Höga Kusten & Mittelschweden

Höga Kusten und Mittelschweden sind der ruhige, ursprüngliche Norden abseits der großen Ströme: die UNESCO-Steilküste Höga Kusten (High Coast) mit ihrer weltweit einzigartigen Landhebung, der Nationalpark Skuleskogen, die „Steinstadt“ Sundsvall sowie Jämtland mit Östersund am Storsjön – dem See mit der Seeungeheuer-Sage – und dem Skigebiet Åre. Bezahlt wird mit der Schwedischen Krone.

Höga Kusten und Mittelschweden umfassen den weiten Landstrich zwischen dem Siljansee-Land und dem hohen Norden – eine Region, die viele Reisende nur durchqueren, die aber zu den lohnendsten und ursprünglichsten des Landes zählt. Ihr Herzstück ist die Höga Kusten (High Coast) am Bottnischen Meerbusen, eine dramatische Steilküste, die als eines der wenigen UNESCO-Weltnaturerbe Schwedens ausgezeichnet ist. Im Landesinneren erstreckt sich das weite Bergland von Jämtland.
Für Reisende ist diese Region ein Ziel für Naturliebhaber und alle, die dem Trubel entfliehen wollen. Weite Wälder, tiefe Fjorde, hohe Klippen und stille Seen prägen das Bild, dazu freundliche Städte und eine reiche Wander- und Skitradition. Bezahlt wird mit der Schwedischen Krone (SEK); Schweden hat den Euro nicht eingeführt und ist nahezu bargeldlos, sodass eine Zahlungskarte fast immer genügt.
Lage & Landschaft
Die Region liegt in Mittelschweden nördlich von Dalarna und südlich von Lappland. Sie reicht von der Küste am Bottnischen Meerbusen im Osten bis zu den Bergen an der norwegischen Grenze im Westen. Landschaftlich ist sie ausgesprochen vielseitig: An der Küste türmt sich die zerklüftete Höga Kusten auf, im Landesinneren wechseln weite Nadelwälder, mächtige Flüsse und der große See Storsjön mit dem Bergland von Jämtland ab.
Der Kontrast zwischen der maritimen Küste und dem alpinen Fjäll im Westen macht den Reiz aus. Während an der Höga Kusten die Klippen steil ins Meer abfallen, laden im Westen bei Åre und Storlien die Berge zum Wandern und Skifahren ein. Dazwischen liegt eine dünn besiedelte, ruhige Weite, in der die Natur allgegenwärtig ist und das Jedermannsrecht (Allemansrätten) das freie Wandern und Zelten erlaubt.
Die Höga Kusten – UNESCO-Landhebung
Die Höga Kusten (auf Deutsch „Hohe Küste“) ist ein weltweit einzigartiges Naturphänomen. Seit dem Ende der letzten Eiszeit hebt sich das Land hier, befreit vom Gewicht der Gletscher, stetig aus dem Meer – um bislang rund 300 Meter, mehr als irgendwo sonst auf der Erde. Diese Landhebung (Isostasie) lässt sich hier so eindrucksvoll ablesen, dass die Küste zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt wurde.
Das Ergebnis ist eine der schönsten Küstenlandschaften Schwedens: hohe, bewaldete Klippen, die steil zum Meer abfallen, rote Granitfelsen, tiefe Buchten und dem Ufer vorgelagerte Inseln. Ehemalige Fischerdörfer wie Bönhamn und Barsta liegen malerisch am Wasser, und von den Höhen öffnen sich weite Ausblicke über das Meer und die Schären – ein Paradies für Wanderer und Fotografen.
Skuleskogen & die Höga-Kusten-Brücke
Herzstück der Küste ist der Nationalpark Skuleskogen, ein wildes Gebiet aus urwüchsigen Wäldern, Klippen und Felsen. Sein bekanntestes Ziel ist die gewaltige Felsspalte Slåttdalsskrevan, ein tiefer Einschnitt im Berg, sowie die Aussichtspunkte über das Meer. Der nahe Berg Skuleberget mit seinem Besucherzentrum Naturum bietet einen guten Einstieg in die Region.
Das moderne Wahrzeichen der Höga Kusten ist die elegante Höga-Kusten-Brücke (Höga Kusten-bron), eine 1,8 Kilometer lange Hängebrücke über den Fluss Ångermanälven, die an die Golden Gate Bridge erinnert. Sie verbindet die beiden Ufer und ist ein beliebter Aussichtspunkt. In der Nähe erinnert das Freilichtmuseum Mannaminne an das kulturelle Erbe der Küstenregion.
