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Basilikata

Illustration der Sassi-Höhlenstadt von Matera in der Basilikata

Die Basilikata, auch Lukanien genannt, liegt im Süden Italiens zwischen Tyrrhenischem und Ionischem Meer. Weltberühmt sind die Sassi-Höhlenstadt von Matera (UNESCO), der Badeort Maratea und der Pollino-Nationalpark. Gezahlt wird mit dem Euro. Beste Reisezeit sind Frühjahr und Herbst, zum Baden der Sommer.

Landkarte Basilikata
Landkarte Basilikata

Die Basilikata (historisch auch Lukanien, italienisch Lucania) im Süden Italiens ist eine der ursprünglichsten und am dünnsten besiedelten Regionen des Landes. Zwischen dem Tyrrhenischen und dem Ionischen Meer gelegen, umfasst sie schroffe Bergketten, sanfte Hügel, zwei kurze, sehr verschiedene Küsten und mit Matera eine der außergewöhnlichsten Städte der Welt. Wer das echte, unverstellte Süditalien sucht, findet es hier – fern der großen Touristenströme, dafür voller Geschichte, Natur und Gastfreundschaft.

Die Region gliedert sich in die beiden Provinzen Potenza und Matera. Für Reisende bedeutet ihre Vielfalt eine seltene Bandbreite: von der weltberühmten Höhlenstadt über wilde Nationalparks bis zu antiken Griechenstädten am Ionischen Meer. Gezahlt wird mit dem Euro, Amtssprache ist Italienisch, und für die Einreise genügt EU-Bürgern der Personalausweis. Ehrlich gesagt braucht man für die entlegeneren Ecken einen Mietwagen – dann aber öffnet sich ein Italien von archaischer Schönheit.

Landschaften – zwischen zwei Meeren

Die Basilikata ist überwiegend gebirgig und hügelig. Im Westen und Süden ragen die Ausläufer des Apennins auf, darunter der erloschene Vulkan Monte Vulture im Norden und die zerklüfteten Dolomiti Lucane im Zentrum. Weite Teile des Landesinneren sind von kargen Lehmhügeln (calanchi) und tiefen Schluchten geprägt – eine fast mondartige, dramatische Landschaft.

Die Region berührt gleich zwei Meere: Im Westen liegt der kurze, steile Küstenstreifen um Maratea am Tyrrhenischen Meer, im Südosten die flache, sandige Ionische Küste um Metaponto und Policoro. Dazwischen erstreckt sich der große Pollino-Nationalpark. Dieser Wechsel von wilder Bergnatur, Lehmbadlands und Küsten macht das Reisen in der Basilikata abwechslungsreich und überraschend.

Matera & die Sassi

Das Wahrzeichen der Region ist Matera mit den Sassi – ganzen Stadtvierteln aus Höhlenwohnungen, die über Jahrtausende in den weichen Tuffstein gehauen wurden. Als eine der ältesten durchgehend bewohnten Siedlungen der Welt bildet Matera ein einzigartiges Ensemble aus Grotten, Felsenkirchen, Treppen und Gassen, das seit 1993 UNESCO-Welterbe ist.

Noch in den 1950er-Jahren galten die Sassi als „Schande Italiens“, weil hier Menschen mit ihren Tieren in bitterer Armut in den Höhlen lebten und schließlich zwangsumgesiedelt wurden. Heute sind die restaurierten Sassi ein Weltkulturerbe voller Höhlenhotels, Restaurants und Museen. Bei Sonnenuntergang, wenn die Steinstadt golden leuchtet und die Lichter angehen, entfaltet Matera einen unvergesslichen Zauber.

Filmkulisse & Kulturhauptstadt

Matera diente immer wieder als Kulisse großer Filme: Ihre archaische Steinlandschaft stand für das antike Jerusalem in Mel Gibsons „Die Passion Christi“ und in zahlreichen Bibelverfilmungen, aber auch im James-Bond-Film „Keine Zeit zu sterben“. Diese zeitlose Kulisse hat den weltweiten Ruhm der Stadt begründet.

Ihren Höhepunkt erlebte Matera 2019, als es zur Kulturhauptstadt Europas gekürt wurde – ein Wendepunkt, der aus dem einstigen Armenviertel ein internationales Reiseziel machte. Sehenswert sind die in den Fels gehauenen Felsenkirchen (chiese rupestri) mit ihren byzantinischen Fresken sowie der Blick vom gegenüberliegenden Murgia-Plateau auf die Sassi.

