Nordirland

Nordirland auf der Insel Irland begeistert mit dem Giant’s Causeway, der spektakulären Causeway Coastal Route, berühmten Game-of-Thrones-Drehorten und der Titanic-Stadt Belfast. Gezahlt wird mit dem Pfund Sterling, es herrscht Linksverkehr, und nach dem Brexit ist zur Einreise ein Reisepass nötig. Die Grenze zur Republik Irland ist offen. Beste Reisezeit ist Mai bis September.

Nordirland ist mit rund 13.843 Quadratkilometern der kleinste der vier Landesteile des Vereinigten Königreichs. Anders als England, Schottland und Wales liegt es nicht auf der Insel Großbritannien, sondern im Nordosten der Insel Irland, die es sich mit der Republik Irland teilt. Etwa 1,8 Millionen Menschen leben hier, davon rund 300.000 in der Hauptstadt Belfast. Sattgrüne Wiesen, steile Küstenklippen und eine bewegte Geschichte prägen dieses vielseitige Reiseziel.
Die teils unberührte Landschaft macht Nordirland zu einem Paradies für Naturfreunde, Aktivurlauber und Ruhesuchende, während Fantasy-Fans die vielen Game-of-Thrones-Drehorte anzieht. Gezahlt wird mit dem Pfund Sterling und nicht mit dem Euro, auf den Straßen herrscht Linksverkehr, und seit dem Brexit brauchen Reisende aus Deutschland einen gültigen Reisepass. Wichtig zu wissen: In der benachbarten Republik Irland gilt der Euro – die Grenze selbst ist jedoch offen und unbewacht.
Belfast – Hauptstadt mit Titanic-Erbe
Die einst vom Konflikt gezeichnete Hauptstadt Belfast hat sich zu einer lebendigen Kulturstadt gewandelt. Hier lief einst die Titanic vom Stapel – das preisgekrönte Erlebnismuseum Titanic Belfast im neu belebten Titanic Quarter erzählt ihre Geschichte eindrucksvoll. Weitere Höhepunkte sind das prächtige Rathaus (City Hall), das Ulster Museum, das Belfast Castle über der Stadt sowie das kreative Cathedral Quarter mit seinen Pubs und Straßenkunstwerken.
Ein besonderes, nachdenklich stimmendes Erlebnis sind die politischen Wandmalereien (Murals) in den Vierteln Falls Road und Shankill Road. Bei einer geführten Tour, oft in den berühmten schwarzen Taxis, erfährt man aus erster Hand von der jüngeren Geschichte der Stadt.
Giant’s Causeway – Weltnaturerbe aus Basalt
Das bekannteste Wahrzeichen Nordirlands ist der Giant’s Causeway, ein UNESCO-Weltnaturerbe an der Nordküste. Rund 40.000 fast perfekt geformte, sechseckige Basaltsäulen ragen hier wie eine Treppe ins Meer – entstanden durch erkaltende Lava vor rund 60 Millionen Jahren. Der Sage nach soll der Riese Finn McCool den „Damm der Riesen“ gebaut haben, was der Landschaft ihren Namen gab.
Das Naturphänomen lässt sich auf Wanderwegen entlang der Klippen erkunden; ein modernes Besucherzentrum erklärt Geologie und Legenden. In der Nähe lädt die berühmte Whiskey-Destillerie Bushmills, eine der ältesten der Welt, zu Führungen und Verkostungen ein.
Die Causeway Coastal Route & Game of Thrones
Die Causeway Coastal Route von Belfast bis Derry zählt zu den schönsten Küstenstraßen der Welt. Sie führt vorbei an Klippen, Stränden und den grünen Tälern der Glens of Antrim. Ein Höhepunkt ist die schwankende Carrick-a-Rede-Hängebrücke, die über eine tiefe Schlucht zu einer kleinen Felseninsel führt.
Viele Orte entlang der Route sind Fans der Serie Game of Thrones vertraut: Die von Bäumen gesäumte Allee Dark Hedges und der Tollymore Forest Park dienten als Kulisse. Der abenteuerliche Gobbins Cliff Path führt auf schmalen Stegen direkt über dem Meer entlang der Klippen.
Mourne Mountains & die Bergwelt
Im Südosten erheben sich die Mourne Mountains, ein kompaktes, aber eindrucksvolles Gebirge. Mit dem Slieve Donard (849 m) liegt hier der höchste Berg Nordirlands. Ein Netz von Wanderwegen zwischen den Gipfeln, entlang der markanten Trockenmauer „Mourne Wall“ und rund um das Silent Valley Reservoir lädt zu ausgedehnten Touren ein.
Die sanft geschwungene Landschaft gilt als eine der Inspirationsquellen für die Fantasiewelt Narnia des Schriftstellers C. S. Lewis, der aus Belfast stammte. Für Wanderer und Kletterer sind die Mournes ein lohnendes, oft angenehm ruhiges Ziel.