Sundsvall – die Steinstadt
Sundsvall ist die größte Stadt der Region und trägt den Beinamen „Steinstadt“ (Stenstan). Nachdem ein Großbrand die hölzerne Stadt 1888 vollständig zerstört hatte, wurde das Zentrum in nur wenigen Jahren in prächtiger Steinarchitektur wieder aufgebaut. Das Ergebnis ist ein bemerkenswert einheitliches Ensemble im Stil der Gründerzeit, das zu den geschlossensten seiner Art in Schweden zählt.
Rund um den zentralen Platz Stora torget laden repräsentative Bürgerhäuser, Cafés und Geschäfte zum Bummeln ein. Der nahe Aussichtsberg Norra Berget bietet einen schönen Blick über die Stadt, ihre Buchten und Brücken. Sundsvall ist ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge an die Höga Kusten und ins Bergland des Westens.
Ångermanland & die Küste
Die Provinz Ångermanland prägt den nördlichen Teil der Region mit ihrer tief eingeschnittenen Flusslandschaft und der Küste. Der breite Ångermanälven war einst eine bedeutende Route für den Holztransport, und die Geschichte der Flößerei und Sägewerke ist hier noch lebendig. Kleine Städte wie Härnösand mit seiner Domkirche und den bunten Holzhäusern verbreiten stille nordische Atmosphäre.
Entlang der Küste reihen sich Naturhäfen, Badestellen und Wanderwege. Wer die Höga Kusten vom Wasser erleben will, unternimmt eine Bootstour zu den vorgelagerten Inseln wie Högbonden mit seinem Leuchtturm-Hostel oder Ulvön, das als Zentrum der Herstellung des berüchtigten schwedischen Gärherings „Surströmming“ gilt – eine Spezialität, die man kennen sollte, aber nicht jeder mögen muss.
Jämtland & Östersund am Storsjön
Im Landesinneren liegt die weite Bergprovinz Jämtland mit ihrer freundlichen Hauptstadt Östersund. Die Stadt liegt malerisch am großen See Storsjön und ist über eine Brücke mit der grünen Insel Frösön verbunden, auf der schon in der Wikingerzeit ein bedeutender Kultort lag – bezeugt durch den nördlichsten Runenstein Schwedens.
Berühmt ist der Storsjön für seine Sage vom Seeungeheuer („Storsjöodjuret“), das schwedische Gegenstück zu Nessie, nach dem bis heute augenzwinkernd Ausschau gehalten wird. Östersund ist zudem als Wintersportstadt und für seine lebendige Kulturszene bekannt. Von hier ist es nicht weit in die Berge des Westens und zu den großen Skigebieten.
Åre – das Skigebiet
Rund 90 Kilometer westlich von Östersund liegt Åre, das größte und bekannteste alpine Skigebiet Nordeuropas. Mehrfach war der Ort Austragungsort von Ski-Weltmeisterschaften und Weltcuprennen. Im Winter bietet er ein weitläufiges Pistennetz, eine lebendige Après-Ski-Szene und Abfahrten für alle Könnensstufen bis hinauf auf den Hausberg Åreskutan.
Doch Åre ist längst ein Ganzjahresziel. Im Sommer verwandelt sich die Region in ein Eldorado für Mountainbiker, Wanderer und Kletterer; die Seilbahn bringt Besucher hinauf zu weiten Ausblicken über das Fjäll. Der nahe, tosende Wasserfall Tännforsen, der größte Schwedens nach Wassermenge, ist ein beliebtes Ausflugsziel zu jeder Jahreszeit.
Natur, Wandern & Aktivurlaub
Die Region ist ein Traumziel für aktive Reisende. An der Küste führt der Fernwanderweg Höga Kustenleden über rund 130 Kilometer entlang der schönsten Klippen und durch den Nationalpark Skuleskogen; er lässt sich in Etappen mit Übernachtung in einfachen Hütten begehen. Im Westen laden die Berge von Jämtland zu Wanderungen und Mehrtagestouren ein.
Dank des Jedermannsrechts (Allemansrätten) darf man in dieser Natur frei wandern, Beeren und Pilze sammeln und für eine Nacht zelten – rücksichtsvoll gegenüber Natur und Grundbesitzern. Kanufahren auf den Seen, Angeln in den fischreichen Flüssen und im Winter Skilanglauf und Hundeschlittentouren runden das breite Angebot der ruhigen, weiten Region ab.
Beste Reisezeit
Die Region hat zwei Hauptsaisons. Der Sommer (Juni bis September) ist ideal für die Höga Kusten, das Wandern, Bootstouren und Ausflüge; die Tage sind lang und hell, die Natur steht in vollem Grün. Der Hochsommer ist die beste Zeit für die Küste, während Mücken im Landesinneren gelegentlich lästig sein können.
