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Madeira

Illustration der Steilküste Madeiras mit Funchal, dem Cabo Girão und blühenden Gärten über dem Atlantik, Portugal

Madeira, die „Blumeninsel des ewigen Frühlings“ im Atlantik, verbindet subtropische Gärten mit dramatischer Bergwelt: die Hauptstadt Funchal, die berühmten Levada-Wanderwege, die Gipfel Pico Ruivo und Pico do Arieiro, den UNESCO-Lorbeerwald Laurisilva, die Steilküste am Cabo Girão und die Nachbarinsel Porto Santo. Gezahlt wird mit dem Euro. Das Klima ist ganzjährig mild.

Landkarte Madeira
Landkarte Madeira

Madeira ist ein subtropisches Juwel im Atlantik, rund tausend Kilometer südwestlich des portugiesischen Festlands und näher an Afrika als an Europa gelegen. Die vulkanische Insel steigt schroff aus dem Meer auf: Ihre Küsten fallen in gewaltigen Steilklippen ins Wasser, im Landesinneren türmen sich zerklüftete Bergketten über zweitausend Meter hoch, und dazwischen leuchten das ganze Jahr über Blumen und üppiges Grün. Nicht umsonst tragen die Insel die Beinamen „Blumeninsel“ und „Insel des ewigen Frühlings“.

Madeira ist ein Ziel für Naturliebhaber, Wanderer und Genießer – kein klassisches Strandparadies, sondern eine Insel der Berge, Gärten, Wasserläufe und Panoramen. Das ganzjährig milde, frühlingshafte Klima macht sie zu einem Reiseziel für jede Jahreszeit. Gezahlt wird mit dem Euro, Amtssprache ist Portugiesisch, und für die Einreise genügt EU-Bürgern der Personalausweis. Madeira bildet mit der Nachbarinsel Porto Santo eine autonome Region Portugals.

Funchal – die Hauptstadt der Blumeninsel

Rund um eine weite Bucht an der Südküste breitet sich Funchal amphitheatralisch die Berghänge hinauf aus – die lebendige Hauptstadt und das Herz der Insel. Ihre historische Altstadt (Zona Velha) mit kopfsteingepflasterten Gassen, bunt bemalten Türen, Restaurants und Bars lädt zum Bummeln ein. Im Zentrum locken die Kathedrale Sé, elegante Plätze und der berühmte Bauernmarkt Mercado dos Lavradores mit seiner Fülle exotischer Früchte, Blumen und frischem Fisch.

Ein Wahrzeichen ist die Seilbahn nach Monte, die hoch über die Stadt zum Wallfahrtsort und den herrlichen Gärten schwebt. Von dort geht es auf ganz besondere Weise zurück: mit der traditionsreichen Korbschlittenfahrt (Carros de Cesto), bei der weiß gekleidete Männer geflochtene Schlitten über die steilen, gepflasterten Straßen hinunterlenken. Funchal ist zudem für seine Weinkeller und die Anlegestelle großer Kreuzfahrtschiffe bekannt.

Die berühmten Levada-Wanderwege

Madeiras Wahrzeichen unter Wanderern sind die Levadas – ein jahrhundertealtes Netz aus schmalen Bewässerungskanälen, die das Wasser aus dem regenreichen Norden in den trockeneren, landwirtschaftlich genutzten Süden leiten. Entlang dieser Kanäle verlaufen fast eben schmale Pfade, die heute die schönsten Wanderwege der Insel bilden und Wanderer bis in die entlegensten Winkel führen.

Über 2.000 Kilometer Levadas durchziehen die Insel und erschließen eine unglaubliche landschaftliche Vielfalt: von lieblichen Terrassengärten über tiefe Schluchten bis in den geheimnisvollen Lorbeerwald. Beliebte Touren sind die Levada do Caldeirão Verde mit ihren Tunneln und Wasserfällen oder die Wanderung zu den 25 Fontes. Feste Schuhe, eine Taschenlampe für die Tunnel und Wetterfestigkeit gehören dazu – die Levadas sind der beste Weg, Madeiras Natur zu erleben.

Die Bergwelt: Pico Ruivo & Pico do Arieiro

Das gebirgige Herz Madeiras gipfelt im Pico Ruivo, mit 1.862 Metern höchster Berg der Insel. Von den Aussichtspunkten am benachbarten Pico do Arieiro, der bequem mit dem Auto erreichbar ist, öffnet sich ein überwältigendes Panorama über zerklüftete Gipfel, die oft über einem Wolkenmeer schweben. Die Gratwanderung zwischen den beiden Pikos – vorbei an Felstunneln, schwindelerregenden Abgründen und steilen Treppen – gilt als eine der spektakulärsten Bergwanderungen Europas.

Wer den Sonnenaufgang am Pico do Arieiro über dem Wolkenmeer erlebt, versteht die besondere Magie dieser Insel. Die Hochgebirgslandschaft mit ihren vulkanischen Formationen steht in reizvollem Kontrast zu den blühenden Gärten der Küste und macht Madeira zu einem Wander- und Naturparadies von seltener Dichte.

