Zum Inhalt springen

Steiermark

Illustration der grünen Weinhügel der Südsteiermark mit Weinstraße und der Stadt Graz mit Uhrturm am Schlossberg

Die Steiermark, das „grüne Herz Österreichs“, verbindet die UNESCO-Altstadt von Graz mit der sanften „steirischen Toskana“ der Südsteirischen Weinstraße, dem Dachstein und den Skipisten von Schladming, dem Thermenland um Bad Blumau und einer weltberühmten Küche mit Kürbiskernöl und Backhendl. Von Weinhügeln bis Gletscher reicht das vielseitige Bundesland. Gezahlt wird mit dem Euro.

Landkarte Steiermark
Landkarte Steiermark

Die Steiermark trägt zu Recht den Beinamen „grünes Herz Österreichs“: Über die Hälfte des zweitgrößten Bundeslandes ist von Wald bedeckt, dazu kommen Weinberge, Almwiesen und Obstgärten. Das Land reicht von den vergletscherten Gipfeln des Dachsteins und den wilden Bergen des Gesäuses im Norden über das industriegeschichtlich geprägte Murtal bis zu den sanften, sonnenverwöhnten Weinhügeln der Südsteiermark an der slowenischen Grenze. Diese Bandbreite macht die „grüne Mark“ zu einem der vielseitigsten Reiseländer der Alpenrepublik.

Im Zentrum liegt die Landeshauptstadt Graz, eine der schönsten und lebendigsten Städte Österreichs. Gezahlt wird mit dem Euro, Amtssprache ist Deutsch, gesprochen in einer weichen steirischen Mundart. Für die Einreise genügt EU-Bürgern der Personalausweis. Für Genießer ist die Steiermark vor allem ein kulinarisches Land – berühmt für Wein, Kürbiskernöl und eine bodenständige, weltweit gerühmte Küche.

Graz – UNESCO-Altstadt und junge Kulturstadt

Graz, die zweitgrößte Stadt Österreichs, besitzt eine der am besten erhaltenen Altstädte Mitteleuropas, die seit 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Rote Ziegeldächer, Renaissance-Innenhöfe, italienisch anmutende Fassaden und enge Gassen prägen das mittelalterliche Zentrum. Als lebendige Universitätsstadt mit tausenden Studierenden pulsiert Graz zugleich jung und weltoffen.

2003 war Graz Kulturhauptstadt Europas und trägt heute den UNESCO-Titel „City of Design“. Kaffeehäuser, Delikatessengeschäfte und Wochenmärkte machen die Stadt zum „Feinkostladen Österreichs„, der die Fülle der umliegenden Region auf den Teller bringt. Ein Bummel durch die Altstadt und über die Märkte gehört zu den schönsten Erlebnissen eines Steiermark-Besuchs.

Schlossberg, Uhrturm und Kunsthaus

Über der Altstadt erhebt sich der bewaldete Schlossberg mit dem Uhrturm, dem Wahrzeichen von Graz. Eine Standseilbahn, ein gläserner Lift im Berg und ein steiler Fußweg führen hinauf zu weiten Ausblicken über die Dächer der Stadt. Der Uhrturm überstand die Schleifung der Festung durch Napoleons Truppen, weil die Grazer ihn freikauften.

Als kühner Kontrast zur historischen Kulisse leuchtet am Murufer das Kunsthaus Graz, ein außerirdisch anmutender blauer Bau, den die Grazer liebevoll „friendly alien“ nennen. In der Mur liegt die schwimmende, muschelförmige Murinsel – beide entstanden zum Kulturhauptstadtjahr und stehen für die moderne, verspielte Seite der Stadt.

Die Südsteirische Weinstraße – die „steirische Toskana“

Südlich von Graz beginnt eine Landschaft, die viele die „steirische Toskana“ nennen: sanfte, von Reben überzogene Hügel, einzelne Zypressen, Buschenschänken und die charakteristischen Klapotetze – hölzerne Windräder, die mit ihrem Klappern die Vögel aus den Weingärten vertreiben. Die Südsteirische Weinstraße windet sich über Kämme und durch Täler von einem Weingut zum nächsten.

Die Region ist berühmt für ihre Weißweine, allen voran den frischen, mineralischen Sauvignon Blanc und den Welschriesling. In den Buschenschänken werden hausgemachte Jausen zum Wein serviert, oft mit weitem Blick über die Hügel bis nach Slowenien. Kein Ziel verkörpert die genussvolle Seite der Steiermark so sehr wie diese Weingegend.

