Region Prešov (Eperies)

Die Region Prešov (Prešovský kraj) im Nordosten der Slowakei ist die Region der großen Berge und der stillen Holzkirchen. Hier ragt die Hohe Tatra (Vysoké Tatry) mit den höchsten Gipfeln der Karpaten über den Ferienort Poprad, hier fließt ein Holzfloß durch die Dunajec-Schlucht der Pieniny. Dazu kommen die UNESCO-Städte Bardejov und Levoča, die Zipser Burg und die hölzernen Karpatenkirchen der Ruthenen. Bezahlt wird mit dem Euro. Beste Reisezeit für Wanderungen ist Juni bis September, für Skifahrer der Winter.

Die Region Prešov (Prešovský kraj) im Nordosten der Slowakei ist die bevölkerungsreichste des Landes und eine der landschaftlich großartigsten. Sie reicht von den vergletscherten Gipfeln der Hohen Tatra über die historische Landschaft Zips bis in die waldigen Karpatenhügel an der Grenze zu Polen und der Ukraine.
Für Reisende ist sie ein Sehnsuchtsziel für Bergfreunde und Kulturreisende: Hochgebirge, mittelalterliche Städte, Burgen und eine einzigartige Tradition hölzerner Kirchen. Amtssprache ist Slowakisch; im Osten leben Ruthenen und Ukrainer, deren griechisch-katholische und orthodoxe Kultur die Region prägt.
Wichtig zu wissen: Die Slowakei gehört zur EU, zum Schengenraum und zur Eurozone. Bezahlt wird mit dem Euro, meist bequem per Karte. Für die Einreise genügt Deutschen der Personalausweis.
Region & Lage
Der Prešovský kraj erstreckt sich über den gesamten Nordosten der Slowakei. Im Norden bildet die Hohe Tatra die Grenze zu Polen; östlich schließen die Zips (Spiš), die Šariš-Region um Prešov und die waldigen Ostkarpaten an der Grenze zur Ukraine an. Flüsse wie Poprad, Torysa und Ondava durchziehen das hügelige Land.
Die Hohe Tatra um Poprad gehört ganz zu dieser Region – das höchste Gebirge der Slowakei und der gesamten Karpaten. Nach Westen grenzt der Kraj an die Region Žilina, deren Berge der Niederen und Westtatra sich anschließen. Verkehrszentrum ist Poprad mit Bahn, Autobahn und einem kleinen Flughafen.
Hohe Tatra – Dach der Karpaten
Die Hohe Tatra (Vysoké Tatry) ist ein alpines Hochgebirge auf engstem Raum: schroffe Granitgipfel, tiefe Kare und über hundert Bergseen. Höchster Berg ist der Gerlachovský štít (2.655 m), das Dach der Slowakei. Von den Ferienorten Štrbské Pleso, Starý Smokovec und Tatranská Lomnica führen Seilbahnen, Zahnradbahnen und die berühmte Tatra-Elektrische in die Höhe.
Wanderer erwarten Bergseen wie das Štrbské Pleso, Wasserfälle und anspruchsvolle Gipfeltouren; im Winter locken die Skigebiete. Als sensibler Nationalpark ist die Tatra streng geschützt – Wandern nur auf markierten Wegen, im Hochgebirge zeitweise mit Bergführer. Poprad ist zugleich Tor zum Aquapark und zur historischen Zipser Altstadt Spišská Sobota.
Pieniny & Dunajec-Floßfahrt
Im Norden, an der Grenze zu Polen, durchbricht der Fluss Dunajec das Kalkgebirge der Pieniny in einer wildromantischen Schlucht. Ein Höhepunkt ist die traditionelle Floßfahrt auf zusammengebundenen Holzflößen, die von Flößern in Tracht durch die Windungen zwischen den bis zu 300 Meter hohen Felswänden gesteuert werden.
Ausgangspunkt ist das Rotkloster (Červený Kláštor), ein altes Kartäuserkloster am Flussufer. Die Pieniny sind ein grenzüberschreitender Nationalpark; Wander- und Radwege verbinden die slowakische mit der polnischen Seite.
Bardejov & die Zipser Städte
Die Region ist reich an mittelalterlichen Städten. Bardejov im Nordosten ist UNESCO-Welterbe: ein makellos erhaltenes gotisches Städtchen mit ummauertem Marktplatz, gotischen Bürgerhäusern, dem prächtigen Rathaus und der Ägidiuskirche mit ihren geschnitzten Altären. Am Stadtrand liegt das idyllische Kurbad Bardejovské Kúpele mit einem Freilichtmuseum.
In der Zips glänzt Levoča, ebenfalls UNESCO-Welterbe, mit vollständiger Stadtmauer und der Jakobskirche, die den höchsten geschnitzten gotischen Flügelaltar der Welt von Meister Paul von Leutschau birgt. Kežmark mit seiner hölzernen Artikularkirche und Stará Ľubovňa mit seiner Burg ergänzen die Reihe.
Zipser Burg & Burgenland
Weithin sichtbar erhebt sich über der Zips die gewaltige Zipser Burg (Spišský hrad), eine der größten Burgruinen Mitteleuropas und UNESCO-Welterbe. Zusammen mit dem Kirchenstädtchen Spišská Kapitula, dem Ort Žehra mit seiner romanischen Kirche und dem Naturschutzgebiet des Dreveník bildet sie ein einzigartiges Ensemble.
Die weite Kalklandschaft mit ihren Wehrkirchen und Adelssitzen erzählt von der reichen Geschichte der deutschen Zipser Sachsen, die diese Region einst besiedelten. Die Burg ist frei begehbar und bietet einen grandiosen Rundblick.
