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Litauen

Die barocke Altstadt von Vilnius in Litauen, vom Hügel der Drei Kreuze aus gesehen, ein Meer aus Kirchtürmen und roten Dächern mit dem Gediminas-Turm bei Sonnenuntergang

Litauen ist das größte und südlichste Baltikum-Land, bekannt für die barocke Altstadt von Vilnius, die Dünen der Kurischen Nehrung und den Berg der Kreuze. Als EU-Land wird in Euro gezahlt. Beste Reisezeit ist der Sommer.

Landkarte Litauen
Landkarte Litauen

Litauen ist mit rund 2,86 Millionen Einwohnern das größte und südlichste der drei baltischen Länder und grenzt neben Lettland auch an Polen sowie die russische Exklave Kaliningrad. Die Hauptstadt Vilnius besitzt eine der größten barocken Altstädte Osteuropas und wurde ebenso wie Riga und Tallinn zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Neben der Hauptstadt ist Litauen bekannt für die weiten Wanderdünen der Kurischen Nehrung, den spirituell aufgeladenen Berg der Kreuze und die Wasserburg Trakai auf einer Seeinsel. Als EU-Mitglied wird in Euro gezahlt, beste Reisezeit sind die Sommermonate Juni bis August.

Vilnius – Hauptstadt und Barockjuwel

Die Altstadt von Vilnius gehört zu den größten und besterhaltenen barocken Stadtkernen Osteuropas und ist reich an Kirchen, darunter die klassizistische Kathedrale am Fuß des Gediminas-Hügels, auf dem die Reste einer mittelalterlichen Burg mit weitem Blick über die Stadt stehen. Durch das Tor der Morgenröte, eines der letzten erhaltenen Stadttore, führt der Weg in die Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen, Innenhöfen und Cafés. Auf der anderen Seite des Flusses Vilnia liegt Užupis, ein ehemaliges Handwerkerviertel, das sich selbst humorvoll zur unabhängigen „Künstlerrepublik“ mit eigener Verfassung erklärt hat und heute für Galerien, Streetart und Bohème-Flair steht. Vilnius lässt sich gut zu Fuß erkunden und wirkt insgesamt ruhiger und weniger touristisch als Riga oder Tallinn.

Regionen und Landschaften

Litauen ist überwiegend flach bis leicht hügelig, mit zahlreichen Seen vor allem im nordöstlichen Aukštaitija und dichten Wäldern, die große Teile des Landes bedecken. Im Westen grenzt das Land an die Ostsee und das Kurische Haff, im Süden und Osten an Polen, Belarus und die russische Exklave Kaliningrad. Historisch war Litauen Teil eines der größten Reiche Europas, des Großfürstentums Litauen, was sich bis heute in zahlreichen Burgen und einer eigenständigen kulturellen Identität zeigt. Anders als die stärker protestantisch beziehungsweise orthodox geprägten Nachbarländer ist Litauen überwiegend katholisch, was sich in Wallfahrtsorten wie dem Berg der Kreuze widerspiegelt. Landschaftlich bietet das Land eine Mischung aus Küste, Seenplatten und ruhigem Agrarland.

Kurische Nehrung – Dünen und Fischerdörfer

Die Kurische Nehrung, eine schmale, rund 100 Kilometer lange Landzunge zwischen Ostsee und Kurischem Haff, gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist berühmt für ihre teils über 60 Meter hohen Wanderdünen. Der bekannteste Ort ist Nida, ein ehemaliges Fischerdorf mit traditionellen Holzhäusern, das einst auch Thomas Mann als Feriendomizil diente. Zwischen dichten Kiefernwäldern, Dünenlandschaft und ruhigem Haff-Ufer lässt sich die Nehrung gut mit dem Fahrrad erkunden, ein durchgehender Radweg verbindet die wichtigsten Orte. Die südliche Hälfte der Nehrung gehört bereits zur russischen Exklave Kaliningrad und ist von Litauen aus nicht ohne Weiteres erreichbar. Für Naturliebhaber zählt die Nehrung zu den eindrucksvollsten Landschaften des gesamten Baltikums.

