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Leinster

Illustration von Dublin mit georgianischen Türen und Liffey-Brücke sowie den Wicklow Mountains mit Glendalough

Leinster ist die bevölkerungsreichste der vier historischen Provinzen Irlands und liegt im Osten der Insel. Hier schlägt mit der Hauptstadt Dublin das urbane Herz des Landes, doch die Provinz bietet weit mehr: die grünen Wicklow Mountains mit Glendalough, das Boyne Valley mit den steinzeitlichen Ganggräbern von Newgrange, die mittelalterliche Stadt Kilkenny und die Pferdegründe von Kildare. Gezahlt wird in Euro, gefahren wird links. Beste Reisezeit ist Mai bis September.

Landkarte Leinster
Landkarte Leinster

Leinster (irisch Laighin) ist die östliche der vier historischen Provinzen Irlands und umfasst zwölf Grafschaften rund um die Hauptstadt Dublin. Zwischen der Irischen See im Osten und dem Fluss Shannon im Westen liegt eine sanft gewellte Landschaft aus Weideland, Flusstälern und den bewaldeten Wicklow Mountains.

Für Reisende ist Leinster das Tor nach Irland: Die meisten Besucher landen in Dublin und entdecken von dort aus die grüne Umgebung. Auf kleinem Raum drängen sich Weltstadt-Flair, uralte Kultstätten und stille Klöster. Amtssprachen sind Englisch und Irisch (Gaeilge); im Alltag spricht man Englisch, während das Irische in Schule, Beschilderung und in der kleinen Gaeltacht von Ráth Chairn lebendig bleibt.

Wer Dublin mit einem Ausflug in die Wicklow Mountains oder ins prähistorische Boyne Valley verbindet, erlebt Irland in seiner ganzen Spannweite – von der pulsierenden Metropole bis zu den ältesten Bauwerken Europas. Gezahlt wird überall mit dem Euro.

Region & Lage

Leinster erstreckt sich über den Osten und das Zentrum Irlands. Zwölf Grafschaften – darunter Dublin, Wicklow, Wexford, Kilkenny, Kildare, Meath und Louth – bilden die Provinz. Ihre Landschaft ist grüner und flacher als der wilde Westen: fruchtbares Weideland, langsame Flüsse wie Boyne und Barrow und die einzige größere Erhebung, die Wicklow Mountains südlich von Dublin.

Historisch war Leinster das Kernland der irischen Hochkönige und später der englischen Krone: Rund um Dublin lag ab dem Mittelalter das befestigte Kerngebiet der englischen Herrschaft. Heute lebt in der Provinz rund die Hälfte aller Iren, und Dublin ist ihr wirtschaftliches, kulturelles und politisches Zentrum.

Dublin – die pulsierende Hauptstadt

Dublin ist die lebendige Kapitale Irlands, gegründet einst von den Wikingern an der Mündung des Liffey. Im Trinity College liegt das prachtvoll illuminierte Book of Kells, ein Meisterwerk früher Buchmalerei, in einer der schönsten Bibliotheken der Welt. Georgianische Häuserzeilen mit ihren bunten Türen prägen das Stadtbild.

Über der Stadt thront das Dublin Castle, während die St.-Patrick’s-Kathedrale und Christ Church an das mittelalterliche Dublin erinnern. Im lebhaften Temple Bar-Viertel spielt allabendlich Livemusik, und im Guinness Storehouse lernt man die Geschichte des weltberühmten Stouts kennen. Der weitläufige Phoenix Park mit seiner Wildherde zählt zu den größten Stadtparks Europas.

Die Wicklow Mountains & Glendalough

Direkt südlich von Dublin steigen die Wicklow Mountains auf, ein weites Hochland aus Heide, Torfmooren und tiefen Gletschertälern. Der Wicklow Mountains National Park und die einsame Militärstraße über den Sally Gap machen die Region zum grünen Rückzugsort der Hauptstädter.

