Schottland

Schottland im Norden Großbritanniens begeistert mit den wilden Highlands, dem sagenumwobenen Loch Ness, der Hauptstadt Edinburgh, der Isle of Skye und weltberühmtem Whisky. Gezahlt wird mit dem Pfund Sterling, es herrscht Linksverkehr, und nach dem Brexit ist zur Einreise ein Reisepass nötig. Beste Reisezeit ist April bis Oktober.

Schottland bildet den Norden der Insel Großbritannien und gehört zusammen mit den vorgelagerten Hebriden sowie den Orkney- und Shetland-Inseln zum Vereinigten Königreich. Im Süden grenzt das Land an England. Auf rund 78.772 Quadratkilometern leben etwa 5,4 Millionen Menschen, davon rund eine halbe Million in der Hauptstadt Edinburgh. Zerklüftete Berge, tiefe Seen und eine stolze keltische Kultur geben Schottland einen ganz eigenen, oft rauen Charakter.
Wer an Schottland denkt, hat meist sofort die weiten Highlands, den geheimnisvollen Loch Ness und Männer im Kilt vor Augen. Doch das Land ist mehr: lebendige Städte wie Glasgow und Edinburgh, weltberühmte Whisky-Regionen und ein dichtes Netz aus Schlössern und Clan-Geschichten. Gezahlt wird mit dem Pfund Sterling und nicht mit dem Euro, auf den Straßen herrscht Linksverkehr, und seit dem Brexit brauchen Reisende aus Deutschland einen gültigen Reisepass. Amtssprache ist Englisch, dazu werden das keltische Schottisch-Gälisch und Scots gepflegt.
Edinburgh – Hauptstadt zwischen Castle und Royal Mile
Edinburgh zählt zu den schönsten Hauptstädten Europas. Hoch über der Stadt thront das Edinburgh Castle auf einem erloschenen Vulkanfelsen, von dort führt die berühmte Royal Mile durch die mittelalterliche Altstadt hinab zum Palast von Holyroodhouse. Alt- und Neustadt sind gemeinsam UNESCO-Welterbe: enge, verwinkelte Gassen („Closes“) auf der einen, elegante georgianische Straßenzüge auf der anderen Seite.
Wer den Blick über die Stadt schweifen lassen will, erklimmt den Hausberg Arthur’s Seat, ebenfalls ein alter Vulkan. Im August verwandelt sich Edinburgh mit dem International Festival und dem riesigen Fringe, dem größten Kulturfestival der Welt, in eine einzige Bühne – dann sind Unterkünfte allerdings knapp und teuer, weshalb sich eine frühe Buchung lohnt.
Die Highlands – Schottlands wildes Herz
Die Highlands sind das Sinnbild Schottlands: eine zerklüftete Landschaft aus Bergen, Mooren und Tälern, dünn besiedelt und von rauer Schönheit. Das dramatische Tal Glen Coe mit seinen steilen Flanken zählt zu den eindrucksvollsten Orten des Landes, und mit dem Ben Nevis (1.345 m) bei Fort William erhebt sich hier der höchste Berg Großbritanniens – wegen des häufigen Nebels erklimmt man ihn am besten auf einer geführten Tour.
Rund um Fort William und Inverness öffnet sich ein Paradies für Wanderer und Autoreisende. Die historische Glenfinnan-Viadukt, über die eine Dampfbahn rollt, ist vielen aus Filmen bekannt, und immer wieder tauchen einsame Schlossruinen und Wasserfälle wie die Fairy Pools in der Landschaft auf.
Loch Ness & die schottischen Seen
Zwischen den Bergen glitzern zahllose Seen, die in Schottland „Loch“ heißen. Der berühmteste ist zweifellos Loch Ness, dessen sagenhaftes Ungeheuer „Nessie“ bis heute Besucher anlockt; an seinem Ufer thront die malerische Ruine des Urquhart Castle. Der flächenmäßig größte See ist der Loch Lomond im Nationalpark Loch Lomond and The Trossachs, ein beliebtes Ausflugsziel unweit von Glasgow.
Viele der Lochs lassen sich per Boot, auf Wanderwegen oder mit dem Rad erkunden. Sie sind nicht nur landschaftliche Höhepunkte, sondern auch Lebensraum für eine reiche Tierwelt – vom Fischadler bis zum Otter.
Isle of Skye & die Hebriden
Vor der Westküste liegen die Hebriden, eine Inselwelt von rauer Schönheit. Die bekannteste ist die Isle of Skye mit ihren zerfurchten Bergen („Cuillin“), bizarren Felsformationen wie dem Old Man of Storr und dem trutzigen Dunvegan Castle. Über eine Brücke bequem erreichbar, gehört Skye zu den beliebtesten Zielen Schottlands – in der Hochsaison entsprechend gut besucht.
