Woiwodschaft Pommern

Die Woiwodschaft Pommern an der polnischen Ostsee vereint Hansepracht, lange Sandstrände und wilde Natur. Ihr Herz ist die Hansestadt Danzig (Gdańsk) mit dem Langen Markt, dem Krantor und der Geschichte von Kriegsbeginn und Solidarność. Zusammen mit dem Seebad Sopot und der Hafenstadt Gdynia bildet sie die Dreistadt. Dazu kommen die gewaltige Ordensburg Marienburg (Malbork), die Kaschubische Schweiz, die Halbinsel Hel und die Wanderdünen des Slowinzischen Nationalparks. Gezahlt wird mit dem Złoty; beste Reisezeit ist Mai bis September.

Die Woiwodschaft Pommern (polnisch Pomorskie) liegt im Norden Polens an der Ostsee. Sie verbindet mondäne Seebäder und weltberühmte Backsteingotik mit einsamen Stränden, Seenlandschaften und der lebendigen Kultur der Kaschuben, einer eigenständigen westslawischen Volksgruppe mit eigener Sprache.
Für Reisende ist Pommern eines der beliebtesten Ziele Polens – ideal für Städtereisen, Badeurlaub und Naturerlebnisse gleichermaßen. Gezahlt wird mit dem Złoty; als EU- und Schengen-Region ist sie für Deutsche mit dem Personalausweis erreichbar.
Kaum eine Region Polens lässt sich so gut kombinieren: vormittags die Hansepracht von Danzig, nachmittags ein Bad in der Ostsee, am nächsten Tag eine Burg oder die stillen Seen der Kaschubei. Diese Nähe von Kultur, Küste und Natur macht Pommern zum idealen Ziel für Familien, Städtereisende und Aktivurlauber gleichermaßen – und dank guter Verkehrsanbindung bequem erreichbar.
Region & Lage
Die Region erstreckt sich entlang der Ostseeküste rund um die Danziger Bucht und reicht landeinwärts über die seenreiche Kaschubei bis ins Weichseldelta. Sandstrände, Steilküsten, Nehrungen und Wanderdünen prägen die Küste, während im Hinterland Wälder und Moränenhügel wechseln.
Über Jahrhunderte war Danzig eine reiche Hansestadt und Kornkammer Europas. Diese Geschichte hat der Region ein herausragendes bauliches Erbe hinterlassen, das sich mit maritimer Lebensart und moderner Hafenkultur verbindet.
Danzig (Gdańsk) – Hansepracht an der Motława
Danzig besitzt eine der schönsten Altstädte Nordeuropas. Am prächtigen Langen Markt reihen sich reich verzierte Bürgerhäuser, überragt vom Rechtstädtischen Rathaus und dem Neptunbrunnen; das Goldene Tor und die mächtige Marienkirche, die größte Backsteinkirche der Welt, krönen das Ensemble.
Am Ufer der Motława steht das mittelalterliche Krantor, das Wahrzeichen der Stadt. Danzig ist die Stadt des Bernsteins, des Kriegsbeginns 1939 auf der Westerplatte und der Gewerkschaft Solidarność, deren Geschichte das Europäische Solidarność-Zentrum eindrucksvoll erzählt.
Die Dreistadt: Sopot & Gdynia
Sopot, das elegante Seebad zwischen Danzig und Gdynia, lockt mit der längsten hölzernen Seebrücke Europas, der flanierfreudigen Monte-Cassino-Straße und dem berühmten „Schiefen Haus“. Grand Hotel und Kurpark bewahren die mondäne Tradition der Belle Époque.
Gdynia hingegen ist eine junge, moderne Hafenstadt aus den 1920er Jahren im Stil des Bauhaus. Museumsschiffe, das Emigrationsmuseum und ein bekanntes Filmfestival prägen die Stadt. Zusammen bilden die drei Städte die lebendige Dreistadt (Trójmiasto).
Marienburg (Malbork) – die größte Ordensburg
Südöstlich von Danzig erhebt sich die Marienburg (Malbork), die größte Backsteinburg der Welt und einstige Residenz der Hochmeister des Deutschen Ordens. Das gewaltige Ensemble aus Hochschloss, Mittelschloss und Vorburg ist UNESCO-Welterbe.
Bei abendlichen Ton- und Lichtinszenierungen erwacht die mittelalterliche Festung zum Leben. Ein Besuch lässt die Blütezeit des Ordensstaates an der Nogat eindrucksvoll nachvollziehen.
Kaschubei & die Kaschubische Schweiz
Landeinwärts erstreckt sich die Kaschubei (Kaszuby), das Herzland der Kaschuben mit eigener, offiziell anerkannter Sprache und lebendigem Brauchtum. Die hügelige Kaschubische Schweiz um Kartuzy lockt mit klaren Seen, Wäldern und Aussichtsbergen.
Das Freilichtmuseum in Wdzydze bewahrt Bauernhäuser und Handwerk der Region. Bunte Stickereien, Töpferei und Volksmusik machen die kaschubische Kultur bis heute erlebbar – ein Polen abseits der bekannten Klischees.
Hel, Slowinzische Dünen & Küste
Die schmale Halbinsel Hel ragt weit in die Ostsee hinaus – ein Paradies für Windsurfer und Kitesurfer, mit einer Robbenstation und langen, feinsandigen Stränden. Fischerdörfer wie Jastarnia und Kuźnica bewahren maritimes Flair.
