Peloponnes

Der Peloponnes ist die große Halbinsel im Süden des griechischen Festlands und eine der geschichtsträchtigsten Landschaften Europas: Mykene mit dem Löwentor, das antike Olympia, das Theater von Epidauros, das venezianische Nafplio mit der Festung Palamidi, die Felsenstadt Monemvasia, das byzantinische Mystras und die wehrhafte Mani. Dazu kommen Berge, Schluchten, stille Strände und der Wein von Nemea. Gezahlt wird mit dem Euro, gesprochen wird Griechisch. Beste Reisezeit sind Frühjahr und Herbst.

Der Peloponnes (griechisch Pelopónnisos) ist eine ausladende, handförmige Halbinsel, die nur noch durch die schmale Landenge und den Kanal von Korinth mit dem übrigen Festland verbunden ist. Auf verhältnismäßig kleiner Fläche verdichtet sich hier griechische Geschichte wie kaum sonst wo: Von der mykenischen Bronzezeit über die klassische Antike und Byzanz bis zu Franken, Venezianern und Osmanen hat jede Epoche ihre Spuren hinterlassen – und mit Nafplio wählte das neu gegründete Griechenland im 19. Jahrhundert hier seine erste Hauptstadt.
Für Reisende ist der Peloponnes ein ideales Ziel für eine Rundreise mit dem Mietwagen: antike Stätten von Weltrang, malerische Städtchen, wilde Gebirge, einsame Buchten und exzellenter Wein liegen dicht beieinander, und dennoch ist die Halbinsel weit weniger überlaufen als die berühmten Inseln. Gezahlt wird mit dem Euro, Amtssprache ist Griechisch.
Region & Landschaft
Der Peloponnes ist gebirgig und vielgestaltig. Sein Rückgrat bilden die Bergketten von Taygetos, Parnon und Erymanthos, die im Süden in drei schroffe Finger auslaufen – die Halbinseln von Messenien, der Mani und Kap Malea. Dazwischen liegen fruchtbare Ebenen mit Oliven-, Orangen- und Weinkulturen, tief eingeschnittene Schluchten und lange Küsten am Ionischen und Ägäischen Meer.
Im Norden trennt der Kanal von Korinth die Halbinsel vom Festland, überspannt von der eleganten Rio-Andirrio-Brücke bei Patras. Die Landschaft wechselt auf kurzer Strecke von mediterraner Küste zu alpin anmutendem Hochland – im Winter liegt auf den Gipfeln Schnee, während an der Küste die Zitronen blühen.
Mykene, Olympia & Epidauros
Drei der berühmtesten antiken Stätten Griechenlands liegen auf dem Peloponnes. In Mykene (UNESCO-Welterbe), der Burg des sagenhaften Königs Agamemnon, führt das mächtige Löwentor in die Zitadelle der bronzezeitlichen Kultur, die Homer besang. Das antike Olympia (UNESCO) im grünen Westen war Austragungsort der Olympischen Spiele der Antike; noch heute wird hier das olympische Feuer entzündet, und Stadion und Tempelbezirk lassen die Anlage lebendig werden.
Das Theater von Epidauros (UNESCO) im Osten gilt mit seiner sagenhaften Akustik als das besterhaltene Theater der Antike – im Sommer wird es bei einem Festival wieder bespielt. Dazu kommen die antike Handelsstadt Korinth mit dem Apollontempel und der über ihr thronenden Festung Akrokorinth.
Nafplio & die Argolis
Nafplio gilt vielen als das schönste Städtchen des griechischen Festlands: eine elegante Altstadt aus venezianischen und neoklassizistischen Häusern, überragt von der gewaltigen Festung Palamidi mit ihren fast tausend Treppenstufen und dem kleinen Inselkastell Bourtzi im Hafen. Als erste Hauptstadt des modernen Griechenland trägt die Stadt bis heute ein besonderes Flair.
Von Nafplio aus erschließt sich die ganze Argolis: Mykene und Epidauros liegen nur eine kurze Fahrt entfernt, dazu die Badeorte am Golf und das Weinbaugebiet von Nemea. Nafplio ist damit der ideale Ausgangspunkt für die ersten Tage einer Peloponnes-Rundreise.