Ruhiger geht es auf den äußeren Hebriden zu, etwa auf Lewis and Harris mit ihren menschenleeren weißen Stränden und dem Steinkreis von Callanish. Auf dem Weg nach Skye lohnt ein Halt am Eilean Donan Castle, einem der meistfotografierten Schlösser des Landes.
Whisky – das Wasser des Lebens
Kein Getränk ist so eng mit Schottland verbunden wie der Whisky, das „Wasser des Lebens“. In den Brennereien der einzelnen Regionen entstehen ganz unterschiedliche Sorten: die milden, fruchtigen Malts der Speyside, die rauchig-torfigen Whiskys der Insel Islay oder die kräftigen Tropfen der Highlands. Viele Destillerien bieten Führungen und Verkostungen an.
Der „Malt Whisky Trail“ in der Speyside verbindet mehrere berühmte Brennereien zu einer genussvollen Rundreise. Wer selbst mit dem Auto unterwegs ist, sollte das Probieren freilich der Beifahrerin oder dem Beifahrer überlassen – Linksverkehr und Whisky vertragen sich nicht.
Glasgow – Kunst, Musik & Industriekultur
Glasgow, die größte Stadt Schottlands, hat sich von der einstigen Industriemetropole zu einer lebendigen Kultur- und Musikstadt gewandelt. Sie gilt als heimliche Hauptstadt der schottischen Musikszene, beeindruckt mit Bauwerken des Architekten Charles Rennie Mackintosh und beherbergt herausragende, oft kostenlose Museen wie die Kelvingrove Art Gallery.
Auch Aberdeen im Nordosten, die „Granitstadt“, und das kleinere Stirling sind einen Besuch wert. In den Städten verbinden sich Sightseeing, Shopping und eine herzliche Pub-Kultur, in der man am besten mit den gastfreundlichen Schotten ins Gespräch kommt.
Schlösser, Clans & Geschichte
Schottland ist ein Land der Burgen und der bewegten Geschichte. In Stirling erinnern das mächtige Castle und das Wallace Monument an den Freiheitskämpfer William Wallace und die Schlachten um die schottische Unabhängigkeit. Überall im Land zeugen Clan-Namen, Tartan-Muster und Ruinen von der Zeit der Highland-Clans.
Diese Geschichte ist bis heute lebendig: Bei den sommerlichen Highland Games messen sich starke Männer im Baumstammwerfen, während Dudelsäcke erklingen. Wer sich für Ahnenforschung interessiert, findet in Schottland eine ganze Tourismusbranche rund um die Suche nach den eigenen Clan-Wurzeln.
Orkney & die nördlichen Inseln
Ganz im Norden liegen die Orkney-Inseln mit einem der bedeutendsten prähistorischen Ensembles Europas: Das UNESCO-Welterbe rund um das jungsteinzeitliche Dorf Skara Brae, den Steinkreis Ring of Brodgar und das Ganggrab Maeshowe ist älter als die ägyptischen Pyramiden. Weiter draußen liegen die abgelegenen Shetland-Inseln mit ihrer nordischen Prägung.
Die nördlichen Inseln sind ein Paradies für Vogelbeobachter, Archäologiefreunde und alle, die echte Abgeschiedenheit suchen. Fährverbindungen und kleine Flüge stellen die Anbindung an das Festland sicher.
Wandern, Munros & die North Coast 500
Schottland ist ein Traumziel für Aktivurlauber. Fernwanderwege wie der West Highland Way führen tagelang durch grandiose Landschaften, und das Besteigen der über 280 Munros – der Berge über 3.000 Fuß Höhe – ist zum beliebten Volkssport geworden. Dank eines liberalen Wegerechts darf man in Schottland weite Teile der Natur frei betreten.
Mit dem Auto lockt die North Coast 500, eine rund 830 Kilometer lange Panoramaroute durch die nördlichen Highlands, die zu den schönsten Küstenstraßen der Welt zählt. Auf den oft einspurigen Straßen mit ihren Ausweichbuchten ist jedoch Rücksicht und Gelassenheit gefragt.
Natur, Tierwelt & Nationalparks
Zwischen Laub- und Nadelwäldern, Mooren und Küsten hat sich in Schottland eine reiche Tierwelt erhalten. Im Cairngorms-Nationalpark, dem größten des Landes, wachsen Reste des alten Kaledonischen Waldes; an der Westküste finden sich sogar noch Fragmente keltischen Regenwaldes. Rothirsche, Schneehasen, Wildkatzen und Steinadler leben in den Bergen, an den Küsten tummeln sich Robben, Delfine und unzählige Seevögel wie die putzigen Papageitaucher.
Zu den botanischen Besonderheiten zählt die uralte Fortingall Yew, eine Eibe, die zu den ältesten Bäumen Europas gerechnet wird. Naturschutzgebiete wie das Taynish National Nature Reserve schützen diese besondere Pflanzen- und Tierwelt.
