Stockholm & Schären

Stockholm, die auf 14 Inseln zwischen Mälarsee und Ostsee gebaute Hauptstadt Schwedens, gilt als „Venedig des Nordens“: die mittelalterliche Altstadt Gamla Stan, der Königspalast, das weltberühmte Vasa-Museum auf Djurgården und ein Schärengarten aus rund 30.000 Inseln. Bezahlt wird mit der Schwedischen Krone – und fast überall bargeldlos per Karte.

Stockholm ist die Hauptstadt Schwedens und eine der schönsten Metropolen Nordeuropas. Die Stadt erstreckt sich über 14 Inseln, dort wo der große Binnensee Mälaren in die Ostsee übergeht, und wird von Brücken, Kais und Wasserläufen durchzogen. Rund ein Drittel des Stadtgebiets besteht aus Wasser, ein weiteres Drittel aus Grünflächen – kaum eine Großstadt liegt so eng an der Natur. Nicht umsonst trägt Stockholm den Beinamen „Venedig des Nordens“.
Für Reisende ist Stockholm überraschend kompakt und gut zu Fuß zu erkunden. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen dicht beieinander: die mittelalterliche Altstadt Gamla Stan, der Königspalast, die Museumsinsel Djurgården und die lebendigen Viertel Norrmalm und Södermalm. Bezahlt wird mit der Schwedischen Krone (SEK) – wichtig zu wissen: Schweden gehört zwar zur EU, hat den Euro aber nicht eingeführt und ist zugleich eines der am stärksten bargeldlosen Länder der Welt. Bargeld ist vielerorts kaum noch nötig, gezahlt wird nahezu überall mit Karte oder Handy.
Lage & Stadtbild auf 14 Inseln
Stockholm liegt an der schwedischen Ostküste an der Schwelle zwischen Süß- und Salzwasser. Nach Westen öffnet sich der Mälarsee bis weit ins Landesinnere, nach Osten fächert sich der Schärengarten in Tausende Inseln zur offenen Ostsee auf. Diese einzigartige Lage prägt das gesamte Stadtbild: Von fast jedem Platz reicht der Blick über das Wasser, Fähren und Ausflugsboote gehören so selbstverständlich zum Nahverkehr wie andernorts die Straßenbahn.
Die Innenstadt verteilt sich auf mehrere Inseln und Halbinseln. Auf der kleinen Insel Stadsholmen liegt die Altstadt Gamla Stan, nördlich davon das geschäftige Zentrum Norrmalm mit dem Bahnhof, südlich die von Künstlern und Cafés geprägte Anhöhe Södermalm mit ihren berühmten Ausblicken. Im Osten schließen die grüne Museumsinsel Djurgården und das vornehme Östermalm an. Wer die Zusammenhänge einmal vom Wasser aus gesehen hat, versteht die Stadt sofort besser.
Gamla Stan – die Altstadt
Gamla Stan, die auf einer Insel gelegene Altstadt, ist der historische Kern Stockholms und eine der besterhaltenen mittelalterlichen Stadtkerne Europas. In den engen, kopfsteingepflasterten Gassen drängen sich hohe Kaufmannshäuser in warmen Ocker- und Rottönen, dazwischen liegen kleine Plätze, Antiquariate, Handwerksläden und Cafés. Herzstück ist der Platz Stortorget mit seinen fotogenen Giebelhäusern, an dem sich 1520 das „Stockholmer Blutbad“ ereignete.
Ein Spaziergang führt vorbei am Nobelmuseum, an der Deutschen Kirche (Tyska kyrkan) mit ihrem hohen Turm und durch Mårten Trotzigs gränd, die mit knapp einem Meter schmalste Gasse der Stadt. Trotz aller Touristen behält Gamla Stan seinen Zauber, besonders am frühen Morgen oder am Abend, wenn die Gassen ruhiger werden und das Licht die alten Fassaden vergoldet.