Derry/Londonderry – Stadt der Mauern
Die zweitgrößte Stadt trägt zwei Namen: Die überwiegend katholisch-nationalistische Bevölkerung sagt Derry, die protestantisch-unionistische Londonderry – ein Zeichen der bewegten Geschichte. Die Stadt ist berühmt für ihre vollständig erhaltene Stadtmauer aus dem 17. Jahrhundert, auf der man die Altstadt umrunden kann.
Zu den Sehenswürdigkeiten zählen die St Columb’s Cathedral, das Tower Museum und die geschwungene Peace Bridge über den Fluss Foyle, die als Symbol der Versöhnung die einst getrennten Ufer verbindet. Derry gilt heute als lebendige Kultur- und Festivalstadt.
Fermanagh Lakelands & stille Seen
Im Westen liegen die Fermanagh Lakelands, eine wasserreiche Region rund um den Lough Erne. Sie ist ein Paradies zum Angeln, Kajak- und Kanufahren sowie für gemächliche Bootstouren zwischen bewaldeten Inseln. Auf einer davon liegt das frühchristliche Klosterensemble Devenish Island mit seinem Rundturm.
Der größte See des Landes ist jedoch der Lough Neagh mit rund 381 Quadratkilometern – zugleich der größte Binnensee des gesamten Vereinigten Königreichs. Seine Ufer und die umliegenden Feuchtgebiete sind ein wichtiges Vogelschutzgebiet.
Geschichte: Der Nordirland-Konflikt
Nordirlands jüngere Geschichte ist geprägt vom Nordirland-Konflikt (englisch „The Troubles“), der von den späten 1960er-Jahren bis in die 1990er-Jahre andauerte. Er entzündete sich am Gegensatz zwischen der überwiegend katholischen, für eine Vereinigung mit Irland eintretenden Bevölkerung und der überwiegend protestantischen, dem Vereinigten Königreich verbundenen Bevölkerung. Das Karfreitagsabkommen von 1998 beendete die Gewalt weitgehend und leitete einen Friedensprozess ein.
Bis heute erinnern in Belfast und Derry die sogenannten Friedensmauern (Peace Walls) und zahllose Wandbilder an diese Zeit. Sie werden respektvoll als Mahnmale besucht; geführte Touren ordnen die Ereignisse behutsam ein. Wer sensibel mit dem Thema umgeht, erhält einen tiefen, ehrlichen Einblick in das Land und seine Menschen.
Die offene Grenze zur Republik Irland
Eine Besonderheit Nordirlands ist die offene Grenze zur benachbarten Republik Irland. Sie ist nicht bewacht und im Alltag kaum wahrnehmbar – ein wichtiges Ergebnis des Friedensprozesses. Reisende überqueren sie ohne Kontrolle, sollten aber beachten, dass südlich der Grenze der Euro gilt, während in Nordirland mit dem Pfund Sterling gezahlt wird.
Dadurch lassen sich beide Landesteile bequem zu einer Rundreise über die grüne Insel verbinden: Vom Giant’s Causeway ist es nur ein Katzensprung zu den Zielen der Republik. Wer über die Grenze fährt, führt am besten beide Währungen mit sich.
Golf, Wandern & Aktivurlaub
Nordirland ist ein Traumziel für Golfer: Die Plätze Royal Portrush – Austragungsort der British Open – und Royal County Down zählen regelmäßig zu den besten der Welt. Von Frühling bis Frühherbst locken zudem Wandern, Trekking, Klettern, Radfahren, Kajak und Angeln in einer abwechslungsreichen Natur.
Die Küsten und Seen bieten Wassersport, die Berge und Wälder unzählige Wege. Weil es kaum Massentourismus gibt, findet man selbst in der Hauptsaison ruhige, oft menschenleere Ecken.
Natur, Tierwelt & Kulinarik
Zwischen Wiesen, Mooren, Klippen und Stränden lebt eine reiche Tierwelt. Forellen, Hechte und Lachse locken Angler an, während Papageitaucher, Königsfischer und über 200 weitere Vogelarten die Küsten und Feuchtgebiete bevölkern. In Wäldern und Feldern trifft man auf Igel, Dachse, Füchse und Eichhörnchen.
Auf den Tisch kommen bodenständige Spezialitäten wie der Eintopf Irish Stew, der überbackene Shepherd’s Pie und das herzhafte Ulster Fry, das nordirische Frühstück. Dazu gehört selbstverständlich ein frisch gezapftes Guinness oder ein Bushmills-Whiskey aus der Region – am geselligsten in einem der urigen Pubs.
