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Trentino-Südtirol

Handgezeichnete Illustration der Dolomiten über Almwiesen mit einem Weinberg und Bergdorf

Trentino-Südtirol im Norden Italiens ist das Reich der Dolomiten (UNESCO-Welterbe): schroffe Gipfel, grüne Almen und stille Bergseen. Bozen bewahrt die Gletschermumie Ötzi, Meran lockt mit Kurflair, im Süden reicht das Land an den Gardasee. Zweisprachig deutsch-italienisch. Gezahlt wird mit dem Euro. Beste Reisezeit ist ganzjährig.

Landkarte Trentino-Südtirol
Landkarte Trentino-Südtirol

Trentino-Südtirol (italienisch Trentino-Alto Adige) ist die nördlichste Region Italiens und grenzt an Österreich und die Schweiz. Sie ist ein Land der Berge: Über allem thronen die Dolomiten, deren bleiche Felszinnen zum UNESCO-Welterbe gehören und zu den schönsten Gebirgslandschaften der Erde zählen. Zwischen alpiner Kultur und mediterranem Einfluss, deutscher und italienischer Sprache entfaltet die Region einen ganz eigenen Charakter – Italien mit alpinem Akzent.

Eine Besonderheit prägt Trentino-Südtirol wie keine andere italienische Region: Es besteht aus zwei autonomen Provinzen mit weitreichender Selbstverwaltung – dem überwiegend deutschsprachigen Südtirol (Provinz Bozen) im Norden und dem italienischsprachigen Trentino (Provinz Trient) im Süden. Beide haben eigene Verwaltungen und eigene Tourismusorganisationen. Gezahlt wird mit dem Euro, und für die Einreise genügt EU-Bürgern der Personalausweis.

Zwei autonome Provinzen: Südtirol & Trentino

Die Region ist historisch aus dem alten Tirol hervorgegangen und kam nach dem Ersten Weltkrieg zu Italien. Daraus erklärt sich ihre Zweisprachigkeit: In Südtirol ist Deutsch neben Italienisch gleichberechtigte Amtssprache, in einigen Dolomitentälern kommt als dritte Sprache das Ladinische hinzu. Orts- und Straßennamen erscheinen zwei- oder dreisprachig, die Küche ist eine Mischung aus Tiroler und italienischer Tradition.

Das Trentino im Süden ist italienischsprachig geprägt, teilt aber die alpine Landschaft und die weitreichende Autonomie. Für Reisende bedeutet diese Struktur vor allem zweierlei: eine faszinierende kulturelle Vielfalt und zwei getrennte, aber gleichermaßen professionelle Tourismusverwaltungen, deren Kontakte am Ende dieser Seite und im Abschnitt zur Anreise genannt sind.

Die Dolomiten – UNESCO-Welterbe

Die Dolomiten sind das Herzstück der Region und seit 2009 UNESCO-Welterbe. Ihre hellen, bei Sonnenuntergang rosa leuchtenden Felstürme (das berühmte Enrosadira) bilden eine der dramatischsten Bergkulissen der Alpen. Zu den Ikonen zählen die Drei Zinnen, der Rosengarten, die weite Seiser Alm – Europas größte Hochalm – sowie das mächtige Sella-Massiv und der Langkofel.

Dolomitentäler wie das Grödental, das Gadertal, das Fassatal und das Fleimstal erschließen dieses Wunderland und pflegen zugleich die ladinische Kultur. Ob beim Wandern über blühende Almen, beim Klettern auf historischen Klettersteigen oder einfach beim Blick von einer Sonnenterrasse: Die Dolomiten hinterlassen bei jedem Besucher einen bleibenden Eindruck.

Bozen & die Gletschermumie Ötzi

Bozen (Bolzano), Hauptstadt Südtirols, verbindet auf reizvolle Weise nordalpines und mediterranes Flair: Laubengassen, Weinberge am Stadtrand und Palmen auf den Plätzen. Weltberühmt ist die Stadt für Ötzi, den über 5.000 Jahre alten „Mann aus dem Eis“, dessen Gletschermumie samt Ausrüstung im Südtiroler Archäologiemuseum zu sehen ist – einer der bedeutendsten archäologischen Funde der Welt.

