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Königgrätz (Hradec Králové)

Illustration der Schneekoppe im Riesengebirge und der Felsenstadt Adršpach

Königgrätz (Hradec Králové) in Ostböhmen reicht vom eleganten „Salon der Republik“ mit seiner modernen Architektur bis zum Riesengebirge mit der Schneekoppe, Tschechiens höchstem Berg. Dazu kommen die Adersbach-Teplitzer Felsenstadt, die barocke Hospitalanlage Kuks und das Schlachtfeld von 1866. Bezahlt wird mit der Tschechischen Krone. Beste Reisezeit ist der Sommer zum Wandern und der Winter zum Skifahren.

Landkarte Königgrätz (Hradec Králové)
Landkarte Königgrätz (Hradec Králové)

Königgrätz (tschechisch Královéhradecký kraj, nach der Hauptstadt Hradec Králové) liegt im Nordosten Böhmens an der Grenze zu Polen. Der Süden gehört zur fruchtbaren Elbe-Ebene, während sich im Norden das Riesengebirge mit der Schneekoppe, dem höchsten Berg Tschechiens, erhebt. Zwischen weiten Feldern, Sandsteinfelsen und Hochgebirge vereint die Region einige der eindrucksvollsten Natur- und Kulturschätze des Landes.

Für Reisende aus dem deutschsprachigen Raum ist die Region gut über Prag oder das benachbarte Polen erreichbar. Bezahlt wird nicht mit dem Euro, sondern mit der Tschechischen Krone, und da Tschechien zum Schengen-Raum gehört, genügt für Deutsche der Personalausweis – Grenzkontrollen entfallen. So lassen sich Wandern im Riesengebirge, Städtebummel und Ausflüge zu Barockdenkmälern mühelos verbinden.

Lage & Landschaft

Der Královéhradecký kraj spannt sich von der flachen Elbe-Ebene im Süden bis zu den höchsten Gipfeln des Landes im Norden. Hier entspringt die Elbe (Labe), die zusammen mit der Adler (Orlice) die Landschaft prägt und der Hauptstadt ihren Charakter als Flussstadt verleiht.

Im Norden bildet das Riesengebirge (Krkonoše) die natürliche Grenze zu Polen, im Nordwesten faszinieren die bizarren Sandsteintürme der Adersbach-Teplitzer Felsenstadt. Dazwischen liegen sanfte Hügel, Wälder und Renaissancestädtchen. Diese Vielfalt macht die Region zu einem lohnenden Ziel für Wanderer, Wintersportler und Kulturreisende gleichermaßen.

Hradec Králové — der Salon der Republik

Hradec Králové, das deutsche Königgrätz, gilt als eine der schönsten und best geplanten Städte Tschechiens und trägt den Beinamen „Salon der Republik“. Am Zusammenfluss von Elbe und Adler gelegen, verbindet die Stadt eine mittelalterliche Altstadt auf einem Hügel mit einer weltweit gerühmten modernen Stadterweiterung des frühen 20. Jahrhunderts.

Die Architekten Jan Kotěra und Josef Gočár schufen hier vorbildliche Ensembles des Kubismus und Funktionalismus, die bis heute Fachleute anziehen. Über der Altstadt ragt der Weiße Turm auf, von dem sich ein weiter Blick über die Dächer bietet. Elegante Plätze, Boulevards und Grünanlagen machen den Bummel durch Königgrätz zu einem besonderen Erlebnis.

Das Riesengebirge (Krkonoše)

Der Norden der Region gehört zum Riesengebirge (Krkonoše), Tschechiens ältestem Nationalpark und dem höchsten Mittelgebirge des Landes. Weite Bergwiesen, Gletschertäler, Wasserfälle und arktisch anmutende Hochlagen machen die grenzüberschreitende Landschaft, die Tschechien und Polen teilen, einzigartig. Beliebte Ausgangsorte sind die Wintersportzentren Špindlerův Mlýn (Spindlermühle) und Pec pod Sněžkou.

Der höchste Punkt ist die Sněžka (Schneekoppe) mit 1603 Metern, der höchste Berg Tschechiens, den man zu Fuß oder per Seilbahn erreicht. Am Berghang entspringt die Elbe: Die Elbquelle (Pramen Labe) und der nahe Elbfall sind vielbesuchte Ziele. Im Winter locken Skipisten und Loipen, im Sommer ein weitverzweigtes Netz markierter Wanderwege.

Die Adersbach-Teplitzer Felsenstadt

Im Nordwesten der Region liegt eines der spektakulärsten Naturwunder Tschechiens: die Adersbach-Teplitzer Felsenstadt (Adršpašsko-teplické skály), die größte Felsenstadt Mitteleuropas. Über Jahrmillionen formte die Verwitterung hier ein Labyrinth aus turmhohen Sandsteinsäulen, engen Schluchten und Toren, durch das gut angelegte Wege führen.

