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Emilia-Romagna

Handgezeichnete Illustration der Arkaden und Türme von Bologna mit Mosaiken aus Ravenna und Parmesan

Die Emilia-Romagna in Norditalien verbindet Genuss und Geschichte: die Arkadenstadt Bologna, die byzantinischen Mosaike von Ravenna, Parma und Modena als Heimat von Parmaschinken, Ferrari und Ducati sowie die Strände von Rimini an der Adria. Gezahlt wird mit dem Euro. Beste Reisezeit ist April bis Oktober.

Landkarte Emilia-Romagna
Landkarte Emilia-Romagna

Die Emilia-Romagna im Norden Italiens ist eine der wohlhabendsten und genussreichsten Regionen des Landes. Sie erstreckt sich vom Apennin über die weite Poebene bis an die Adriaküste und vereint zwei historische Landschaften: die Emilia im Westen entlang der alten Römerstraße Via Emilia und die Romagna im Osten zur Küste hin. Für Feinschmecker ist sie das Schlaraffenland Italiens – von hier stammen Parmaschinken, Parmesan, Balsamico, Tortellini und Bolognese-Ragù.

Die Region gliedert sich in neun Provinzen rund um die Hauptstadt Bologna, deren Städte sich wie an einer Perlenschnur an der schnurgeraden Via Emilia aufreihen. Für Reisende bedeutet das eine dichte Folge an Kunststädten, Motorenlegenden und Badeorten. Innerhalb einer Stunde gelangt man von den Arkaden Bolognas zu den Mosaiken Ravennas oder an die Strände Riminis. Gezahlt wird mit dem Euro, Amtssprache ist Italienisch, und für die Einreise genügt EU-Bürgern der Personalausweis.

Landschaften & Regionen

Die Emilia-Romagna teilt sich in drei Zonen. Im Süden erhebt sich der Apennin mit bewaldeten Kämmen, Wintersportorten und dem Nationalpark der Tosco-Emilianischen Apenninen. In der Mitte breitet sich die fruchtbare Poebene aus, ein weites Agrarland aus Feldern, Höfen und den Städten der Via Emilia. Im Osten reicht die Region an die Adria, wo sich das Po-Delta und die langen Sandstrände der Riviera Romagnola anschließen.

Diese Gliederung prägt auch die Kultur: Die Emilia gilt als Land der Kunststädte und der feinen Küche, die Romagna als lebensfroh, gastfreundlich und dem Meer zugewandt. Das stille Po-Delta mit seinen Lagunen und Vogelschwärmen bildet einen reizvollen Kontrast zum Trubel der Badeorte.

Bologna – la Dotta, la Grassa, la Rossa

Bologna trägt drei Beinamen: „die Gelehrte“ (la Dotta) als Sitz der ältesten Universität Europas, gegründet 1088; „die Fette“ (la Grassa) für ihre üppige Küche; und „die Rote“ (la Rossa) für die warmen Ziegeltöne ihrer Häuser und ihre politische Tradition. Ihr Wahrzeichen sind fast 40 Kilometer überdachter Arkaden (Portici), die seit 2021 UNESCO-Welterbe sind und trockenen Fußes durch die ganze Stadt führen.

Über der Piazza Maggiore erheben sich die riesige Basilika San Petronio und die schiefen Geschlechtertürme Asinelli und Garisenda, von denen man den Mut hat, den höheren zu besteigen. Bologna ist eine junge, lebendige Universitätsstadt mit Märkten, Trattorien und Aperitivo-Kultur. Wer authentisch essen will, ist hier goldrichtig – die Stadt gilt als kulinarische Hauptstadt Italiens.

Ravenna & die byzantinischen Mosaike

Ravenna war einst Hauptstadt des Weströmischen Reiches und später des byzantinischen Exarchats. Aus dieser Blütezeit stammen die weltberühmten frühchristlichen und byzantinischen Mosaike, die in acht Bauwerken als UNESCO-Welterbe geschützt sind. In der Basilika San Vitale, im Mausoleum der Galla Placidia und in Sant’Apollinare leuchten Gold, Blau und Grün in einer Farbpracht, die den Betrachter noch heute überwältigt.

Die stille Stadt bewahrt zudem das Grabmal des Dichters Dante Alighieri, der hier im Exil starb. Ravenna ist ein Höhepunkt für alle, die Kunstgeschichte lieben – nirgendwo sonst in Europa hat sich die Mosaikkunst der Spätantike so vollkommen erhalten.

Parma, Modena & die Food Valley

Entlang der Via Emilia liegen die Genussstädte der Region. Parma, elegant und von französischem Flair, ist die Heimat des Parmaschinkens (Prosciutto di Parma) und des Parmigiano Reggiano; die Stadt trägt zu Recht den UNESCO-Titel „Creative City of Gastronomy“. Modena wiederum steht für den echten Aceto Balsamico Tradizionale, der jahrelang in Holzfässern reift, sowie für einen prächtigen romanischen Dom (UNESCO).