Im Herzen der Berge liegt Glendalough, das „Tal der zwei Seen“, mit einer der bedeutendsten Klostersiedlungen Irlands. Der schlanke Rundturm, die alte Kathedrale und der Friedhof am dunklen See vermitteln bis heute die stille Spiritualität, mit der der heilige Kevin hier im 6. Jahrhundert lebte. Ganz in der Nähe locken die kunstvollen Gärten und der Wasserfall von Powerscourt.

Boyne Valley & Newgrange

Nördlich von Dublin windet sich der Boyne durch eine der geschichtsträchtigsten Landschaften Europas. Bei Brú na Bóinne liegen die steinzeitlichen Ganggräber von Newgrange, Knowth und Dowth – über 5.000 Jahre alt und damit älter als Stonehenge und die ägyptischen Pyramiden. Newgrange gehört zum UNESCO-Welterbe.

Zur Wintersonnenwende dringt am Morgen ein Sonnenstrahl durch eine gezielte Öffnung tief in die Grabkammer von Newgrange – ein astronomisches Wunderwerk der Jungsteinzeit. In der Nähe erhebt sich der Hill of Tara, der sagenumwobene Sitz der irischen Hochkönige, und die mächtige normannische Burg von Trim.

Kilkenny – Irlands mittelalterliche Stadt

Kilkenny ist die schönste mittelalterliche Stadt der Provinz. Über dem Fluss Nore erhebt sich das prächtige Kilkenny Castle mit seinem weiten Park; ihm gegenüber führt die „Medieval Mile“ vorbei an gotischen Kirchen, engen Gassen und der St.-Canice’s-Kathedrale mit ihrem begehbaren Rundturm.

Kilkenny gilt als Zentrum für Kunsthandwerk und Design und ist zugleich für sein Bier bekannt – der Name Smithwick’s stammt aus der Stadt. Regelmäßige Festivals für Comedy und Kunst machen das lebhafte Städtchen zu einem der beliebtesten Ausflugsziele im Landesinneren.

Kildare & das Pferdeland

Die Grafschaft Kildare westlich von Dublin ist das Herz der irischen Pferdezucht. Auf den weiten Ebenen des Curragh trainieren Vollblüter, und hier findet mit dem Irish Derby eines der wichtigsten Galopprennen des Landes statt. Das Irish National Stud mit seinen japanischen Gärten gibt Einblick in diese Welt.

Ebenfalls in Kildare beginnt der Große Kanal, und mit Maynooth liegt hier eine traditionsreiche Universitätsstadt. Für Familien lohnt ein Abstecher zu den weitläufigen Gärten und Parks der Region, die sich gut mit einem Tagesausflug ab Dublin verbinden lassen.

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Die Küste: Wexford & die Irische See

Im Südosten reicht Leinster an die Irische See. Die „sonnige Ecke“ um Wexford gilt als eine der trockensten Regionen Irlands, mit langen Sandstränden, Vogelschutzgebieten und dem markanten Hook Lighthouse, einem der ältesten noch betriebenen Leuchttürme der Welt.

Die Küste ist reich an Geschichte: Von hier wanderten viele Iren nach Amerika aus, woran das Kennedy Homestead erinnert. Fährverbindungen ab Rosslare und Dublin machen den Osten zudem zur wichtigsten Anreiseregion vom europäischen Festland und aus Großbritannien.

Kultur, Literatur & Kulinarik

Leinster und besonders Dublin sind das literarische Herz Irlands: James Joyce, Oscar Wilde, Jonathan Swift und Samuel Beckett prägten die Stadt, die von der UNESCO zur „City of Literature“ ernannt wurde. Museen, das Book of Kells und lebendige Theater halten dieses Erbe wach.

Auf den Teller kommen herzhafte Klassiker wie Irish Stew, Fisch aus der Irischen See und das dunkle Sodabrot. In den Pubs gehört ein cremiges Pint Guinness zur Livemusik dazu, während sich in Dublin eine junge, kreative Küchen- und Kaffeeszene entfaltet.