Das steirische Thermenland

Der sonnige Südosten ist das Thermenland, eine der thermenreichsten Regionen Europas. In Loipersdorf, Bad Waltersdorf und Bad Radkersburg sprudeln heilkräftige Quellen, um die sich große Thermen- und Wellnesswelten gruppieren. Sanfte Hügel, Obstgärten und Weingüter machen die Gegend zu einem Ziel für Erholung und Genuss.

Ein architektonisches Kuriosum ist die Rogner Therme Bad Blumau, gestaltet von Friedensreich Hundertwasser: eine bunte, geschwungene Fantasiewelt mit begrünten Dächern, goldenen Kuppeln und keiner geraden Linie. Sie zieht Besucher ebenso als Kunstwerk wie als Thermalbad an.

Schladming, Dachstein und der Skisport

Im Norden ragt der vergletscherte Dachstein auf, dessen steirische Seite über eine Seilbahn und die spektakuläre Hängebrücke am Skywalk erschlossen ist. Zu seinen Füßen liegt Schladming, ein Zentrum des alpinen Wintersports und Austragungsort von Weltcup-Nachtslaloms auf der berühmten Planai.

Die Skiregion Schladming-Dachstein mit ihren vier verbundenen Bergen zählt zu den größten Österreichs. Im Sommer verwandelt sich die Gegend in ein Wander- und Bikerevier mit Almen, Bergseen und der Kulisse der schroffen Dachsteinsüdwände. Auch das benachbarte Ausseerland gehört zu diesem alpinen Norden.

Das Ausseerland und die Bergwelt

Das Ausseerland im äußersten Nordwesten ist ein besonders ursprünglicher Teil der Steiermark und gehört landschaftlich zum Salzkammergut. Rund um Bad Aussee, den Grundlsee und den geheimnisvollen Toplitzsee zeigt sich eine Welt aus tiefen Seen, steilen Bergen und gelebtem Brauchtum, das im farbenprächtigen Narzissenfest gipfelt.

Weiter östlich schützt der Nationalpark Gesäuse eine wilde Gebirgslandschaft, in der die Enns tosend durch enge Felsschluchten bricht – ein Eldorado für Kletterer, Wildwasserfahrer und Wanderer. Der raue Norden bildet den kraftvollen Gegenpol zu den sanften Weinhügeln des Südens.

Der Erzberg und die Eisenstraße

Im Herzen der Obersteiermark liegt der Erzberg bei Eisenerz, ein terrassenförmig abgetragener Berg aus Eisenerz – der größte Tagebau Mitteleuropas und ein imposantes Industriedenkmal. Seit über tausend Jahren wird hier Erz gewonnen; heute kann man den „steirischen Brotlaib“ bei Schaufahrten mit riesigen Muldenkippern erkunden.

Entlang der historischen Eisenstraße erzählen Hammerwerke, Schaubergwerke und Museen von der reichen montanhistorischen Vergangenheit des Landes. Diese Industriekultur ist ein oft übersehener, aber faszinierender Teil der steirischen Identität.

Anzeige

Riegersburg, Burgen und Ausflugsziele

Weithin sichtbar thront die mächtige Riegersburg auf einem erloschenen Vulkanfelsen über dem oststeirischen Hügelland – eine der eindrucksvollsten Burgen des Landes, in der heute auch eine Greifvogelschau und die bekannte Schokoladenmanufaktur Zotter in der Nähe locken. Weitere sehenswerte Wehrbauten sind die Burg Rabenstein und das Schloss Herberstein mit seinem Tierpark.

Für Familien bieten sich die Lurgrotte, Österreichs größte Tropfsteinhöhle, sowie zahlreiche Erlebnis- und Naturparks an. Die Steiermark verbindet so Kulturgeschichte und Ausflugsvergnügen auf engem Raum.

Kulinarik: Kürbiskernöl, Backhendl und steirischer Wein

Die steirische Küche genießt Weltruf. Ihr flüssiges Gold ist das dunkelgrüne Kürbiskernöl (g.g.A.), das über Salate, Suppen und sogar Vanilleeis gegeben wird. Klassiker sind das knusprige Backhendl, der Käferbohnensalat, das Wurzelfleisch und der geröstete Kürbiskern als Knabberei.

Dazu kommen der berühmte steirische Apfel, der Vulcano-Schinken und natürlich der Wein aus den südlichen Hügeln. In den Buschenschänken der Weinstraße verbinden sich all diese Zutaten zur genussvollen „Brettljause“. Kaum eine Region Österreichs ist kulinarisch so eng mit ihrer Landschaft verwoben.

Beste Reisezeit für die Steiermark

Die Steiermark ist ein Ganzjahresziel mit klaren Schwerpunkten. Von Mai bis Oktober zeigen sich Graz, das Thermenland und die Weinstraße von ihrer schönsten Seite – der Frühherbst mit der Weinlese und den goldenen Hügeln gilt als Höhepunkt. Der Sommer lädt zum Wandern in den Bergen und zum Genießen in den Weingärten ein.