Die gesamte Zone gilt als Food Valley Italiens, in der man Käsereien, Schinkenmanufakturen und Balsamico-Essigböden besichtigen und verkosten kann. Wer den Ursprung italienischer Spitzenprodukte erleben will, findet ihn zwischen Parma, Reggio Emilia und Modena.

Motor Valley – Ferrari, Lamborghini & Ducati

Rund um Modena und Bologna schlägt das Herz der italienischen Motorenwelt. In Maranello steht das Ferrari-Museum, in Modena das Enzo-Ferrari-Haus; nur wenige Kilometer entfernt haben Lamborghini in Sant’Agata Bolognese, Maserati, Pagani und der Motorradhersteller Ducati ihren Sitz. Diese Dichte an Legenden hat der Region den Beinamen Motor Valley eingetragen.

Für Fans sind die Werksmuseen und Rennstrecken – etwa das Autodromo von Imola, Schauplatz der Formel 1 – ein Wallfahrtsort. Werksführungen und Fahrerlebnisse in einem Ferrari lassen sich vorab buchen und machen die Motor Valley zu einem einzigartigen Ausflugsziel.

Ferrara & die Renaissance-Städte

Ferrara war die glanzvolle Residenz des Hauses Este und gilt als eine der ersten planmäßig erweiterten Renaissance-Städte Europas – ihr historisches Zentrum samt dem Po-Delta ist UNESCO-Welterbe. Das wasserumgebene Castello Estense, breite Renaissance-Straßen und der Palazzo dei Diamanti mit seiner diamantförmigen Steinfassade prägen das Bild einer fahrradfreundlichen, stillen Kunststadt.

Weitere Kleinode entlang der Via Emilia sind Piacenza, Cesena mit seiner Renaissance-Bibliothek Malatestiana und Faenza, weltberühmt für seine Majolika-Keramik (Fayence). Sie alle lassen sich gut auf einer Rundreise mit der Bahn oder dem Auto verbinden.

Adria-Riviera: Rimini, Riccione & die Küste

Die Riviera Romagnola ist Italiens klassischer Badeurlaub schlechthin. Rimini, Geburtsstadt des Regisseurs Federico Fellini, verbindet einen kilometerlangen Sandstrand und lebhaftes Nachtleben mit einem sehenswerten römischen Erbe (Tiberiusbrücke, Augustusbogen). Die Nachbarorte Riccione, Cesenatico und Cervia setzen die Strandkette fort, gesäumt von familienfreundlichen Badeanstalten (stabilimenti).

Das Hinterland bietet Kontrast: Der eigenständige Kleinstaat San Marino thront nur wenige Kilometer landeinwärts auf einem Bergrücken, und Freizeitparks wie Mirabilandia ziehen Familien an. Ehrlich gesagt ist die Riviera im Hochsommer sehr voll und die Strände sind fast durchgängig kostenpflichtig organisiert – wer Ruhe sucht, weicht auf Vor- und Nachsaison aus.

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Kunst & UNESCO-Welterbe

Die Emilia-Romagna ist reich an UNESCO-Welterbe: die frühchristlichen Monumente und Mosaike von Ravenna, der Dom und die Piazza Grande von Modena, die Renaissance-Stadt Ferrara mit dem Po-Delta sowie die Arkaden von Bologna. Dazu kommen die Universität Bolognas als älteste der westlichen Welt und ein dichtes Netz romanischer Kirchen und Renaissance-Paläste.

Diese Fülle erzählt von einer bewegten Geschichte: von der römischen Via Emilia über die byzantinische Blüte Ravennas bis zu den mächtigen Herrscherhäusern der Este, Farnese und Malatesta. Kunst, Küche und Ingenieurskunst verbinden sich hier zu einer unverwechselbaren regionalen Identität.

Kulinarik & Wein

Die Emilia-Romagna gilt als kulinarisches Zentrum Italiens. Aus ihr stammen die gefüllten Pastaspezialitäten Tortellini und Tortelloni, die Tagliatelle al ragù (das Original der „Bolognese“), die Lasagne, der Parmaschinken, der Parmigiano Reggiano und der Aceto Balsamico aus Modena. In der Romagna wird das dünne Fladenbrot Piadina mit Schinken und Weichkäse gefüllt – ein herrlicher Imbiss am Strand.

Dazu trinkt man den spritzigen, oft leicht perlenden Rotwein Lambrusco, der viel besser ist als sein Ruf, sowie den Weißwein Albana. Eine Genussreise durch die Region verbindet Käserei, Schinkenmanufaktur und Trattoria – nirgendwo isst man einfacher und zugleich besser als hier.

Beste Reisezeit

Die Emilia-Romagna lohnt sich von April bis Oktober. Für Städtereisen nach Bologna, Ravenna, Parma und Ferrara sind Frühjahr und Herbst ideal: mildes Wetter, weniger Andrang und angenehme Temperaturen zum Bummeln und Genießen. Der Herbst bringt zudem kulinarische Höhepunkte wie neuen Wein und frische Trüffel aus dem Apennin.