Die Küsten – Maratea & Metaponto

An der kurzen, aber spektakulären Tyrrhenischen Küste liegt Maratea, die „Perle des Tyrrhenischen Meeres“ – ein Städtchen aus verschachtelten Gassen über steilen Klippen und klarem Wasser, überragt von einer monumentalen weißen Christusstatue auf dem Monte San Biagio, die nach der von Rio de Janeiro zu den größten der Welt zählt. Versteckte Buchten und kleine Strände machen Maratea zu einem exklusiven Badeziel.

Ganz anders die weite, flache Ionische Küste im Südosten: Hier reihen sich lange Sandstrände und Pinienwälder, und in Metaponto (Metapont) sowie in Policoro (dem antiken Heraclea) zeugen griechische Tempelreste – die eindrucksvollen Tavole Palatine – von der Blüte der Magna Graecia. Diese Verbindung von Badeurlaub und Antike ist typisch für den lukanischen Süden.

Pollino-Nationalpark & Bergnatur

Im Süden teilt sich die Basilikata mit Kalabrien den Nationalpark Pollino, den größten Italiens. Weite Buchen- und Tannenwälder, tiefe Schluchten und Gipfel über 2.200 Meter prägen dieses wilde Bergland. Sein Wahrzeichen ist die Loricato-Kiefer (Pino loricato), ein vom Wind bizarr geformter, jahrhundertealter Baum, der nur hier gedeiht.

Der Pollino ist ein Paradies für Wanderer, Rafter (auf dem Fluss Lao) und Naturliebhaber; in seinen Dörfern haben sich zudem albanischstämmige Gemeinschaften (Arbëresh) mit eigener Sprache und Tradition erhalten. Wer Ruhe, alte Wälder und ursprüngliches Bergleben sucht, ist im Pollino richtig – eine Seite Süditaliens, die kaum jemand kennt.

Dolomiti Lucane & die Bergdörfer

Im Herzen der Region ragen die zerklüfteten Felsnadeln der Dolomiti Lucane auf, zwischen die sich zwei der schönsten Bergdörfer Italiens schmiegen: Castelmezzano und Pietrapertosa. Zwischen beiden spannt sich der Volo dell’Angelo („Engelsflug“), eine der spektakulärsten Seilrutschen der Welt, an der man mit Tempo über die Schlucht gleitet.

Berühmt und berührend ist auch die Geisterstadt Craco: Das mittelalterliche Dorf auf einem Lehmhügel wurde nach Erdrutschen aufgegeben und steht seither verlassen als gespenstische Kulisse in der Landschaft – ebenfalls ein beliebter Filmdrehort. Diese dramatischen Orte machen das lukanische Bergland zu einem der eindrucksvollsten Landstriche Süditaliens.

Potenza, Melfi & das staufische Erbe

Die Regionalhauptstadt Potenza ist mit rund 800 Metern eine der höchstgelegenen Provinzhauptstädte Italiens. Interessanter für Reisende ist der Norden um den Monte Vulture: Hier steht das mächtige Castello di Melfi, in dem Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen 1231 seine berühmten Gesetze (die Constitutiones Melfitanae) erließ. Die Region war ein wichtiges Zentrum des normannisch-staufischen Süditaliens.

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Rund um den erloschenen Vulkan liegen die tiefblauen Monticchio-Seen in einem alten Krater sowie die berühmten Weinberge des Aglianico. Sehenswert sind zudem die in Tuffstein gehauene Höhlensiedlung und die romanischen Kirchen der Gegend – Zeugnisse einer bewegten Geschichte zwischen Byzanz, Normannen und Staufern.

Kulinarik & Wein

Die lukanische Küche ist einfach, würzig und bäuerlich. Ihr Markenzeichen sind die Peperoni Cruschi – getrocknete, knusprig frittierte Paprikaschoten, die über viele Gerichte gestreut werden. Berühmt sind das würzige Pane di Matera aus Hartweizen (IGP), die Wurst Lucanica, kräftige Hülsenfrucht- und Nudelgerichte sowie der Schafskäse. Diese cucina povera macht aus wenigen, guten Zutaten unvergessliche Geschmackserlebnisse.

Der große Stolz der Region ist der Rotwein Aglianico del Vulture, der auf den vulkanischen Böden des Monte Vulture gedeiht und zu den besten Rotweinen Süditaliens zählt – kraftvoll, langlebig und elegant. Eine Verkostung auf einem Weingut am Vulture, verbunden mit Peperoni Cruschi und Pecorino, gehört zu den authentischsten Genusserlebnissen der Basilikata.

Beste Reisezeit

Die beste Reisezeit hängt vom Ziel ab. Für Matera, Kultur und Wanderungen sind Frühjahr (April bis Juni) und Herbst (September und Oktober) ideal: mildes Wetter, angenehme Temperaturen und stimmungsvolles Licht auf den Sassi. Für einen Badeurlaub an den Küsten von Maratea und Metaponto eignen sich die warmen Monate Juni bis September.

