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Kreta

Illustration von Kreta mit dem venezianischen Hafen von Chania, dem Palast von Knossos, den Weißen Bergen und dem türkisen Wasser von Balos

Kreta ist die größte griechische Insel und ein Reiseziel für sich: der minoische Palast von Knossos, die venezianischen Altstädte und Häfen von Chania und Rethymno, die spektakuläre Samaria-Schlucht, Traumstrände wie Elafonisi und Balos, die Weißen Berge und die Lassithi-Hochebene sowie eine berühmte, gesunde Küche. Gezahlt wird mit dem Euro, gesprochen wird Griechisch. Beste Reisezeit ist die lange Saison von Mai bis Oktober; im Hochsommer wird es heiß und voll.

Landkarte Kreta
Landkarte Kreta

Kreta (Kríti) ist mit rund 8.300 Quadratkilometern die größte Insel Griechenlands und die fünftgrößte des Mittelmeers – groß genug, um eine ganz eigene Identität zu bewahren. Die Kreter sind stolz auf ihre Geschichte, ihre Musik mit der Lyra und ihre herzliche, oft überschwängliche Gastfreundschaft. Als Wiege der minoischen Kultur, der ersten Hochkultur Europas, blickt die Insel auf über 4.000 Jahre Geschichte zurück.

Für Reisende ist Kreta ein Kosmos im Kleinen: Im Norden reihen sich Städte, Häfen und die meisten Badeorte, der wilde Süden fällt in schroffen Schluchten zum Libyschen Meer ab, und dazwischen türmen sich Gebirge auf über 2.400 Meter. Man kann hier eine Woche am Strand liegen oder wochenlang wandern, Antike erkunden und Dörfer besuchen. Gezahlt wird mit dem Euro, Amtssprache ist Griechisch.

Region & Landschaft

Kreta ist ein langgestrecktes Gebirgsland. Drei große Massive prägen die Insel: die Weißen Berge (Lefká Óri) im Westen, das Ida-Gebirge (Psiloritis) mit dem höchsten Gipfel der Insel in der Mitte und das Dikti-Gebirge im Osten. Von ihnen ziehen sich zahllose Schluchten zum Meer, die berühmteste ist die Samaria-Schlucht.

Die Nordküste mit den Städten Chania, Rethymno und Iraklio ist flacher, dichter besiedelt und touristisch erschlossen, während die zerklüftete Südküste abgelegener und ursprünglicher wirkt, mit einsamen Buchten und Bergdörfern. Hochebenen wie Lassithi und Omalos, Olivenhaine und Weinberge runden das Landschaftsbild ab.

Knossos & das minoische Erbe

Der Palast von Knossos nahe Iraklio ist die bekannteste archäologische Stätte Kretas und das Zentrum der minoischen Kultur. Der weitläufige Palastkomplex mit seinen roten Säulen, Lichtschächten und farbenprächtigen Fresken – dem Delfin- und dem Stierspringer-Fresko – gilt als Ursprung der Sage vom Labyrinth und dem Minotaurus. Der britische Archäologe Arthur Evans legte die Anlage ab 1900 frei und rekonstruierte Teile davon.

Weitere minoische Paläste finden sich in Phaistos und Malia sowie in der Ausgrabung von Gortyn. Wer die Fresken und den berühmten Diskos von Phaistos im Original sehen möchte, besucht das Archäologische Museum in Iraklio. Für Knossos empfiehlt sich ein früher Besuch, um Hitze und Andrang zu entgehen.

Iraklio & das Archäologische Museum

Iraklio (Heraklion), die Hauptstadt und größte Stadt Kretas, ist ein geschäftiges Zentrum mit venezianischem Hafen, der Festung Koules und lebendigen Markt- und Ausgehstraßen. Das Archäologische Museum der Stadt zählt zu den bedeutendsten Griechenlands und bewahrt die weltweit größte Sammlung minoischer Kunst.

Rund um Iraklio liegen neben Knossos die Weinregion und das Grab des Schriftstellers Nikos Kazantzakis auf der Stadtmauer. Iraklio ist zudem der wichtigste Verkehrsknoten der Insel mit dem größten Flughafen und dem Haupthafen für die Fähren nach Piräus.

