich einer der schönsten Blicke über die roten Dächer der Altstadt.

Die Kleinseite (Malá Strana)

Unterhalb der Burg liegt die Kleinseite (Malá Strana), das barocke Herz Prags mit seinen Palästen, verwinkelten Gassen und stillen Gärten. Hier ragt die grüne Kuppel der St.-Nikolaus-Kirche auf, ein Meisterwerk des böhmischen Barocks, und der prachtvolle Wallenstein-Palast öffnet seinen Garten mit Pfauen und Grotten für Besucher.

Malerische Ecken wie die Kampa-Insel am Ufer der Moldau, die „Prager Venedig“ am Mühlenkanal Čertovka und die von Verliebten gestaltete John-Lennon-Mauer machen das Viertel zu einem der romantischsten der Stadt. Wer dem Trubel entfliehen will, findet in den Terrassengärten unterhalb der Burg Ruhe und Ausblick zugleich.

Das jüdische Viertel Josefov

Josefov, das ehemalige jüdische Ghetto, birgt eines der bedeutendsten Zeugnisse jüdischen Lebens in Europa. Auf engem Raum haben sich mehrere Synagogen erhalten, darunter die Altneu-Synagoge, die älteste noch genutzte Synagoge Europas, und die Spanische Synagoge mit ihrem maurisch inspirierten Prunk.

Berührender Mittelpunkt ist der Alte Jüdische Friedhof, auf dem sich über Jahrhunderte die Grabsteine in mehreren Schichten dicht drängen – ein stiller, eindringlicher Ort. Die Synagogen bilden heute gemeinsam das Jüdische Museum, das an die reiche Geschichte und die Auslöschung der Prager Gemeinde im Holocaust erinnert. Ein Besuch verlangt Respekt und etwas Zeit.

Neustadt & Wenzelsplatz

Die von Karl IV. gegründete Neustadt (Nové Město) ist das lebendige, urbane Prag. Ihr Zentrum ist der Wenzelsplatz (Václavské náměstí), eigentlich ein breiter Boulevard, an dessen oberem Ende das Nationalmuseum und das Reiterstandbild des heiligen Wenzel stehen. Hier schlug mehrfach das Herz der tschechischen Geschichte – vom Prager Frühling 1968 bis zur Samtenen Revolution 1989.

Rundherum reihen sich Kaufhäuser, Cafés und Jugendstilbauten wie das prächtige Gemeindehaus (Obecní dům) mit dem Smetana-Konzertsaal. Ein architektonisches Kuriosum am Moldauufer ist das „Tanzende Haus“ der Architekten Gehry und Milunić, ein moderner Kontrapunkt zur historischen Silhouette.

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Bierkultur & böhmische Küche

Tschechien ist das Land mit dem höchsten Bierkonsum der Welt, und Prag ist seine gesellige Hauptstadt. In traditionellen Wirtshäusern (hospoda) wird das frisch gezapfte helle Lager zelebriert; berühmt sind Marken wie Pilsner Urquell, Staropramen und Budweiser Budvar, dazu eine wachsende Szene von Mikrobrauereien. Ein „pivo“ gehört zum Prag-Besuch wie die Karlsbrücke.

Die böhmische Küche ist deftig und herzhaft: Svíčková (Rinderlende in Rahmsauce), gebratenes Schweinefleisch mit Sauerkraut und die allgegenwärtigen Knödel (knedlíky) bilden die klassische Grundlage. Als süßer Abschluss locken Palatschinken und die überall verkauften Zuckerhörnchen Trdelník – Letztere sind allerdings eher ein Touristenphänomen als echtes Traditionsgebäck.

Kultur, Musik & Kaffeehäuser

Prag ist eine Musikstadt von Weltrang. Im Ständetheater wurde 1787 Mozarts „Don Giovanni“ uraufgeführt, das jährliche Festival „Prager Frühling“ zieht Klassikliebhaber aus aller Welt an, und in Konzertsälen wie dem Rudolfinum erklingen die Werke von Dvořák und Smetana. Dazu kommt eine lebendige Szene an Marionettentheatern und Schwarzlichttheatern.

Ein besonderes Erbe ist die Prager Kaffeehauskultur. In traditionsreichen Häusern wie dem Café Slavia oder dem Café Louvre verkehrten einst Schriftsteller wie Franz Kafka und Rainer Maria Rilke. Kafka, dessen Werk untrennbar mit der Stadt verbunden ist, wird heute in einem eigenen Museum und mit einer kinetischen Skulptur des Künstlers David Černý gewürdigt.

Beste Reisezeit

Prag ist ein echtes Ganzjahresziel, doch jede Saison hat ihren eigenen Reiz. Am angenehmsten sind das Frühjahr (April bis Juni) und der Herbst (September und Oktober) mit mildem Wetter, blühenden Gärten oder buntem Laub und noch überschaubaren Besucherzahlen. Der Sommer ist warm und lebendig, aber auch am vollsten, besonders auf der Karlsbrücke und am Altstädter Ring.

