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Graubünden

Illustration von Graubünden mit dem roten Glacier Express auf dem Landwasserviadukt vor schneebedeckten Alpengipfeln

Graubünden ist der größte und wildeste Kanton der Schweiz – ein Reich aus über 900 Gipfeln, tiefen Tälern und 150 Seen. Hier liegen die Nobelorte St. Moritz, Davos und Arosa, das Engadin mit seinen Lärchenwäldern, der einzige Nationalpark des Landes und die UNESCO-Bahnstrecken von Glacier- und Bernina-Express. Als einziger Kanton ist Graubünden dreisprachig: Deutsch, Rätoromanisch und Italienisch. Gezahlt wird mit dem Schweizer Franken.

Landkarte Graubünden
Landkarte Graubünden

Graubünden (rätoromanisch Grischun, italienisch Grigioni) ist mit Abstand der größte Kanton der Schweiz und zugleich der bergigste. Rund ein Fünftel der gesamten Landesfläche entfällt auf dieses Gebirgsland im äußersten Südosten, das an Italien, Österreich und das Fürstentum Liechtenstein grenzt. Über tausend Gipfel, unzählige Pässe und die Quellgebiete von Rhein und Inn prägen eine Landschaft, die vom mediterran angehauchten Süden bis ins hochalpine Ewigschnee-Gebiet reicht.

Einzigartig ist die Sprachenvielfalt: Graubünden ist der einzige dreisprachige Kanton der Schweiz. Neben dem Deutschen wird in vielen Tälern das Rätoromanische gepflegt – eine der vier Landessprachen –, im Süden zudem Italienisch. Bezahlt wird mit dem Schweizer Franken; die Schweiz gehört zum Schengen-Raum, aber nicht zur EU, weshalb an der Grenze Zollvorschriften gelten. Für Reisende ist Graubünden ein klassisches Ganzjahresziel für Ski und Wandern.

Chur – die älteste Stadt der Schweiz

Der Kantonshauptort Chur gilt als die älteste Stadt der Schweiz; Funde belegen eine Besiedlung seit über 5.000 Jahren. Die autofreie Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen, dem bischöflichen Hof und der romanisch-gotischen Kathedrale bildet einen stimmungsvollen Kern, der von Bergen umrahmt wird. Chur ist Verkehrsknoten und Ausgangspunkt für Ausflüge in nahezu alle Bündner Täler.

Von hier starten die berühmten Panoramazüge, und die Stadt verbindet urbanes Leben mit direkter Nähe zur Bergwelt: Eine Standseilbahn bringt Besucher zum Hausberg Brambrüesch. Als Hauptstadt des größten Kantons ist Chur wirtschaftliches und kulturelles Zentrum der Region und ein guter Startpunkt für eine Rundreise.

St. Moritz und das Engadin

Das Engadin, das Hochtal des Inn, ist eine der eindrucksvollsten Landschaften der Alpen: ein weites, sonniges Tal auf über 1.800 Metern, gesäumt von Lärchenwäldern, Bergseen und den typischen Engadiner Häusern mit ihren kunstvollen Sgraffito-Verzierungen. Mondän geht es in St. Moritz zu, dem Geburtsort des alpinen Wintertourismus, das zweimal Olympische Winterspiele ausrichtete.

Rund um die Seen von Sils, Silvaplana und St. Moritz reihen sich Dörfer wie Pontresina und Zuoz. Der starke Malojawind macht Silvaplana zum Surf- und Kite-Revier. Im Herbst leuchten die Lärchen golden, im Winter locken schneesichere Pisten und die legendäre Cresta-Run-Schlittenbahn.

Davos, Arosa und die Ski-Destinationen

Davos ist die höchstgelegene Stadt Europas und dank des Weltwirtschaftsforums (WEF) international bekannt. Zusammen mit dem benachbarten Klosters bildet es eines der größten Skigebiete der Alpen mit Parsenn, Jakobshorn und Gotschna. Davos ist zudem ein traditionsreicher Höhenkurort mit besonderem Reizklima.

