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Schwedisch-Lappland

Illustration von Schwedisch-Lappland mit grünem Nordlicht über verschneiten Bergen und Kiefernwald, einem Sami-Zelt und einem Rentier im tiefblauen Winter

Schwedisch-Lappland ist der arktische Norden des Landes: das Reich von Nordlicht und Mitternachtssonne, der Sami und ihrer Rentiere. Highlights sind die Bergbaustadt Kiruna, das legendäre Eishotel in Jukkasjärvi, die Nordlicht-Hochburg Abisko, der Fernwanderweg Kungsleden und der höchste Berg Schwedens, der Kebnekaise. Ein Ziel für große Abenteuer. Bezahlt wird mit der Schwedischen Krone.

Landkarte Schwedisch-Lappland
Landkarte Schwedisch-Lappland

Schwedisch-Lappland ist der weite, dünn besiedelte Norden Schwedens jenseits des Polarkreises – ein Land der Extreme und der großen Naturschauspiele. Im Winter tanzt hier das Nordlicht über verschneiten Bergen, im Sommer geht die Sonne wochenlang nicht unter. Es ist die Heimat der Sami, des indigenen Volkes Nordeuropas, deren Kultur und Rentierhaltung die Region bis heute prägen.

Für Reisende ist Lappland das Ziel für die ganz großen Erlebnisse: Nordlichtjagd, Hundeschlittenfahrten, eine Nacht im Eishotel, Wanderungen durch unberührte Wildnis und Begegnungen mit der Sami-Kultur. Es ist Schwedens letzte große Wildnis mit den höchsten Bergen und den größten Nationalparks des Landes. Bezahlt wird mit der Schwedischen Krone (SEK); Schweden hat den Euro nicht eingeführt und ist nahezu bargeldlos, sodass eine Zahlungskarte fast immer genügt – auch weit im Norden.

Lage & Landschaft

Schwedisch-Lappland umfasst grob den nördlichsten Teil des Landes, von der Küste am Bottnischen Meerbusen bis zu den hohen Bergen an der norwegischen Grenze. Ein großer Teil der Region liegt nördlich des Polarkreises. Die Landschaft reicht von weiten Nadelwäldern (der Taiga) über Moore und mächtige Flüsse bis zur kahlen, alpinen Bergwelt (dem Fjäll) im Westen.

Hier liegen einige der größten und ursprünglichsten Nationalparks Europas, darunter Sarek und Padjelanta, sowie das UNESCO-Welterbe Laponia, eine Kulturlandschaft, in der die Sami noch heute ihre Rentiere weiden. Die Weite und Stille dieser Wildnis ist überwältigend: Es gibt Gegenden, die weder Straßen noch Wege erschließen und die zu den letzten echten Wildnisgebieten des Kontinents zählen.

Kiruna – Erzbergbau & die verschobene Stadt

Kiruna, die nördlichste Stadt Schwedens, verdankt ihre Existenz dem gewaltigen Eisenerzvorkommen im Berg Kiirunavaara. Die Grube ist die größte Untertage-Eisenerzmine der Welt und bis heute das wirtschaftliche Herz der Region. Weil der Abbau den Untergrund der Stadt destabilisiert, wird Kiruna in einem einzigartigen Projekt Stück für Stück an einen neuen Standort verschoben – historische Gebäude werden dabei versetzt.

Für Besucher ist Kiruna das Tor zum arktischen Schweden. Von hier starten Ausflüge zum Eishotel, ins Nordlichtgebiet und in die Berge. Eine Führung in die Erzmine gibt einen eindrucksvollen Einblick in die Welt unter Tage. Die neue Stadtmitte mit ihrem markanten Rathaus zeigt, wie eine ganze Stadt sich neu erfindet – ein weltweit beachtetes Vorhaben.