Ganz besonders stimmungsvoll ist der Advent: Die Weihnachtsmärkte am Altstädter Ring und am Wenzelsplatz gehören zu den schönsten Europas, wenn Glühwein, gebrannte Mandeln und der beleuchtete Christbaum die Altstadt in ein Wintermärchen verwandeln. Wer Ruhe und günstige Preise sucht, reist im Spätwinter außerhalb der Feiertage an.

Anreise & Mobilität

Prag ist aus dem deutschsprachigen Raum bequem erreichbar. Direkte Bahnverbindungen gibt es unter anderem aus Berlin, Dresden und Nürnberg, die Fahrt durch das romantische Elbtal ist selbst ein Erlebnis. Mit dem Auto führen gut ausgebaute Autobahnen bis in die Stadt; für tschechische Autobahnen ist allerdings eine elektronische Vignette Pflicht. Der Flughafen Prag-Ruzyně (Václav-Havel-Flughafen) verbindet die Stadt mit ganz Europa.

Vor Ort ist ein Auto überflüssig – im Gegenteil, die engen Altstadtgassen sind kaum befahrbar. Das öffentliche Nahverkehrsnetz aus Metro, historischen Straßenbahnen und Bussen ist dicht, günstig und zuverlässig; die nostalgische Tramlinie 22 fährt an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei. Die meisten Ziele im Zentrum erreicht man ohnehin am besten zu Fuß.

Reisetipps & Geheimtipps

Wer den größten Andrang meiden will, besucht Karlsbrücke und Burg früh am Morgen und plant für die Astronomische Uhr etwas Vorlauf ein. Ein Bootsausflug auf der Moldau oder ein Spaziergang auf den Vyšehrad, die zweite Prager Burg mit ihrem Friedhof berühmter Tschechen, bietet Ausblicke abseits der Massen. Kleingeld für die öffentlichen Toiletten und ein wachsames Auge in vollen Trams gegen Taschendiebe gehören zur Reisevorbereitung.

Als Geheimtipps lohnen der stille Klostergarten von Strahov mit seiner barocken Bibliothek, das Stadtviertel Vinohrady mit seinen Cafés fernab der Touristenströme und ein Konzert in einer der historischen Kirchen. Wer mehr Zeit hat, unternimmt einen Tagesausflug zur Burg Karlštejn oder ins Beinhaus von Kutná Hora. Für die weitere Reiseplanung lohnt der Blick auf die Übersicht Tschechien.

Häufige Fragen


Wie viele Tage sollte man für Prag einplanen?

Für die wichtigsten Höhepunkte – Prager Burg, Karlsbrücke, Altstädter Ring, Kleinseite und Josefov – sollte man mindestens drei volle Tage einplanen. Wer auch die Neustadt, Museen und ein Konzert erleben oder einen Tagesausflug unternehmen möchte, ist mit vier bis fünf Tagen gut beraten.


Wann ist die beste Reisezeit für Prag?

Ideal sind Frühjahr (April bis Juni) und Herbst (September und Oktober) mit mildem Wetter und weniger Andrang. Der Sommer ist lebendig, aber voll. Besonders stimmungsvoll ist der Advent mit seinen berühmten Weihnachtsmärkten am Altstädter Ring und Wenzelsplatz.


Zahlt man in Prag mit Euro oder mit der Krone?

Offizielles Zahlungsmittel ist die Tschechische Krone (CZK). In Prag und an touristischen Orten wird zwar teils auch der Euro akzeptiert, meist jedoch zu ungünstigem Kurs. Am günstigsten zahlt man mit Karte oder hebt Kronen am Geldautomaten ab; Wechselstuben in der Altstadt sollte man kritisch prüfen.


Wie kommt man in Prag am besten voran?

Die Altstadt erkundet man am besten zu Fuß. Für längere Strecken ist das öffentliche Netz aus Metro, Straßenbahn und Bus dicht, günstig und zuverlässig; die Tramlinie 22 verbindet viele Sehenswürdigkeiten. Ein Mietwagen ist im Zentrum eher hinderlich.


Wie reist man von Deutschland nach Prag?

Sehr bequem mit der Bahn, etwa aus Berlin, Dresden oder Nürnberg, oder mit dem Auto über die Autobahn (elektronische Vignette Pflicht). Der Flughafen Prag-Ruzyně verbindet die Stadt mit ganz Europa. Innerhalb des Schengen-Raums entfallen die Grenzkontrollen.


Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zu Prag?

Offizielle Auskünfte für Deutschland bündelt die Tschechische Zentrale für Tourismus – CzechTourism über das Portal visitczechia.com; für die Stadt selbst informiert das städtische Portal prague.eu. Die Kontaktdaten finden Sie unten auf dieser Seite.


Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Tschechien mit allen Regionen, die Nachbarregionen Westböhmen mit dem Bäderdreieck, Südböhmen mit Český Krumlov und das Riesengebirge sowie die Übersicht Europa.