Weiter westlich schützt der Slowinzische Nationalpark bei Łeba gewaltige, ständig wandernde Sanddünen, die wie eine Wüste an der Ostsee wirken – ein UNESCO-Biosphärenreservat und einzigartiges Naturschauspiel.
Kultur, Geschichte & Musik
In der Danziger Kathedrale von Oliwa erklingt eine berühmte Barockorgel, deren bewegliche Figuren die Zuhörer verzaubern. Museen wie das Museum des Zweiten Weltkriegs und die Werftgeschichte zeigen die bewegte Vergangenheit der Region.
Feste wie der große Dominikanermarkt in Danzig, einer der ältesten Jahrmärkte Europas, beleben die Altstadt im Sommer. Bernsteinhandwerk und Seefahrt prägen die kulturelle Identität Pommerns.
Kulinarik & Regionales
Die Küche ist maritim: frischer Ostseefisch, geräucherte Flunder, Hering und Dorsch kommen an den Häfen auf den Tisch. Kaschubische Spezialitäten wie Steckrübeneintopf und Kartoffelgerichte ergänzen das Angebot.
In Danzig lockt der historische Kräuterlikör Goldwasser mit echten Blattgoldflocken. Auf Märkten und in den Fischbuden der Dreistadt lässt sich die pommersche Küche am besten entdecken.
Rund um die Häfen von Hel, Jastarnia und Gdynia gehört frisch gebratener Fisch mit Kartoffeln zu den beliebtesten Gerichten. Die kaschubische Küche steuert Blaubeer- und Pilzgerichte sowie kräftige Brote bei, während moderne Restaurants in Danzig und Sopot regionale Zutaten neu interpretieren. Ein Bummel über den Danziger Dominikanermarkt im Sommer verbindet kulinarische Stände mit Bernsteinschmuck und Kunsthandwerk – ideal für Souvenirs und Kostproben zugleich.
Beste Reisezeit & Anreise
Ideal ist die Zeit von Mai bis September für Strand, Städte und Natur; im Hochsommer sind Strände und Seebäder gut besucht. Danzig lohnt auch im Winter, etwa zum stimmungsvollen Weihnachtsmarkt.
Danzig besitzt einen internationalen Flughafen und ist per Bahn und Fähre gut angebunden; die Dreistadt verbindet eine bequeme S-Bahn. Gezahlt wird mit dem Złoty; die Preise sind moderat, an der Küste in der Hochsaison etwas höher.
Reisetipps & Geheimtipps
Planen Sie für Danzig mindestens zwei Tage ein und verbinden Sie die Altstadt mit einem Bad in Sopot und einem Ausflug zur Marienburg. Eine Bootsfahrt auf der Motława rundet den Besuch ab.
Als Geheimtipp lohnen die Kaschubische Schweiz mit ihren stillen Seen und die Wanderdünen bei Łeba. Wer maritime Ruhe sucht, findet sie auf der Halbinsel Hel außerhalb der Hochsaison.
Für die Planung empfiehlt sich Danzig als Ausgangspunkt: Von der Altstadt aus erreicht man mit der S-Bahn in einer halben Stunde Sopot und Gdynia, die Marienburg per Regionalzug in rund fünfzig Minuten. Wer Strandurlaub und Städtereise verbinden will, sollte für die Region mindestens vier bis fünf Tage einplanen. In der Hauptsaison im Juli und August sind Unterkünfte an der Küste früh ausgebucht – eine Buchung im Voraus lohnt sich.
Häufige Fragen
Was macht die Woiwodschaft Pommern als Reiseziel besonders?
Pommern an der polnischen Ostsee vereint die Hansestadt Danzig mit dem Seebad Sopot und der Hafenstadt Gdynia zur Dreistadt, dazu die Ordensburg Marienburg, die Kaschubische Schweiz, die Halbinsel Hel und die Wanderdünen des Slowinzischen Nationalparks. Gezahlt wird mit dem Złoty.
Welche Sehenswürdigkeiten sollte man in Pommern nicht verpassen?
Höhepunkte sind der Lange Markt und das Krantor in Danzig, das Europäische Solidarność-Zentrum, die Seebrücke von Sopot, die Marienburg (UNESCO), die Oliwa-Orgel, die Halbinsel Hel und die Wanderdünen bei Łeba.
Was ist die Dreistadt (Trójmiasto)?
Die Dreistadt bezeichnet den zusammengewachsenen Ballungsraum aus Danzig (Gdańsk), dem Seebad Sopot und der modernen Hafenstadt Gdynia an der Danziger Bucht. Eine bequeme S-Bahn verbindet die drei Städte miteinander.
Wann ist die beste Reisezeit für Pommern?
Mai bis September ist ideal für Strand, Städte und Natur; im Hochsommer sind die Seebäder gut besucht. Danzig lohnt auch außerhalb der Saison, im Winter mit stimmungsvollem Weihnachtsmarkt.
Zahlt man in Pommern mit Euro oder Złoty?
Offizielle Währung ist der polnische Złoty (PLN), nicht der Euro. Die Preise sind moderat, an der Küste in der Hochsaison etwas höher. Für die Einreise genügt Deutschen der Personalausweis.
Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zu Polen?
Offizielle Auskünfte gibt das Polnische Fremdenverkehrsamt in Berlin; Kontaktadresse und Website finden Sie unten auf dieser Seite. Das offizielle Reiseportal ist polen.travel. Einen Überblick über das Land bietet die Polen-Übersicht.
Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Polen, die Nachbarwoiwodschaften Westpommern, Kujawien-Pommern und Ermland-Masuren sowie weitere Ziele in der Übersicht Europa.