Die Mani & der tiefe Süden
Die Mani, der mittlere der drei südlichen Finger, ist eine karge, wildromantische Landschaft mit einer einzigartigen Kultur: Hier stehen die charakteristischen steinernen Wehrtürme der einst untereinander verfeindeten Clans, dazu Höhlen wie die von Diros und das melancholische Kap Tenaro, den südlichsten Punkt des griechischen Festlands, den die Antike für den Eingang zur Unterwelt hielt.
Restaurierte Turmdörfer wie Areopoli und das an einen Felsen geklebte Kardamyli sind heute stimmungsvolle Ziele für Wanderer und Ruhesuchende. Weiter westlich lockt Messenien mit dem gut erhaltenen antiken Messene und den langen Sandstränden bei Kalamata und Pylos.
Monemvasia & Mystras
Monemvasia ist eine der eindrucksvollsten Orte Griechenlands: eine mittelalterliche Festungsstadt, die sich unsichtbar an die Meerseite eines gewaltigen Felsens schmiegt und nur über einen einzigen Damm erreichbar ist – der Name bedeutet „einziger Zugang“. In den autofreien Gassen der Unterstadt reihen sich byzantinische Kirchen, steinerne Herrenhäuser und heute kleine Hotels und Tavernen.
Bei Sparta liegt die byzantinische Ruinenstadt Mystras (UNESCO), einst eine blühende Metropole des spätbyzantinischen Reiches, deren Paläste, Klöster und freskengeschmückte Kirchen sich einen Berghang hinaufziehen – ein grandioser Ort, um in die byzantinische Welt einzutauchen.
Patras, Korinth & der Norden
Im Nordwesten liegt Patras, die drittgrößte Stadt Griechenlands, ein wichtiger Fährhafen mit Verbindungen nach Italien und Schauplatz eines der größten Karnevals des Landes. Von hier führt die spektakuläre Zahnradbahn von Diakofto nach Kalavryta durch die enge Vouraikos-Schlucht ins Bergland – eine der schönsten Bahnstrecken Europas.
Der Norden bietet außerdem den mondänen Badeort Xylokastro, das Kloster Mega Spileo und die Höhle der Seen bei Kalavryta. Über die Rio-Andirrio-Brücke ist die Region bequem mit dem gegenüberliegenden Festland und Delphi verbunden.
Strände & Küsten
Der Peloponnes hat eine außergewöhnlich lange und abwechslungsreiche Küste. Im Westen locken die weiten Sandstrände von Messenien, allen voran die türkise Lagune von Voidokilia bei Pylos, die zu den schönsten Stränden Europas zählt, und die Dünen von Kalo Nero. Der Osten und Süden bieten dagegen vor allem kleine, oft kiesige Buchten mit klarem Wasser.
Anders als auf den Inseln sind viele Strände hier auch im Hochsommer nicht überlaufen. Ehrlich gesagt braucht man für die schönsten Buchten oft ein Auto und etwas Suchsinn – dafür hat man sie mitunter fast für sich allein. Beliebt sind außerdem die palmengesäumte Bucht von Elafonisos mit dem karibisch anmutenden Strand Simos im tiefen Süden, die kilometerlangen Sande der Costa Navarino bei Pylos und die geschützten Buchten der Argolis rund um Tolo. Wer Einsamkeit sucht, findet an der Ostküste zwischen Leonidio und Kyparissi immer wieder stille Kiesbuchten unter steilen Felswänden.
Natur, Wandern & Wein
Für Aktive ist der Peloponnes ein Paradies. Der ausgeschilderte Menalon-Trail in der Bergregion Arkadien führt durch Schluchten, Steindörfer und Klöster und war einer der ersten zertifizierten Fernwanderwege Griechenlands. Rund um das malerische Dimitsana und Stemnitsa lässt sich das ursprüngliche Bergland zu Fuß erkunden, dazu locken die Schluchten des Lousios und die Wälder des Taygetos.
Kulinarisch ist die Halbinsel für ihr Olivenöl aus Kalamata, ihre Zitrusfrüchte und vor allem für den Wein von Nemea berühmt – die kräftigen Roten aus der Agiorgitiko-Traube gehören zu den besten Griechenlands. Eine Weinprobe in den Kellern rund um Nemea ist ein Höhepunkt jeder Rundreise.
