Rumänien

Rumänien liegt im Südosten Europas und verbindet die Karpaten mit mittelalterlichen Städten Siebenbürgens, der Donau und dem Donaudelta am Schwarzen Meer. Als EU-Land, aber ohne Euro, wird mit dem Leu gezahlt. Beste Reisezeit ist Mai bis September.

Rumänien liegt im Südosten Europas und ist mit rund 238.000 km² eines der flächenmäßig größten Länder der EU. Das Land wird landschaftlich von den Karpaten geprägt, einem weiten Gebirgsbogen, der Siebenbürgen im Zentrum vom übrigen Land trennt. In Siebenbürgen liegen die bekanntesten mittelalterlichen Städte des Landes mit deutschem Erbe, dazu kommen im Osten das Donaudelta am Schwarzen Meer und im Norden die bemalten Klöster der Bukowina. Diese Vielfalt macht Rumänien zu einem der landschaftlich und kulturell abwechslungsreichsten Länder Europas.
Rumänien ist EU-Mitglied und seit 2025 vollständig Teil des Schengenraums, zahlt aber weiterhin mit dem Leu statt dem Euro. Verglichen mit westeuropäischen Reisezielen ist das Land touristisch noch weniger überlaufen, das Preisniveau liegt spürbar niedriger, während die Infrastruktur in Städten wie Bukarest oder Kronstadt gut, auf dem Land dagegen deutlich ursprünglicher ist. Reisen lohnt sich vor allem zwischen Mai und September, wenn auch die höher gelegenen Gebirgsstraßen geöffnet sind.
Bukarest – die Hauptstadt
Bukarest, oft als „kleines Paris des Ostens“ bezeichnet, verbindet Belle-Époque-Architektur mit den monumentalen Bauten der kommunistischen Ära. Größte Sehenswürdigkeit ist der Parlamentspalast, nach dem Pentagon das zweitgrößte Verwaltungsgebäude der Welt, errichtet unter Diktator Ceaușescu. Im Kontrast dazu steht die Altstadt Lipscani mit engen Gassen, Cafés und Kirchen aus früheren Jahrhunderten. Die Stadt ist meist Ausgangspunkt für Rumänien-Reisen und lässt sich gut mit ein bis zwei Tagen verbinden, bevor es weiter nach Siebenbürgen oder in die Karpaten geht. Wie in vielen osteuropäischen Hauptstädten liegen historische Pracht und funktionale Nachkriegsbauten hier eng beieinander.
Siebenbürgen – Kronstadt und Hermannstadt
Siebenbürgen (Transsilvanien) im Zentrum des Landes ist für seine gut erhaltenen mittelalterlichen Städte bekannt, die von deutschen Siedlern, den sogenannten Siebenbürger Sachsen, gegründet wurden. Kronstadt (Brașov) beeindruckt mit einer restaurierten Altstadt und der Schwarzen Kirche, der größten gotischen Kirche Südosteuropas. Hermannstadt (Sibiu), einst Europäische Kulturhauptstadt, besitzt einen der schönsten Altstadtkerne Rumäniens mit den charakteristischen „Augenhäusern“. Rund um beide Städte liegen befestigte Kirchenburgen, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen und einst dem Schutz der Dörfer vor Angriffen dienten. Die Region gilt als kulturelles Herzstück Rumäniens und lässt sich gut in einer mehrtägigen Rundreise verbinden.
Schäßburg und Draculas Spuren
Schäßburg (Sighișoara), ebenfalls eine Siebenbürger-Sachsen-Stadt, gilt als eine der best erhaltenen bewohnten Mittelalterstädte Europas und ist zugleich Geburtsstadt von Vlad III., dem historischen Vorbild für die Dracula-Legende. Die farbenfrohe Zitadelle mit ihren Wehrtürmen lädt zum Bummeln ein. Wer der Dracula-Spur weiter folgen möchte, findet unweit davon das Schloss Bran, das touristisch als „Draculaschloss“ vermarktet wird, historisch aber nur lose mit der Legende verbunden ist. In der Nähe liegt zudem das prunkvolle Schloss Peleș in Sinaia, eine der schönsten Schlossanlagen Rumäniens im neuromanischen Stil, die als Sommerresidenz der rumänischen Königsfamilie diente.