Das Eishotel in Jukkasjärvi

Im Dorf Jukkasjärvi nahe Kiruna steht das berühmteste Bauwerk der Region: das Eishotel (Icehotel), das erste und bekannteste seiner Art weltweit. Jeden Winter wird es aus Eis und Schnee des nahen Flusses Torne neu errichtet; internationale Künstler gestalten die Zimmer und Suiten mit kunstvollen Eisskulpturen. Wer möchte, übernachtet bei minus fünf Grad auf einem Bett aus Eis, gewärmt von Rentierfellen und Spezialschlafsäcken.

In der schmelzfreien Jahreszeit sorgt ein ganzjährig gekühlter Teil, das „Icehotel 365″, dafür, dass das Erlebnis auch im Sommer möglich ist. Zum Angebot gehören eine Eisbar mit Getränken in Eisgläsern und geführte Touren. Das Eishotel ist zu einem Symbol des arktischen Tourismus geworden und zieht Gäste aus aller Welt an.

Das Nordlicht

Schwedisch-Lappland zählt zu den besten Orten der Welt, um das Nordlicht (Aurora borealis) zu beobachten. In den dunklen, klaren Nächten zwischen Herbst und Frühjahr tanzen die grünen, manchmal auch violetten Lichtschleier über den Himmel. Als Hochburg gilt der Ort Abisko, dessen besonderes Mikroklima für außergewöhnlich viele klare Nächte sorgt – die Aurora Sky Station auf dem nahen Berg gilt als einer der besten Aussichtspunkte überhaupt.

Für die Nordlichtjagd braucht es Dunkelheit, einen klaren Himmel und etwas Geduld; geführte Touren mit ortskundigen Guides erhöhen die Chancen deutlich. Auch wenn das Naturschauspiel nie garantiert werden kann, gehört das Warten unter dem funkelnden Sternenhimmel der Arktis zu den eindrucksvollsten Reiseerlebnissen überhaupt. Die beste Zeit reicht von September bis März.

Mitternachtssonne & Polartag

Das Gegenstück zur dunklen Winterzeit ist die Mitternachtssonne. Weil die Region nördlich des Polarkreises liegt, geht die Sonne rund um die Sommersonnenwende wochenlang nicht unter. Um Mitternacht ist es noch immer taghell – ein magisches Erlebnis, das den ganzen Rhythmus des Tages verändert. Man wandert, angelt oder feiert bei vollem Licht mitten in der Nacht.

Dieser endlose Sommertag verwandelt Lappland in ein Paradies für Aktivurlauber. Die kurze, intensive Vegetationsperiode lässt die Natur regelrecht explodieren; Wanderer und Kanufahrer nutzen die langen Tage für ausgedehnte Touren. Der Kontrast zwischen dem lichtlosen Polarwinter und dem taghellen Polarsommer macht den besonderen Reiz dieser hohen Breiten aus.

Sami-Kultur & Rentiere

Lappland ist die Heimat der Sami, des einzigen indigenen Volkes der Europäischen Union. Ihre Kultur ist untrennbar mit der Rentierhaltung verbunden, die bis heute betrieben wird und das Bild der Region prägt. Sprache, Handwerk (das „Duodji“), die farbenfrohe Tracht und der Gesang, der „Joik“, sind lebendige Zeugnisse einer jahrtausendealten Kultur.

Ein besonderer Höhepunkt ist der traditionsreiche Wintermarkt von Jokkmokk, der seit über 400 Jahren jedes Jahr im Februar stattfindet und Sami aus ganz Nordskandinavien zusammenbringt. Wer die Kultur näher kennenlernen will, besucht ein Sami-Camp, erfährt von der Rentierhaltung und kann echtes Kunsthandwerk erwerben. Respekt und Interesse an dieser Lebensweise sind dabei selbstverständlich.

Kungsleden & Kebnekaise

Für Wanderer ist Schwedisch-Lappland ein Traumziel. Der berühmte Fernwanderweg Kungsleden („Königspfad“) führt über rund 440 Kilometer durch die schönste Bergwelt des Nordens, vorbei an Gletschern, Seen und weiten Tälern; die Etappe von Abisko zum Bergmassiv rund um Kebnekaise gilt als besonders spektakulär. Entlang der Route bieten einfache Berghütten Unterkunft.

