Niederösterreich

Niederösterreich, das flächengrößte Bundesland, umschließt Wien und reicht von der weltberühmten Wachau an der Donau über die Weinberge des Weinviertels bis in die stillen Wälder des Waldviertels und die Berge des Alpenvorlands. Stift Melk, Dürnstein, Krems, die Semmeringbahn, Schneeberg und Rax sowie der Grüne Veltliner machen das Land vielseitig. Gezahlt wird mit dem Euro.

Niederösterreich ist das flächengrößte Bundesland Österreichs und zugleich das vielseitigste im Osten des Landes. Wie ein weiter Ring legt es sich um die Bundeshauptstadt Wien, die es vollständig umschließt. Von den terrassierten Weinbergen der Donau über die sanften Hügel des Wein- und Waldviertels bis zu den ersten großen Bergen der Ostalpen reicht ein Land, das Kulturgeschichte, Wein und Natur auf großem Raum vereint.
Die Donau bildet das Rückgrat der Region und schuf mit der Wachau eine der schönsten Flusslandschaften Europas. Gezahlt wird mit dem Euro, Amtssprache ist Deutsch, und für die Einreise genügt EU-Bürgern der Personalausweis. Für Reisende ist Niederösterreich vor allem ein Land der Klöster, Weingärten und stillen Ausflüge – ideal auch als Tagesziel von Wien aus.
Die Wachau – UNESCO-Donautal zwischen Melk und Krems
Die Wachau, das gut 30 Kilometer lange Donautal zwischen Melk und Krems, gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und zählt zu den schönsten Flusslandschaften des Kontinents. Steile Terrassen mit Weinreben und Marillenbäumen fallen zum Fluss ab, dazwischen liegen malerische Winzerdörfer, Ruinen und barocke Kirchtürme. Im Frühling verwandelt die Marillenblüte das Tal in ein Blütenmeer.
Erleben lässt sich die Wachau auf vielfältige Weise: mit dem Schiff auf der Donau, mit dem Rad auf dem beliebten Donauradweg oder zu Fuß auf dem Welterbesteig. Die Region ist ein Muss für Genießer und Kulturreisende und von Wien aus in gut einer Stunde erreichbar.
Stift Melk und Dürnstein
Am Westeingang der Wachau thront das Stift Melk, ein monumentales Benediktinerkloster und eines der bedeutendsten Barockbauwerke Europas. Hoch über der Donau leuchtet die ockergelbe Fassade mit ihren Zwiebeltürmen; im Inneren beeindrucken die prunkvolle Stiftskirche, die Marmorsäle und die berühmte Bibliothek mit ihren kostbaren Handschriften.
Weiter flussabwärts liegt das malerische Dürnstein mit seinem markanten blau-weißen Stiftsturm. Über dem Ort ragt die Ruine der Burg auf, in der einst der englische König Richard Löwenherz gefangen gehalten wurde – eine Sage, die bis heute erzählt wird. Enge Gassen, Weingüter und Heurige machen Dürnstein zu einem der romantischsten Orte der Wachau.
Krems, Kamptal und der Wein
Am östlichen Tor der Wachau liegt Krems, eine lebendige Stadt mit sehenswerter Altstadt, Kunstmeile und langer Weinbautradition. Sie ist ein idealer Ausgangspunkt, um die Weinregionen der Umgebung zu erkunden. Nördlich schließt das Kamptal an, eine der renommiertesten Weißweinregionen des Landes rund um den Ort Langenlois.
Hier wächst hervorragender Grüner Veltliner und Riesling, den man in Kellergassen und Heurigen verkosten kann. Die Erlebniswelt „Loisium“ verbindet Weinkultur mit moderner Architektur. Die Weinorte an Donau und Kamp gehören zu den lohnendsten Zielen für Genussreisende in ganz Österreich.
Das Weinviertel – Grüner Veltliner und Kellergassen
Nördlich von Wien, zwischen Donau und tschechischer Grenze, breitet sich das sanft gewellte Weinviertel aus – die größte Weinbauregion Österreichs. Endlose Rebhügel, weite Felder und die charakteristischen Kellergassen mit ihren aneinandergereihten Presshäusern prägen das Bild. Das Weinviertel gilt als Heimat des Grünen Veltliners, der hier seine typische pfeffrige Würze entwickelt.
Die Region ist ruhig, ursprünglich und ideal zum Radfahren und Genießen. In den urigen Kellergassen, oft „Dörfer ohne Rauchfang“ genannt, laden Winzer zur Verkostung. Wer das entschleunigte, ländliche Österreich sucht, ist im Weinviertel richtig.
