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Connacht

Illustration von Connemara mit Kylemore Abbey am See, den Twelve Bens und Galway sowie den Aran-Inseln

Connacht ist die westlichste der vier historischen Provinzen Irlands und der wildeste, ursprünglichste Teil der Insel. Zwischen dem quirligen Galway, der zerklüfteten Bergwelt von Connemara mit Kylemore Abbey, den Aran-Inseln im Atlantik, der Pilgerberg Croagh Patrick und der Yeats-Landschaft um Sligo entfaltet sich hier der Höhepunkt des Wild Atlantic Way. In Connacht liegt zudem die größte Gaeltacht Irlands. Gezahlt wird in Euro, gefahren wird links. Beste Reisezeit ist Mai bis September.

Landkarte Connacht
Landkarte Connacht

Connacht (irisch Connachta) ist die westliche der vier historischen Provinzen Irlands und die am dünnsten besiedelte. Fünf Grafschaften – Galway, Mayo, Sligo, Roscommon und Leitrim – vereinen zerklüftete Atlantikküsten, weite Moore, karge Gebirge und stille Seen zu einer der eindrucksvollsten Landschaften Europas.

Für Reisende ist Connacht das ursprüngliche Irland: Hier liegen die Bilder, die man mit der Insel verbindet – einsame Steinmauern über kargen Feldern, weiße Strände an tiefblauen Buchten, die windgepeitschten Aran-Inseln und die stille Weite von Connemara. Amtssprachen sind Englisch und Irisch (Gaeilge); in der großen Gaeltacht von Conamara ist das Irische lebendige Alltagssprache.

Wer Galway als Ausgangspunkt nimmt und von dort Connemara, die Aran-Inseln und die Küste von Mayo erkundet, erlebt den vielleicht schönsten Abschnitt des Wild Atlantic Way. Gezahlt wird überall mit dem Euro.

Region & Lage

Connacht erstreckt sich über den gesamten Westen Irlands, vom Fluss Shannon im Osten bis zum offenen Atlantik. Prägend sind die kargen Quarzitgebirge – die Twelve Bens in Connemara, der kegelförmige Croagh Patrick und der Tafelberg Benbulben bei Sligo – sowie ausgedehnte Hochmoore und eine tief zergliederte Küste mit unzähligen Buchten und Inseln.

Historisch galt Connacht als der abgelegenste und ärmste Teil Irlands – „nach Connacht oder zur Hölle“ lautete ein berüchtigter Spruch aus der Zeit der Vertreibungen im 17. Jahrhundert. Gerade diese Abgeschiedenheit hat Sprache, Musik und Landschaft besonders unverfälscht bewahrt und macht die Provinz heute zum Herzstück des kulturellen Irlands.

Galway – Kulturhauptstadt des Westens

Galway (Gaillimh) ist die lebensfrohe, junge Hauptstadt des Westens, gelegen an der Mündung des Corrib in die Galway Bay. In den bunten Gassen des Latin Quarter spielen Straßenmusiker, und der Spanish Arch erinnert an die Zeit als Handelshafen. Galway gilt als kulturelles Zentrum Irlands und war Europäische Kulturhauptstadt.

Die Stadt ist berühmt für ihre Festivals: das internationale Kunstfestival, das Austernfest und rauschende Musiktage füllen den Sommer. Rund um den zentralen Eyre Square pulsiert das Leben, und von hier starten die meisten Reisen nach Connemara und zu den Aran-Inseln.

Connemara – wilde Bergwelt

Connemara westlich von Galway ist der Inbegriff des wilden Irlands: eine Landschaft aus Torfmooren, kargen Bergen und glasklaren Seen unter weitem Himmel. Der Connemara-Nationalpark schützt die Quarzitgipfel der Twelve Bens, und die berühmte Sky Road bei Clifden bietet grandiose Ausblicke auf die zerklüftete Küste.