Der Kebnekaise ist mit rund 2.100 Metern der höchste Berg Schwedens. Seine Besteigung ist ein Klassiker unter den Bergwanderern und erfordert Kondition, gute Ausrüstung und einen ortskundigen Guide für die anspruchsvolleren Varianten. Dank des Jedermannsrechts (Allemansrätten) darf man in dieser Natur wandern und zelten – hier, in der Wildnis, jedoch stets besonders vorbereitet und verantwortungsvoll.

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Winterabenteuer & Treehotel

Der Winter ist die intensivste Zeit für Erlebnisse. Beliebt sind Fahrten mit dem Hundeschlitten durch verschneite Wälder, Rentierschlittentouren mit den Sami, Schneemobilsafaris, Eisfischen und das Schneeschuhwandern. Viele Anbieter verbinden diese Aktivitäten mit der Nordlichtbeobachtung zu mehrtägigen Winterabenteuern.

Zu den außergewöhnlichsten Unterkünften der Region zählt das Treehotel bei Harads, dessen futuristische Baumzimmer – darunter ein verspiegelter Würfel und ein Vogelnest – hoch in den Kiefern hängen und weltweit für Aufsehen sorgten. Ob im Baum, im Eis oder unter dem Nordlicht: Lappland ist ein Ort für Übernachtungen, die man nie vergisst.

Luleå & die Küste des Nordens

An der Küste am Bottnischen Meerbusen liegt Luleå, die größte Stadt der Region und ein lebendiges Zentrum mit Universität und Hafen. Ihr Wahrzeichen ist die UNESCO-gelistete Kirchstadt Gammelstad, ein einzigartiges Ensemble aus über 400 historischen Kirchhäusern rund um eine mittelalterliche Steinkirche, in denen die Gemeinde einst bei Kirchbesuchen übernachtete.

Vor der Küste liegt der Schärengarten von Luleå, der im Sommer zum Baden und Bootfahren einlädt und im Winter zu einem einzigartigen Erlebnis wird: Dann gefriert das Meer, und man wandert, fährt Schlittschuh oder sogar Auto über das Eis zu den Inseln. So verbindet der Norden Wildnis, Kultur und Küste zu einem außergewöhnlichen Reiseziel.

Beste Reisezeit

Schwedisch-Lappland hat zwei sehr unterschiedliche Hauptsaisons. Der Winter (Dezember bis März) ist die Zeit für Nordlicht, Eishotel, Hundeschlitten und Schnee-Abenteuer; die Tage sind kurz oder dunkel, die Kälte intensiv, das Erlebnis aber einzigartig. Wer das Nordlicht sehen will, reist zwischen September und März.

Der Sommer (Juni bis September) steht im Zeichen der Mitternachtssonne, des Wanderns und der Kanutouren, mit milden, taghellen Tagen und blühender Natur; Mücken können dann allerdings lästig sein. Herbst (mit bunten Wäldern und ersten Nordlichtern) und Frühjahr sind Übergangszeiten. Die Wahl der Reisezeit hängt ganz davon ab, ob man den arktischen Winter oder den hellen Sommer erleben möchte.

Anreise & Mobilität

Trotz der Abgeschiedenheit ist Lappland gut erreichbar. Die Flughäfen Kiruna und Luleå werden mehrmals täglich von Stockholm aus angeflogen, sodass man in gut anderthalb Stunden vom Süden in die Arktis gelangt. Eine besonders stimmungsvolle Anreise bietet der Nachtzug von Stockholm nach Kiruna und Abisko, der über Nacht in den hohen Norden rollt.

