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Genf

Illustration von Genf am Genfersee mit dem Springbrunnen Jet d’Eau und der Kathedrale

Genf liegt am Südwestzipfel der Schweiz am Ausfluss der Rhone aus dem Genfersee und ist die internationalste Stadt des Landes. Der Europasitz der UNO, das Rote Kreuz und rund 40 internationale Organisationen prägen die weltoffene Metropole ebenso wie der berühmte Springbrunnen Jet d’Eau, die Uhrmacherkunst und die Altstadt mit der Kathedrale Saint-Pierre. Amtssprache ist Französisch, gezahlt wird mit dem Schweizer Franken.

Landkarte Genf
Landkarte Genf

Genf (französisch Genève) ist die zweitgrößte Stadt der Schweiz und der wichtigste Ort der französischsprachigen Westschweiz, der Romandie. Der Kanton ist fast vollständig von Frankreich umschlossen und nur über einen schmalen Landstreifen mit dem Rest der Schweiz verbunden. Am Fuß des Genfersees, dort wo die Rhone den See verlässt, entfaltet sich eine elegante, kosmopolitische Atmosphäre.

Für Reisende ist Genf ein Fenster zur Welt: In kaum einer anderen Stadt treffen so viele Nationalitäten aufeinander. Die Schweiz gehört zum Schengen-Raum, aber nicht zur EU; die Grenze zu Frankreich verläuft mitten durch die Agglomeration. Bezahlt wird mit dem Schweizer Franken, im Grenzverkehr oft auch mit Euro. Amtssprache ist Französisch, doch Englisch ist allgegenwärtig.

Der Jet d’Eau und der Genfersee

Das Wahrzeichen Genfs ist der Jet d’Eau, ein 140 Meter hoher Springbrunnen, der eine gewaltige Wasserfontäne in den Himmel schießt. Von der Uferpromenade und den Brücken über die Rhone bietet sich ein weiter Blick über den Genfersee (Lac Léman), an klaren Tagen bis zum schneebedeckten Mont Blanc.

Die Seepromenaden mit ihren Parks, Blumenrabatten und Badeanstalten laden zum Flanieren ein. Im berühmten Jardin Anglais tickt die Blumenuhr (Horloge fleurie), ein Denkmal der Uhrmacherstadt. Vom See aus starten Rundfahrten und Kursschiffe, die bis nach Lausanne und Montreux fahren.

Die Altstadt und die Kathedrale Saint-Pierre

Auf einem Hügel über dem See erhebt sich die malerische Altstadt, die größte der Schweiz. Enge Gassen, versteckte Plätze und antiquarische Läden umgeben die Kathedrale Saint-Pierre, von deren Turm sich ein herrliches Panorama eröffnet. Im Untergrund zeugen archäologische Ausgrabungen von der römischen und frühchristlichen Vergangenheit.

Der Place du Bourg-de-Four, ältester Platz der Stadt, ist mit seinen Cafés ein beliebter Treffpunkt. Genf war im 16. Jahrhundert das „protestantische Rom“ und Wirkungsstätte des Reformators Johannes Calvin. Daran erinnert die monumentale Reformationsmauer (Mur des Réformateurs) im Parc des Bastions.

Das internationale Genf

Genf ist eine Welthauptstadt der Diplomatie. Im Palais des Nations, dem europäischen Sitz der UNO, wird über globale Fragen verhandelt; davor steht der markante „Broken Chair“. Das nahe gelegene Museum des Internationalen Roten Kreuzes und Roten Halbmonds erzählt bewegend von humanitärer Hilfe.

Über 40 internationale Organisationen, zahllose Missionen und die Forschungseinrichtung CERN mit dem weltgrößten Teilchenbeschleuniger haben hier ihren Sitz. Das Besucherzentrum des CERN gewährt faszinierende Einblicke in die Geheimnisse der Physik. Dieses internationale Flair macht Genf einzigartig.

Uhren, Schmuck und Luxus

Genf ist die Wiege der Haute Horlogerie, der hohen Uhrmacherkunst. Weltberühmte Manufakturen wie Patek Philippe und Rolex prägen die Stadt; das Patek-Philippe-Museum zeigt eine grandiose Sammlung historischer Zeitmesser. Entlang der Rue du Rhône reihen sich die Boutiquen der Luxusmarken.

Die Tradition des Handwerks lässt sich auch abseits der Schaufenster erleben. In der Altstadt und im Künstlerviertel finden sich Ateliers und Galerien. Wer es lebendiger mag, bummelt über die Märkte der Plainpalais oder durch die Boutiquen der Rue du Marché.

Carouge, das kleine Turin

Nur eine Tramfahrt vom Zentrum entfernt liegt Carouge, ein im 18. Jahrhundert von sardischen Königen im italienischen Stil erbautes Viertel. Mit seinen niedrigen Häusern, Innenhöfen, Ateliers und Boutiquen wirkt es wie ein Stück Italien und gilt als Genfs kreatives Herz.

In den Cafés und Bistros von Carouge herrscht eine entspannte, südländische Stimmung. Kunsthandwerker, Designerläden und kleine Restaurants machen den Stadtteil zu einem beliebten Ziel für einen Nachmittag abseits der großen Sehenswürdigkeiten.

