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Malta

Die honigfarbene Kalksteinstadt Valletta und ihr Grand Harbour auf Malta mit historischen Bastionen und Kirchenkuppeln im goldenen Abendlicht

Malta ist ein Inselstaat im zentralen Mittelmeer mit den Hauptinseln Malta und Gozo, honigfarbenen Städten, tiefblauen Buchten und 7.000 Jahren Geschichte. Als EU-Land wird in Euro gezahlt; es herrscht Linksverkehr. Beste Reisezeit sind Frühjahr und Herbst.

Landkarte Malta
Landkarte Malta

Malta liegt mitten im Mittelmeer, zwischen Sizilien und der nordafrikanischen Küste, und ist trotz seiner geringen Fläche von nur 316 km² einer der geschichtsträchtigsten Flecken Europas. Honigfarbener Kalkstein prägt die Bauten von der Hauptstadt Valletta bis zu den Dörfern im Landesinneren, dazwischen liegen steile Klippen, versteckte Buchten und ein Meer in sattem Blau. Rund 7.000 Jahre Siedlungsgeschichte haben Spuren hinterlassen: Megalithtempel, die älter sind als die Pyramiden, phönizische und römische Relikte sowie das monumentale Erbe der Johanniterritter, die die Insel jahrhundertelang prägten.

Der Inselstaat besteht aus der Hauptinsel Malta, der ruhigeren Schwesterinsel Gozo und dem kleinen Comino dazwischen. Als EU-Mitglied wird mit dem Euro bezahlt, Englisch ist neben Maltesisch Amtssprache und wird praktisch überall gesprochen – das macht Malta zu einem der unkompliziertesten Reiseziele im Mittelmeerraum. Zu beachten ist der Linksverkehr, der aus der britischen Kolonialzeit übrig geblieben ist. Am angenehmsten bereist man die Insel im Frühjahr oder Herbst, wenn es warm, aber nicht überlaufen ist.

Valletta – die Hauptstadt

Valletta, die kompakte Hauptstadt auf einer Landzunge zwischen zwei Naturhäfen, gehört seit 1980 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die barocke Altstadt wurde von den Johannitern nach dem Sieg über die Osmanen 1565 gegründet und ist ein einziges Freilichtmuseum aus goldenem Stein. Herzstück ist die St.-Johns-Ko-Kathedrale mit ihrer prunkvollen Innenausstattung und zwei Gemälden von Caravaggio, der zeitweise selbst Ordensritter war. Von den Upper Barrakka Gardens blickt man über den Grand Harbour, und der Grandmaster’s Palace zeigt die einstige Machtzentrale des Ordens. Trotz ihrer Bedeutung lässt sich Valletta in wenigen Stunden zu Fuß erkunden – ideal für einen intensiven Tagesausflug.

Mdina und Rabat

Mdina, die „stille Stadt“ im Zentrum der Insel, war bis ins Mittelalter Maltas Hauptstadt und liegt heute hinter mächtigen Stadtmauern fast wie aus der Zeit gefallen. Autos sind kaum zugelassen, durch die engen Gassen hallen vor allem Schritte und Kirchenglocken. Im Inneren wohnen bis heute alteingesessene Adelsfamilien, während sich davor im geschäftigeren Rabat das Alltagsleben abspielt, samt Katakomben aus römischer Zeit. Der Blick von den Stadtmauern reicht bei klarer Sicht über weite Teile der Insel. Ein Spaziergang durch Mdina in den frühen Abendstunden, wenn die Tagesbesucher abgereist sind, zeigt die Stadt von ihrer stimmungsvollsten Seite.

Gozo – die ruhige Schwesterinsel

Gozo, per Fähre von Malta aus in rund 25 Minuten erreichbar, ist grüner, hügeliger und deutlich ruhiger als die Hauptinsel. Über der Inselhauptstadt Victoria thront die Zitadelle, von der aus man fast die ganze Insel überblickt. An der Küste laden die Bucht von Xlendi und weitere kleine Buchten zum Baden, an der Stelle des früheren Felsbogens Azure Window bei Dwejra zeigt sich heute, wie stark Erosion die Küste weiter formt. Kulturell bedeutsam sind die Ġgantija-Tempel, eine der ältesten freistehenden Bauwerksgruppen der Menschheit. Wer dem Trubel Maltas entkommen möchte, findet auf Gozo ein deutlich langsameres Reisetempo.

Comino und die Blaue Lagune

Zwischen Malta und Gozo liegt das nur wenige Quadratkilometer kleine Comino, fast unbewohnt und Ziel unzähliger Tagesausflüge wegen der Blauen Lagune. Das seichte, türkisfarbene Wasser gehört zu den fotogensten Orten des Landes, entsprechend voll wird es in der Hochsaison rund um die Mittagszeit. Wer früh morgens oder am späten Nachmittag anreist, hat deutlich mehr Ruhe. Neben der Lagune lohnt ein kurzer Spaziergang zu den Klippen im Inselinneren, wo es kaum Infrastruktur, aber viel unberührte Natur gibt. Boote verkehren regelmäßig von beiden Hauptinseln aus, ein eigenes Hotel gibt es auf Comino nur vereinzelt.