Vor Ort sind die Entfernungen groß und die Orte weit verstreut. Im Sommer ist ein Mietwagen praktisch; im Winter empfiehlt sich für viele Aktivitäten die Buchung geführter Touren mit Transfer, da Fahren bei Eis, Schnee und Dunkelheit anspruchsvoll ist und auf den Straßen Rentiere und Elche auftauchen. Bezahlt wird auch hier nahezu überall bargeldlos per Karte.

Reisetipps & Geheimtipps

Für eine Winterreise sollte man warme, mehrlagige Kleidung einpacken; viele Anbieter verleihen zusätzlich Thermoanzüge für die Aktivitäten. Man plant besser mehrere Nächte ein, um gute Chancen auf klares Nordlicht zu haben. Ein Besuch des Jokkmokk-Wintermarkts im Februar ist ein einmaliges kulturelles Erlebnis, erfordert aber eine sehr frühe Buchung der Unterkunft.

Als Geheimtipps gelten die Aurora Sky Station bei Abisko für die Nordlichtbeobachtung fernab künstlichen Lichts, eine Eiswanderung im Schärengarten von Luleå und eine mehrtägige Wanderung auf dem Kungsleden im Spätsommer. Für die weitere Reiseplanung lohnt der Blick auf die Übersicht Schweden mit allen Regionen.

Häufige Fragen


Wann sieht man in Schwedisch-Lappland das Nordlicht?

Das Nordlicht ist in den dunklen, klaren Nächten von etwa September bis März zu sehen, mit besonders guten Chancen in Abisko dank seines klaren Mikroklimas. Es braucht Dunkelheit, einen wolkenfreien Himmel und etwas Geduld; geführte Touren erhöhen die Chancen. Garantieren lässt sich das Naturschauspiel jedoch nie.


Wie viele Tage sollte man für Lappland einplanen?

Für eine Winterreise mit Nordlicht, Eishotel und Hundeschlitten sollte man mindestens drei bis vier Nächte einplanen, um gute Chancen auf klares Wetter zu haben. Wer im Sommer wandern oder den Kungsleden erleben will, plant je nach Tour eine Woche oder mehr ein.


Zahlt man in Lappland mit Euro oder mit der Krone?

Offizielles Zahlungsmittel ist die Schwedische Krone (SEK), nicht der Euro. Schweden ist auch im hohen Norden nahezu bargeldlos: Fast überall zahlt man mit Karte oder Handy. Eine kontaktlose Zahlungskarte ist daher wichtiger als Bargeld – Geldautomaten sind in der dünn besiedelten Region selten.


Was ist das Eishotel in Jukkasjärvi?

Das Eishotel bei Kiruna ist das erste und berühmteste Hotel aus Eis und Schnee weltweit. Jeden Winter wird es neu errichtet, Künstler gestalten die Zimmer mit Eisskulpturen. Gäste übernachten bei Minusgraden auf Betten aus Eis, gewärmt durch Rentierfelle. Ein gekühlter Teil macht das Erlebnis ganzjährig möglich.


Wer sind die Sami?

Die Sami sind das indigene Volk Nordeuropas und das einzige indigene Volk der EU. Ihre Kultur ist eng mit der Rentierhaltung verbunden; dazu gehören eine eigene Sprache, das Handwerk Duodji, die farbenfrohe Tracht und der Gesang Joik. Der Wintermarkt von Jokkmokk im Februar ist ein wichtiges kulturelles Zentrum.


Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zu Schwedisch-Lappland?

Landesweite Auskünfte bündelt die schwedische Tourismusorganisation VisitSweden über visitsweden.com. Für die Region selbst informiert das offizielle Portal Swedish Lapland unter swedishlapland.com mit Tipps zu Nordlicht, Aktivitäten und der Sami-Kultur. Die Kontaktdaten finden Sie unten auf dieser Seite.


Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Schweden mit allen Regionen, dazu die Nachbarregion Höga Kusten & Mittelschweden, das traditionsreiche Dalarna und die Hauptstadtregion Stockholm & Schären sowie die Übersicht Europa.