Rund um Bozen laden Ausflugsberge wie der Ritten mit seinen Erdpyramiden und einer historischen Schmalspurbahn zu Ausflügen ein. Die Stadt ist zudem ein guter Ausgangspunkt für die Weinstraße und die Dolomiten. Ihr Wochenmarkt und die gemütlichen Weinstuben (Buschenschänke) machen den Aufenthalt zum Genuss.

Meran & die Kurstadt-Kultur

Meran (Merano) war einst mondäner Kurort der Habsburger und bewahrt bis heute ein elegantes Belle-Époque-Flair mit Jugendstilbauten, Wandelhallen und schattigen Promenaden entlang der Passer. Das milde Klima lässt Palmen und subtropische Pflanzen gedeihen. Größte Attraktion sind die weltbekannten Gärten von Schloss Trauttmansdorff, ein botanisches Meisterwerk über der Stadt.

Die Kurstadt ist zugleich Tor zum Vinschgau mit seinen Apfelplantagen und historischen Bewässerungskanälen (Waale), an denen entlang stimmungsvolle Wanderwege führen. Auch die Therme Meran lädt zur Entspannung ein. Meran verbindet Genuss, Kultur und Natur auf besonders angenehme Weise.

Südtiroler Weinstraße & Kalterer See

Südlich von Bozen zieht sich die Südtiroler Weinstraße durch ein sonniges Hügelland aus Reben, Burgen und alten Weindörfern wie Kaltern, Tramin (Ursprung des Gewürztraminers) und Eppan. Sie ist eine der ältesten Weinstraßen des Alpenraums und lädt zu Verkostungen der kräftigen Rot- und aromatischen Weißweine ein.

Mittendrin liegt der Kalterer See, der wärmste Badesee der Alpen, an dem sich Weinkultur und Badevergnügen verbinden. Wanderungen durch die Weinberge, Törggelen im Herbst und ein Glas Lagrein oder Vernatsch in einer Kellerei gehören zu den schönen, entspannten Seiten Südtirols abseits der Berge.

Trient & das Trentino

Die Provinzhauptstadt Trient (Trento) im Süden ist eine elegante italienische Stadt mit prächtigen Freskenfassaden am Domplatz und dem gewaltigen Castello del Buonconsiglio. In der Stadt tagte im 16. Jahrhundert das kirchengeschichtlich bedeutende Konzil von Trient. Das moderne Wissenschaftsmuseum MUSE von Stararchitekt Renzo Piano ist ein weiterer Anziehungspunkt.

Das umgebende Trentino ist ein Paradies für Naturfreunde: Der Naturpark Adamello-Brenta mit der schroffen Brenta-Gruppe, die Seen des Val di Sole und die Skigebiete von Madonna di Campiglio und der Paganella locken Aktive das ganze Jahr. Auch das Fassatal mit seiner ladinischen Kultur reicht bis in die Dolomiten hinein.

Gardasee-Nord & die Bergseen

Ganz im Süden reicht das Trentino bis an den Nordzipfel des Gardasees. Die Orte Riva del Garda und Torbole gelten dank der zuverlässigen Thermikwinde als Eldorado für Segler, Surfer und Kitesurfer. Steile Felswände, Klettersteige und Mountainbike-Trails machen die Gegend zu einem Hotspot des alpinen Aktivurlaubs – mediterrane Vegetation inklusive.

Weitere lohnende Bergseen sind der Molvenosee am Fuß der Brenta, der Caldonazzosee und der Ledrosee. Sie verbinden Badevergnügen mit alpiner Kulisse und bieten eine erfrischende Abwechslung zu den hohen Gipfeln – ideal für Familien und heiße Sommertage.