Trakai – die Wasserburg

Nur rund 30 Kilometer westlich von Vilnius liegt Trakai mit seiner berühmten Wasserburg, die auf einer kleinen Insel im Galvė-See errichtet wurde und über eine Holzbrücke erreichbar ist. Die rot verklinkerte gotische Burg war einst Residenz der litauischen Großfürsten und zählt zu den meistfotografierten Sehenswürdigkeiten des Landes. Der Ort Trakai selbst ist zudem für die Karäer bekannt, eine kleine turksprachige, jüdisch geprägte Minderheit, die hier seit dem 14. Jahrhundert lebt und deren Küche mit den charakteristischen Teigtaschen Kibinai in mehreren Restaurants im Ort probiert werden kann. Trakai eignet sich sehr gut als Halbtages- oder Tagesausflug von Vilnius aus, auch eine Bootsfahrt auf dem See ist möglich.

Berg der Kreuze bei Šiauliai

Der Berg der Kreuze nahe der nordlitauischen Stadt Šiauliai ist einer der ungewöhnlichsten Orte des Landes: Auf einem kleinen Hügel stehen mittlerweile über hunderttausend Kreuze aller Größen, von handtellergroßen Anhängern bis zu meterhohen Holzkreuzen, die von Pilgern und Besuchern über Jahrzehnte hinterlassen wurden. Der Ort entstand im 19. Jahrhundert als stiller Ausdruck von Glauben und nationalem Widerstand und wurde in der Sowjetzeit mehrfach zerstört, aber immer wieder neu bestückt. Papst Johannes Paul II. besuchte den Ort 1993 und stärkte damit seine Bedeutung als Wallfahrtsstätte zusätzlich. Der Berg der Kreuze liegt etwas abseits der Hauptrouten, lässt sich aber gut mit einem Ausflug in den Norden Litauens verbinden.

Kaunas – Zwischenkriegs-Moderne

Kaunas, die zweitgrößte Stadt Litauens, war in der Zwischenkriegszeit von 1920 bis 1940 provisorische Hauptstadt des Landes und erlebte in dieser Zeit einen enormen Bauboom im Stil der Moderne. Das dichte Ensemble aus Bauhaus- und Art-déco-Gebäuden aus dieser Epoche wurde von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt und prägt bis heute weite Teile der Innenstadt. Die historische Altstadt am Zusammenfluss von Memel und Neris bietet daneben gotische und barocke Bauten sowie eine belebte Fußgängerzone mit Cafés und Restaurants. Kaunas gilt als weniger touristisch als Vilnius und eignet sich gut für Reisende, die sich für Architektur des 20. Jahrhunderts interessieren.

Klaipėda und Kernavė

Klaipėda, Litauens einzige größere Hafenstadt, dient meist als Ausgangspunkt für einen Ausflug auf die Kurische Nehrung, per Fähre nur wenige Minuten entfernt. Die kleine Altstadt mit Fachwerkhäusern erinnert an die deutsche Vergangenheit der Stadt als Memel, bevor sie nach dem Zweiten Weltkrieg Teil Litauens wurde. Ganz anders, aber ebenso sehenswert, ist Kernavė im Landesinneren: Die archäologische Stätte mit mehreren eindrucksvollen Erdhügeln, den Resten einer mittelalterlichen Burganlage, gilt als eine der bedeutendsten vorchristlichen Siedlungsstätten des Baltikums und wurde ebenfalls von der UNESCO ausgezeichnet. Beide Orte zeigen unterschiedliche, weniger bekannte Facetten Litauens abseits von Vilnius.

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Kultur, Religion und Küche

Litauen ist das am stärksten katholisch geprägte der drei baltischen Länder, was sich in zahlreichen Kirchen, Wallfahrtsorten wie dem Berg der Kreuze und kirchlichen Feiertagen zeigt. Litauisch gilt zudem als eine der ältesten noch gesprochenen indoeuropäischen Sprachen und hat sich sprachlich besonders ursprünglich erhalten. Kulinarisch dominieren deftige, bodenständige Gerichte: Cepelinai, mit Fleisch gefüllte Kartoffelklöße, gelten als Nationalgericht, ergänzt durch Kohlsuppen, Roggenbrot und die kalte Rote-Bete-Suppe Šaltibarščiai, die im Sommer beliebt ist. In Vilnius und Kaunas hat sich zudem eine moderne Craft-Beer- und Restaurantszene entwickelt, die traditionelle Gerichte neu interpretiert und internationale Einflüsse aufnimmt.