Der Königspalast & Riddarholmen
Am nördlichen Rand von Gamla Stan erhebt sich das Königliche Schloss (Kungliga slottet), mit über 600 Räumen einer der größten noch genutzten Königspaläste der Welt. Es ist die offizielle Residenz des schwedischen Königs und zugleich Museum: Zu besichtigen sind die Repräsentationsräume, die Schatzkammer mit den Kronjuwelen, das Rüstkammer-Museum Livrustkammaren und die Königlichen Gemächer. Zur Mittagszeit lockt die feierliche Wachablösung viele Besucher an.
Gleich westlich liegt die stille Insel Riddarholmen mit der backsteinernen Riddarholmskyrkan, der Grabkirche der schwedischen Könige. Von der Uferpromenade Riddarholmen bietet sich einer der schönsten Ausblicke der Stadt: über das Wasser des Riddarfjärden hinweg auf das Rathaus und die Silhouette von Södermalm – ein beliebter Ort zum Sonnenuntergang.
Djurgården – Vasa-Museum, Skansen & ABBA
Die grüne Insel Djurgården ist Stockholms Freizeit- und Museumsinsel und einer der Höhepunkte jedes Besuchs. Hier steht das meistbesuchte Museum Skandinaviens, das Vasa-Museum: Es zeigt die 1628 auf ihrer Jungfernfahrt gesunkene und 1961 nahezu vollständig geborgene Kriegsgaleone Vasa – ein 69 Meter langes, reich verziertes Schiff, das eindrucksvoll und einzigartig erhalten ist. Ein Besuch gehört zum Pflichtprogramm.
Nur wenige Schritte entfernt liegen weitere Attraktionen: das Skansen, das älteste Freilichtmuseum der Welt, das schwedisches Landleben mit historischen Höfen und nordischen Tieren zeigt, das populäre ABBA-Museum, der Vergnügungspark Gröna Lund und das stimmungsvolle Nordische Museum. Djurgården lässt sich hervorragend zu Fuß, per Fahrrad oder mit der historischen Straßenbahn erkunden; im Sommer ist die Insel ein einziger Park.
Der Stockholmer Schärengarten
Kein Stockholm-Aufenthalt ist vollständig ohne einen Ausflug in den Schärengarten (Skärgården), jenes weit gefächerte Archipel aus rund 30.000 Inseln, Holmen und Schären, das sich östlich der Stadt in die Ostsee erstreckt. Von felsigen, kahlen Klippen ganz außen bis zu bewaldeten Inseln mit roten Sommerhäusern reicht die Bandbreite dieser einzigartigen Landschaft, die den Schweden als Inbegriff des Sommers gilt.
Ab den zentralen Anlegern verkehren die weißen Ausflugsdampfer der Waxholmsbolaget zu zahllosen Zielen. Beliebt sind das historische Festungsstädtchen Vaxholm, das lebhafte Segelmekka Sandhamn und die idyllische Insel Grinda. Schon eine Tagestour genügt, um Baden, Wandern, ein Fischrestaurant und die Weite des Meeres zu erleben – für viele der schönste Teil einer Stockholm-Reise.
Södermalm, Fotografiska & das kreative Stockholm
Södermalm, von den Einheimischen kurz „Söder“ genannt, ist das kreative, junge Herz Stockholms. Auf der einstigen Arbeiterinsel reihen sich heute Designläden, Vintage-Geschäfte, unabhängige Cafés und Restaurants aneinander, besonders im hippen Viertel SoFo. Von den Höhen und Aussichtspunkten wie Monteliusvägen oder Fjällgatan öffnen sich grandiose Blicke über Wasser und Altstadt.
Am Uferweg von Södermalm liegt das Fotografiska, eines der weltweit renommiertesten Häuser für zeitgenössische Fotografie, mit wechselnden Ausstellungen und einem Café mit Panoramablick. Rund um Söder lässt sich das entspannte, designbewusste Stockholm abseits der großen Sehenswürdigkeiten am besten erspüren – bei einem langen „Fika“, der schwedischen Kaffeepause mit Zimtschnecke.
Stadshuset & das Nobelbankett
Am Ufer des Riddarfjärden auf Kungsholmen erhebt sich das Stadshuset, das Stockholmer Rathaus, ein Meisterwerk des Nationalromantik-Stils aus rund acht Millionen roten Ziegeln. Sein 106 Meter hoher Turm, gekrönt von den drei goldenen Kronen des schwedischen Wappens, ist von vielen Punkten der Stadt zu sehen und kann in der warmen Jahreszeit bestiegen werden.