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Wandern, Skifahren & Aktivurlaub

Trentino-Südtirol ist ein Ganzjahres-Aktivziel. Im Sommer durchziehen unzählige markierte Wege, Höhenwege wie der Dolomiten-Höhenweg und historische Klettersteige (vie ferrate) die Berge; gemütliche, bewirtschaftete Almhütten sorgen für Einkehr. Im Winter zählt die Region mit dem Skiverbund Dolomiti Superski – über 1.200 Pistenkilometer – zu den größten und schneesichersten Skigebieten der Alpen.

Dazu kommen Langlauf, Rodeln, Schneeschuh- und Skitouren sowie im Sommer ein hervorragend ausgebautes Mountainbike- und Radwegenetz, etwa entlang der Etsch von Meran bis zum Gardasee. Ehrlich gesagt sind die bekanntesten Dolomitenpässe und -orte in der Hochsaison (Sommerferien, Weihnachten, Februar) stark frequentiert – wer Ruhe sucht, wählt Vor- und Nebensaison oder weniger prominente Täler.

Kulinarik & Wein

Die Küche spiegelt die Zweisprachigkeit wider: Auf der einen Seite alpin-tirolerisch mit Speck, Knödeln (Canederli), Schlutzkrapfen, Gerstensuppe und Apfelstrudel, auf der anderen italienisch mit Pasta, Polenta und feiner Konditorei. Der Südtiroler Apfel (etwa aus dem Vinschgau) ist ein Markenzeichen der Region, ebenso Bergkäse und würziger Speck. Im Herbst lädt das Törggelen zu neuem Wein, Kastanien und deftigen Spezialitäten in die Buschenschänke.

Beim Wein glänzt vor allem Südtirol mit dem Weißwein Gewürztraminer aus Tramin, mit Weißburgunder und Sauvignon sowie den heimischen Rotweinsorten Vernatsch und Lagrein. Das Trentino steuert Spitzenschaumweine (Trentodoc) und den Rotwein Teroldego bei. Eine Weinverkostung an der Weinstraße rundet jeden Besuch genussvoll ab.

Beste Reisezeit

Trentino-Südtirol ist ein Ganzjahresziel. Der Sommer (Juni bis September) ist ideal zum Wandern, Radfahren und für Bergseen; die Almwiesen blühen, und die Dolomiten zeigen sich von ihrer schönsten Seite. Der Herbst lockt mit goldenen Lärchen, Weinlese und Törggelen sowie klarer Fernsicht.

Der Winter (Dezember bis März) gehört dem Skisport in den erstklassigen Gebieten; besonders die Weihnachtszeit mit den stimmungsvollen Christkindlmärkten in Bozen, Meran, Brixen und Trient ist beliebt. Das milde Frühjahr eignet sich gut für Städte, Kurorte und Wanderungen im Tal, während in der Höhe oft noch Schnee liegt.

Anreise & Mobilität

Die Region ist gut über die Brennerachse erreichbar: Autobahn und Bahnstrecke verbinden München und Innsbruck über den Brenner mit Bozen und Trient; von Süden führt die Bahn über Verona (Flughafen VRN). Auch die Flughäfen Innsbruck, Verona und Venedig sind praktisch. Innerhalb der Region ist der öffentliche Nahverkehr sehr gut ausgebaut – die Südtirol-Bahn und dichte Buslinien machen ein Auto in vielen Fällen entbehrlich.

Wichtig ist der Hinweis auf die zwei getrennten Tourismusorganisationen: Für Südtirol ist die IDM Südtirol – Alto Adige in Bozen zuständig (Portal suedtirol.info, Kontakt siehe unten auf dieser Seite). Für das Trentino informiert Trentino Marketing (Via Romagnosi 11, 38122 Trento, Tel. +39 0461 219300, Portal visittrentino.info). Wer beide Landesteile bereist, sollte beide Portale nutzen. Ein Mietwagen (Rechtsverkehr) lohnt für abgelegene Täler; in Bozen, Meran und Trient gelten Fahrverbotszonen (ZTL).