Holzkirchen & ruthenische Kultur
Ein einzigartiger Schatz sind die hölzernen Kirchen der Karpaten, von denen mehrere zum UNESCO-Welterbe zählen. In den stillen Dörfern der Ostkarpaten stehen kleine, ganz aus Holz gefügte griechisch-katholische und orthodoxe Kirchen mit ihren typischen mehrfachen Zwiebeltürmen – Zeugnisse der ruthenischen (russinischen) Kultur.
Diese Ostkarpaten um Snina, Medzilaborce und den Nationalpark Poloniny sind eine der ursprünglichsten Gegenden Mitteleuropas mit Urwäldern (ebenfalls UNESCO) und dunklem Sternenhimmel. In Medzilaborce erinnert ein Museum an Andy Warhol, dessen Familie von hier stammt.
Slowakisches Paradies & Natur
Im Südwesten reicht die Region an den Nationalpark Slowakisches Paradies (Slovenský raj) heran, dessen nördlicher Teil hier liegt (der größere Teil gehört zur Region Košice). Wildromantische Schluchten mit Leitern, Stegen und Wasserfällen machen ihn zu einem Wanderabenteuer.
Dazu kommen die Belianska-Tropfsteinhöhle in der Tatra und die weiten Wälder der Region, in denen Bären, Wölfe und Luchse leben. Die Natur ist hier großartig und vielfältig.
Beste Reisezeit & Anreise
Für Bergwanderungen ist Juni bis September ideal, wenn die Hochlagen der Tatra schneefrei sind; der Winter lockt Skifahrer nach Štrbské Pleso und Tatranská Lomnica. Die Floßfahrt auf dem Dunajec ist von Frühjahr bis Herbst möglich, die Städte lohnen ganzjährig.
Poprad ist per Autobahn, Bahn und über einen kleinen Flughafen erreichbar; von Bratislava sind es rund vier Stunden. Für die slowakischen Autobahnen ist die elektronische Vignette (eZnámka) nötig – im Hochgebirge sind feste Schuhe und wetterfeste Kleidung Pflicht. Gezahlt wird mit dem Euro.
Reisetipps & Geheimtipps
Kombinieren Sie zwei bis drei Tage in der Hohen Tatra mit einem Besuch der Zipser Burg und der UNESCO-Städte Levoča und Bardejov. Die Floßfahrt durch die Dunajec-Schlucht ist ein unvergessliches Erlebnis für einen halben Tag.
Als Geheimtipp gelten die hölzernen Karpatenkirchen der Ostkarpaten, die Urwälder des Nationalparks Poloniny und das Kurbad Bardejovské Kúpele. Wer mehr Zeit hat, verbindet die Region mit dem benachbarten Košice im Süden, Žilina im Westen oder Banská Bystrica im Südwesten.
Häufige Fragen
Was macht die Region Prešov als Reiseziel besonders?
Der Prešovský kraj im Nordosten der Slowakei vereint die Hohe Tatra, das höchste Gebirge der Karpaten, mit der Dunajec-Floßfahrt in den Pieniny, den UNESCO-Städten Bardejov und Levoča, der Zipser Burg und den hölzernen Karpatenkirchen. Er ist ideal für Bergwandern und Kulturreisen. Bezahlt wird mit dem Euro.
Gehört die Hohe Tatra zur Region Prešov?
Ja. Die Hohe Tatra (Vysoké Tatry) mit dem Ferienzentrum Poprad und den Orten Štrbské Pleso, Starý Smokovec und Tatranská Lomnica gehört zur Region Prešov. Hier steht mit dem Gerlachovský štít (2.655 m) der höchste Berg der Slowakei. Nach Westen grenzt das Gebirge an die Region Žilina.
Was ist die Dunajec-Floßfahrt in den Pieniny?
In den Pieniny an der polnischen Grenze durchbricht der Fluss Dunajec das Kalkgebirge in einer engen Schlucht. Auf zusammengebundenen Holzflößen steuern Flößer in Tracht die Besucher durch die Windungen zwischen bis zu 300 Meter hohen Felswänden. Ausgangspunkt ist das Rotkloster (Červený Kláštor).
Welche UNESCO-Welterbestätten gibt es in der Region?
Gleich mehrere: die gotische Stadt Bardejov, die Stadt Levoča mit dem höchsten geschnitzten gotischen Flügelaltar der Welt, die Zipser Burg (Spišský hrad) mit ihrem Umfeld sowie mehrere hölzerne Karpatenkirchen und die Buchenurwälder des Nationalparks Poloniny. Damit ist Prešov eine der an Welterbe reichsten Regionen des Landes.
Was hat es mit den Holzkirchen und der ruthenischen Kultur auf sich?
In den Dörfern der Ostkarpaten stehen kleine, ganz aus Holz gefügte griechisch-katholische und orthodoxe Kirchen mit mehrfachen Zwiebeltürmen. Sie sind Zeugnisse der ruthenischen (russinischen) Kultur, die im Osten der Region bis heute lebendig ist. Mehrere dieser Kirchen zählen zum UNESCO-Welterbe.
Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zur Slowakei?
Offizielle Auskünfte gibt die Slowakische Zentrale für Tourismus (Slovakia Travel), die das Land in Deutschland vertritt; Adresse und Kontakt finden Sie unten auf dieser Seite. Das offizielle Reiseportal ist slovakia.travel. Einen Überblick über das Land bietet die Slowakei-Übersicht.
Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Slowakei, die Nachbarregionen Košice im Süden, Žilina im Westen und Banská Bystrica im Südwesten sowie weitere Ziele in der Übersicht Europa.