Mitten in den Felsen glänzt ein smaragdgrüner See, über den kleine Boote gleiten – ein unvergesslicher Anblick. Die bizarren Formationen tragen fantasievolle Namen und haben schon zahllose Wanderer und Filmemacher inspiriert. Der Rundgang durch die Schluchten gehört zu den eindrucksvollsten Naturerlebnissen des Landes.

Kuks & die Barockskulpturen

Über dem Tal der Elbe erhebt sich die barocke Hospitalanlage Kuks (Kukus), gestiftet vom exzentrischen Grafen Franz Anton von Sporck. Die weitläufige Anlage mit Kirche, Apotheke und einst mondänem Kurbad ist ein Höhepunkt des böhmischen Barocks und heute ein vielbesuchtes Denkmal.

Weltberühmt sind die Skulpturen des Bildhauers Matthias Bernhard Braun: Die allegorischen Figuren der Tugenden und Laster säumen die Terrasse und zählen zu den bedeutendsten Barockplastiken Mitteleuropas. Im nahen Wald von Braunův Betlém finden sich weitere, direkt in den Fels gehauene Werke. Ein historischer Kräutergarten ergänzt den Besuch.

Das Schlachtfeld von 1866 bei Chlum

Bei dem Dorf Chlum nordwestlich von Königgrätz fand 1866 die Schlacht von Königgrätz statt, die kriegsentscheidende Auseinandersetzung zwischen Preußen und Österreich. Der Ort ist heute ein würdevoller Ort des Gedenkens und der Mahnung, an dem zahlreiche Denkmäler verstreut in der Landschaft an die Gefallenen beider Seiten erinnern.

Ein Aussichtsturm auf dem Höhenzug und ein Museum erschließen die Geschichte der Schlacht und ihre Folgen für Europa. Ein Rundweg führt zu den Gedenkstätten und lädt zum stillen Nachdenken über die Schrecken des Krieges ein – ein geschichtsträchtiger, respektvoll gestalteter Ort abseits des Trubels.

Schlösser & Renaissancestädtchen

Die Region ist reich an Baudenkmälern. Über der Stadt Náchod an der polnischen Grenze thront das mächtige Schloss Náchod mit prunkvollen Innenräumen und wertvollen Gemäldesammlungen. Es bewacht seit Jahrhunderten einen der wichtigsten Grenzpässe zwischen Böhmen und Schlesien.

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Ein besonderes Kleinod ist das Renaissancestädtchen Nové Město nad Metují, dessen malerischer Marktplatz mit einheitlichen Bürgerhäusern und Laubengängen zu den schönsten des Landes zählt. Dazu kommen weitere Burgen, Schlösser und Kurorte, die sich zu abwechslungsreichen Rundreisen durch Ostböhmen verbinden lassen.

Kulinarik & Bier

Die Küche der Region ist bodenständig und von der Bergregion geprägt. Deftige Fleischgerichte, Wild aus den Wäldern des Riesengebirges und die allgegenwärtigen böhmischen Knödel stehen auf den Speisekarten, dazu herzhafte Suppen und Kartoffelgerichte, die nach einer Wanderung besonders gut munden.

Wie überall in Böhmen gehört das Bier unbedingt dazu. Regionale Brauereien liefern frisch gezapftes Lager, das man am besten in einer Berghütte oder in einer Wirtschaft von Hradec Králové genießt. Süße Mehlspeisen und Streuselkuchen runden die traditionelle böhmische Tafel ab.

Beste Reisezeit

Die Region ist ein Ganzjahresziel. Der Sommer von Juni bis September ist ideal zum Wandern im Riesengebirge, zum Erkunden der Adersbach-Teplitzer Felsen und für Städtereisen: Dann sind Schlösser, Museen und die Anlage von Kuks geöffnet, und die Bergwege sind gut begehbar. Auch der klare Herbst mit buntem Laub ist reizvoll.

Im Winter wird das Riesengebirge zum schneesicheren Wintersportgebiet: Špindlerův Mlýn und Pec pod Sněžkou bieten Skipisten und Loipen, während die Schneekoppe hoch über den verschneiten Tälern thront. Wer Wandern und Wintersport gleichermaßen erleben will, plant für Sommer und Winter jeweils einen eigenen Besuch ein.