Beste Reisezeit & Wetter
Die beste Reisezeit für Nordirland ist Mai bis September, wenn die Natur aufblüht, die Sonne am häufigsten scheint und die Temperaturen angenehm sind. Die sonnigsten Monate sind Mai und Juni, am wärmsten wird es im Juli und August – wobei das Thermometer selten deutlich über 20 Grad steigt.
Ehrlich gesagt ist das Klima wie im Rest des Vereinigten Königreichs wechselhaft, und Regen ist zu jeder Jahreszeit möglich. Doch wie man vor Ort sagt: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung.“ Eine Regenjacke gehört daher immer ins Gepäck.
Anreise, Einreise & Mobilität
Nordirland ist gut erreichbar: Direktflüge aus Deutschland steuern Belfast an, alternativ reist man über Dublin in der Republik Irland und dann über die offene Grenze an. Von Schottland (Cairnryan) und England verkehren zudem Fähren nach Belfast und Larne.
Zur Einreise nach Nordirland ist seit dem Brexit ein gültiger Reisepass nötig; zusätzlich ist mit einer elektronischen Einreisegenehmigung (ETA) zu rechnen – für die Republik Irland als EU-Land gelten dagegen andere Regeln. Vor Ort ist ein Mietwagen ideal, um Küste, Berge und Seen zu erkunden. Es gilt Linksverkehr; wer über die Grenze in die Republik fährt, sollte an die dortige Währung Euro denken.
Reisetipps & Geheimtipps
Ein Muss ist eine Fahrt auf der Causeway Coastal Route mit Halt am Giant’s Causeway und an der Carrick-a-Rede-Hängebrücke. Fantasy-Fans folgen den Game-of-Thrones-Drehorten, Kulturinteressierte besuchen Belfast und Derry und lassen sich die Geschichte des Landes behutsam erklären.
Ein echter Geheimtipp sind die stillen Fermanagh Lakelands und die einsamen Pfade der Mourne Mountains. Und wer die grüne Insel ganz erleben will, verbindet Nordirland mit einer Rundreise in die benachbarte Republik – von den Basaltsäulen des Nordens bis zu den Klippen und Städten des Südens.
Häufige Fragen
Was muss man über Nordirland wissen?
Nordirland ist der kleinste Landesteil des Vereinigten Königreichs und liegt im Nordosten der Insel Irland, Hauptstadt ist Belfast. Gezahlt wird mit dem Pfund Sterling und nicht mit dem Euro, auf den Straßen herrscht Linksverkehr. Seit dem Brexit ist zur Einreise ein gültiger Reisepass nötig. Die Grenze zur benachbarten Republik Irland ist offen, dort gilt jedoch der Euro.
Was sind die schönsten Reiseziele in Nordirland?
Zu den Höhepunkten zählen der Giant’s Causeway mit seinen Basaltsäulen, die Causeway Coastal Route mit der Carrick-a-Rede-Hängebrücke und den Dark Hedges, die Titanic-Stadt Belfast, die historische Stadt Derry/Londonderry, die Mourne Mountains sowie die Seenlandschaft der Fermanagh Lakelands.
Wann ist die beste Reisezeit für Nordirland?
Am angenehmsten ist die Zeit von Mai bis September, wenn die Natur blüht, die Sonne am häufigsten scheint und die Temperaturen mild sind. Die sonnigsten Monate sind Mai und Juni. Das Wetter bleibt jedoch wechselhaft und Regen ist jederzeit möglich – eine Regenjacke gehört immer ins Gepäck.
Welche Währung gilt in Nordirland und braucht man einen Reisepass?
In Nordirland zahlt man mit dem Pfund Sterling (GBP), nicht mit dem Euro. Seit dem Brexit reicht der Personalausweis nicht mehr aus: Reisende aus Deutschland benötigen einen gültigen Reisepass, und es ist mit einer elektronischen Einreisegenehmigung (ETA) zu rechnen. Achtung: In der benachbarten Republik Irland gilt der Euro.
Kann man von Nordirland in die Republik Irland reisen?
Ja, die Grenze zur Republik Irland ist offen und unbewacht – ein wichtiges Ergebnis des Friedensprozesses. Reisende überqueren sie ohne Kontrolle, sodass sich beide Landesteile bequem zu einer Rundreise verbinden lassen. Beachten sollte man den Währungswechsel: Nordirland nutzt das Pfund Sterling, die Republik Irland den Euro.
Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zu Nordirland?
Offizielle Auskünfte bündelt Tourism Northern Ireland, die nordirische Tourismusbehörde, über das Portal tourismni.com. Die Kontaktdaten finden Sie unten auf dieser Seite; einen Überblick über das gesamte Königreich bietet die Großbritannien-Übersicht.
Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Großbritannien, die benachbarte Republik Irland (offene Grenze) und das per Fähre erreichbare Schottland sowie weitere Ziele in der Übersicht Europa.