Das Waldviertel – Granit, Moor und Stille
Im Nordwesten liegt das raue, ursprüngliche Waldviertel, eine bewaldete Hochebene aus Granit mit Mooren, Teichen, Burgen und stillen Dörfern. Das Klima ist rauer als im übrigen Land, die Landschaft geheimnisvoll und von markanten Felsformationen durchsetzt. Die Region ist bekannt für Mohn, Karpfen aus den Teichen und eine wachsende Zahl an Kräuter- und Wellnessbetrieben.
Sehenswert sind die Renaissanceschlösser wie Rosenburg, die stimmungsvolle Stadt Zwettl mit ihrem Stift und die geheimnisvollen „Wackelsteine“. Das Waldviertel ist ein Ziel für alle, die Ruhe, Wald und ein Stück ursprüngliches Österreich suchen.
Der Wienerwald und das Alpenvorland
Direkt an Wien grenzt der bewaldete Wienerwald, ein weitläufiges Naherholungsgebiet und Biosphärenpark, in dem sich Buchenwälder, Weinorte und Ausflugsziele abwechseln. Hier liegt das Zisterzienserstift Heiligenkreuz mit seinem romanischen Kreuzgang sowie das romantische Schloss Mayerling, Schauplatz der berühmten Tragödie um Kronprinz Rudolf.
Weinorte wie Gumpoldskirchen und die Thermenregion um Baden bei Wien mit ihren Kuranlagen und dem Rosarium ergänzen das Bild. Der Wienerwald ist der grüne Rückzugsraum der Hauptstadtregion – und von Wien aus in Minuten erreichbar.
Schneeberg, Rax und die Semmeringbahn
Im Süden erheben sich mit Schneeberg und Rax die ersten großen Berge der Ostalpen, oft als „Wiens Hausberge“ bezeichnet. Historische Bergbahnen wie die Schneebergbahn und die Raxseilbahn führen hinauf zu weiten Almen und Ausblicken. Die Region war schon um 1900 ein beliebtes Sommerfrische-Ziel der Wiener.
Über den Semmeringpass führt die Semmeringbahn, die erste Hochgebirgsbahn Europas und seit 1998 UNESCO-Weltkulturerbe. Ihre kühnen Viadukte und Tunnel durch die steile Berglandschaft gelten als Meisterwerk der Ingenieurskunst des 19. Jahrhunderts. Eine Fahrt über den Semmering ist ein nostalgisches Erlebnis.
St. Pölten – die junge Landeshauptstadt
St. Pölten ist die jüngste Landeshauptstadt Österreichs – erst 1986 wurde die Stadt zum Sitz des Landes. Im modernen Regierungsviertel am Traisen-Ufer stehen markante Bauten wie das Festspielhaus und der Klangturm, während die barocke Altstadt mit ihren Plätzen und Jugendstilfassaden das historische Herz bildet.
Die Stadt entwickelt sich zu einem lebendigen Kulturstandort mit Museen, Festivals und einer wachsenden Kunstszene. Sie ist ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge in die Wachau, das Mostviertel und das Alpenvorland.
Schlösser und Ausflugsziele
Niederösterreich ist reich an Schlössern und Klöstern. Die Schallaburg bei Melk, ein Renaissanceschloss mit prächtigen Terrakotta-Arkaden, ist heute Schauplatz großer Ausstellungen. Das Stift Klosterneuburg vor den Toren Wiens, das Stift Göttweig über der Donau und die zahllosen Burgruinen erzählen von einer reichen Geschichte.
Für Familien locken Naturparks, der Nationalpark Thayatal an der tschechischen Grenze und Erlebniswelten wie die Amethyst-Welt in Maissau. Diese Fülle macht Niederösterreich zu einem idealen Land für Tagesausflüge und Rundreisen.
Kulinarik: Marille, Wein und Waldviertler Küche
Die niederösterreichische Küche ist eng mit ihren Regionen verbunden. Aus der Wachau kommt die berühmte Marille (Aprikose), aus der Marmelade, Nektar und der edle Marillenbrand entstehen. Das Waldviertel steuert Mohnzelten, Erdäpfel (Kartoffeln) und Karpfen bei, das Weinviertel seinen würzigen Grünen Veltliner.
In den Heurigen – den bäuerlichen Buschenschänken – werden junger Wein und deftige Brotzeiten serviert; diese Tradition ist ein Kernstück der Lebensart rund um Wien. Dazu kommen die Mostheurigen des Mostviertels im Südwesten. Kaum ein Bundesland ist kulinarisch so von Wein und Streuobst geprägt.
Beste Reisezeit für Niederösterreich
Die schönste Zeit reicht von April bis Oktober. Der Frühling bringt die Marillen- und Weinblüte in der Wachau, der Sommer lädt zu Radtouren an der Donau und Wanderungen auf Schneeberg und Rax ein. Ein besonderer Höhepunkt ist der Herbst mit der Weinlese im September und Oktober, wenn sich die Weinberge golden färben und die Heurigen zum „Sturm“ laden.
