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Wallis

Illustration des Matterhorns über Zermatt im Wallis, gespiegelt in einem Bergsee

Das Wallis ist der Kanton der Superlative: Hier steht das Matterhorn, das berühmteste Bergmassiv der Welt, hier liegen der Aletschgletscher – der größte der Alpen – und 45 der 48 Viertausender der Schweiz. Entlang des Rhonetals reihen sich Zermatt, Saas-Fee, Crans-Montana, Verbier und das Thermaldorf Leukerbad. Der zweisprachige Kanton (Französisch und Deutsch) ist zudem das größte Weinbaugebiet des Landes. Gezahlt wird mit dem Schweizer Franken.

Landkarte Wallis
Landkarte Wallis

Das Wallis (französisch Valais) ist ein langgestreckter Bergkanton im Süden der Schweiz, der dem Lauf der jungen Rhone vom Rhonegletscher bis zum Genfersee folgt. Zu beiden Seiten des breiten Haupttals türmen sich zwei mächtige Gebirgsketten auf: die Walliser und die Berner Alpen. Nirgends in der Schweiz stehen so viele hohe Gipfel – 45 der 48 Viertausender des Landes liegen hier, allen voran das unverwechselbare Matterhorn.

Das Wallis ist zweisprachig: Im westlichen Unterwallis um die Hauptstadt Sitten wird Französisch gesprochen, im östlichen Oberwallis Deutsch. Der Kanton ist ausgesprochen sonnenreich und trocken – historisch bewässerten die Bauern ihre Felder über ein Jahrhunderte altes Kanalsystem, die „Suonen“ (Bisses). Bezahlt wird mit dem Schweizer Franken; die Schweiz gehört zum Schengen-Raum, aber nicht zur EU.

Sitten (Sion) und das Rhonetal

Die Kantonshauptstadt Sitten (französisch Sion) ist eine der ältesten besiedelten Städte der Schweiz und wird von zwei markanten Felshügeln überragt: Auf dem einen thront die Burgruine Tourbillon, auf dem anderen die Wallfahrtskirche Valère mit einer der ältesten spielbaren Orgeln der Welt. Die sonnenverwöhnte Altstadt und die umliegenden Rebhänge machen Sion zu einem lohnenden Zwischenstopp.

Das breite Rhonetal bildet die Lebensader des Kantons. Hier reihen sich Städtchen wie Martigny mit seinen römischen Ausgrabungen, Sierre und Brig mit dem prächtigen Stockalperschloss aneinander. Von der Talachse zweigen die Seitentäler ab, die zu den großen Bergorten hinaufführen.

Zermatt und das Matterhorn

Zermatt ist das Herzstück des Walliser Tourismus. Das autofreie Bergdorf am Fuße des Matterhorns (4.478 m) zählt zu den berühmtesten Ferienorten der Welt. Die pyramidenförmige Silhouette des „Horu“ prägt jeden Blick und ist seit der Erstbesteigung 1865 ein Sinnbild der Alpen. Von Zermatt führen Bergbahnen bis zum Matterhorn Glacier Paradise auf 3.883 Meter – dem höchsten Bergbahnpunkt Europas.

Das Skigebiet ist grenzüberschreitend mit dem italienischen Cervinia verbunden und dank Gletscher ganzjährig befahrbar. Im Sommer locken der Gornergrat mit seiner historischen Zahnradbahn, der Fünf-Seen-Weg und hochalpine Touren. Das Matterhorn spiegelt sich klassisch im Riffelsee – eines der meistfotografierten Motive der Schweiz.

Aletschgletscher und die Viertausender

Im Oberwallis liegt der Große Aletschgletscher, mit rund 20 Kilometern Länge der größte Gletscher der Alpen. Er bildet das Kernstück des UNESCO-Welterbes „Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch“. Von Aussichtspunkten wie dem Eggishorn, dem Bettmerhorn oder der Belalp öffnet sich ein überwältigender Blick auf den mächtigen Eisstrom, gesäumt von uralten Arven des Aletschwaldes.

Rund um das Tal stehen Gipfel wie der Dom (mit 4.545 m der höchste vollständig auf Schweizer Boden liegende Berg), das Weisshorn und der Grand Combin. Für Bergsteiger ist das Wallis ein Traumrevier, für Wanderer bieten die Höhenwege spektakuläre Ausblicke auf die vergletscherte Bergwelt.

Saas-Fee, Crans-Montana und Verbier

Saas-Fee, das „Gletscherdorf“, ist von einem Kranz aus dreizehn Viertausendern umgeben und ebenfalls autofrei. Sein Gletscherskigebiet erlaubt Wintersport bis in den Sommer. Crans-Montana auf einer sonnigen Hochterrasse über dem Rhonetal verbindet mondänen Ski- und Golftourismus mit weitem Blick auf die Walliser Alpen.

Im Unterwallis liegt Verbier, das Aushängeschild der riesigen Skiregion „4 Vallées“ und ein Hotspot für Freerider. Weitere bekannte Orte sind Nendaz, Grächen und das Val d’Anniviers. Gemeinsam machen sie das Wallis zu einer der bedeutendsten Winterdestinationen der Alpen.

Leukerbad und die Walliser Thermen

Leukerbad ist das größte Thermalbad- und Wellnessresort der Alpen. Täglich sprudeln hier Millionen Liter warmen Quellwassers aus dem Berg, das mehrere Bäder speist. Eingerahmt von den senkrechten Felswänden der Gemmi bietet der Ort eine spektakuläre Kulisse für entspannte Badetage – schon Goethe und Maupassant kurten hier.