Karpaten und Panoramastraßen
Die Karpaten ziehen sich in einem weiten Bogen durch das Land und bieten mit dichten Wäldern, Almwiesen und einer der größten Braunbärenpopulationen Europas viel Raum für Wanderungen und Naturbeobachtung. Zwei Passstraßen gelten als landschaftliche Höhepunkte: Der Transfăgărășan verbindet Siebenbürgen mit der Walachei über spektakuläre Serpentinen, die Transalpina führt durch die Bergregion weiter westlich. Beide Straßen sind wegen Schnee meist nur von Juni bis Oktober vollständig befahrbar. Auch die Bucegi-Berge in der Nähe von Kronstadt sind ein beliebtes Wandergebiet. Wer die Karpaten besucht, sollte für Bergtouren gutes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung einplanen, da sich das Wetter im Gebirge schnell ändern kann.
Donaudelta
Das Donaudelta im Osten des Landes, dort wo die Donau ins Schwarze Meer mündet, ist eines der größten und ursprünglichsten Feuchtgebiete Europas und UNESCO-Biosphärenreservat. Auf einem Labyrinth aus Kanälen und Seen leben hunderte Vogelarten, darunter Pelikane und zahlreiche Reiherarten, weshalb das Gebiet vor allem bei Naturbeobachtern und Fotografen beliebt ist. Ausgangspunkt für Bootstouren ist meist die Hafenstadt Tulcea, von wo aus mehrtägige oder Tagestouren ins Delta starten. Die beste Zeit für Vogelbeobachtung ist das Frühjahr, wenn Zugvögel zurückkehren. Infrastruktur und Unterkünfte sind im Delta einfacher als in den Städten, was zum ursprünglichen Charakter der Region passt.
Bukowina – die bemalten Klöster
Im Nordosten des Landes, in der historischen Region Bukowina, liegen mehrere Klöster aus dem 15. und 16. Jahrhundert, deren Außenwände vollständig mit biblischen Fresken bemalt sind – eine europaweit einzigartige Kunstform, die gemeinsam zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Bekannt sind unter anderem die Klöster Voroneț, das für sein charakteristisches „Voroneț-Blau“ berühmt ist, sowie Humor und Moldovița. Die Region liegt abseits der touristischen Hauptrouten und ist entsprechend ruhig, die Anfahrt von Siebenbürgen oder Bukarest nimmt mehrere Stunden in Anspruch. Für Interessierte an Kunstgeschichte und sakraler Architektur zählt die Bukowina zu den eindrucksvollsten, aber am wenigsten überlaufenen Zielen Rumäniens.
Maramureș – ländliches Rumänien
Maramureș im Norden gilt als eine der letzten Regionen Europas, in der traditionelle bäuerliche Lebensweise noch sichtbar Alltag ist: Pferdefuhrwerke, handgefertigte Holztore und Trachten prägen viele Dörfer bis heute. Bekannt ist die Region vor allem für ihre hölzernen Kirchen, von denen mehrere zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen, mit auffällig hohen, spitzen Türmen. Auch der „Fröhliche Friedhof“ von Săpânța mit seinen bunt bemalten, humorvollen Grabkreuzen ist ein bekanntes Ziel der Region. Wer authentisches, ländliches Rumänien abseits der Städte erleben möchte, findet in Maramureș eine der ursprünglichsten Regionen des Landes, allerdings mit einfacherer touristischer Infrastruktur als in Siebenbürgen.
Schwarzmeerküste und Constanța
Im Südosten liegt die rumänische Schwarzmeerküste mit dem Hauptort Constanța, der ältesten durchgehend bewohnten Stadt Rumäniens mit antiken Wurzeln als griechische Kolonie. Neben archäologischen Resten prägen ein Casino-Bau im Jugendstil und eine lange Strandpromenade die Stadt. Südlich davon reihen sich mehrere Badeorte mit Sandstränden aneinander, die im Sommer vor allem bei rumänischen und regionalen Urlaubern beliebt sind, international aber deutlich weniger bekannt sind als etwa Ziele in Griechenland oder Kroatien. Für Reisende, die eine Rumänien-Rundreise mit ein paar Tagen am Meer abschließen möchten, bietet die Küste eine unkomplizierte, preiswerte Ergänzung zum Kultur- und Naturprogramm im Landesinneren.