Megalithtempel und Geschichte

Malta besitzt mit Ħaġar Qim und Mnajdra im Süden zwei der bedeutendsten Megalithtempelanlagen der Welt, die älter sind als die ägyptischen Pyramiden und heute unter Schutzdächern konserviert werden. Sie zeugen von einer hoch entwickelten Kultur, die lange vor den Phöniziern auf der Insel lebte. Über die Jahrhunderte wurde Malta von Phöniziern, Karthagern, Römern, Arabern, Normannen und schließlich von den Johannitern beherrscht, die die Insel 1530 erhielten und bis zur napoleonischen Besetzung 1798 prägten. Anschließend war Malta bis zur Unabhängigkeit 1964 britische Kronkolonie. Diese Schichten aus Herrschaft und Kultur sind bis heute in Architektur, Sprache und Alltag sichtbar.

Die Drei Städte am Grand Harbour

Gegenüber von Valletta, auf der anderen Seite des Grand Harbour, liegen die „Drei Städte“ Vittoriosa (Birgu), Senglea und Cospicua – historisch älter als die Hauptstadt selbst und lange Zeit Sitz der Johanniter, bevor Valletta gebaut wurde. Enge Gassen, wehrhafte Bastionen und Blick auf den Naturhafen machen den Bezirk zu einem ruhigeren Gegenstück zur belebten Hauptstadt. Vittoriosa mit seiner Marina und den historischen Auberges der Ordensritter lohnt besonders einen Spaziergang. Von hier aus lassen sich auch die Ausmaße des Grand Harbour, einem der bedeutendsten Naturhäfen im Mittelmeer, gut nachvollziehen. Wassertaxis verbinden die Drei Städte direkt mit Valletta.

Marsaxlokk und die Südküste

Im Südosten liegt Marsaxlokk, ein Fischerdorf, dessen bunte Luzzu-Boote mit ihren traditionell aufgemalten Augen zu den meistfotografierten Motiven Maltas zählen. Sonntags findet hier ein bekannter Fischmarkt statt. In der Nähe liegt die Blaue Grotte, eine Abfolge von Meereshöhlen, die bei ruhiger See mit kleinen Booten befahren werden kann und für ihr besonders klares, leuchtendes Wasser bekannt ist. Die Südküste insgesamt ist ursprünglicher als der dichter bebaute Norden der Insel und eignet sich für alle, die neben Sehenswürdigkeiten auch etwas Ruhe suchen. Restaurants mit frischem Fisch prägen das gastronomische Angebot des Ortes.

Kultur, Küche und Alltag

Maltas Kultur ist ein Mix aus mediterranen und britischen Einflüssen: Man fährt links, trinkt aber wie in Südeuropa Espresso auf der Piazza. Die Küche verbindet italienische, arabische und britische Elemente – Kaninchen gilt als Nationalgericht, dazu kommen Pastizzi (gefüllte Blätterteigtaschen), frischer Fisch und einfache, bäuerliche Gemüsegerichte. Religiös ist die Insel stark katholisch geprägt, was sich an der hohen Dichte an Kirchen und den zahlreichen Dorffesten (Festas) mit Prozessionen, Feuerwerk und Blaskapellen im Sommer zeigt. Maltesisch, eine semitische Sprache mit lateinischer Schrift, ist weltweit einzigartig und wird parallel zum Englischen im Alltag gesprochen.

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Aktivitäten: Tauchen, Wandern, Baden

Das klare Wasser rund um Malta, Gozo und Comino zählt zu den besten Tauchrevieren im Mittelmeer, mit guter Sicht, Höhlen, Steilwänden und mehreren versenkten Wracks. Auch Schnorchler kommen an vielen Buchten ohne großen Aufwand nah an Fischschwärme heran. Wanderfreunde finden vor allem auf Gozo und entlang der Küstenklippen im Süden Maltas schöne, wenig überlaufene Strecken mit Meerblick. Da es kaum Sandstrände gibt, wird an vielen Stellen von Felsplattformen oder kleinen Buchten aus gebadet; die bekanntesten Sandstrände liegen im Norden bei Mellieħa und Golden Bay. Bootsausflüge rund um die Inseln sind eine beliebte Ergänzung zum Landprogramm.