Ehrlich gesagt kann der Hochsommer im Landesinneren und in Matera sehr heiß werden, da die Steinstadt die Wärme speichert – dann sind die frühen Morgen- und die Abendstunden am angenehmsten. Der Winter ist an der Küste mild, in den Bergen jedoch kalt und schneereich. Wer Ruhe sucht, meidet die italienischen Ferienwochen im August.

Anreise & Mobilität

Die Basilikata hat keinen eigenen Verkehrsflughafen. Am nächsten liegen Bari in Apulien (rund eine Stunde von Matera) und Neapel; von dort führen Autobahnen und Schnellstraßen in die Region. Matera ist über eine Regionalbahn mit Bari verbunden, doch das Bahnnetz im Inneren der Region ist dünn.

Für Bergdörfer, Nationalparks und die Küsten ist ein Mietwagen nahezu unverzichtbar (Rechtsverkehr); die kurvigen Landstraßen erfordern etwas Zeit, belohnen aber mit grandiosen Ausblicken. In Matera gilt in den Sassi und der Altstadt ein weitgehendes Fahrverbot – man parkt oberhalb und erkundet die Höhlenstadt zu Fuß, mit festem Schuhwerk für die vielen Treppen.

Reisetipps & Geheimtipps

Ein Muss ist mindestens eine Übernachtung in einem Höhlenhotel in den Sassi von Matera, um die Stadt bei Sonnenauf- und -untergang zu erleben. Wer Natur und Nervenkitzel sucht, kombiniert die Bergdörfer Castelmezzano und Pietrapertosa mit dem Volo dell’Angelo. Abseits der Hauptrouten lohnen die Geisterstadt Craco, die Monticchio-Seen am Vulture und ein Bad in den Buchten von Maratea.

Ein Geheimtipp für Genießer ist eine Aglianico-Verkostung am Monte Vulture, für Aktive eine Wanderung im Pollino zu den Loricato-Kiefern. Und wer die Basilikata wirklich verstehen will, lässt sich auf ihr langsames, herzliches Tempo ein – zwischen Höhlenstadt, Bergland und antiker Küste ist diese kleine Region ein Stück ursprüngliches Süditalien, wie man es kaum noch findet.

Häufige Fragen


Wann ist die beste Reisezeit für die Basilikata?

Für Matera, Kultur und Wanderungen sind Frühjahr (April bis Juni) und Herbst (September und Oktober) ideal, für einen Badeurlaub an den Küsten von Maratea und Metaponto die Monate Juni bis September. Der Hochsommer wird in Matera und im Landesinneren sehr heiß; der August ist an den Stränden voll.


Wie reist man am besten in die Basilikata und vor Ort?

Die Region hat keinen eigenen Flughafen; am nächsten liegen Bari (rund eine Stunde von Matera) und Neapel. Matera ist per Regionalbahn mit Bari verbunden, doch das Bahnnetz im Inneren ist dünn – für Bergdörfer, Nationalparks und Küsten ist ein Mietwagen nahezu unverzichtbar (Rechtsverkehr). In den Sassi von Matera gilt ein Fahrverbot; oberhalb parken.


Was sind die schönsten Reiseziele in der Basilikata?

Zu den Höhepunkten zählen Matera mit den Sassi, der Badeort Maratea mit seiner Christusstatue, der Pollino-Nationalpark, die Bergdörfer Castelmezzano und Pietrapertosa mit dem Volo dell’Angelo, die Geisterstadt Craco und das antike Metapont am Ionischen Meer.


Was sind die Sassi von Matera?

Die Sassi sind ganze Stadtviertel aus Höhlenwohnungen, die über Jahrtausende in den weichen Tuffstein gehauen wurden. Sie zählen zum UNESCO-Welterbe, machen Matera zu einer der ältesten Städte der Welt und dienten als Filmkulisse für „Die Passion Christi“ und einen James-Bond-Film.


Wofür ist die Basilikata kulinarisch berühmt?

Berühmt sind die knusprig frittierten Peperoni Cruschi, das Hartweizenbrot Pane di Matera, die Wurst Lucanica und eine herzhafte cucina povera. Der große Stolz der Region ist der kraftvolle Rotwein Aglianico del Vulture von den Hängen des erloschenen Vulkans Monte Vulture.


Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zur Basilikata?

Offizielle Auskünfte bündelt die APT Basilicata (Agenzia di Promozione Territoriale). Die Kontaktdaten finden Sie unten auf dieser Seite; einen Überblick über das ganze Land bietet die Italien-Übersicht.


Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Italien, die Nachbarregionen Apulien im Osten, Kampanien mit Neapel im Westen und Kalabrien im Süden sowie weitere Ziele in der Übersicht Europa.

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