Jura

Der Kanton Jura ist der jüngste der Schweiz, 1979 als eigenständiger Stand aus dem Kanton Bern hervorgegangen. Er liegt im Nordwesten des Landes, ist französischsprachig und katholisch geprägt und besteht aus sanften Jurahöhen, tiefen Wäldern und dem weiten Hochplateau der Freiberge. Der mäandrierende Fluss Doubs bildet die Grenze zu Frankreich, das mittelalterliche Städtchen Saint-Ursanne und die Schlossstadt Porrentruy zählen zu den Höhepunkten. Berühmt sind die Freiberger Pferde. Gezahlt wird mit dem Schweizer Franken.

Jura liegt im Nordwesten der Schweiz, eingebettet zwischen den langen Höhenzügen des Faltenjuras und dem Doubs. Der Kanton ist ländlich, weitläufig und dünn besiedelt – eine Landschaft aus Weiden, Tannen, Trockenmauern und stillen Tälern, in der die Zeit langsamer zu vergehen scheint.
Für Reisende ist Jura ein Geheimtipp für Ruhe und Natur. Die Schweiz gehört zum Schengen-Raum, aber nicht zur EU. Bezahlt wird mit dem Schweizer Franken. Von der Hauptstadt Delémont führen Bahnlinien in die Region; wer die Freiberge und das Doubs-Tal erkunden möchte, ist mit Regionalzug, Postauto oder zu Fuß bestens unterwegs.
Die Freiberge und ihre Pferde
Das Herz des Kantons ist das Hochplateau der Freiberge (Franches-Montagnes) auf rund 1.000 Metern Höhe. Weite Weiden, von Trockenmauern und einzelnen Wettertannen durchsetzt, prägen diese sanfte, offene Landschaft, die an eine Hochebene erinnert.
Berühmt sind die Freiberger Pferde, die einzige noch existierende Pferderasse der Schweiz, die hier gezüchtet wird und oft frei über die Weiden zieht. Der Hauptort Saignelégier ist Schauplatz des traditionsreichen Marché-Concours, des größten Pferdefests des Landes. Kutschfahrten und Reitwege erschließen die Region.
Der Doubs und seine Schluchten
Der Doubs windet sich in großen Schleifen durch tiefe, bewaldete Schluchten und bildet über weite Strecken die natürliche Grenze zu Frankreich. Das grüne Flusstal ist ein Paradies für Kanufahrer, Angler und Wanderer, die auf schmalen Pfaden dem Wasser folgen.
Aussichtspunkte wie die Corniche du Jura eröffnen weite Blicke über die Flussschleifen. Kleine Stauseen, alte Mühlen und stille Weiler säumen den Lauf. Der Doubs verbindet den Jura mit dem benachbarten Frankreich und lädt zu grenzüberschreitenden Ausflügen ein.
Saint-Ursanne, die Perle am Doubs
Das mittelalterliche Städtchen Saint-Ursanne gilt als Perle des Juras. Malerisch schmiegt es sich an einer Doubs-Schleife an den Hang, umgeben von Felswänden. Eine alte Steinbrücke, enge Gassen, Torbögen und Bürgerhäuser verleihen dem Ort ein geschlossenes historisches Bild.
Mittelpunkt ist die romanisch-gotische Stiftskirche mit ihrem stimmungsvollen Kreuzgang, benannt nach dem Eremiten Ursicinus. Vom Ort führt ein steiler Weg hinauf zur Einsiedelei in der Felswand. Im Sommer beleben Kanufahrer und das mittelalterliche Fest Médiévales das kleine Städtchen.
Porrentruy und die Ajoie
Im Norden, in der fruchtbaren Ebene der Ajoie, liegt Porrentruy, die zweite Stadt des Kantons. Über ihr thront das mächtige Schloss der einstigen Fürstbischöfe von Basel mit dem markanten Refousturm, das heute das Zentrum überragt.
Die hübsche Altstadt mit Brunnen, Toren und dem botanischen Garten lädt zum Bummeln ein. Berühmt ist die Region für ihre Dinosaurierspuren: Bei Bauarbeiten kamen Tausende versteinerte Fußabdrücke zutage, die im Paläontologie-Projekt Paléojura anschaulich präsentiert werden.
Delémont, die Hauptstadt
Die Kantonshauptstadt Delémont (Delsberg) liegt in einem weiten Tal an der Sorne. Ihre kleine, gepflegte Altstadt mit Brunnen, Toren und dem ehemaligen fürstbischöflichen Schloss bildet den historischen Kern der jungen Kantonsmetropole.
Delémont ist Verwaltungs- und Bahnknotenpunkt und guter Ausgangsort für Ausflüge in die Freiberge und ins Doubs-Tal. Das Musée jurassien d’art et d’histoire erzählt die bewegte Geschichte des Juras und seinen langen Weg zur Eigenständigkeit als jüngster Kanton der Schweiz.