Beste Reisezeit und Klima

Malta hat ein typisch mediterranes Klima mit heißen, trockenen Sommern und milden, regenreicheren Wintern. Im Juli und August klettern die Temperaturen häufig über 30 Grad, gleichzeitig sind die touristischen Zentren dann am vollsten und Unterkünfte teurer. Angenehmer bereist es sich im späten Frühjahr (April bis Juni) oder im Frühherbst (September, Oktober), wenn es warm, aber nicht drückend heiß ist und das Meer noch Badetemperatur hat. Von November bis Februar ist es mild, aber windiger und regnerischer, was sich vor allem für Städtereisen nach Valletta oder Mdina eignet. Wer Ruhe sucht, sollte die Hauptsaison und stark besuchte Orte wie die Blaue Lagune zur Mittagszeit meiden.

Einreise, Geld und Sprache

Als EU-Mitglied und Teil des Schengenraums ist die Einreise nach Malta für deutsche, österreichische und schweizerische Staatsangehörige mit Personalausweis unkompliziert, ein Reisepass ist nicht zwingend erforderlich. Bezahlt wird in Euro, Kartenzahlung ist praktisch überall verbreitet. Sprachlich ist Malta denkbar einfach zu bereisen: Neben Maltesisch ist Englisch zweite Amtssprache und wird von nahezu allen Einheimischen fließend gesprochen, auch abseits der touristischen Zentren. Das Preisniveau liegt in etwa auf westeuropäischem Niveau, in touristischen Hotspots stellenweise etwas darüber. Eine Reiseversicherung mit Auslandskrankenschutz ist trotz EU-Mitgliedschaft empfehlenswert, da die Europäische Krankenversicherungskarte nicht alle Kosten abdeckt.

Fortbewegung und praktische Tipps

Malta ist mit rund 316 km² sehr kompakt, dennoch ist die Insel dicht besiedelt und der Verkehr in den Ballungsräumen um Valletta und Sliema oft zäh. Ein dichtes Busnetz verbindet die wichtigsten Orte günstig, für mehr Flexibilität lohnt sich ein Mietwagen – wichtig ist dabei, sich auf den Linksverkehr einzustellen. Nach Gozo verkehrt regelmäßig eine Autofähre, nach Comino kleinere Passagierboote. Wichtigster Punkt für die Reiseplanung: In der Hochsaison sind Sehenswürdigkeiten wie die Blaue Lagune oder Valletta an Kreuzfahrttagen sehr voll, ein früher Start in den Tag zahlt sich fast überall aus. Sonnenschutz ist wegen der intensiven Mittelmeersonne auch außerhalb des Hochsommers ratsam.

Häufige Fragen


Was muss man über Malta wissen?

Malta ist ein kleiner, dicht besiedelter Inselstaat im Mittelmeer mit EU-Mitgliedschaft, Euro-Währung und Linksverkehr. Amtssprachen sind Maltesisch und Englisch, wobei Englisch praktisch überall verstanden wird. Die Insel verbindet 7.000 Jahre Geschichte, honigfarbene Städte und ein mildes Mittelmeerklima – ideal für kompakte Kultur- und Badereisen.


Was sind die schönsten Reiseziele in Malta?

Zu den Höhepunkten zählen die Hauptstadt Valletta mit der St.-Johns-Ko-Kathedrale, die stille Stadt Mdina, die Megalithtempel Ħaġar Qim und Mnajdra sowie die Insel Gozo mit der Zitadelle von Victoria. Dazu kommen die Blaue Lagune auf Comino und das Fischerdorf Marsaxlokk.


Wann ist die beste Reisezeit für Malta?

Am angenehmsten sind Frühjahr (April bis Juni) und Herbst (September, Oktober), wenn es warm, aber nicht überfüllt ist. Der Hochsommer ist heiß und touristisch stark ausgelastet, die Wintermonate sind mild, aber windiger und regnerischer und eignen sich eher für Städtereisen.


Welche Sprache spricht man in Malta?

Amtssprachen sind Maltesisch, eine semitische Sprache mit lateinischer Schrift, und Englisch. Englisch wird im Alltag, in der Gastronomie und im Tourismus durchgehend verstanden und gesprochen, sodass sich Malta ohne Sprachbarriere bereisen lässt.


Braucht man auf Malta einen Mietwagen?

Zwingend nötig ist ein Mietwagen nicht, da Busse die wichtigsten Orte verbinden. Für flexible Erkundungen abseits der Hauptrouten und für Gozo lohnt sich ein Auto jedoch – dabei unbedingt an den Linksverkehr denken, der von der britischen Kolonialzeit stammt.


Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zu Malta?

Offizielle Informationen zu Einreise, Sehenswürdigkeiten und aktuellen Hinweisen bietet das Fremdenverkehrsamt Malta auf tourismus.de.


Weitere Informationen zu Malta gibt es beim Fremdenverkehrsamt Malta, einen Überblick über weitere Ziele bietet die Übersicht Reiseziele in Europa. Wer die Reise mit einem weiteren Mittelmeerland verbinden möchte, findet Informationen zu Italien und Zypern.

Weitere Informationen zu Malta