Auch Brigerbad und Ovronnaz laden zum Baden in warmem Bergwasser. Die Kombination aus sportlicher Bergwelt und wohltuenden Thermen macht das Wallis zu einem Ziel, das Aktivität und Erholung verbindet. Nach einer Wanderung über die Gemmi ist ein Bad im warmen Wasser der ideale Ausklang.

Walliser Wein und die Suonen

Das Wallis ist das größte Weinbaugebiet der Schweiz. An den sonnigen Steilhängen des Rhonetals gedeihen über fünfzig Rebsorten, allen voran der weiße Fendant (Chasselas) und der rote Dôle. Die terrassierten Weinberge, teils an schwindelerregend steilen Lagen, prägen das Landschaftsbild rund um Sitten, Sierre und Martigny.

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Bewässert werden Reben und Wiesen bis heute teils über die Suonen (Bisses) – jahrhundertealte Wasserkanäle, die das Schmelzwasser aus den Bergen an die trockenen Hänge leiten. Entlang dieser Kanäle führen heute beliebte, meist ebene Wanderwege, die kühle Schatten und stete Wasserbegleitung bieten.

Walliser Küche: Raclette, Cholera und Trockenfleisch

Das Wallis ist die Heimat des Raclette: Der würzige Bergkäse wird am Feuer geschmolzen und mit Kartoffeln, Essiggurken und Silberzwiebeln serviert. Ebenso typisch ist das luftgetrocknete Walliser Trockenfleisch (Viande séchée), das mit Roggenbrot und Käse zur zünftigen Brettljause gehört.

Eine regionale Spezialität ist die Cholera, ein herzhafter gedeckter Kuchen mit Kartoffeln, Käse, Lauch und Äpfeln. Dazu passt ein Glas Fendant. Süß bekannt sind die Aprikosen aus dem Rhonetal, die im Sommer die Märkte füllen und zu Konfitüre und Schnaps verarbeitet werden.

Beste Reisezeit für das Wallis

Das Wallis ist ein Ganzjahresziel und gilt als eine der sonnigsten und trockensten Regionen der Alpen. Die Skisaison reicht von Dezember bis April, auf den Gletschern von Zermatt und Saas-Fee ganzjährig. Der Sommer von Juni bis September ist ideal zum Wandern, wenn die Höhenwege und Suonen begehbar sind.

Der Frühling bringt die Aprikosenblüte im Tal, der Herbst goldene Lärchen und Weinlese. In den Zwischensaisons November und Mai ruhen viele Bergbahnen. Wer hohe Alpenpässe wie Furka, Grimsel oder Nufenen befahren will, muss beachten, dass diese meist erst ab Ende Mai/Juni geöffnet sind.

Anreise, Vignette & Praktisches

Das Wallis ist gut mit der Bahn erschlossen: Der Lötschberg-Basistunnel verbindet Bern in kurzer Zeit mit Brig, von wo Regionalzüge und Bergbahnen in die Seitentäler führen. Zermatt und Saas-Fee sind autofrei und werden per Bahn beziehungsweise Postauto und Parkhaus erreicht. Nächstgelegene Flughäfen sind Genf und Zürich.

Wer mit dem Auto kommt, braucht auf Schweizer Autobahnen die Autobahnvignette (rund 40 CHF pro Jahr). Da die Schweiz nicht zur EU-Zollunion gehört, gelten an der Grenze Zollfreigrenzen. Für die Einreise genügt EU-Bürgern der Personalausweis; bezahlt wird mit dem Franken, Kartenzahlung ist verbreitet.

Häufige Fragen


Was muss man über das Wallis wissen?

Das Wallis ist ein langer Bergkanton im Süden der Schweiz entlang der Rhone. Hier stehen das Matterhorn und 45 der 48 Schweizer Viertausender sowie der Aletschgletscher, der größte der Alpen. Der Kanton ist zweisprachig (Französisch und im Oberwallis Deutsch), sehr sonnig und das größte Weinbaugebiet der Schweiz. Gezahlt wird mit dem Franken.


Was sind die schönsten Reiseziele im Wallis?

Höhepunkte sind Zermatt mit dem Matterhorn, der Aletschgletscher (UNESCO-Welterbe), Saas-Fee, Crans-Montana und Verbier, das Thermaldorf Leukerbad, die Hauptstadt Sitten mit ihren Burghügeln sowie die Weinberge und Suonen entlang des Rhonetals.


Wann ist die beste Reisezeit für das Wallis?

Die Skisaison reicht von Dezember bis April, auf den Gletschern von Zermatt und Saas-Fee ganzjährig. Der Sommer von Juni bis September ist ideal zum Wandern. Das Wallis ist besonders sonnig und trocken. Hohe Alpenpässe öffnen meist erst ab Ende Mai oder Juni.


Welche Sprachen spricht man im Wallis?

Das Wallis ist zweisprachig. Im westlichen Unterwallis rund um die Hauptstadt Sitten wird Französisch gesprochen, im östlichen Oberwallis um Brig, Zermatt und Saas-Fee Deutsch (Walliserdeutsch). Mit beiden Sprachen kommt man im ganzen Kanton gut zurecht.


Was sollte man im Wallis essen?

Typisch sind Raclette und Walliser Trockenfleisch, dazu die herzhafte Cholera, ein gedeckter Kuchen mit Kartoffeln, Käse und Äpfeln. Zum Essen passt ein Glas Fendant. Im Sommer sind die Aprikosen aus dem Rhonetal eine Spezialität.


Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zum Wallis?

Offizielle Auskünfte gibt Valais/Wallis Promotion in Sitten. Kontaktadresse und Website finden Sie unten auf dieser Seite; einen Überblick über das ganze Land bietet die Schweiz-Übersicht.


Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Schweiz, die Nachbarkantone Bern und Waadt sowie weitere Ziele in der Übersicht Europa.