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Neuenburg

Illustration von Neuenburg am Neuenburgersee mit Schloss und Stiftskirche vor dem Jura

Der Kanton Neuenburg (französisch Neuchâtel) liegt in der Westschweiz am Nordwestufer des Neuenburgersees, des größten ganz in der Schweiz gelegenen Sees. Er reicht von den sonnigen Rebhängen am Wasser über ein grünes Plateau bis hinauf in den Jura mit dem eindrucksvollen Felskessel Creux du Van. Die honigfarbene Altstadt von Neuenburg, die Uhrenstädte La Chaux-de-Fonds und Le Locle sowie das Val-de-Travers, die Wiege des Absinths, prägen den französischsprachigen Kanton. Gezahlt wird mit dem Schweizer Franken.

Landkarte Neuenburg
Landkarte Neuenburg

Neuenburg gehört zur Region der drei Seen (Trois-Lacs) und erstreckt sich vom Ufer des Neuenburgersees bis auf die Höhen des Neuenburger Juras. Der Kanton ist überschaubar, aber landschaftlich abwechslungsreich: unten Weinberge und Seepromenaden, oben Hochtäler, Tannenwälder und die berühmten Uhrmacherstädte.

Für Reisende ist Neuenburg ein stiller, kultivierter Kanton mit gelber Sandsteinarchitektur, einer langen Uhrmachertradition und viel Natur. Die Schweiz gehört zum Schengen-Raum, aber nicht zur EU. Bezahlt wird mit dem Schweizer Franken. Gut mit der Bahn erschlossen, eignet sich der Kanton bestens für eine entspannte Entdeckungsreise abseits der großen Touristenströme.

Die Altstadt von Neuenburg

Die Kantonshauptstadt Neuenburg liegt malerisch am See und wird von einem gelben Sandstein geprägt, der ihr einen warmen, mediterranen Ton verleiht. Über der Altstadt thronen das Schloss und die romanisch-gotische Stiftskirche (Collégiale) mit ihrem farbigen Ziegeldach und dem berühmten Kenotaph der Grafen von Neuenburg.

Enge Gassen, Brunnen und Bürgerhäuser laden zum Bummeln ein, der Gefängnisturm bietet einen weiten Blick über See und Alpen. Im Musée d’art et d’histoire faszinieren die weltberühmten Androiden der Uhrmacherfamilie Jaquet-Droz, kunstvolle mechanische Puppen aus dem 18. Jahrhundert. Neuenburg ist zudem eine lebendige Universitätsstadt.

Der Neuenburgersee und die drei Seen

Der Neuenburgersee ist der größte See, der vollständig auf Schweizer Boden liegt. Seine sonnigen Nordufer sind von Rebbergen gesäumt, während das flache Südufer mit der Grande Cariçaie eines der bedeutendsten Feuchtgebiete des Landes bildet – ein Paradies für Vögel und Naturfreunde.

Zusammen mit dem Bieler- und dem Murtensee gehört er zur Ferienregion der drei Seen, die durch Kanäle verbunden sind. Schifffahrten, Bade- und Segelplätze sowie Uferwege machen die Seenlandschaft zu einem beliebten Ziel im Sommer. Die Sonnenseite des Sees zählt zu den mildesten Gegenden der Westschweiz.

La Chaux-de-Fonds und Le Locle: das Uhrmacher-Erbe

Hoch im Jura liegen die Zwillingsstädte La Chaux-de-Fonds und Le Locle, deren schachbrettartige Stadtanlage von der UNESCO als Welterbe der „Uhrmacher-Stadtplanung“ ausgezeichnet wurde. Ganze Quartiere wurden im 19. Jahrhundert konsequent auf die Bedürfnisse der Heimarbeit und der Uhrenmanufakturen ausgerichtet.

La Chaux-de-Fonds ist die Geburtsstadt des Architekten Le Corbusier und beherbergt mit dem Musée International d’Horlogerie eines der bedeutendsten Uhrenmuseen der Welt. Bis heute schlägt hier das Herz der Schweizer Uhrenindustrie, viele renommierte Marken haben in den Jura-Städten ihren Sitz.

Der Creux du Van

Das spektakulärste Naturdenkmal des Kantons ist der Creux du Van, ein gewaltiger felsiger Talkessel mit einer fast senkrechten Wand von rund 160 Metern Höhe und einem Kilometer Breite. Der hufeisenförmige Amphitheater-Kessel entstand durch Erosion und zählt zu den eindrücklichsten Landschaftsformen des Juras.

Vom Grat eröffnet sich ein weiter Blick über die Alpen und das Mittelland. In der Umgebung leben Gämsen, Steinböcke und Murmeltiere. Wanderwege führen vom Val-de-Travers hinauf zur Ferme Robert und über den Kessel – eine der beliebtesten Bergwanderungen der Westschweiz.

Das Val-de-Travers und der Absinth

Im Val-de-Travers wurde einst die „grüne Fee“ geboren: Das Hochtal gilt als Ursprungsort des Absinths, der hier seit dem 18. Jahrhundert gebrannt wird. Nach dem langen Verbot ist die Herstellung heute wieder erlaubt, und in Distillerien und der Maison de l’Absinthe lässt sich die bewegte Geschichte des Kräuterschnapses entdecken.