Chania — die venezianische Altstadt

Chania im Westen gilt als die schönste Stadt Kretas. Ihr venezianischer Hafen mit dem alten Leuchtturm, den Bögen der ehemaligen Arsenale und der türkischen Moschee ist ein Postkartenmotiv, dahinter verzweigt sich eine labyrinthische Altstadt aus venezianischen und osmanischen Häusern, in der sich Handwerksläden, Tavernen und kleine Hotels aneinanderreihen.

Chania ist zugleich das Tor zum Westen Kretas mit seinen Traumstränden und der Samaria-Schlucht. Die Stadt vereint mediterranes Flair, gutes Essen und eine entspannte Atmosphäre und ist für viele der stimmungsvollste Ausgangspunkt für eine Kreta-Reise.

Rethymno

Zwischen Chania und Iraklio liegt Rethymno mit einer der best erhaltenen Altstädte Kretas: enge Gassen, venezianische Brunnen und Portale, ein malerischer Hafen und die mächtige Festung Fortezza über der Stadt. Ein langer Sandstrand schließt direkt an das Zentrum an.

Rethymno ist kleiner und beschaulicher als die beiden großen Städte und ein guter Standort für Ausflüge ins Ida-Gebirge, in das Amari-Tal mit seinen Dörfern und an die Südküste bei Plakias und Preveli.

Die Samaria-Schlucht & Wandern

Die Samaria-Schlucht in den Weißen Bergen ist eine der längsten Europas und das berühmteste Wanderziel Kretas. Auf rund 16 Kilometern führt der Weg von der Hochebene Omalos hinab durch enge Felsentore – die berühmten „Eisernen Tore“ (Sideroportes) – bis ans Libysche Meer nach Agia Roumeli, von wo aus ein Boot zurück zur Straße bringt.

Wer es kürzer mag, findet zahllose weitere Schluchten wie die Imbros- oder die Aradena-Schlucht. Die Weißen Berge und das Ida-Gebirge bieten anspruchsvolle Bergtouren, und der europäische Fernwanderweg E4 durchquert die ganze Insel. Feste Schuhe und ausreichend Wasser sind Pflicht, die Samaria-Schlucht ist im Winter gesperrt.

Traumstrände

Kreta besitzt einige der spektakulärsten Strände Griechenlands. Im äußersten Westen leuchtet die Lagune von Balos mit weißem Sand und türkisem Wasser, davor liegt die Insel Gramvousa mit einer venezianischen Festung. Der rosa schimmernde Sand von Elafonisi und die Palmenbucht von Preveli an der Südküste sind ebenso berühmt wie der Palmenstrand von Vai im Osten mit Europas größtem natürlichem Palmenhain.

Dazu kommen unzählige weitere Buchten, von den langen Sandstränden der Nordküste bis zu einsamen Kieselbuchten im Süden. Ehrlich gesagt sind die berühmtesten Strände wie Balos und Elafonisi in der Hochsaison sehr voll – wer früh kommt oder in die Nebensaison ausweicht, erlebt sie am schönsten.

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Lassithi & der Osten

Der Osten Kretas ist vielfältig: Die Lassithi-Hochebene auf über 800 Metern war einst für ihre tausenden weißen Windmühlen berühmt und ist bis heute ein grünes, fruchtbares Plateau, umgeben von Bergdörfern. In der Nähe liegt die Diktäische Höhle, der mythische Geburtsort des Zeus.

An der Küste locken das mondäne Agios Nikolaos am Voulismeni-See und der Ferienort Elounda, dem die kleine Festungsinsel Spinalonga vorgelagert ist – eine ehemalige Leprakolonie und heute ein bewegendes Ausflugsziel. Der äußerste Osten um Sitia und Vai ist ruhiger und ursprünglicher.

Kretische Küche & Wein

Die kretische Küche gilt als Inbegriff der gesunden mediterranen Ernährung. Sie stützt sich auf reichlich Olivenöl, Wildkräuter, Hülsenfrüchte, Gemüse und Käse; typisch sind die Dakos (Gerstenzwieback mit Tomate und Frischkäse), Schnecken, Lammgerichte und der Frischkäse Myzithra. In den Bergdörfern wird noch traditionell gekocht und gebrannt.

Zum Essen gehört der kretische Wein aus autochthonen Reben und der Tresterbrand Raki (Tsikoudia), der überall zur Begrüßung oder zum Abschluss gereicht wird. Eine Einladung in ein Dorftaverne mit hausgemachten Speisen und selbst gebranntem Raki gehört zu den schönsten Erlebnissen einer Kreta-Reise.