Malerisch spiegelt sich die neugotische Kylemore Abbey in ihrem See – ein Schloss mit viktorianischem Mauergarten, das heute von Benediktinerinnen bewohnt wird. In den Dörfern Connemaras lebt die gälische Kultur fort, und die halbwilden Connemara-Ponys sind ein Wahrzeichen der Region.

Die Aran-Inseln

Vor der Mündung der Galway Bay liegen die drei Aran-Inseln – Inis Mór, Inis Meáin und Inis Oírr –, ein Freilichtmuseum gälischer Kultur. Ein Geflecht aus Trockenmauern teilt karge Kalksteinfelder, in denen die Bewohner über Jahrhunderte mühsam Boden aus Sand und Seetang schufen.

Höhepunkt ist die prähistorische Steinfestung Dún Aonghasa, die auf Inis Mór spektakulär an einer hundert Meter hohen Klippe über dem Atlantik liegt. Auf den Inseln ist Irisch die Alltagssprache; man erkundet sie am besten per Rad oder Pony-Kutsche und erlebt ein Irland, wie es einst überall war.

Mayo, Achill Island & Croagh Patrick

Die Grafschaft Mayo im Norden Connachts ist noch einsamer und weiter. Achill Island, Irlands größte Insel, lockt mit dem traumhaften Keem Bay, hohen Klippen und einem verlassenen Dorf am Berghang. Das elegante Städtchen Westport gilt als eines der schönsten Irlands.

Über der Clew Bay erhebt sich der kegelförmige Croagh Patrick, der heilige Berg Irlands. Der Überlieferung nach fastete hier der heilige Patrick; bis heute pilgern am „Reek Sunday“ im Juli tausende Gläubige, viele barfuß, auf den Gipfel. Der Aufstieg belohnt mit weitem Blick über die inselgesprenkelte Bucht.

Sligo & das Yeats-Land

Die Grafschaft Sligo ist untrennbar mit dem Dichter William Butler Yeats verbunden, der die Landschaft in seinen Werken verewigte und am Fuß des markanten Tafelbergs Benbulben begraben liegt. Sanfte Strände, Surfspots und stille Seen prägen die Region.

Sligo besitzt zudem eine außergewöhnliche Dichte an Vorgeschichte: Die Megalithgräber von Carrowmore und das Hügelgrab Knocknarea zählen zu den ältesten und größten Grabfeldern Europas. Die nördlichen Grafschaften Leitrim und Roscommon ergänzen das Bild mit seenreichen, ruhigen Landschaften abseits der Touristenpfade.

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Die Gaeltacht & gälische Kultur

In Connacht liegt mit Conamara die größte Gaeltacht Irlands – jene Gebiete, in denen Irisch (Gaeilge) noch täglich gesprochen wird. In Orten wie An Spidéal oder An Cheathrú Rua ist die Sprache selbstverständlicher Alltag, und der irischsprachige Rundfunk hat hier seine Wurzeln.

Damit ist Connacht das Herz der lebendigen gälischen Kultur: traditionelle Musik in den Pubs, der Sean-nós-Gesang und irischer Tanz sind hier zu Hause. Für Reisende bietet sich die einmalige Gelegenheit, eine der ältesten lebenden Sprachen Europas in ihrem natürlichen Umfeld zu erleben.

Kulinarik & Lebensart

Die Küche Connachts kommt aus Meer und Weide: Galway-Austern haben Weltruf und werden mit einem eigenen Festival gefeiert, dazu kommen Muscheln, Lachs und Meeresfrüchte aus den Buchten des Atlantiks. Vom kargen Land stammen Lammfleisch und der torfgeräucherte Geschmack, den man in vielen Gerichten wiederfindet.

In den Pubs von Galway und den Dörfern Connemaras gehört die traditionelle Livemusik zum Alltag. Handwerk hat ebenfalls Tradition: Der Claddagh-Ring aus Galway mit seinen zwei Händen, dem Herz und der Krone ist als Symbol von Freundschaft und Liebe weltberühmt.