Auch der Winter hat seinen Reiz, mit kleinen Skigebieten am Semmering und im Alpenvorland sowie stimmungsvollen Advent- und Kellergassen-Märkten. Die Klöster und Schlösser sind ganzjährig ein Ziel, viele Ausflugsziele öffnen jedoch erst ab dem Frühjahr.
Anreise, Vignette & Maut
Niederösterreich ist hervorragend erschlossen und liegt rund um die Verkehrsdrehscheibe Wien. Der Flughafen Wien-Schwechat liegt selbst in Niederösterreich und ist der wichtigste Airport des Landes. Ein dichtes Bahnnetz mit Westbahn, Franz-Josefs-Bahn und Regionalzügen verbindet St. Pölten, Krems und die Wachau bequem mit Wien.
Wer mit dem Auto kommt, braucht ehrlicherweise die österreichische Autobahn-Vignette für Autobahnen wie die A1 (West-), A2 (Süd-) und A22. Sondermauten fallen in Niederösterreich kaum an. Für die Wachau empfiehlt sich die staufreie Anreise mit Bahn und Schiff, da die schmalen Uferstraßen in der Hochsaison stark befahren sein können.
Reisetipps & Geheimtipps
Für die Wachau lohnt eine Kombination aus Schiff und Rad: mit dem Schiff flussaufwärts, mit dem Rad zurück. Die Niederösterreich-Card bündelt hunderte Ausflugsziele zu einem Preis. Abseits der Hauptrouten reizen die stillen Kellergassen des Weinviertels, die Moorlandschaften des Waldviertels und der Nationalpark Thayatal. Ein Geheimtipp für Genießer ist ein Heuriger in einer Wachauer Winzergemeinde zur Zeit der Weinlese.
Wer Wien besucht, sollte einen Tag für Niederösterreich einplanen – sei es für die Wachau, den Wienerwald oder eine Fahrt über den Semmering. So zeigt sich das größte Bundesland von seiner kulturellen wie von seiner genussvollen Seite.
Häufige Fragen
Was muss man über Niederösterreich wissen?
Niederösterreich ist das flächengrößte Bundesland Österreichs und umschließt vollständig die Bundeshauptstadt Wien. Landeshauptstadt ist St. Pölten. Es reicht von der Wachau an der Donau über das Wein- und Waldviertel bis in die Ostalpen. Bezahlt wird mit dem Euro, Amtssprache ist Deutsch. Für die Einreise genügt EU-Bürgern der Personalausweis.
Was sind die schönsten Reiseziele in Niederösterreich?
Zu den Höhepunkten zählen die Wachau mit Stift Melk und Dürnstein, die Weinstadt Krems und das Kamptal, das Weinviertel mit seinen Kellergassen, das ursprüngliche Waldviertel, der Wienerwald, Schneeberg und Rax mit der UNESCO-Semmeringbahn sowie die Landeshauptstadt St. Pölten.
Wann ist die beste Reisezeit für Niederösterreich?
Von April bis Oktober ist die schönste Zeit, mit der Marillen- und Weinblüte im Frühling und der Weinlese im September und Oktober als Höhepunkten. Der Sommer ist ideal für Donauradweg und Bergwanderungen. Die Klöster und Schlösser sind ganzjährig ein Ziel.
Was macht die Wachau so besonders?
Die Wachau ist das UNESCO-geschützte Donautal zwischen Melk und Krems mit terrassierten Weinbergen, Marillenbäumen und malerischen Winzerdörfern. Höhepunkte sind das barocke Stift Melk und das romantische Dürnstein. Erleben lässt sie sich per Schiff, auf dem Donauradweg oder zu Fuß auf dem Welterbesteig.
Welche Spezialitäten sollte man in Niederösterreich probieren?
Berühmt ist die Wachauer Marille (Aprikose) als Marmelade, Nektar oder Brand, dazu der würzige Grüne Veltliner aus dem Wein- und Kamptal. Das Waldviertel steuert Mohnzelten und Karpfen bei. Am schönsten schmeckt all das bei einem Heurigen in einer Winzergemeinde.
Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zu Niederösterreich?
Offizielle Auskünfte bündelt die Niederösterreich-Werbung GmbH in St. Pölten über das Portal niederoesterreich.at. Die Kontaktadresse finden Sie unten auf dieser Seite; einen Überblick über das ganze Land bietet die Österreich-Übersicht.
Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Österreich, die benachbarten Bundesländer Oberösterreich, Steiermark und der von Niederösterreich umschlossene Stadtstaat Wien sowie weitere Ziele in der Übersicht Europa.