Kanarische Inseln

Die Kanarischen Inseln vor der Küste Afrikas bieten ganzjährig mildes Klima: der Vulkan Teide auf Teneriffa, die Lavalandschaften Lanzarotes mit César Manriques Kunst, die Dünen von Maspalomas auf Gran Canaria sowie Fuerteventura und La Palma. Gezahlt wird mit dem Euro. Die Inseln liegen in der Zeitzone UTC+0.

Die Kanarischen Inseln sind ein spanischer Archipel im Atlantik vor der Nordwestküste Afrikas – und dank ihres ganzjährig milden Klimas als „Inseln des ewigen Frühlings“ bekannt. Sieben Hauptinseln bieten eine erstaunliche Bandbreite: von Europas höchstem Vulkangipfel über Mondlandschaften aus schwarzer Lava und goldene Wüstendünen bis zu subtropischen Lorbeerwäldern und einem der klarsten Sternenhimmel der Welt.
Die Verwaltung teilen sich zwei Hauptstädte: Las Palmas de Gran Canaria und Santa Cruz de Tenerife. Anders als das Festland liegen die Inseln in der Zeitzone UTC+0, also eine Stunde hinter Madrid – ein wichtiges Detail für die Reiseplanung. Gezahlt wird mit dem Euro, für die Einreise genügt der Personalausweis. Zahlreiche Direktflüge machen die Kanaren zu einem der beliebtesten Ganzjahresziele der Deutschen, gerade in den Wintermonaten.
Die sieben Inseln im Überblick
Jede Insel hat ihren eigenen Charakter. Teneriffa ist die größte und vielfältigste, gekrönt vom Vulkan Teide. Gran Canaria gilt als „Miniaturkontinent“ mit Dünen und Bergen. Lanzarote besticht durch Vulkanlandschaften und die Kunst César Manriques, Fuerteventura durch endlose Strände und Wind. Die grünen Westinseln La Palma, La Gomera und El Hierro locken mit Wäldern, Wanderwegen und Ursprünglichkeit. Über kurze Flüge und Fähren lassen sich mehrere Inseln zu einer Rundreise verbinden.
Teneriffa & der Teide
Teneriffa, die größte Kanareninsel, wird vom Teide überragt – mit 3.715 Metern der höchste Berg Spaniens und Mittelpunkt des gleichnamigen Nationalparks (UNESCO-Welterbe). Eine Seilbahn führt bis kurz unter den Gipfel, von dem sich an klaren Tagen die Nachbarinseln überblicken lassen. Im Norden ist die Insel grün und feucht, mit der lebendigen Kulturstadt La Laguna (UNESCO) und dem historischen Hafen La Orotava; der Süden ist trocken, sonnensicher und Zentrum des Badetourismus.
Zu den Höhepunkten zählen das malerische Bergdorf Masca, die Steilküste von Los Gigantes und Walbeobachtungstouren vor der Südwestküste, wo ganzjährig Grindwale und Delfine leben. Teneriffa verbindet so Naturwunder, Kultur und Badeurlaub wie keine zweite Insel des Archipels.
Gran Canaria, Lanzarote & Fuerteventura
Gran Canaria trägt zu Recht den Beinamen „Miniaturkontinent“: Im Süden liegen die berühmten Wanderdünen von Maspalomas, im gebirgigen Inneren Schluchten und Bergdörfer, und die Hauptstadt Las Palmas verbindet Altstadtflair (Vegueta) mit dem Stadtstrand Las Canteras. Lanzarote ist eine Vulkaninsel wie aus einer anderen Welt: Der Nationalpark Timanfaya mit seinen Feuerbergen und die Werke des Künstlers César Manrique, der die Insel vor Bausünden bewahrte, prägen ihr unverwechselbares Gesicht.
Fuerteventura, die älteste Insel, ist berühmt für kilometerlange, teils karibisch weiße Sandstrände wie an der Halbinsel Jandía und in Corralejo. Beständige Passatwinde machen sie zu einem der besten Reviere Europas für Wind- und Kitesurfer. Ihre karge, wüstenhafte Landschaft und die Ruhe abseits der Ferienorte haben einen ganz eigenen Reiz.
La Palma, La Gomera & El Hierro
Die drei kleineren Westinseln sind das grüne, ursprüngliche Kanarien. La Palma („La Isla Bonita“) beeindruckt mit dem gewaltigen Erosionskrater Caldera de Taburiente, dichten Wäldern und einem der dunkelsten Nachthimmel der Welt – die Insel ist ein weltweit anerkanntes Reiseziel für Sternenbeobachtung. Der Vulkanausbruch von 2021 (Tajogaite) hat zudem neue, eindrucksvolle Lavalandschaften geschaffen.