Die zweite Saison ist der Winter (Dezember bis April) mit Skisport in Åre und weiten Loipen im ganzen Bergland. Herbst und Frühjahr sind ruhige Übergangszeiten; der Herbst lockt mit bunten Wäldern und Beeren. Wer Küste und Wandern sucht, reist im Sommer, wer Wintersport möchte, zwischen Dezember und April in die Berge von Jämtland.
Anreise & Mobilität
Mittelschweden ist gut erreichbar. Die Flughäfen Sundsvall-Timrå und Åre Östersund werden von Stockholm aus angeflogen. Mit der Bahn sind Sundsvall, Härnösand und Östersund an das schwedische Netz angebunden; die Strecke von Östersund nach Åre und weiter über die norwegische Grenze nach Trondheim gilt als besonders reizvoll. Autoreisende erreichen die Region über die Küstenstraße E4 und die Reichsstraßen aus dem Süden.
Vor Ort empfiehlt sich ein Mietwagen, um die weit verstreute Höga Kusten, ihre Fischerdörfer und die Berge im Westen flexibel zu erreichen. Es gilt Rechtsverkehr; auf den Waldstraßen ist besonders in der Dämmerung auf Elche zu achten. Bezahlt wird nahezu überall bargeldlos per Karte, auch an kleinen Häfen und Ausflugszielen.
Reisetipps & Geheimtipps
Eine schöne Rundreise verbindet Sundsvall, die Höga Kusten mit Skuleskogen und den Fischerdörfern und das Bergland um Östersund und Åre. Wer die Küste erwandern will, plant für eine Etappe des Höga Kustenleden mit Übernachtung genug Zeit ein. Eine Bootstour zur Insel Högbonden mit ihrem Leuchtturm ist ein stimmungsvoller Höhepunkt.
Als Geheimtipps gelten der Sonnenaufgang über den Klippen bei Bönhamn, ein Bad in einer der stillen Buchten der Höga Kusten und der Wasserfall Tännforsen bei Åre. Mutige probieren auf Ulvön den Gärhering Surströmming. Für die weitere Reiseplanung lohnt der Blick auf die Übersicht Schweden mit allen Regionen.
Häufige Fragen
Was macht die Höga Kusten zum UNESCO-Weltnaturerbe?
Die Höga Kusten zeigt weltweit einzigartig das Phänomen der Landhebung: Seit dem Ende der Eiszeit hebt sich das Land hier, befreit vom Gewicht der Gletscher, um bislang rund 300 Meter aus dem Meer – mehr als irgendwo sonst. Diese eindrucksvoll ablesbare Isostasie führte zur Auszeichnung als UNESCO-Weltnaturerbe.
Wie viele Tage sollte man für die Region einplanen?
Für die Höga Kusten mit Sundsvall, Skuleskogen und den Fischerdörfern sollte man drei bis vier Tage einplanen. Wer zusätzlich Jämtland mit Östersund und Åre erleben oder eine Etappe des Höga Kustenleden wandern möchte, plant besser eine ganze Woche ein.
Zahlt man in Mittelschweden mit Euro oder mit der Krone?
Offizielles Zahlungsmittel ist die Schwedische Krone (SEK), nicht der Euro. Schweden ist zudem nahezu bargeldlos: Auch an kleinen Häfen, in Berghütten und an Ausflugszielen zahlt man mit Karte oder Handy. Eine kontaktlose Zahlungskarte ist daher wichtiger als Bargeld.
Wann ist die beste Reisezeit für die Höga Kusten?
Ideal ist der Sommer von Juni bis September mit langen, hellen Tagen für Wandern, Bootstouren und die Küste. Für Wintersport in Åre und im Bergland von Jämtland reist man zwischen Dezember und April. Herbst und Frühjahr sind ruhige Übergangszeiten mit bunten Wäldern.
Was hat es mit dem Seeungeheuer von Östersund auf sich?
Der große See Storsjön bei Östersund ist berühmt für die Sage vom Seeungeheuer „Storsjöodjuret“, dem schwedischen Gegenstück zu Nessie. Nach dem Wesen wird bis heute augenzwinkernd Ausschau gehalten; es ist ein beliebtes Wahrzeichen der Stadt und der Region Jämtland.
Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zur Region?
Landesweite Auskünfte bündelt die schwedische Tourismusorganisation VisitSweden über visitsweden.com. Für die Küste selbst informiert das offizielle Portal Höga Kusten unter hogakusten.com mit Tipps zu Wanderungen, Inseln und Unterkünften. Die Kontaktdaten finden Sie unten auf dieser Seite.
Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Schweden mit allen Regionen, dazu der hohe Norden mit Schwedisch-Lappland, das traditionsreiche Dalarna und die Hauptstadtregion Stockholm & Schären sowie die Übersicht Europa.