Beste Reisezeit & Wetter
Die beste Reisezeit für Schottland ist April bis Oktober, mit den längsten Tagen und der aufblühenden Landschaft im späten Frühjahr und im Sommer. Wer Delfine beobachten möchte, kommt am besten im Frühling und Sommer; Städtereisen nach Edinburgh und Glasgow lohnen sich ganzjährig.
Ehrlich gesagt ist das Wetter äußerst wechselhaft: Regen kann plötzlich einsetzen, und genauso schnell bricht die Sonne wieder durch. Ein besonderes Ärgernis sind im Sommer die winzigen Stechmücken („Midges“) im Hochland. Wetterfeste Kleidung, ein Mückenschutz und eine gehörige Portion Gelassenheit gehören daher ins Gepäck.
Anreise, Einreise & Mobilität
Schottland ist von Deutschland aus gut erreichbar: Direktflüge steuern die Flughäfen von Edinburgh und Glasgow an, die Flugzeit beträgt rund zwei Stunden. Alternativ reist man über London mit Fernbahn oder Nachtzug an, und von Südwestschottland (Cairnryan) verkehren Fähren nach Nordirland.
Zur Einreise ist seit dem Brexit ein gültiger Reisepass erforderlich; zudem ist mit einer elektronischen Einreisegenehmigung (ETA) zu rechnen – am besten prüft man die aktuellen Bestimmungen vor der Reise. Für die Highlands und Inseln ist ein Mietwagen ideal, allerdings gilt Linksverkehr, und viele Straßen sind einspurig. Zwischen den Städten ist die Bahn eine bequeme, entspannte Alternative.
Reisetipps & Geheimtipps
Ein Muss ist eine Fahrt durch Glen Coe und entlang der Küste zur Isle of Skye, idealerweise in der Nebensaison, wenn die großen Ziele ruhiger sind. Whisky-Freunde planen einen Abstecher in die Speyside oder nach Islay ein, Kulturfans stimmen ihre Reise auf das Edinburgh Festival im August ab.
Ein echter Geheimtipp sind die stillen äußeren Hebriden mit ihren weißen Stränden sowie die archäologischen Schätze auf Orkney. Und wer die Seele Schottlands sucht, findet sie bei einem Spaziergang durch nebelverhangene Glens oder beim Blick von einer Burgmauer auf ein schimmerndes Loch.
Häufige Fragen
Was muss man über Schottland wissen?
Schottland bildet den Norden Großbritanniens und gehört zum Vereinigten Königreich, Hauptstadt ist Edinburgh. Gezahlt wird mit dem Pfund Sterling und nicht mit dem Euro, auf den Straßen herrscht Linksverkehr. Seit dem Brexit ist zur Einreise ein gültiger Reisepass nötig. Amtssprache ist Englisch, dazu werden Schottisch-Gälisch und Scots gepflegt.
Was sind die schönsten Reiseziele in Schottland?
Zu den Höhepunkten zählen die Hauptstadt Edinburgh mit Castle und Royal Mile, die wilden Highlands mit Glen Coe und Ben Nevis, der sagenhafte Loch Ness, die Isle of Skye und die Hebriden, die Whisky-Regionen Speyside und Islay, die Stadt Glasgow sowie die prähistorischen Stätten auf Orkney.
Wann ist die beste Reisezeit für Schottland?
Am angenehmsten ist die Zeit von April bis Oktober mit langen Tagen und blühender Landschaft. Städtereisen nach Edinburgh und Glasgow lohnen sich ganzjährig. Das Wetter bleibt jedoch sehr wechselhaft, und im Sommer plagen im Hochland kleine Stechmücken – wetterfeste Kleidung und Mückenschutz gehören ins Gepäck.
Welche Währung gilt in Schottland und braucht man einen Reisepass?
In Schottland zahlt man mit dem Pfund Sterling (GBP), nicht mit dem Euro. Seit dem Brexit reicht der Personalausweis nicht mehr aus: Reisende aus Deutschland benötigen einen gültigen Reisepass. Zusätzlich ist mit der Einführung einer elektronischen Einreisegenehmigung (ETA) zu rechnen, die vor der Reise beantragt werden muss.
Was sollte man in Schottland probieren?
Ein Muss ist ein echter schottischer Whisky, etwa aus der Speyside oder von der Insel Islay. Als Nationalgericht gilt Haggis, dazu kommen Räucherlachs, Shortbread und ein herzhaftes schottisches Frühstück. Am geselligsten kehrt man in einem urigen Pub ein.
Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zu Schottland?
Offizielle Auskünfte bündelt VisitScotland, die schottische Tourismusbehörde, über das Portal visitscotland.com. Die Kontaktdaten finden Sie unten auf dieser Seite; einen Überblick über den ganzen Landesteil bietet die Großbritannien-Übersicht.
Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Großbritannien, der südliche Nachbar England und das per Fähre erreichbare Nordirland sowie weitere Ziele in der Übersicht Europa.