La Gomera bewahrt im Nationalpark Garajonay einen urzeitlichen Lorbeer-Nebelwald (UNESCO) und pflegt die Pfeifsprache Silbo Gomero, mit der sich die Bewohner über die tiefen Schluchten hinweg verständigen. Das kleine, abgelegene El Hierro gilt als Vorreiter für nachhaltige Energie und ist ein Geheimtipp für Wanderer und Taucher. Alle drei Inseln sind ideal für aktive, naturverbundene Reisen.
Vulkane & Nationalparks
Die Kanaren sind vulkanischen Ursprungs, und ihre Feuerberge prägen bis heute die Landschaft. Gleich vier Nationalparks schützen diese einzigartige Natur: der hochalpine Teide auf Teneriffa, die Feuerberge des Timanfaya auf Lanzarote, der Lorbeerwald von Garajonay auf La Gomera und die Caldera de Taburiente auf La Palma. Sie zählen zu den meistbesuchten Nationalparks Spaniens.
Wanderer finden hier ein Eldorado: markierte Wege führen durch Vulkankrater, über Bergkämme und durch Nebelwälder. Auf Lanzarote hat César Manrique mit Bauwerken wie den Jameos del Agua und dem Mirador del Río gezeigt, wie sich Kunst und Vulkanlandschaft verbinden lassen.
Küste & Strände
Die Strände der Kanaren sind so vielfältig wie die Inseln selbst. Auf Fuerteventura und im Süden Gran Canarias erstrecken sich helle, feine Sandstrände, während viele Strände Teneriffas und La Palmas aus schwarzem Vulkansand bestehen. Die Dünen von Maspalomas auf Gran Canaria bilden eine kleine Wüste direkt am Meer.
Dank des ganzjährig milden Klimas sind Badetage auch im europäischen Winter möglich. Das Meer ist durch den Atlantik allerdings kühler und wellenreicher als am Mittelmeer – ideal für Surfer, an den geschützten Buchten aber auch für Familien geeignet. Der stete Passatwind sorgt selbst im Hochsommer für angenehme Frische.
Kultur & Geschichte
Vor der spanischen Eroberung im 15. Jahrhundert bewohnten die Guanchen die Inseln – ein mit den nordafrikanischen Berbern verwandtes Volk, dessen Mumien, Höhlen und Felszeichnungen bis heute erforscht werden. Nach der Eroberung wurden die Kanaren zum Zwischenstopp auf dem Weg nach Amerika, was Städten wie La Laguna und Las Palmas kolonialen Reichtum brachte.
Ein besonderes kulturelles Erbe ist die Pfeifsprache Silbo Gomero auf La Gomera (UNESCO). Auf Lanzarote formte der Künstler und Umweltschützer César Manrique das moderne Gesicht der Insel und verhinderte den Wildwuchs von Hochhäusern. Karneval wird auf den Kanaren – allen voran in Santa Cruz de Tenerife und Las Palmas – so prachtvoll gefeiert wie kaum anderswo in Europa.
Kulinarik & Wein
Die kanarische Küche ist bodenständig und unverwechselbar. Ihr Wahrzeichen sind die Papas arrugadas – kleine, in Salzwasser gegarte „Runzelkartoffeln“, serviert mit den pikanten Saucen Mojo rojo (Paprika) und Mojo verde (Koriander). Als Beilage und Grundnahrungsmittel dient das Röstmehl Gofio, ein Erbe der Guanchen. Von der Küste kommen frischer Fisch und Meeresfrüchte, aus den Bergen kräftige Eintöpfe und Ziegenkäse.
Aus den vulkanischen Böden – besonders in der Weinregion La Geria auf Lanzarote, wo die Reben in Lavamulden wachsen – stammen aromatische Weine, vor allem der historische Malvasía. Als Dessert lockt der süße Palmenhonig aus La Gomera. In den Guachinches, einfachen bäuerlichen Weinlokalen Teneriffas, lässt sich diese Küche besonders authentisch genießen.
Beste Reisezeit
Die Kanaren sind ein echtes Ganzjahresziel. Dank des ausgeglichenen subtropischen Klimas liegen die Temperaturen das ganze Jahr über meist zwischen 20 und 28 Grad. Gerade der europäische Winter ist Hauptsaison, wenn die Inseln mit mildem, sonnigem Wetter locken, während es in Deutschland kalt und grau ist.
