Wales

Wales im Westen Großbritanniens lockt mit dem Snowdonia-Nationalpark, der wilden Küste von Pembrokeshire, mittelalterlichen Burgen und der lebendigen Hauptstadt Cardiff. Gezahlt wird mit dem Pfund Sterling, es herrscht Linksverkehr, und nach dem Brexit ist zur Einreise ein Reisepass nötig. Beste Reisezeit ist April bis September.

Wales (walisisch Cymru) liegt im Westen der Insel Großbritannien, grenzt im Osten an England und im Westen an die Irische See. Auf rund 20.779 Quadratkilometern leben etwa 3,1 Millionen Menschen, davon rund 345.000 in der Hauptstadt Cardiff. Das Land vereint eine spektakuläre Bergwelt, eine der schönsten Küsten Europas und eine Dichte an Burgen wie kaum eine andere Region – dazu eine eigene, lebendige keltische Sprache und Kultur.
Wer Wales bereist, entdeckt eine Mischung aus wilder Natur und tief verwurzelter Geschichte: schroffe Berge und feuchte Moore, idyllische Buchten und märchenhafte Burgen, dazu charmante Dörfer und eine herzliche Bevölkerung. Gezahlt wird mit dem Pfund Sterling und nicht mit dem Euro, auf den Straßen herrscht Linksverkehr, und seit dem Brexit brauchen Reisende aus Deutschland einen gültigen Reisepass. Neben Englisch ist das keltische Walisisch (Cymraeg) offizielle Amtssprache – Ortsschilder sind durchweg zweisprachig.
Cardiff – die Hauptstadt am Meer
Die walisische Hauptstadt Cardiff ist eine junge, lebendige Metropole. Im Zentrum thront das eindrucksvolle Cardiff Castle mit seinen viktorianisch-neugotischen Prunkräumen, ganz in der Nähe erhebt sich das moderne Principality Stadium, in dem die walisische Rugby-Nationalmannschaft spielt. Kultur bietet das National Museum Cardiff, Erholung der weitläufige Bute Park.
Zum Wasser hin lockt die neu gestaltete Cardiff Bay mit Promenade, Restaurants und dem markanten Wales Millennium Centre. Zum Einkaufen laden das St David’s Shopping Centre und die historischen viktorianischen Ladenpassagen ein, während sich das rege Nachtleben in den gemütlichen Pubs mit Live-Musik sowie in Bars und Clubs abspielt.
Cardiff ist zugleich ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge: Innerhalb einer Stunde erreicht man das mittelalterliche Caerphilly Castle mit seinen mächtigen Wassergräben, das prächtige Herrenhaus Castell Coch oder die grünen Täler des früheren Kohlereviers. Wer die walisische Küche probieren möchte, findet in der Markthalle von Cardiff Spezialitäten wie Cawl (einen deftigen Eintopf), Laverbread aus Meeresalgen und den würzigen Käse Caerphilly.
Snowdonia / Eryri – die walisische Bergwelt
Im Norden erhebt sich der Snowdonia-Nationalpark, walisisch Eryri, eine grandiose Landschaft aus Bergen, Seen und Tälern. Sein höchster Gipfel, der Snowdon (walisisch Yr Wyddfa, 1.085 m), ist zugleich der höchste Berg von Wales. Wanderer erklimmen ihn auf verschiedenen Routen, wer es bequemer mag, fährt mit der historischen Zahnradbahn, der Snowdon Mountain Railway, hinauf.
Rings um die Gipfel bietet Eryri ein Eldorado für Aktivurlauber: Wandern, Klettern, Mountainbiken und Kajakfahren sind ebenso möglich wie moderne Abenteuer in stillgelegten Schiefergruben – etwa unterirdische Trampoline oder eine der längsten Seilrutschen Europas. Das Schiefer-Erbe von Nordwales gehört heute zum UNESCO-Welterbe.
Pembrokeshire Coast – Küstennationalpark
Ganz im Südwesten schützt der Pembrokeshire Coast National Park eine der schönsten Küsten Großbritanniens: zerklüftete Klippen, versteckte Buchten, weite Sandstrände und vorgelagerte Inseln voller Seevögel. Der berühmte Pembrokeshire Coast Path folgt der Steilküste auf rund 300 Kilometern und zählt zu den spektakulärsten Fernwanderwegen Europas.
In der Region liegt mit St Davids die kleinste „Stadt“ Großbritanniens, deren mächtige Kathedrale seit Jahrhunderten Pilger anzieht. Das bunte Hafenstädtchen Tenby mit seinen pastellfarbenen Häusern und Sandstränden ist im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel.
Burgen von Edward I. – Weltkulturerbe
Kein Land der Welt hat mehr Burgen pro Fläche als Wales. Herausragend sind die mächtigen Festungen, die König Edward I. im 13. Jahrhundert errichten ließ: Caernarfon, Conwy, Harlech und Beaumaris bilden gemeinsam ein UNESCO-Welterbe und zählen zu den eindrucksvollsten mittelalterlichen Wehrbauten Europas.