Grotten, Höhlen und Naturerlebnisse
Der Jura ist ein Kalkgebirge und entsprechend reich an unterirdischen Wundern. Die Grotten von Réclère nahe der französischen Grenze zählen mit ihren Tropfsteinen zu den schönsten der Schweiz; nebenan lädt ein Prähisto-Park mit lebensgroßen Sauriermodellen zum Spaziergang ein.
Moorlandschaften wie der Étang de la Gruère, ein romantischer Weiher inmitten von Hochmooren, und ausgedehnte Wälder machen den Kanton zu einem Ziel für Naturfreunde. Wander- und Radwege, im Winter Loipen, erschließen die stille, unberührte Landschaft.
Kulinarik: Tête de Moine und Damassine
Die kulinarische Spezialität des Juras ist der Tête de Moine, ein würziger Klosterkäse, der traditionell nicht geschnitten, sondern mit der Girolle zu zarten Rosetten geschabt wird. Er stammt aus der Abtei Bellelay und ist heute weit über die Region hinaus bekannt.
Aus der Ajoie kommt die Damassine, ein feiner Edelbrand aus einer alten Pflaumensorte mit geschützter Herkunft. Dazu gibt es herzhafte Wurst- und Fleischspezialitäten, Forellen aus dem Doubs und regionale Produkte aus den Hofläden der Freiberge.
Beste Reisezeit für Jura
Die beste Zeit für den Jura ist von Mai bis Oktober. Im Frühling und Sommer grünen die Weiden der Freiberge, der Doubs lädt zum Kanufahren ein, und die Wälder spenden angenehme Kühle. Der Herbst taucht die Jurahöhen in warme Farben und schenkt klare Fernsicht.
Im Winter verwandeln sich die Freiberge in ein weites, ruhiges Langlaufparadies mit gespurten Loipen und Schneeschuhrouten. Wer Pferde erleben möchte, reist zum Marché-Concours im August. So bietet der Jura zu jeder Saison stille Naturerlebnisse.
Anreise, Vignette & Praktisches
Der Jura ist über Delémont mit der Bahn erreichbar, mit Anschlüssen nach Basel und Bern. Regionalzüge und Postautos erschließen die Freiberge, das Doubs-Tal und die Ajoie. Die nächsten großen Flughäfen sind Basel-Mülhausen und Zürich.
Wer mit dem Auto anreist, braucht für die Schweizer Autobahnen die Autobahnvignette (rund 40 CHF pro Jahr). Da die Schweiz nicht zur EU-Zollunion gehört, gelten an der Grenze Zollfreigrenzen. Bezahlt wird mit dem Franken; Karten werden fast überall akzeptiert. Für die Einreise genügt EU-Bürgern der Personalausweis.
Häufige Fragen
Was muss man über den Kanton Jura wissen?
Der Jura ist der jüngste Kanton der Schweiz, 1979 aus dem Kanton Bern hervorgegangen. Er liegt im Nordwesten, ist französischsprachig und ländlich geprägt. Landschaft und Leben werden von den Jurahöhen, den Freibergen und dem Grenzfluss Doubs bestimmt. Gezahlt wird mit dem Schweizer Franken.
Was sind die schönsten Sehenswürdigkeiten im Kanton Jura?
Höhepunkte sind das mittelalterliche Städtchen Saint-Ursanne am Doubs, das Hochplateau der Freiberge mit seinen Pferden, die Schlossstadt Porrentruy mit den Dinosaurierspuren, die Grotten von Réclère sowie die Hauptstadt Delémont mit ihrer Altstadt.
Wann ist die beste Reisezeit für den Jura?
Mai bis Oktober ist ideal für Wanderungen, Kanufahrten auf dem Doubs und Ausflüge in die Freiberge. Der Herbst färbt die Jurawälder. Im Winter wird das Hochplateau zum ruhigen Langlaufgebiet. Das große Pferdefest Marché-Concours findet im August statt.
Wofür sind die Freiberge bekannt?
Die Freiberge (Franches-Montagnes) sind ein weites Hochplateau auf rund 1.000 Metern mit Weiden, Trockenmauern und Wettertannen. Berühmt sind sie für die Freiberger Pferde, die einzige noch existierende Schweizer Pferderasse, die hier gezüchtet wird und oft frei über die Weiden zieht.
Was sollte man im Kanton Jura essen?
Spezialität ist der Tête de Moine, ein würziger Klosterkäse, der mit der Girolle zu Rosetten geschabt wird. Aus der Ajoie kommt der Pflaumenbrand Damassine. Dazu gibt es Forellen aus dem Doubs, herzhafte Fleischgerichte und regionale Produkte der Freiberger Höfe.
Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zum Jura?
Offizielle Auskünfte gibt Jura Tourisme. Kontaktadresse und Website finden Sie unten auf dieser Seite; einen Überblick über das ganze Land bietet die Schweiz-Übersicht.
Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Schweiz, die Nachbarkantone Basel und Solothurn sowie weitere Ziele in der Übersicht Europa.