Beste Reisezeit und Klima

Die beste Reisezeit für Litauen liegt zwischen Juni und August, wenn Temperaturen meist zwischen 18 und 23 Grad herrschen und lange, helle Tage ideale Bedingungen für Städtereisen, die Kurische Nehrung und Wanderungen bieten. Der Winter ist kalt, oft mit Schnee und nur wenigen Stunden Tageslicht, eignet sich aber für einen winterlichen Kurztrip nach Vilnius mit Weihnachtsmärkten. Frühling und Herbst sind wechselhaft und regenreich, bieten aber deutlich weniger Andrang. Wer an die Kurische Nehrung reist, sollte bedenken, dass das Ostseewasser auch im Sommer selten wärmer als etwa 18 bis 20 Grad wird.

Einreise, Sprache, Geld und Fortbewegung

Als EU- und Schengen-Land reicht deutschen, österreichischen und schweizerischen Staatsangehörigen ein gültiger Personalausweis zur Einreise nach Litauen. Gezahlt wird in Euro, Kartenzahlung ist Standard, das Preisniveau liegt insgesamt niedriger als in Deutschland. Landessprache ist Litauisch; Englisch wird vor allem unter jüngeren Litauern verstanden, Russisch ist ebenfalls verbreitet. Vilnius ist per Direktflug gut erreichbar, die Altstadt lässt sich bequem zu Fuß erkunden. Für Ausflüge nach Trakai, Kaunas oder an die Kurische Nehrung eignen sich Zug- und Busverbindungen zwischen den größeren Städten gut, für abgelegenere Ziele wie den Berg der Kreuze oder Kernavė empfiehlt sich dagegen ein Mietwagen.

Häufige Fragen


Was muss man über Litauen wissen?

Litauen ist das größte und südlichste der drei baltischen Länder, EU- und Euro-Land mit rund 2,86 Millionen Einwohnern und überwiegend katholisch geprägt. Bekannt ist es für die barocke Altstadt von Vilnius, die Dünen der Kurischen Nehrung und Litauisch als eine der ältesten noch gesprochenen indoeuropäischen Sprachen.


Was sind die schönsten Reiseziele in Litauen?

Zu den schönsten Zielen zählen die Altstadt von Vilnius, die Wasserburg Trakai, die Wanderdünen der Kurischen Nehrung sowie der Berg der Kreuze bei Šiauliai. Auch die Bauhaus-Architektur von Kaunas und die archäologische Stätte Kernavė lohnen einen Besuch abseits der Hauptstadt.


Wann ist die beste Reisezeit für Litauen?

Am besten reist man zwischen Juni und August bei milden 18 bis 23 Grad und langen, hellen Tagen – ideal für Städtereisen und die Kurische Nehrung. Der Winter ist kalt und dunkel, eignet sich aber für einen winterlichen Kurztrip nach Vilnius mit Weihnachtsmärkten.


Welche Währung und Sprache gelten in Litauen?

In Litauen wird mit Euro bezahlt, Kartenzahlung wird fast überall akzeptiert. Landessprache ist Litauisch, eine der ältesten noch gesprochenen indoeuropäischen Sprachen. Englisch wird vor allem unter jüngeren Litauern gut verstanden, auch Russisch ist historisch bedingt verbreitet, besonders bei älteren Generationen.


Wie kommt man in Litauen am besten von A nach B?

Vilnius selbst ist gut zu Fuß zu erkunden. Zwischen größeren Städten wie Kaunas, Klaipėda und der Kurischen Nehrung verkehren gute Zug- und Busverbindungen. Für abgelegenere Ziele wie den Berg der Kreuze oder Kernavė empfiehlt sich dagegen ein Mietwagen, da die Anbindung sonst umständlich ist.


Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zu Litauen?

Offizielle und aktuelle Reiseinformationen zu Litauen – von Einreisebestimmungen bis zu Veranstaltungen und Verkehrsanbindungen – bietet das Fremdenverkehrsamt Litauen. Dort finden sich zudem Ansprechpartner für individuelle Reiseplanung und aktuelle Hinweise.

Weitere Informationen zum Land bietet das Fremdenverkehrsamt Litauen, einen Überblick über die Region liefert der Reiseführer Europa, und für die Weiterreise lohnt sich ein Blick auf Lettland und Polen.

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