Dazu kommen romantische Ruinen und bewohnte Schlösser über das ganze Land verstreut. Die Burgen erzählen von den Auseinandersetzungen zwischen den walisischen Fürsten und der englischen Krone – und geben vielen Städtchen bis heute ihr unverwechselbares Gesicht.
Brecon Beacons / Bannau Brycheiniog
Im Süden erstreckt sich der Nationalpark Brecon Beacons, walisisch Bannau Brycheiniog, mit sanft geschwungenen Bergrücken, weiten Hochmooren und tief eingeschnittenen Wasserfalltälern. Die Region ist ein beliebtes Ziel zum Wandern, Reiten und Radfahren; das Städtchen Brecon mit Burg und Kloster liegt am Rand des Parks.
Als „Dark Sky Reserve“ ausgezeichnet, bietet der Park zudem einen der dunkelsten Nachthimmel Großbritanniens – ideal für die Sterngucker. Die angrenzenden Black Mountains reichen bis an die Grenze zu England.
Walisische Sprache & Kultur
Wales ist stolz auf seine keltische Identität. Das Walisische (Cymraeg) erlebt eine Wiederbelebung, wird in Schulen gelehrt und ist im Alltag präsent – nicht umsonst trägt ein Dorf auf der Insel Anglesey den längsten Ortsnamen Europas: Llanfairpwllgwyngyll. Tief verwurzelt sind der Rugby-Sport, der fast als Nationalreligion gilt, und die berühmten Male Voice Choirs, die walisischen Männergesangvereine.
Höhepunkt des kulturellen Jahres ist das Eisteddfod, ein traditionelles Fest der Musik, Dichtung und walisischen Sprache. Wer eine dieser Veranstaltungen besucht, erlebt die keltische Seele des Landes hautnah.
Bergbau-Erbe & Portmeirion
Die Geschichte von Wales ist untrennbar mit dem Bergbau verbunden. In Blaenavon im Süden lässt sich die Industriegeschichte im UNESCO-Welterbe „Blaenavon Industrial Landscape“ erleben, etwa bei einer Grubenfahrt im Bergwerk Big Pit. Die einst rußigen Täler haben sich längst in grüne Erholungsgebiete verwandelt.
Einen ganz eigenen Reiz besitzt das italienisch anmutende Fantasiedorf Portmeirion an der Küste von Gwynedd, das der Architekt Clough Williams-Ellis schuf. Mit seinen pastellfarbenen Häusern und mediterranen Gärten wirkt es wie ein Stück Riviera in Nordwales.
Küsten, Strände & besondere Orte
Die gesamte Küste von Wales lässt sich auf dem Wales Coast Path erwandern, der über rund 1.400 Kilometer das ganze Land umrundet. Herrliche Strände finden sich vor allem auf der Gower-Halbinsel nahe Swansea – der ersten Landschaft Großbritanniens, die unter besonderen Schutz gestellt wurde – sowie rund um Tenby.
Zu den charaktervollen Orten zählen die Universitäts- und Seebadstadt Aberystwyth in der Cardigan Bay, das für Festivals bekannte Abergavenny, der römische Ort Caerleon mit Amphitheater und Bädern sowie das „Bücherstädtchen“ Hay-on-Wye mit seinen zahlreichen Antiquariaten und einem berühmten Literaturfestival.
Natur & Tierwelt
Dank der langen Küste ist Wales ein Paradies für Vogelfreunde: Möwen, Kormorane, Basstölpel und die putzigen Papageitaucher brüten auf den Klippen und vorgelagerten Inseln wie Skomer. Im Landesinneren leben Raben, Drosseln und der seltene Rote Milan, der hier erfolgreich geschützt wird.
Vor der Küste tummeln sich Robben, Delfine und gelegentlich Wale, in den Flüssen und Wäldern sind Otter, Dachse und Fledermäuse zu Hause. Die drei Nationalparks und zahlreiche Schutzgebiete bewahren diese vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Auf der Insel Skomer lässt sich im Frühsommer eine der größten Papageitaucher-Kolonien Großbritanniens beobachten, während die Cardigan Bay als eines der besten Reviere Europas für Große Tümmler gilt – Bootstouren führen von Orten wie New Quay zu den verspielten Delfinen hinaus.
Beste Reisezeit & Wetter
Die beste Reisezeit für Wales ist April bis September, wenn sich die Landschaft von ihrer schönsten Seite zeigt und die Temperaturen angenehm bis warm sind – ideal für Aktivurlaub, Küstenwanderungen und Städtereisen. Die kühleren, regnerischen Monate von Oktober bis März eignen sich für Wellness und Sightseeing in Cardiff.