Das Tal bietet zudem die romantischen Areuse-Schluchten, den unterirdischen See der Grotten und ein Bergwerk. Ausgangspunkt ist das gut erhaltene Städtchen Môtiers. Wanderungen und der historische Zug lassen die stille Schönheit des Neuenburger Juras erleben.

Wein aus Neuenburg

Die sonnigen Hänge über dem See sind seit Jahrhunderten dem Weinbau gewidmet. Neuenburg ist bekannt für seinen frischen weißen Neuchâtel aus der Chasselas-Traube und den charakteristischen Rosé Œil-de-Perdrix (Rebhuhnauge), der hier seinen Ursprung hat.

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Eine Besonderheit ist die „Non filtré“, ein junger, ungefilterter Weißwein, der jeweils im Januar auf den Markt kommt. Winzerdörfer wie Auvernier, Cortaillod und Boudry laden zur Degustation ein. Ein Glas Neuenburger auf einer Seeterrasse gehört zu den schönsten Genüssen der Region.

Das Laténium und die Geschichte am See

Am Seeufer bei Hauterive liegt das Laténium, das größte archäologische Museum der Schweiz. Es erzählt in einem weitläufigen Park und modernen Ausstellungshallen 50.000 Jahre Menschheitsgeschichte – vom Neandertaler bis ins Mittelalter.

Namensgebend ist die eisenzeitliche La-Tène-Kultur, die an dieser Stelle im 19. Jahrhundert entdeckt wurde und einer ganzen keltischen Epoche ihren Namen gab. Nachbauten von Pfahlbauten und ein Einbaum am Ufer machen die Vergangenheit der Seenregion anschaulich erlebbar.

Beste Reisezeit für Neuenburg

Die beste Zeit für Neuenburg ist von April bis Oktober. Im Frühling und Sommer laden See und Weinberge zum Verweilen ein, im Sommer sind die Höhen des Juras angenehm kühl. Der Herbst färbt die Reben und Wälder und beschert klare Sicht auf die Alpenkette.

Auch der Winter hat seinen Reiz: Der Neuenburger Jura ist ein ruhiges Langlauf- und Schneeschuhgebiet, und die Städte bieten Museen und Kultur. Wer die „Non filtré“ verkosten möchte, reist im Januar an. So lohnt sich Neuenburg zu jeder Jahreszeit.

Anreise, Vignette & Praktisches

Neuenburg ist gut mit der Bahn erreichbar und liegt an der Linie zwischen der Schweiz, Bern und dem Genferseebogen. Regionalbahnen und Postautos erschließen den Jura und die Uhrenstädte. Die nächsten großen Flughäfen sind Genf und Zürich.

Wer mit dem Auto anreist, braucht für die Schweizer Autobahnen die Autobahnvignette (rund 40 CHF pro Jahr). Da die Schweiz nicht zur EU-Zollunion gehört, gelten an der Grenze Zollfreigrenzen. Bezahlt wird mit dem Franken; Karten werden fast überall akzeptiert. Für die Einreise genügt EU-Bürgern der Personalausweis.

Häufige Fragen


Was muss man über den Kanton Neuenburg wissen?

Neuenburg (Neuchâtel) liegt in der Westschweiz am größten ganz in der Schweiz gelegenen See. Der Kanton ist französischsprachig und reicht von den Rebhängen am Wasser bis in den Neuenburger Jura mit dem Creux du Van. Berühmt ist er für seine Uhrenindustrie. Gezahlt wird mit dem Schweizer Franken.


Was sind die schönsten Sehenswürdigkeiten im Kanton Neuenburg?

Höhepunkte sind die gelbe Altstadt von Neuenburg mit Schloss und Stiftskirche, der Felskessel Creux du Van, die UNESCO-Uhrenstädte La Chaux-de-Fonds und Le Locle mit dem Uhrenmuseum, das Val-de-Travers als Heimat des Absinths sowie das archäologische Laténium am See.


Wann ist die beste Reisezeit für Neuenburg?

April bis Oktober ist ideal für See, Weinberge und Wanderungen im Jura. Der Herbst besticht mit farbigen Reben und klarer Alpensicht. Im Winter locken Langlauf und Schneeschuhwandern auf den Höhen, und im Januar wird der junge ungefilterte Weißwein „Non filtré“ verkostet.


Warum ist Neuenburg für Uhren berühmt?

Im Neuenburger Jura entstand seit dem 18. Jahrhundert eine dichte Uhrmacherindustrie. Die Städte La Chaux-de-Fonds und Le Locle wurden für ihre auf die Uhrmacherei ausgerichtete Stadtplanung zum UNESCO-Welterbe erklärt. Das Musée International d’Horlogerie zählt zu den bedeutendsten Uhrenmuseen der Welt.


Was sollte man im Kanton Neuenburg essen und trinken?

Bekannt ist der frische weiße Neuchâtel aus der Chasselas-Traube und der Rosé Œil-de-Perdrix, der hier seinen Ursprung hat. Dazu passen Seefische und Käse. Als Digestif dient der wiederentdeckte Absinth aus dem Val-de-Travers, die berühmte „grüne Fee“.


Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zu Neuenburg?

Offizielle Auskünfte gibt Tourisme neuchâtelois. Kontaktadresse und Website finden Sie unten auf dieser Seite; einen Überblick über das ganze Land bietet die Schweiz-Übersicht.


Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Schweiz, die Nachbarkantone Bern und Waadt sowie weitere Ziele in der Übersicht Europa.