Reisetipps & Geheimtipps

Wer die Dolomiten ohne Andrang erleben will, wählt die Nebensaison oder weniger bekannte Täler und startet Wanderungen früh am Morgen. Die vielerorts erhältlichen Gästekarten (etwa Südtirol Guest Pass) ermöglichen oft die kostenlose Nutzung von Bus und Bahn. Als Basis eignen sich Bozen oder Meran für Kultur und Wein, ein Dolomitental für Bergerlebnisse.

Ein Geheimtipp ist eine Wanderung entlang der Vinschgauer Waale, eine Fahrt mit der Rittner Schmalspurbahn oder ein Besuch der stillen Seitentäler des Trentino wie des Val di Non mit seinen Apfelwiesen. Für Genießer lohnt das herbstliche Törggelen in einer echten Buschenschank. Und wer die besondere Seele der Region verstehen will, achtet auf das feine Nebeneinander der Sprachen und Kulturen – nirgendwo sonst ist Italien so alpin und der Alpenraum so italienisch.

Häufige Fragen


Warum besteht Trentino-Südtirol aus zwei Provinzen?

Die Region ging aus dem historischen Tirol hervor und kam nach dem Ersten Weltkrieg zu Italien. Sie besteht heute aus zwei autonomen Provinzen mit weitreichender Selbstverwaltung: dem überwiegend deutschsprachigen Südtirol (Bozen) und dem italienischsprachigen Trentino (Trient). Beide haben eigene Verwaltungen und eigene Tourismusorganisationen.


Wann ist die beste Reisezeit für Trentino-Südtirol?

Die Region eignet sich ganzjährig. Der Sommer (Juni bis September) ist ideal zum Wandern, Radfahren und Baden an Bergseen, der Winter (Dezember bis März) für Skifahren in Gebieten wie Dolomiti Superski. Der Herbst lockt mit Weinlese und Törggelen, das Frühjahr mit Kurorten und Talwanderungen.


Was sind die schönsten Reiseziele in Trentino-Südtirol?

Zu den Höhepunkten zählen die Dolomiten mit Drei Zinnen, Rosengarten und Seiser Alm, die Landeshauptstadt Bozen mit der Ötzi-Mumie, die Kurstadt Meran mit den Gärten von Trauttmansdorff, die Südtiroler Weinstraße, die Konzilstadt Trient und der Nordteil des Gardasees um Riva.


Spricht man in Trentino-Südtirol Deutsch oder Italienisch?

Beides. In Südtirol (Provinz Bozen) ist Deutsch neben Italienisch gleichberechtigte Amtssprache, in einigen Dolomitentälern zusätzlich Ladinisch. Das Trentino (Provinz Trient) ist italienischsprachig. Orts- und Straßennamen erscheinen in Südtirol zwei- oder dreisprachig.


Wie reist man am besten nach Trentino-Südtirol?

Am bequemsten über die Brennerachse: Autobahn und Bahn verbinden München und Innsbruck über den Brenner mit Bozen und Trient; von Süden führt die Bahn über Verona. Die Flughäfen Innsbruck, Verona und Venedig sind praktisch. Vor Ort ist der öffentliche Nahverkehr sehr gut ausgebaut.


Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zu Trentino-Südtirol?

Wegen der zwei autonomen Provinzen gibt es zwei Anlaufstellen: Für Südtirol ist die IDM Südtirol zuständig (suedtirol.info), deren Kontakt Sie unten auf dieser Seite finden; für das Trentino informiert Trentino Marketing (visittrentino.info). Einen Überblick über das ganze Land bietet die Italien-Übersicht.


Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Italien, die Nachbarregionen Lombardei mit Mailand und den Seen sowie Venetien mit Venedig und den Dolomiten um Cortina, dazu das ebenfalls alpine Friaul-Julisch Venetien weiter im Osten und weitere Ziele in der Übersicht Europa.

Weitere Informationen zu Trentino-Südtirol