Ehrlich gesagt ist das Wetter, eben typisch britisch, sehr unbeständig: Auch im Sommer sind plötzliche Schauer keine Seltenheit, doch so schnell wie es regnet, blitzt oft wieder die Sonne hervor. Wetterfeste Kleidung gehört daher zu jeder Jahreszeit ins Gepäck.
Anreise, Einreise & Mobilität
Von Deutschland aus reist man meist über England an: Direktflüge steuern London, Birmingham oder Manchester an, von dort geht es per Bahn oder Mietwagen weiter nach Wales; Cardiff besitzt zudem einen kleineren Flughafen. Von Holyhead im Nordwesten verkehren Fähren nach Irland (Dublin), sodass sich beide Reiseziele gut verbinden lassen.
Zur Einreise ist seit dem Brexit ein gültiger Reisepass nötig; zusätzlich ist mit einer elektronischen Einreisegenehmigung (ETA) zu rechnen, deren aktuelle Regeln man vor der Reise prüfen sollte. Für Küste, Berge und die vielen Burgen ist ein Mietwagen die flexibelste Wahl – allerdings gilt Linksverkehr, und viele Landstraßen sind eng und kurvig.
Reisetipps & Geheimtipps
Ein Muss ist eine Wanderung im Snowdonia-Nationalpark und eine Etappe auf dem Pembrokeshire Coast Path, am besten außerhalb der Hauptsaison. Burgenfreunde planen eine Rundreise zu den Festungen von Caernarfon, Conwy und Harlech, Kulturinteressierte stimmen ihren Besuch auf ein Eisteddfod oder das Literaturfestival von Hay-on-Wye ab.
Ein echter Geheimtipp sind die stillen Strände der Gower-Halbinsel und ein Abstecher nach Portmeirion. Und wer die walisische Seele sucht, findet sie beim Gesang eines Male Voice Choir oder bei einem Pint im Dorfpub, wenn ringsum die weiche Melodie des Cymraeg erklingt.
Häufige Fragen
Was muss man über Wales wissen?
Wales (walisisch Cymru) liegt im Westen Großbritanniens und gehört zum Vereinigten Königreich, Hauptstadt ist Cardiff. Gezahlt wird mit dem Pfund Sterling und nicht mit dem Euro, auf den Straßen herrscht Linksverkehr. Seit dem Brexit ist zur Einreise ein gültiger Reisepass nötig. Amtssprachen sind Englisch und das keltische Walisisch (Cymraeg), Ortsschilder sind zweisprachig.
Was sind die schönsten Reiseziele in Wales?
Zu den Höhepunkten zählen der Snowdonia-Nationalpark (Eryri) mit dem Berg Snowdon, die Küste des Pembrokeshire Coast National Park, die mittelalterlichen Burgen von Caernarfon, Conwy, Harlech und Beaumaris, die Hauptstadt Cardiff, die Brecon Beacons sowie besondere Orte wie Portmeirion und das Bücherstädtchen Hay-on-Wye.
Wann ist die beste Reisezeit für Wales?
Am angenehmsten ist die Zeit von April bis September, wenn die Landschaft blüht und die Temperaturen mild bis warm sind – ideal für Küstenwanderungen und Aktivurlaub. Die kühleren Monate von Oktober bis März eignen sich für Wellness und Städtereisen. Das Wetter bleibt jedoch typisch britisch wechselhaft, wetterfeste Kleidung gehört ins Gepäck.
Welche Währung gilt in Wales und braucht man einen Reisepass?
In Wales zahlt man mit dem Pfund Sterling (GBP), nicht mit dem Euro. Seit dem Brexit reicht der Personalausweis nicht mehr aus: Reisende aus Deutschland benötigen einen gültigen Reisepass. Zusätzlich ist mit der Einführung einer elektronischen Einreisegenehmigung (ETA) zu rechnen, die vor der Reise beantragt werden muss.
Spricht man in Wales eine eigene Sprache?
Ja. Neben Englisch ist das keltische Walisisch (Cymraeg) offizielle Amtssprache und erlebt eine Wiederbelebung: Es wird in Schulen gelehrt, ist im Alltag präsent, und Ortsschilder sind durchweg zweisprachig. Zur walisischen Kultur gehören außerdem der Rugby-Sport, die berühmten Male Voice Choirs und das traditionelle Eisteddfod-Fest.
Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zu Wales?
Offizielle Auskünfte bündelt Visit Wales (Croeso Cymru), die Tourismusbehörde der walisischen Regierung, über das Portal visitwales.com. Die Kontaktdaten finden Sie unten auf dieser Seite; einen Überblick über den ganzen Landesteil bietet die Großbritannien-Übersicht.
Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Großbritannien, der östliche Nachbar England und das per Fähre ab Holyhead erreichbare Irland sowie weitere Ziele in der Übersicht Europa.