Der Lorbeerwald Laurisilva (UNESCO)

Im Norden und in den Höhenlagen Madeiras hat sich der Laurisilva erhalten – ein urzeitlicher Lorbeerwald, wie er einst weite Teile Südeuropas bedeckte und heute nur noch auf wenigen Atlantikinseln existiert. Dieser immergrüne, oft nebelverhangene Wald aus mächtigen Lorbeerbäumen, Farnen und Moosen ist ein lebendes Fossil und wurde als größter zusammenhängender Lorbeerwald der Welt zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt.

Durch diesen märchenhaften Wald führen einige der schönsten Levada-Wanderungen. Die mystische Stimmung aus Nebelschwaden, tropfenden Farnen und uraltem Baumbestand, in dem endemische Vögel wie der Madeira-Lorbeertaube leben, ist einzigartig. Der Laurisilva bewahrt zugleich das Wasser der Insel und ist damit auch ökologisch von unschätzbarem Wert.

Steilküste, Cabo Girão & Aussichtspunkte

Madeiras Küsten gehören zu den dramatischsten der Welt. Das Cabo Girão westlich von Funchal ist mit rund 580 Metern eines der höchsten Kliffs Europas; ein gläserner Skywalk ragt über den senkrechten Abgrund und erlaubt schwindelerregende Blicke direkt hinunter aufs Meer und die winzigen Terrassenfelder am Fuß der Klippe.

Überall auf der Insel eröffnen sich atemberaubende Aussichtspunkte (Miradouros), etwa an der wild zerklüfteten Ostspitze Ponta de São Lourenço mit ihrer kargen, rötlichen Vulkanlandschaft, die zu einer der beliebtesten Küstenwanderungen einlädt. Die steilen Serpentinenstraßen und die vielen Tunnel, die die Insel erschließen, sind selbst schon ein Erlebnis – hinter jeder Kurve wartet ein neues Panorama.

Porto Moniz & der wilde Norden

Der raue Norden Madeiras ist grüner, wilder und weniger bebaut als der sonnige Süden. Sein bekanntestes Ziel ist Porto Moniz an der Nordwestspitze, berühmt für seine natürlichen Meerwasser-Schwimmbecken: In der schwarzen, erstarrten Lava haben sich Pools gebildet, die von der Brandung mit klarem Atlantikwasser gefüllt werden – ein spektakulärer Ort zum Baden zwischen Fels und tosendem Meer.

Entlang der Nordküste reihen sich malerische Dörfer wie São Vicente und Santana mit seinen typischen strohgedeckten, dreieckigen Bauernhäusern (Casas de Santana). Wasserfälle stürzen teils direkt an der Küstenstraße herab, und die alten, in den Fels gehauenen Küstenwege zeugen von der Mühe, die es kostete, diese Insel zu erschließen. Der Norden ist ideal für alle, die das ursprüngliche Madeira suchen.

Gärten, Blumen & Madeirawein

Als „Blumeninsel“ ist Madeira ein Paradies für Gartenliebhaber. Prachtvolle Anlagen wie der Jardim Botânico, der Monte-Palast-Tropengarten und zahllose private Quintas zeigen die überwältigende Pflanzenvielfalt, die das milde Klima hervorbringt – von Orchideen und Strelitzien bis zu subtropischen Bäumen aus aller Welt. Höhepunkt ist das farbenfrohe Blumenfest (Festa da Flor) im Frühling.

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Weltberühmt ist der Madeirawein, ein aufgespriteter, oxidativ und unter Wärme gereifter Likörwein, der von trocken (Sercial) bis süß (Malvasia) reicht und über Jahrzehnte, ja Jahrhunderte lagerfähig ist. Eine Verkostung in einem der historischen Weinkeller Funchals gehört zum Pflichtprogramm. Kulinarisch prägen außerdem die Espetada (Rindfleischspieße am Lorbeerzweig), der Degenfisch (Espada) mit Banane, das Fladenbrot Bolo do Caco und der Zuckerrohrschnaps Poncha die Insel.

Die Nachbarinsel Porto Santo

Was Madeira an klassischen Sandstränden fehlt, macht die kleine Nachbarinsel Porto Santo mehr als wett: Ihr Wahrzeichen ist ein rund neun Kilometer langer, goldener Sandstrand, dessen Sand als heilkräftig gilt. Die flachere, trockenere Insel ist ein entspanntes Bade- und Erholungsziel und lässt sich per Fähre (etwa zwei bis zweieinhalb Stunden ab Funchal) oder Kurzflug erreichen.

Porto Santo bietet neben dem Baden Golf, Radtouren und ruhige Dörfer. Christoph Kolumbus soll hier zeitweise gelebt haben; ein kleines Museum erinnert daran. Ein Tages- oder Kurzausflug auf die Insel ist die ideale Ergänzung zu Madeiras Bergwelt für alle, die auch einmal einen echten Strandtag genießen möchten.