Für einen Badeurlaub an der Adria eignen sich die warmen Monate Juni bis September, wenn die Riviera Hochsaison hat. Der Hochsommer kann in der Poebene sehr heiß und schwül werden; dann ist die Küste die angenehmere Wahl. Der Winter bietet in den Apennin-Skigebieten Schnee, während die Kunststädte auch dann reizvoll bleiben.

Anreise & Mobilität

Die Region ist hervorragend erreichbar. Der Flughafen Bologna (BLQ) ist ein wichtiger Knoten mit vielen Direktverbindungen; auch Rimini (RMI) und Parma werden angeflogen. Über das Hochgeschwindigkeitsnetz (Frecce, Italo) ist Bologna ein zentraler Bahnknoten – in gut einer Stunde erreicht man Florenz, Mailand und Venedig, in rund zwei Stunden Rom.

Die Städte der Via Emilia lassen sich bequem mit der Bahn abklappern. Für Apennin, Food Valley und Motor Valley empfiehlt sich ein Mietwagen (Rechtsverkehr). Wie überall in Italien gelten in den Altstädten kameraüberwachte Fahrverbotszonen (ZTL); wer außerhalb parkt und die Zentren zu Fuß oder per Rad erkundet – Bologna und Ferrara sind besonders fahrradfreundlich –, vermeidet Bußgelder.

Reisetipps & Geheimtipps

Bologna eignet sich hervorragend als Basis, von der aus sich Ravenna, Modena, Parma und Ferrara als Tagesausflüge mit der Bahn erreichen lassen. Wer die Mosaike Ravennas besucht, plant genug Zeit für mehrere Bauwerke ein. Für Genießer lohnt eine geführte Verkostung in einer Käserei bei Parma oder einem Balsamico-Boden in Modena.

Ein Geheimtipp ist das stille Po-Delta mit Bootsfahrten und Flamingos, abseits der überlaufenen Küste. Motorfans buchen eine Werksführung in Maranello oder Sant’Agata Bolognese. Und wer die Romagna von ihrer echten Seite erleben will, isst am Abend eine frisch belegte Piadina an einem Strandkiosk – einfacher und authentischer geht Italien kaum.

Häufige Fragen


Wann ist die beste Reisezeit für die Emilia-Romagna?

Für Städtereisen nach Bologna, Ravenna, Parma und Ferrara sind Frühjahr und Herbst ideal – mildes Wetter und weniger Andrang. Für einen Badeurlaub an der Adria-Riviera eignen sich Juni bis September. Der Hochsommer wird in der Poebene heiß und schwül; dann ist die Küste angenehmer.


Wie reist man am besten in die Emilia-Romagna und vor Ort?

Am bequemsten fliegt man nach Bologna (BLQ) oder Rimini (RMI); Bologna ist ein zentraler Hochgeschwindigkeits-Bahnknoten nach Florenz, Mailand, Venedig und Rom. Die Städte der Via Emilia erreicht man gut per Bahn, für Apennin und Food Valley empfiehlt sich ein Mietwagen. In den Altstädten auf die Fahrverbotszonen (ZTL) achten.


Was sind die schönsten Reiseziele in der Emilia-Romagna?

Zu den Höhepunkten zählen Bologna mit seinen Arkaden und Türmen, die byzantinischen Mosaike von Ravenna, die Food-Städte Parma und Modena, die Motor Valley um Maranello, die Renaissancestadt Ferrara sowie die Adria-Badeorte Rimini und Riccione.


Wofür ist die Emilia-Romagna kulinarisch berühmt?

Die Region gilt als Food Valley Italiens: Von hier stammen Parmaschinken, Parmigiano Reggiano, Aceto Balsamico aus Modena, Tortellini, Tagliatelle al ragù (das Original der Bolognese) und die Piadina der Romagna. Dazu passt der spritzige Rotwein Lambrusco.


Was ist die Motor Valley der Emilia-Romagna?

Als Motor Valley wird die Region um Modena und Bologna bezeichnet, in der Ferrari (Maranello), Lamborghini (Sant’Agata Bolognese), Maserati, Pagani und der Motorradhersteller Ducati ihren Sitz haben. Werksmuseen, Fahrerlebnisse und die Rennstrecke von Imola lassen sich besuchen.


Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zur Emilia-Romagna?

Offizielle Auskünfte bündelt die regionale Tourismusagentur APT Servizi Emilia-Romagna über das Portal emiliaromagnaturismo.it. Die Kontaktdaten finden Sie unten auf dieser Seite; einen Überblick über das ganze Land bietet die Italien-Übersicht.


Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Italien, die Nachbarregionen Toskana mit Florenz, Venetien mit Venedig, die Lombardei mit Mailand und die Marken an der Adria sowie weitere Ziele in der Übersicht Europa.

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