Weitere Wintersportzentren sind das familienfreundliche Arosa mit seiner Verbindung nach Lenzerheide, die Bergbahn-Arena von Flims-Laax-Falera (ein Mekka für Freestyler und Snowboarder) sowie das Prättigau und das Val Müstair. Im Sommer verwandeln sich die Pisten in ein weit verzweigtes Wander- und Bike-Netz.

Glacier Express und Bernina Express

Graubünden ist ein Bahnwunderland. Die meterspurige Rhätische Bahn (RhB) erschließt selbst entlegenste Täler mit kühnen Viadukten und Kehrtunneln. Wahrzeichen ist das gebogene Landwasserviadukt bei Filisur, über das der Glacier Express rollt – der „langsamste Schnellzug der Welt“ fährt in rund achteinhalb Stunden von St. Moritz nach Zermatt.

Die Strecken von Albula und Bernina zählen seit 2008 zum UNESCO-Welterbe. Der Bernina Express überquert ohne Zahnrad den 2.253 Meter hohen Berninapass und verbindet die Gletscherwelt mit den Palmen von Tirano in Italien – eine der spektakulärsten Bahnfahrten der Welt.

Schweizerischer Nationalpark und Naturwunder

Bei Zernez liegt der Schweizerische Nationalpark, der einzige Nationalpark des Landes und einer der ältesten Europas (gegründet 1914). Auf rund 170 Quadratkilometern ist die Natur strikt sich selbst überlassen; Wanderer beobachten hier Steinböcke, Gämsen, Murmeltiere und mit etwas Glück Bartgeier. Das Val Müstair mit dem UNESCO-Kloster St. Johann grenzt an das Schutzgebiet.

Ein weiteres Naturwunder ist die Rheinschlucht (Ruinaulta), der „Swiss Grand Canyon“, der nach einem prähistorischen Bergsturz entstand. Weiße Felswände säumen den jungen Vorderrhein, den man per Wanderweg, Bahn oder Schlauchboot erkundet. Dazu kommen Bergseen wie der Caumasee mit seinem türkisen Wasser.

Rätoromanische Kultur und Bergdörfer

In den Tälern der Surselva, des Engadins und des Val Müstair lebt das Rätoromanische als Alltagssprache fort. Diese aus dem Vulgärlatein hervorgegangene Sprache ist ein kultureller Schatz Europas und prägt Ortsnamen, Bräuche und Feste. Am 1. März ziehen Kinder im Engadin mit Schellen und Peitschen durch die Dörfer, um beim Brauch „Chalandamarz“ den Winter auszutreiben.

Typisch sind die massiven Engadiner Häuser mit tiefen Fensternischen und Sgraffito-Malereien. Bergdörfer wie Guarda, Soglio im Bergell oder Splügen zählen zu den schönsten der Schweiz und stehen teils unter Denkmalschutz. Wer sie besucht, taucht in eine ursprüngliche alpine Lebenswelt ein.

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Wandern, Biken und Thermalbäder

Im Sommer ist Graubünden ein Paradies für Bergsportler: Über 11.000 Kilometer markierte Wanderwege, hochalpine Touren, Klettersteige und ein dichtes Mountainbike-Netz erschließen die Bergwelt. Regionen wie Lenzerheide, das Prättigau oder das Safiental bieten Wege für jedes Niveau, von gemütlichen Talwanderungen bis zu Gipfelbesteigungen.

Entspannung versprechen die Thermen: In Vals schuf Stararchitekt Peter Zumthor mit der Therme aus Valser Quarzit ein Weltklasse-Bauwerk. Auch Scuol im Unterengadin ist für sein mineralhaltiges Wasser bekannt. So verbindet Graubünden sportliche Herausforderung mit alpinem Wellness.

Bündner Küche: Capuns, Pizzoccheri und Nusstorte

Die Bündner Küche ist deftig und bodenständig. Berühmt ist das luftgetrocknete Bündnerfleisch, dazu die Bündner Gerstensuppe und die Capuns – in Mangoldblätter gewickelte Spätzliteig-Röllchen. Aus dem italienischsprachigen Süden stammen die Pizzoccheri, kräftige Buchweizennudeln mit Käse und Wirsing.