Beste Reisezeit

Dank des subtropischen Klimas ist Madeira ein echtes Ganzjahresziel. Die Temperaturen bleiben mild und schwanken über das Jahr nur wenig – im Winter meist um 18 bis 20 Grad, im Sommer um 24 bis 26 Grad. Zum Wandern ist das Frühjahr (mit üppiger Blüte) und der Herbst besonders angenehm; der Sommer ist warm, aber selten drückend heiß.

Zu beachten ist, dass der Norden und die Höhenlagen deutlich mehr Wolken und Regen abbekommen als der sonnige Süden – oft scheint in Funchal die Sonne, während die Berge in Wolken hängen. Wer wandern will, plant flexibel und weicht bei schlechtem Wetter in eine andere Inselregion aus. Silvester in Funchal ist mit seinem gigantischen Feuerwerk weltberühmt.

Anreise & Mobilität

Madeira wird über den Flughafen Funchal (FNC) „Cristiano Ronaldo“ angeflogen, direkt aus vielen deutschsprachigen Städten sowie über Lissabon und Porto. Der Flughafen ist für seine spektakuläre, auf Stelzen ins Meer gebaute Landebahn und die windigen Anflüge bekannt.

Für die Erkundung der Insel empfiehlt sich ein Mietwagen – es herrscht Rechtsverkehr, die modernen Tunnel und Schnellstraßen machen die Küstenorte gut erreichbar, doch die Bergstraßen sind eng, steil und kurvig und verlangen etwas Fahrpraxis. Wer nicht selbst fahren möchte, nutzt geführte Ausflüge und Wandertransfers. Innerhalb Funchals kommt man gut zu Fuß und mit Bussen voran.

Reisetipps & Geheimtipps

Für die Gratwanderung Pico do Arieiro–Pico Ruivo lohnt sich ein sehr früher Start, um den Sonnenaufgang über dem Wolkenmeer zu erleben und der Nachmittagsbewölkung zu entgehen. Für die Levada-Wanderungen unbedingt eine Taschenlampe für die Tunnel einpacken. Die Korbschlittenfahrt in Monte ist touristisch, aber ein einmaliges Erlebnis.

Ein Geheimtipp ist ein Bad in den Lava-Pools von Porto Moniz oder in den natürlichen Becken von Seixal an der Nordküste. Für Genießer lohnt eine Madeirawein-Verkostung in einem alten Keller Funchals und ein Abend mit Espetada und Poncha in einem Bergdorf. Und wer Wale und Delfine sehen möchte, bucht eine Bootstour ab Funchal oder Calheta – die Gewässer um Madeira sind dafür hervorragend.

Häufige Fragen


Wann ist die beste Reisezeit für Madeira?

Madeira ist dank subtropischem Klima ein Ganzjahresziel mit milden Temperaturen um 18 bis 26 Grad. Zum Wandern sind Frühjahr und Herbst ideal. Zu beachten: Der Norden und die Berge sind deutlich wolken- und regenreicher als der sonnige Süden, daher flexibel planen.


Wie reist man am besten nach Madeira und vor Ort?

Madeira wird über den Flughafen Funchal (FNC) direkt aus vielen deutschsprachigen Städten sowie über Lissabon und Porto angeflogen. Für die Insel empfiehlt sich ein Mietwagen (Rechtsverkehr); die Bergstraßen sind eng und kurvig. Alternativ gibt es geführte Ausflüge und Wandertransfers.


Was sind die schönsten Reiseziele auf Madeira?

Zu den Höhepunkten zählen Funchal mit dem Mercado dos Lavradores und der Seilbahn nach Monte, die Levada-Wanderwege, die Gipfel Pico Ruivo und Pico do Arieiro, der UNESCO-Lorbeerwald Laurisilva, das Cabo Girão und die Lava-Pools von Porto Moniz. Für Strand lohnt Porto Santo.


Hat Madeira Sandstrände zum Baden?

Madeira selbst ist eine Berginsel mit vor allem Kies- und Felsstränden sowie den natürlichen Meerwasser-Pools von Porto Moniz und Seixal. Klassischen goldenen Sandstrand bietet die kleine Nachbarinsel Porto Santo, die per Fähre oder Kurzflug erreichbar ist.


Was muss man auf Madeira unbedingt probieren?

Ein Muss ist der weltberühmte Madeirawein, dazu die Espetada (Rindfleischspieße), der Degenfisch (Espada) mit Banane, das Fladenbrot Bolo do Caco und der Zuckerrohrschnaps Poncha. Der Mercado dos Lavradores in Funchal bietet zudem exotische Früchte der Insel.


Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zu Madeira?

Offizielle Auskünfte bündelt die regionale Tourismusbehörde Direção Regional do Turismo da Madeira über das Portal visitmadeira.com. Die Kontaktdaten finden Sie unten auf dieser Seite; einen Überblick über das ganze Land bietet die Portugal-Übersicht.


Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Portugal, die weiteren Regionen Azoren (Açores) und Region Lissabon sowie weitere Ziele in der Übersicht Europa.