Beste Reisezeit
Ideal für den Peloponnes sind Frühjahr (April bis Juni) und Herbst (September bis Oktober): Dann ist es angenehm warm für Ausgrabungen und Wanderungen, die Natur ist grün oder von der Ernte geprägt, und das Meer lädt bereits oder noch zum Baden ein. Der Frühling ist besonders schön, wenn die Landschaft blüht.
Der Hochsommer (Juli/August) ist heiß und in den Küstenorten belebt, eignet sich aber gut für einen Badeurlaub; antike Stätten besucht man dann am besten früh am Morgen. Der Winter ist mild an der Küste, im Bergland aber kühl und schneereich – gute Zeit für Städte und Museen ohne Andrang.
Anreise & Praktisches
Der Peloponnes ist von Athen aus in ein bis zwei Autostunden erreichbar; über den Kanal von Korinth führen Autobahn und Nationalstraßen auf die Halbinsel. Der Flughafen Athen (ATH) ist das wichtigste Tor, im Sommer wird auch Kalamata (KLX) im Süden direkt angeflogen. Patras verbindet Fähren mit Italien und den Ionischen Inseln.
Für eine Rundreise ist ein Mietwagen nahezu unverzichtbar (Rechtsverkehr), da Bus und Bahn nur die Hauptorte bedienen. Offizielle Reiseinformationen für Deutschland bündelt die Griechische Zentrale für Fremdenverkehr (GNTO) mit Büro in Frankfurt (Kontakt unten auf dieser Seite); regionale Tipps zur Halbinsel bietet das Portal der Region Peloponnes über discovergreece.com/peloponnese.
Reisetipps & Geheimtipps
Eine klassische Rundreise verbindet Nafplio (mit Mykene und Epidauros), Sparta/Mystras, Monemvasia, die Mani und Olympia zu einer Schleife von rund einer Woche. Wer die antiken Stätten in Ruhe erleben will, kommt früh am Morgen oder in der Nebensaison.
Ein Geheimtipp sind die Bergdörfer Arkadiens rund um Dimitsana, die Lagune von Voidokilia bei Pylos abseits der Hauptsaison sowie eine Weinprobe in Nemea. Für Bahnfans lohnt die Fahrt mit der Zahnradbahn nach Kalavryta, für Ruhesuchende die restaurierten Turmdörfer der Mani.
Häufige Fragen
Wie viele Tage sollte man für den Peloponnes einplanen?
Für eine Rundreise mit den wichtigsten Höhepunkten – Nafplio, Mykene, Epidauros, Mystras, Monemvasia, Mani und Olympia – sollte man mindestens sieben Tage einplanen. Wer zusätzlich baden und wandern möchte, ist mit zehn bis vierzehn Tagen gut beraten.
Wann ist die beste Reisezeit für den Peloponnes?
Ideal sind Frühjahr (April bis Juni) und Herbst (September bis Oktober) mit warmem Wetter für Ausgrabungen und Wanderungen. Der Hochsommer eignet sich für Badeurlaub, ist aber heiß; antike Stätten besucht man dann früh am Morgen. Der Winter ist an der Küste mild, im Bergland kühl.
Was sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf dem Peloponnes?
Zu den Höhepunkten zählen das Löwentor von Mykene, das antike Olympia, das Theater von Epidauros, die Altstadt von Nafplio mit der Festung Palamidi, die Felsenstadt Monemvasia, das byzantinische Mystras und die Turmdörfer der Mani. Dazu kommen Wein aus Nemea und schöne Strände.
Wie reist man am besten auf dem Peloponnes?
Am besten mit dem Mietwagen (Rechtsverkehr), da die Höhepunkte weit verstreut liegen und öffentliche Verkehrsmittel nur die Hauptorte bedienen. Der Peloponnes ist von Athen aus über den Kanal von Korinth in ein bis zwei Stunden erreichbar; im Sommer wird auch Kalamata direkt angeflogen.
Ist der Peloponnes für einen Badeurlaub geeignet?
Ja, vor allem der Westen und Süden bieten schöne Strände wie die Lagune von Voidokilia bei Pylos. Anders als auf den Inseln sind viele Buchten auch im Sommer ruhig. Ideal ist die Kombination aus Kultur und Baden; die Badesaison reicht etwa von Juni bis September.
Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Griechenland, die Nachbarregion Athen & Attika sowie die griechische Mittelmeerküste und die Übersicht Europa.