Der Winter von Dezember bis März bringt Skisport rund um Schladming und den Dachstein sowie stimmungsvolle Adventmärkte in Graz. Die Thermen des Südostens sind ganzjährig ein Ziel und besonders in der kalten Jahreszeit ein Genuss.

Anreise, Vignette & Maut

Die Steiermark ist gut erreichbar. Der Flughafen Graz (GRZ) bietet internationale Verbindungen, größere Airports sind Wien und Klagenfurt. Mit der neuen Koralmbahn und der Südbahn rückt Graz per ÖBB-Railjet näher an Wien und Kärnten; auch Schladming ist per Bahn angebunden.

Wer mit dem Auto kommt, braucht ehrlicherweise die österreichische Autobahn-Vignette für Autobahnen wie die A2 (Süd-) und A9 (Pyhrn-Autobahn). Auf einzelnen Strecken – etwa im Bosruck- und Gleinalmtunnel der A9 – fällt eine Sondermaut an, die unabhängig von der Vignette zu bezahlen ist. Innerorts ist Graz gut mit Straßenbahnen erschlossen.

Reisetipps & Geheimtipps

Für Graz lohnt ein Bummel über den Kaiser-Josef-Markt und eine Verkostung im „Feinkostladen“; die Stadt lässt sich bequem zu Fuß erkunden. Abseits der Hauptrouten reizen die stillen Täler des Gesäuses, die Vulkanlandschaft der Oststeiermark und die kleinen Weingüter jenseits der bekannten Weinstraße. Ein Geheimtipp für Genießer ist eine Buschenschank-Tour mit Übernachtung am Weingut.

Wer Kultur, Wein und Berge verbinden will, kombiniert zwei Tage Graz mit einer Fahrt über die Südsteirische Weinstraße und einem Abstecher nach Schladming oder ins Thermenland. So zeigt sich die Steiermark von ihrer genussvollen wie von ihrer alpinen Seite – das grüne Herz Österreichs.

Häufige Fragen


Was muss man über die Steiermark wissen?

Die Steiermark ist das „grüne Herz Österreichs“, das zweitgrößte Bundesland, das von Gletschern im Norden bis zu Weinhügeln im Süden reicht. Landeshauptstadt ist Graz mit UNESCO-Altstadt. Bezahlt wird mit dem Euro, Amtssprache ist Deutsch. Für die Einreise genügt EU-Bürgern der Personalausweis. Berühmt ist das Land für Wein, Kürbiskernöl und seine Küche.


Was sind die schönsten Reiseziele in der Steiermark?

Zu den Höhepunkten zählen Graz mit Schlossberg, Uhrturm und Kunsthaus, die Südsteirische Weinstraße („steirische Toskana“), das Thermenland mit Bad Blumau, Schladming und der Dachstein, der Erzberg, die Riegersburg sowie das ursprüngliche Ausseerland und der Nationalpark Gesäuse.


Wann ist die beste Reisezeit für die Steiermark?

Von Mai bis Oktober sind Graz, die Weinstraße und das Thermenland ideal, mit dem Frühherbst und der Weinlese als Höhepunkt. Der Winter bringt Skisport rund um Schladming und den Dachstein sowie Adventmärkte in Graz. Die Thermen des Südostens sind ganzjährig ein Ziel.


Was macht die Südsteirische Weinstraße besonders?

Die Südsteirische Weinstraße windet sich durch sanfte, rebenbedeckte Hügel, die an die Toskana erinnern, mit Buschenschänken und klappernden Klapotetzen. Berühmt ist die Region für frische Weißweine wie Sauvignon Blanc und Welschriesling, oft mit weitem Blick bis nach Slowenien genossen.


Welche Spezialitäten sollte man in der Steiermark probieren?

Unverzichtbar ist das dunkelgrüne Kürbiskernöl über Salat oder sogar Eis, dazu Backhendl, Käferbohnensalat und der steirische Apfel. Getrunken wird der regionale Wein, etwa Sauvignon Blanc. Am schönsten schmeckt all das als Brettljause in einer Buschenschank der Weinstraße.


Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zur Steiermark?

Offizielle Auskünfte gibt Steiermark Tourismus in Graz. Kontaktadresse und Ansprechpartner finden Sie unten auf dieser Seite; einen Überblick über das ganze Land bietet die Österreich-Übersicht.


Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Österreich, die benachbarten Bundesländer Kärnten, Oberösterreich und Salzburg sowie weitere Ziele in der Übersicht Europa.