Weinberge und Umland

Rund um die Stadt erstreckt sich mit den Rebhängen der Genfer Weinregion eines der größten Weinbaugebiete der Schweiz. In Dörfern wie Dardagny und Satigny werden Weißweine wie Chasselas und rote Gamay gekeltert; viele Winzer laden zur Degustation.

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Im Süden erhebt sich der Mont Salève, der Hausberg Genfs, der bereits auf französischem Boden liegt. Eine Seilbahn führt hinauf zu einem weiten Panorama über Stadt, See und Alpen. Wanderer und Gleitschirmflieger schätzen den Aussichtsberg als grüne Oase vor der Haustür.

Kulinarik und die Escalade

Die Genfer Küche ist französisch geprägt. Regionale Spezialitäten sind der Cardon (eine Distelart) und die kleinen Filets de perche, gebratene Eglifilets aus dem See. Käsefondue und Raclette gehören zur Schweizer Tafel, dazu passt ein Glas Genfer Chasselas.

Höhepunkt des Jahres ist die Escalade im Dezember: Sie erinnert an die abgewehrte Erstürmung der Stadt 1602. In historischen Kostümen ziehen Umzüge durch die Altstadt, und man zerschlägt einen Schokoladentopf, den „Marmite“, gefüllt mit Marzipangemüse – ein herrlich eigensinniges Fest.

Beste Reisezeit für Genf

Genf lässt sich ganzjährig besuchen. Am angenehmsten ist die Zeit von April bis Oktober, wenn die Seepromenaden blühen, die Terrassen geöffnet sind und sich Schifffahrten anbieten. Die Sommer sind warm, aber selten drückend, dank der Lage am See.

Im Dezember lohnt sich ein Besuch zur Escalade und in der Adventszeit. Wintersportgebiete in den nahen französischen und Waadtländer Alpen sind für einen Tagesausflug erreichbar. Für Städtereisende und Kulturinteressierte ist jede Jahreszeit passend.

Anreise, Vignette & Praktisches

Genf ist hervorragend erschlossen: Der Flughafen Genf liegt nur wenige Minuten vom Zentrum entfernt, internationale Schnellzüge wie der TGV verbinden die Stadt mit Paris und Lyon. Ankommende Gäste erhalten am Bahnhof und Flughafen ein Gratis-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr, und Hotelgäste bekommen die kostenlose Geneva Transport Card.

Wer mit dem Auto anreist, braucht für die Schweizer Autobahnen die Autobahnvignette (rund 40 CHF pro Jahr). Da die Schweiz nicht zur EU-Zollunion gehört, gelten an der allgegenwärtigen Grenze zu Frankreich Zollfreigrenzen. Bezahlt wird mit dem Franken; Karten werden überall akzeptiert. Für die Einreise genügt EU-Bürgern der Personalausweis.

Häufige Fragen


Was muss man über Genf wissen?

Genf liegt am Südwestzipfel der Schweiz am Ausfluss der Rhone aus dem Genfersee und ist nach Zürich die zweitgrößte Stadt des Landes. Amtssprache ist Französisch. Genf ist Europasitz der UNO und Standort vieler internationaler Organisationen. Gezahlt wird mit dem Schweizer Franken.


Was sind die schönsten Sehenswürdigkeiten in Genf?

Höhepunkte sind der Springbrunnen Jet d’Eau, der Genfersee mit den Promenaden und der Blumenuhr, die Altstadt mit der Kathedrale Saint-Pierre, die Reformationsmauer, das Palais des Nations, das Rotkreuzmuseum, das CERN sowie das italienisch anmutende Viertel Carouge.


Wann ist die beste Reisezeit für Genf?

April bis Oktober ist ideal für Seepromenaden, Terrassen und Schifffahrten. Der Sommer ist warm, aber dank der Seelage angenehm. Im Dezember lockt das historische Escalade-Fest. Für Städtereisen und Kultur eignet sich jede Jahreszeit.


Warum ist Genf so international?

Genf ist der europäische Sitz der UNO und Heimat des Roten Kreuzes sowie von über 40 internationalen Organisationen. Auch die Forschungseinrichtung CERN mit dem größten Teilchenbeschleuniger der Welt liegt hier. Diese Konzentration an Diplomatie und Forschung ist weltweit einzigartig.


Was sollte man in Genf essen?

Die Küche ist französisch geprägt. Spezialitäten sind die kleinen Filets de perche (Eglifilets) aus dem See und der Cardon, eine Distelart. Käsefondue und Raclette gehören dazu, ebenso ein Glas Genfer Chasselas. Zur Escalade isst man einen Schokoladentopf, die Marmite.


Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zu Genf?

Offizielle Auskünfte gibt Genève Tourisme (Fondation Genève Tourisme & Congrès). Kontaktadresse und Website finden Sie unten auf dieser Seite; einen Überblick über das ganze Land bietet die Schweiz-Übersicht.


Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Schweiz, die Nachbarkantone Waadt und Wallis sowie weitere Ziele in der Übersicht Europa.