Anreise & Mobilität

Königgrätz ist aus dem deutschsprachigen Raum gut über Prag zu erreichen, von wo Schnellstraßen nach Osten führen; auch der Grenzübertritt aus Polen ist unkompliziert. Da Tschechien zum Schengen-Raum gehört, gibt es keinen Grenzstopp – für Deutsche genügt der Personalausweis. Wer die tschechischen Autobahnen nutzt, benötigt die elektronische Vignette (Dálniční známka), die sich bequem online lösen lässt.

Es gilt Rechtsverkehr, und bezahlt wird mit der Tschechischen Krone (CZK), nicht mit dem Euro – Bargeld in Landeswährung ist in den Bergorten praktisch. Für Ausflüge zu Schlössern, Felsen und Wandergebieten ist ein Mietwagen am flexibelsten; im Riesengebirge verkehren zudem Skibusse und Bergbahnen. Die Altstädte selbst erkundet man am besten zu Fuß.

Reisetipps & Geheimtipps

Für die Schneekoppe lohnt ein früher Start und wetterfeste Kleidung, da das Gipfelklima rau ist; die Aussicht bei klarer Sicht entschädigt für die Mühe. Die Adersbach-Teplitzer Felsenstadt sollte man außerhalb der Mittagsstunden besuchen, um die Schluchten in Ruhe zu erleben. In Hradec Králové lohnt ein architektonischer Spaziergang zu den Werken Gočárs und Kotěras.

Als Geheimtipps gelten die Barockskulpturen von Kuks, das stille Schlachtfeld bei Chlum als Ort des Gedenkens und der malerische Marktplatz von Nové Město nad Metují. Wer Zeit mitbringt, verbindet Hochgebirge, Felsenwelt und Barockkunst zu einer runden Reise. Für die weitere Planung lohnt der Blick auf die Übersicht Tschechien und die Nachbarregionen.

Häufige Fragen


Was ist der höchste Berg Tschechiens?

Der höchste Berg Tschechiens ist die Sněžka (Schneekoppe) mit 1603 Metern im Riesengebirge an der Grenze zu Polen. Man erreicht den Gipfel zu Fuß oder per Seilbahn und genießt bei klarer Sicht ein weites Panorama. Am Berghang entspringt die Elbe; die Elbquelle und der nahe Elbfall sind vielbesuchte Ausflugsziele.


Warum heißt Hradec Králové der Salon der Republik?

Hradec Králové (Königgrätz) gilt als eine der best geplanten Städte Tschechiens. Anfang des 20. Jahrhunderts schufen die Architekten Jan Kotěra und Josef Gočár hier vorbildliche Ensembles des Kubismus und Funktionalismus. Elegante Plätze, Boulevards und Grünanlagen am Zusammenfluss von Elbe und Adler trugen der Stadt den Beinamen „Salon der Republik“ ein.


Was ist die Adersbach-Teplitzer Felsenstadt?

Die Adersbach-Teplitzer Felsenstadt (Adršpašsko-teplické skály) im Nordwesten der Region ist die größte Felsenstadt Mitteleuropas. Über Jahrmillionen entstand ein Labyrinth aus turmhohen Sandsteinsäulen, engen Schluchten und einem smaragdgrünen See, über den kleine Boote gleiten. Gut angelegte Wege führen durch die bizarre Landschaft – eines der eindrucksvollsten Naturerlebnisse Tschechiens.


Was hat es mit dem Schlachtfeld von 1866 auf sich?

Bei Chlum nahe Königgrätz fand 1866 die Schlacht von Königgrätz statt, die kriegsentscheidende Auseinandersetzung zwischen Preußen und Österreich. Heute ist der Ort ein würdevoller Ort des Gedenkens und der Mahnung mit zahlreichen Denkmälern, einem Aussichtsturm und einem Museum. Ein Rundweg lädt zum stillen Nachdenken über die Folgen des Krieges ein.


Wofür ist die Anlage von Kuks berühmt?

Die barocke Hospitalanlage Kuks über dem Elbtal wurde vom Grafen Sporck gestiftet und ist ein Höhepunkt des böhmischen Barocks. Weltberühmt sind die Skulpturen der Tugenden und Laster des Bildhauers Matthias Bernhard Braun, die zu den bedeutendsten Barockplastiken Mitteleuropas zählen. Ein historischer Kräutergarten ergänzt den Besuch.


Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zu Königgrätz?

Offizielle Auskünfte für Deutschland bündelt die Tschechische Zentrale für Tourismus – CzechTourism über das Portal visitczechia.com; regional informiert für das Riesengebirge das Portal krkonose.eu. Die Kontaktdaten finden Sie unten auf dieser Seite.


Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Tschechien mit allen Regionen, die Nachbarregionen Pardubice, Reichenberg und Mittelböhmen sowie die Übersicht Europa.