Im Inneren beeindrucken der weite Blaue Saal und der schimmernde Goldene Saal mit seinen Millionen goldener Mosaiksteine. Weltberühmt wurde das Rathaus durch das Nobelbankett, das hier alljährlich am 10. Dezember zu Ehren der Nobelpreisträger stattfindet. Führungen erklären die Geschichte des Hauses und die Zeremonie des berühmtesten Preises der Welt.
Museen & Kultur
Stockholm ist eine der museumsreichsten Städte Europas. Neben Vasa-Museum und Skansen lohnen das Nationalmuseum mit europäischer Kunst, das Moderna Museet mit klassischer Moderne und Gegenwartskunst, das Nordische Museum zur schwedischen Kulturgeschichte und – für Familien besonders reizvoll – das Junibacken, das die Welt von Astrid Lindgren und Pippi Langstrumpf lebendig werden lässt.
Auch die zeitgenössische Kultur hat Gewicht: Die Stockholmer U-Bahn (Tunnelbana) gilt als längste Kunstgalerie der Welt, denn viele Stationen sind von Künstlern gestaltet – ein kostenloses Erlebnis, das man einfach bei einer Fahrt mitnimmt. Dazu kommen Opern- und Konzerthäuser, das Dramaten-Theater und eine lebendige Design- und Musikszene, für die Schweden weltweit bekannt ist.
Essen, Fika & schwedische Küche
Die schwedische Küche ist bodenständig und zugleich zunehmend gehoben. Als Klassiker gelten die Köttbullar (Fleischbällchen mit Preiselbeeren und Kartoffelpüree), eingelegter Hering, gebeizter Lachs (Gravlax) und im Spätsommer die geselligen Krebsessen. Am „Toast Skagen“, einer Krabben-Vorspeise, kommt in guten Lokalen kaum jemand vorbei. Die junge Restaurantszene hat Stockholm zudem zu einer anerkannten Feinschmecker-Adresse gemacht.
Fester Bestandteil des Alltags ist die Fika – die typisch schwedische Kaffeepause mit einem süßen Gebäck, allen voran der Zimtschnecke Kanelbulle. Sie ist weniger Mahlzeit als soziales Ritual und der beste Anlass, in einem der vielen Cafés eine Pause einzulegen. Wer günstig essen möchte, nutzt das reichhaltige „Dagens lunch“, das mittags in vielen Lokalen zum festen Preis angeboten wird.
Beste Reisezeit
Die beliebteste Reisezeit für Stockholm ist der Sommer (Juni bis August), wenn die Tage sehr lang und hell sind, die Cafés ihre Terrassen öffnen und der Schärengarten zum Baden lockt. Rund um die Sommersonnenwende, das Midsommar-Fest Ende Juni, wird es kaum richtig dunkel. Auch das späte Frühjahr (Mai) und der frühe Herbst (September) sind mild, farbenfroh und angenehm ruhig.
Der Winter zeigt eine andere, stimmungsvolle Seite: Bei Schnee wirkt Gamla Stan wie ein Wintermärchen, im Advent verbreiten Weihnachtsmärkte und Lichter eine besondere Atmosphäre. Die Tage sind dann allerdings kurz und die Temperaturen liegen oft unter dem Gefrierpunkt. Wer die Stadt bei mildem Wetter und langen Tagen erleben möchte, reist am besten zwischen Mai und September.
Anreise & Mobilität
Stockholm ist aus dem deutschsprachigen Raum bequem erreichbar. Der Hauptflughafen Stockholm-Arlanda wird aus vielen deutschen, österreichischen und Schweizer Städten direkt angeflogen; der Arlanda Express bringt Reisende in gut 20 Minuten ins Zentrum. Wer mehr Zeit hat, reist umweltfreundlich mit der Fähre über die Ostsee oder mit der Bahn über Dänemark und die Öresundbrücke an.