Im Sommer bleibt es dank des Passatwinds meist erträglich, nur gelegentlich bringt der heiße Saharawind „Calima“ Staub und Hitze. Zum Wandern sind Frühjahr und Herbst ideal. Ehrlich gesagt kann der Norden Teneriffas und La Palmas wolkiger und feuchter sein als der sonnensichere Süden – wer Sonnengarantie sucht, wählt die Südküsten.
Anreise & Mobilität
Alle großen Inseln – Teneriffa (TFS/TFN), Gran Canaria (LPA), Lanzarote (ACE) und Fuerteventura (FUE) – werden aus vielen deutschen Städten direkt angeflogen. Zwischen den Inseln verkehren günstige Inlandsflüge und Fähren, mit denen sich auch Inselhopping-Routen planen lassen. Wichtig bleibt die Zeitzone UTC+0, eine Stunde hinter dem Festland und Mitteleuropa.
Vor Ort ist ein Mietwagen die beste Wahl (Rechtsverkehr), um Vulkane, Bergdörfer und Strände zu erkunden – die Inseln sind gut ausgebaut, im Gebirge aber teils kurvenreich. Auf den größeren Inseln gibt es zudem ein zuverlässiges Busnetz (guagua).
Reisetipps & Geheimtipps
Für den Teide-Gipfel ist eine kostenlose Genehmigung nötig, wenn man das letzte Stück zu Fuß gehen möchte – rechtzeitig online reservieren. Ein Höhepunkt für Astronomiefreunde ist eine geführte Sternenbeobachtung auf La Palma oder am Teide, wo einige der besten Observatorien der Welt stehen. Wer Wale und Delfine sehen will, bucht eine nachhaltige Bootstour vor Teneriffas Südwestküste.
Geheimtipps sind die grünen Nebelwälder von La Gomera und dem Anaga-Gebirge auf Teneriffa, die Vulkanroute auf La Palma sowie die stillen Buchten El Hierros. Für authentische Küche lohnt der Besuch eines Guachinche auf Teneriffa – oft nur saisonal geöffnet und ein echtes Inselerlebnis.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Reisezeit für die Kanarischen Inseln?
Die Kanaren sind ein Ganzjahresziel mit Temperaturen meist zwischen 20 und 28 Grad. Der europäische Winter ist Hauptsaison mit mildem, sonnigem Wetter. Im Sommer bleibt es dank Passatwind erträglich; zum Wandern eignen sich Frühjahr und Herbst besonders.
Welche Kanareninsel passt zu welchem Urlaub?
Teneriffa bietet die größte Vielfalt mit dem Teide, Gran Canaria gilt als Miniaturkontinent, Lanzarote besticht durch Vulkane und Kunst, Fuerteventura durch Strände und Wind. La Palma, La Gomera und El Hierro sind grün, ruhig und ideal zum Wandern und für die Sternenbeobachtung.
Wie reist man am besten zu den Kanaren und zwischen den Inseln?
Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote und Fuerteventura werden direkt aus Deutschland angeflogen. Zwischen den Inseln verkehren günstige Inlandsflüge und Fähren. Beachten Sie die Zeitzone UTC+0. Vor Ort ist ein Mietwagen am flexibelsten, es gibt aber auch ein gutes Busnetz.
Sind die Kanaren auch im Winter ein gutes Reiseziel?
Ja, gerade im Winter. Während es in Mitteleuropa kalt ist, herrschen auf den Kanaren milde 20 bis 24 Grad. Badeurlaub, Wandern und Sightseeing sind ganzjährig möglich; das atlantische Meer ist allerdings kühler und wellenreicher als das Mittelmeer.
Was sollte man auf den Kanaren unbedingt sehen?
Zu den Höhepunkten zählen der Teide auf Teneriffa, die Dünen von Maspalomas auf Gran Canaria, der Timanfaya-Nationalpark und die Manrique-Werke auf Lanzarote, die Strände Fuerteventuras sowie die Caldera de Taburiente und der Sternenhimmel auf La Palma.
Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zu den Kanaren?
Offizielle Auskünfte bündelt Promotur Turismo Canarias über das Portal holaislascanarias.com. Die Kontaktdaten finden Sie unten auf dieser Seite; einen Überblick über das ganze Land bietet die Spanien-Übersicht.
Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Spanien, das nächstgelegene Festland Andalusien sowie die zweite spanische Inselgruppe Balearen. Weitere Ziele in der Übersicht Europa.