Beste Reisezeit & Anreise

Die schönste Zeit für Connacht ist Mai bis September mit langen Tagen und dem mildesten Wetter; der Atlantik bleibt jedoch launisch, und gerade im Westen ist ein wetterfestes Outfit Pflicht. Der Frühsommer bietet die stabilsten Bedingungen für Bootstouren zu den Inseln.

Die Anreise erfolgt meist über Galway, das per Bahn und Bus gut mit Dublin verbunden ist, oder per Mietwagen entlang des Wild Atlantic Way. Vor Ort gilt Linksverkehr, die Uhren gehen nach der Westeuropäischen Zeit (WEZ). Gezahlt wird mit dem Euro; für die Einreise genügt Deutschen der Personalausweis.

Reisetipps & Geheimtipps

Nehmen Sie sich Zeit für Connemara und planen Sie mindestens einen ganzen Tag für die Aran-Inseln ein – die Überfahrt lohnt sich besonders bei stabilem Wetter. Wer den Massen entgehen will, besucht Connemara außerhalb der Mittagsstunden und übernachtet in Clifden oder Westport statt in Galway.

Als Geheimtipp lohnen die einsame Halbinsel Renvyle, die Surfstrände um Strandhill bei Sligo und die stillen Seen von Leitrim. Wer Zeit hat, verbindet Connacht mit dem benachbarten Munster im Süden oder dem irischen Teil von Ulster im Norden zu einer großen Rundreise entlang der Westküste.

Häufige Fragen


Was macht Connacht als Reiseziel besonders?

Connacht im Westen ist die wildeste der vier historischen Provinzen Irlands. Hier liegen das quirlige Galway, die karge Bergwelt von Connemara mit Kylemore Abbey, die Aran-Inseln, der Pilgerberg Croagh Patrick und die Yeats-Landschaft um Sligo. Zudem befindet sich hier die größte Gaeltacht Irlands. Gezahlt wird in Euro.


Was kann man in Connemara unternehmen?

Connemara bietet eine wilde Landschaft aus Mooren, Bergen und Seen. Höhepunkte sind der Connemara-Nationalpark mit den Twelve Bens, die spiegelnde Kylemore Abbey, die Sky Road bei Clifden und die gälische Kultur der Dörfer. Ideal sind Wanderungen, Panoramafahrten und Begegnungen mit den halbwilden Connemara-Ponys.


Wie erreicht man die Aran-Inseln?

Die drei Aran-Inseln erreicht man per Fähre ab Rossaveal (nahe Galway) oder Doolin in Clare, im Sommer auch per Kleinflugzeug. Höhepunkt auf Inis Mór ist die prähistorische Klippenfestung Dún Aonghasa. Auf den Inseln ist Irisch die Alltagssprache; man erkundet sie am besten per Rad oder Kutsche.


Was ist Croagh Patrick?

Croagh Patrick ist der heilige Berg Irlands über der Clew Bay in Mayo. Der Überlieferung nach fastete hier der heilige Patrick. Am Reek Sunday im Juli pilgern tausende Gläubige, viele barfuß, auf den kegelförmigen Gipfel. Der Aufstieg belohnt mit weitem Blick über die inselgesprenkelte Bucht.


Wo spricht man in Irland am meisten Irisch?

Die größte Gaeltacht Irlands liegt in Conamara (Connacht), wo Irisch (Gaeilge) täglich gesprochen wird – etwa in An Spidéal oder An Cheathrú Rua. Auch auf den Aran-Inseln ist es Alltagssprache. Hier hat der irischsprachige Rundfunk seine Wurzeln; Englisch ist daneben überall verständlich.


Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zu Connacht?

Offizielle Auskünfte gibt Tourism Ireland (Irland Information) mit deutscher Vertretung in Frankfurt am Main; Kontaktadresse und Website finden Sie unten auf dieser Seite. Das offizielle Reiseportal ist ireland.com. Einen Überblick über das Land bietet die Irland-Übersicht.


Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Irland, die Nachbarprovinzen Munster im Süden und Ulster (irischer Teil) im Norden sowie weitere Ziele in der Übersicht Europa.