Vor Ort ist ein Auto überflüssig. Der öffentliche Nahverkehr (SL) aus Tunnelbana, Bussen, Pendelzügen und Fähren ist dicht, zuverlässig und wird bargeldlos per Karte oder App bezahlt. Viele Ziele erreicht man ohnehin am besten zu Fuß. Für Ausflüge in den Schärengarten empfiehlt sich ein Tagesticket der Ausflugsboote. Da Schweden nahezu bargeldlos ist, sollte man auf jeden Fall eine kontaktlose Zahlungskarte dabeihaben.
Reisetipps & Geheimtipps
Wer viel besichtigen will, fährt gut mit dem Go City / Stockholm Pass, der Eintritt in zahlreiche Museen und Bootstouren bündelt. Museen und Sehenswürdigkeiten sind im Sommer gut besucht – die frühe Tageszeit lohnt sich besonders im Vasa-Museum und in Gamla Stan. Für einen entspannten Blick auf die Stadt bietet sich eine Rundfahrt „Unter den Brücken Stockholms“ an.
Als Geheimtipps gelten die Aussichtswege auf Södermalm, ein Bad an einer der innerstädtischen Badestellen, an denen man tatsächlich mitten in der Stadt schwimmen kann, und ein Ausflug zum barocken Schloss Drottningholm am Mälarsee, dem UNESCO-gelisteten Wohnsitz der Königsfamilie. Für die weitere Reiseplanung lohnt der Blick auf die Übersicht Schweden mit allen Regionen.
Häufige Fragen
Wie viele Tage sollte man für Stockholm einplanen?
Für die wichtigsten Höhepunkte – Gamla Stan, Königspalast, Djurgården mit dem Vasa-Museum und einen ersten Eindruck von Södermalm – sollte man mindestens drei volle Tage einplanen. Wer zusätzlich einen Ausflug in den Schärengarten und nach Schloss Drottningholm unternehmen möchte, ist mit vier bis fünf Tagen bestens beraten.
Zahlt man in Stockholm mit Euro oder mit der Krone?
Offizielles Zahlungsmittel ist die Schwedische Krone (SEK), nicht der Euro – Schweden gehört zwar zur EU, hat den Euro aber nicht eingeführt. Zugleich ist das Land nahezu bargeldlos: Fast überall, auch für kleine Beträge, zahlt man mit Karte oder Handy. Eine kontaktlose Zahlungskarte ist daher wichtiger als Bargeld.
Wann ist die beste Reisezeit für Stockholm?
Am beliebtesten ist der Sommer von Juni bis August mit langen, hellen Tagen und geöffnetem Schärengarten; rund um Midsommar Ende Juni wird es kaum dunkel. Mild und ruhig sind auch Mai und September. Der Winter ist stimmungsvoll, besonders im Advent, aber kalt und dunkel mit kurzen Tagen.
Lohnt sich ein Ausflug in den Schärengarten?
Unbedingt. Der Stockholmer Schärengarten mit seinen rund 30.000 Inseln gilt vielen als schönster Teil der Reise. Schon eine Tagestour mit einem der weißen Ausflugsdampfer, etwa nach Vaxholm, Grinda oder Sandhamn, verbindet Bootsfahrt, Natur, Baden und ein Fischrestaurant – ein unvergessliches Sommererlebnis.
Wie kommt man vom Flughafen Arlanda ins Zentrum?
Am schnellsten mit dem Arlanda Express, der in rund 20 Minuten zum Hauptbahnhof fährt. Günstiger sind Flughafenbusse (Flygbussarna) und reguläre Pendelzüge, die etwas länger brauchen. Alle Verbindungen lassen sich bequem bargeldlos per Karte oder App bezahlen.
Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zu Stockholm?
Landesweite Auskünfte bündelt die schwedische Tourismusorganisation VisitSweden über visitsweden.com. Für die Stadt selbst informiert das offizielle Portal Visit Stockholm unter visitstockholm.com mit Tipps zu Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungen und Unterkünften. Die Kontaktdaten finden Sie unten auf dieser Seite.
Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Schweden mit allen Regionen, dazu die Nachbarregionen Dalarna mit dem Siljansee, Höga Kusten & Mittelschweden und der Sommerklassiker Småland sowie die Übersicht Europa.