Beste Reisezeit & Anreise

Die angenehmste Zeit für Leinster ist Mai bis September mit den längsten und mildesten Tagen – Regen ist jedoch zu jeder Jahreszeit möglich, eine wetterfeste Jacke gehört ins Gepäck. Dublin lohnt ganzjährig, besonders stimmungsvoll rund um den St. Patrick’s Day im März.

Die Anreise ist einfach: Der Flughafen Dublin ist das wichtigste Drehkreuz Irlands, dazu bestehen Fährverbindungen nach Dublin und Rosslare. Vor Ort gilt Linksverkehr; die Uhren gehen nach der Westeuropäischen Zeit (WEZ). Gezahlt wird mit dem Euro, und für die Einreise genügt Deutschen als EU-Bürgern der Personalausweis.

Reisetipps & Geheimtipps

Planen Sie zwei bis drei Tage für Dublin und ergänzen Sie die Stadt um einen Tagesausflug in die Wicklow Mountains oder ins Boyne Valley. Für Newgrange empfiehlt sich in der Hauptsaison die frühzeitige Buchung über das Besucherzentrum von Brú na Bóinne, da der Zugang nur mit Führung möglich ist.

Als Geheimtipp lohnen das ruhige Küstenstädtchen Howth mit seinen Klippenwegen vor den Toren Dublins, die mittelalterliche Atmosphäre Kilkennys abseits der Tagesgäste und die stillen Klosterruinen von Monasterboice. Wer Zeit hat, verbindet Leinster mit den Nachbarprovinzen zu einer Rundreise über die grüne Insel.

Häufige Fragen


Was macht Leinster als Reiseziel besonders?

Leinster ist die östliche und bevölkerungsreichste der vier historischen Provinzen Irlands mit der Hauptstadt Dublin. Auf kleinem Raum liegen Weltstadt-Flair, die grünen Wicklow Mountains mit Glendalough, die steinzeitlichen Ganggräber von Newgrange im Boyne Valley, das mittelalterliche Kilkenny und das Pferdeland Kildare. Gezahlt wird in Euro.


Was sollte man in Dublin unbedingt sehen?

Zu den Höhepunkten zählen das Book of Kells im Trinity College, das Dublin Castle, die St.-Patrick’s-Kathedrale, das lebhafte Viertel Temple Bar mit Livemusik und das Guinness Storehouse. Dazu locken georgianische Häuserzeilen, der weitläufige Phoenix Park und eine reiche Literaturgeschichte als UNESCO City of Literature.


Wie alt sind die Ganggräber von Newgrange?

Newgrange im Boyne Valley ist über 5.000 Jahre alt und damit älter als Stonehenge und die ägyptischen Pyramiden. Das steinzeitliche Ganggrab gehört zusammen mit Knowth und Dowth zum UNESCO-Welterbe Brú na Bóinne. Zur Wintersonnenwende erhellt ein Sonnenstrahl die innere Grabkammer.


Lohnt sich ein Ausflug in die Wicklow Mountains?

Ja. Die Wicklow Mountains südlich von Dublin bieten Heidehochland, Torfmoore und tiefe Täler. Im Zentrum liegt die Klostersiedlung Glendalough mit ihrem Rundturm und den zwei Seen. Die Gärten von Powerscourt und die einsame Militärstraße über den Sally Gap ergänzen den Tagesausflug ab Dublin.


Welche Sprache spricht man in Leinster?

Amtssprachen sind Englisch und Irisch (Gaeilge). Im Alltag spricht man Englisch; das Irische lebt in Schule und Beschilderung sowie in der kleinen Gaeltacht von Ráth Chairn in der Grafschaft Meath. Für Reisende reicht Englisch überall aus.


Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zu Leinster?

Offizielle Auskünfte gibt Tourism Ireland (Irland Information) mit deutscher Vertretung in Frankfurt am Main; Kontaktadresse und Website finden Sie unten auf dieser Seite. Das offizielle Reiseportal ist ireland.com. Einen Überblick über das Land bietet die Irland-Übersicht.


Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Irland, die Nachbarprovinzen Munster im Südwesten und Connacht im Westen sowie weitere Ziele in der Übersicht Europa.