Beste Reisezeit und Klima
Rumänien hat ein kontinentales Klima mit deutlich wärmeren Sommern und kälteren Wintern als in Westeuropa üblich. Die beste Reisezeit liegt zwischen Mai und September, wenn es in den Städten und an der Küste warm ist und die hoch gelegenen Karpatenstraßen wie der Transfăgărășan geöffnet sind. Der Juli und August können in Bukarest und im Tiefland sehr heiß werden, während es in den Bergen angenehm kühler bleibt. Der Winter eignet sich vor allem für Skigebiete in den Karpaten, viele Passstraßen sind dann jedoch gesperrt. Herbstfarben in Siebenbürgen und den Karpaten machen auch September und Oktober zu einer reizvollen Reisezeit.
Einreise, Geld und praktische Tipps
Rumänien ist EU-Mitglied und seit 2025 vollständig im Schengenraum, die Einreise mit Personalausweis ist daher unkompliziert. Bezahlt wird jedoch nicht mit dem Euro, sondern mit dem Rumänischen Leu (RON) – Kartenzahlung ist in Städten weit verbreitet, auf dem Land empfiehlt sich Bargeld. Das Preisniveau liegt deutlich unter dem westeuropäischen Durchschnitt, was Rumänien zu einem vergleichsweise günstigen Reiseziel macht. Amtssprache ist Rumänisch, eine romanische Sprache mit Ähnlichkeiten zu Italienisch oder Spanisch; in touristischen Regionen wird auch Englisch verstanden. Für Fahrten zwischen den Regionen empfiehlt sich wegen der teils langen Strecken ein Mietwagen oder eine gut geplante Zugverbindung.
Häufige Fragen
Was muss man über Rumänien wissen?
Rumänien ist ein EU-Land im Südosten Europas, seit 2025 vollständig im Schengenraum, zahlt aber mit dem Leu statt dem Euro. Das Land verbindet die Karpaten, mittelalterliche Städte in Siebenbürgen und das Donaudelta und gilt als touristisch noch wenig überlaufen mit niedrigem Preisniveau.
Was sind die schönsten Reiseziele in Rumänien?
Zu den Höhepunkten zählen die Siebenbürger Städte Kronstadt, Hermannstadt und Schäßburg, das Schloss Peleș in Sinaia, die Panoramastraße Transfăgărășan durch die Karpaten, das Donaudelta sowie die bemalten Klöster der Bukowina.
Wann ist die beste Reisezeit für Rumänien?
Am besten reist man zwischen Mai und September, wenn es warm ist und die hoch gelegenen Karpatenstraßen wie der Transfăgărășan geöffnet sind. Der Winter eignet sich vor allem für Skigebiete, viele Bergstraßen sind dann jedoch gesperrt.
Welche Währung gilt in Rumänien – Euro oder Leu?
Trotz EU-Mitgliedschaft und Schengen-Zugehörigkeit seit 2025 zahlt man in Rumänien nicht mit dem Euro, sondern mit dem Rumänischen Leu (RON). Kartenzahlung ist in Städten verbreitet, auf dem Land empfiehlt sich Bargeld.
Ist Dracula in Rumänien wirklich eine reale Figur?
Vorbild der Dracula-Legende ist der historische Vlad III., geboren in Schäßburg. Das als „Draculaschloss“ vermarktete Schloss Bran hat historisch nur lose Verbindung zu ihm, ist aber architektonisch und landschaftlich trotzdem einen Besuch wert.
Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zu Rumänien?
Offizielle Informationen zu Einreise, Sehenswürdigkeiten und aktuellen Hinweisen bietet das Fremdenverkehrsamt Rumänien auf tourismus.de.
Weitere Informationen bietet das Fremdenverkehrsamt Rumänien, einen Überblick über weitere Ziele liefert die Übersicht Reiseziele in Europa. Wer die Reise erweitern möchte, findet Informationen zu Bulgarien und Ungarn.