Als süßer Klassiker gilt die Bündner Nusstorte mit karamellisierter Baumnussfüllung, ein beliebtes Mitbringsel. In den Bergdörfern locken urige Gasthäuser, während St. Moritz und Davos auch Spitzengastronomie bieten. Ein Glas Veltliner aus dem nahen Italien rundet die alpine Tafel ab.

Beste Reisezeit für Graubünden

Graubünden ist ein Ganzjahresziel. Die Skisaison reicht in den Hochlagen von Dezember bis in den April, auf Gletschern länger. Der Sommer von Juni bis September ist ideal zum Wandern und Biken, wenn die Bergbahnen laufen und die Alpen blühen. Das Engadin gilt als besonders sonnenreich und trocken.

Der Herbst mit den goldenen Lärchen und klarer Fernsicht ist bei Fotografen beliebt. In den Zwischensaisons November sowie Mai stehen viele Bergbahnen still und einzelne Passstraßen sind gesperrt – wer hohe Alpenpässe befahren will, sollte sich vorab über deren Öffnung informieren.

Anreise, Vignette & Praktisches

Graubünden ist bequem mit der Bahn erreichbar: Von Zürich fährt man in gut anderthalb Stunden nach Chur, von wo die Rhätische Bahn übernimmt. Wer die Panoramastrecken erleben will, reist am besten ganz mit dem Zug an. Nächstgelegene große Flughäfen sind Zürich und Mailand-Malpensa.

Für die Anreise mit dem Auto gilt: Auf Schweizer Autobahnen ist die Autobahnvignette (rund 40 CHF pro Jahr) Pflicht. Da die Schweiz nicht zur EU-Zollunion gehört, sind an der Grenze Zollfreigrenzen zu beachten. Innerorts wird der Franken verlangt; Karten werden fast überall akzeptiert. Für die Einreise genügt EU-Bürgern der Personalausweis.

Häufige Fragen


Was muss man über Graubünden wissen?

Graubünden ist der größte Kanton der Schweiz und liegt im Südosten an der Grenze zu Italien, Österreich und Liechtenstein. Es ist der einzige dreisprachige Kanton (Deutsch, Rätoromanisch, Italienisch). Hauptort ist Chur, die älteste Stadt der Schweiz. Gezahlt wird mit dem Schweizer Franken. Graubünden ist ein Ganzjahresziel für Ski- und Wanderurlaub.


Was sind die schönsten Reiseziele in Graubünden?

Zu den Höhepunkten zählen St. Moritz und das Engadin, Davos und Klosters, Arosa und Flims-Laax, der Schweizerische Nationalpark bei Zernez, die Rheinschlucht Ruinaulta, die UNESCO-Bahnstrecken von Glacier Express und Bernina Express sowie Bergdörfer wie Guarda und Soglio.


Wann ist die beste Reisezeit für Graubünden?

Die Skisaison reicht in den Hochlagen von Dezember bis April, auf Gletschern länger. Der Sommer von Juni bis September ist ideal zum Wandern und Biken. Das Engadin ist besonders sonnig. Der Herbst besticht mit goldenen Lärchen. In November und Mai stehen viele Bergbahnen still.


Welche Sprachen spricht man in Graubünden?

Graubünden ist der einzige dreisprachige Kanton der Schweiz. Gesprochen werden Deutsch, Rätoromanisch und Italienisch. Das Rätoromanische ist eine der vier Landessprachen der Schweiz und wird vor allem in der Surselva, im Engadin und im Val Müstair gepflegt.


Was sollte man in Graubünden essen?

Typisch sind Bündnerfleisch, Bündner Gerstensuppe und Capuns, dazu die Pizzoccheri aus dem italienischen Süden. Süßer Klassiker ist die Bündner Nusstorte mit Baumnussfüllung. In den Bergdörfern locken urige Gasthäuser, in St. Moritz und Davos auch Spitzengastronomie.


Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zu Graubünden?

Offizielle Auskünfte gibt Graubünden Ferien in Chur. Kontaktadresse und Website finden Sie unten auf dieser Seite; einen Überblick über das ganze Land bietet die Schweiz-Übersicht.


Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Schweiz, die Nachbarkantone Tessin und Wallis sowie weitere Ziele in der Übersicht Europa.