Beste Reisezeit

Kreta hat dank seiner südlichen Lage die längste Badesaison Griechenlands – von Mai bis Oktober ist das Meer warm genug zum Baden. Ideal für die Kombination aus Strand, Wandern und Kultur sind der späte Frühling (Mai/Juni) und der Frühherbst (September/Oktober) mit warmem, aber nicht drückendem Wetter.

Der Hochsommer (Juli/August) ist heiß und an den bekannten Stränden voll; im Landesinneren und in den Bergen bleibt es angenehmer. Der Frühling verwandelt die Insel in ein Blütenmeer und ist die beste Zeit für die Samaria-Schlucht. Der Winter ist mild an der Küste, in den Bergen fällt Schnee.

Anreise & Praktisches

Kreta hat zwei internationale Flughäfen, Iraklio (HER) und Chania (CHQ), die im Sommer aus dem gesamten deutschsprachigen Raum direkt angeflogen werden; ein dritter Flughafen entsteht bei Kastelli. Über Nacht verkehren zudem Fähren zwischen Piräus und Iraklio bzw. Chania. Auf der Insel ist ein Mietwagen (Rechtsverkehr) sehr empfehlenswert, um Strände, Schluchten und Bergdörfer flexibel zu erreichen; Busse verbinden vor allem die Küstenstädte.

Offizielle Reiseinformationen für Deutschland bündelt die Griechische Zentrale für Fremdenverkehr (GNTO) mit Büro in Frankfurt (Kontakt unten auf dieser Seite); speziell für die Insel ist das offizielle Portal incrediblecrete.gr eine gute Anlaufstelle mit Tipps zu allen Regionen Kretas.

Reisetipps & Geheimtipps

Kreta ist zu groß für einen einzigen Standort – wer die Insel erleben will, wählt am besten zwei Basen, etwa Chania im Westen und Iraklio oder Agios Nikolaos im Osten. Für Balos und Elafonisi lohnt ein früher Start, für Knossos ebenfalls. Die Samaria-Schlucht plant man mit organisiertem Bustransfer, da Start und Ziel weit auseinanderliegen.

Geheimtipps sind die stillen Bergdörfer der Region Sfakia, das Amari-Tal, die Südküste bei Loutro (nur per Boot oder zu Fuß erreichbar) und die Weingüter rund um Iraklio. Wer die echte kretische Gastfreundschaft erleben will, kehrt in einer Dorftaverne abseits der Küste ein.

Häufige Fragen


Wie viele Tage sollte man für Kreta einplanen?

Kreta ist groß und vielfältig – für einen ersten Eindruck sollte man mindestens eine Woche einplanen, besser zehn bis vierzehn Tage. So lassen sich zwei Standorte, etwa im Westen und Osten, mit Stränden, Knossos, einer Schlucht und einigen Bergdörfern gut verbinden.


Wann ist die beste Reisezeit für Kreta?

Dank südlicher Lage reicht die Badesaison von Mai bis Oktober. Ideal für Strand, Wandern und Kultur sind Mai, Juni sowie September und Oktober. Der Hochsommer ist heiß und voll; der Frühling ist die beste Zeit für die Samaria-Schlucht und die blühende Landschaft.


Was sind die schönsten Strände auf Kreta?

Zu den berühmtesten zählen die Lagune von Balos und der rosa Sand von Elafonisi im Westen, der Palmenstrand von Preveli an der Südküste und der Palmenhain von Vai im Osten. Sie sind in der Hochsaison sehr beliebt – ein früher Besuch oder die Nebensaison lohnen sich.


Braucht man auf Kreta einen Mietwagen?

Für eine echte Rundreise ja: Nur mit dem Mietwagen (Rechtsverkehr) erreicht man die Strände, Schluchten und Bergdörfer flexibel. Busse verbinden vor allem die Küstenstädte im Norden. Wer nur an einem Ort Badeurlaub macht, kommt auch ohne Auto aus.


Was macht die kretische Küche besonders?

Die kretische Küche gilt als Inbegriff der gesunden mediterranen Ernährung, mit viel Olivenöl, Wildkräutern, Gemüse und Käse. Typisch sind Dakos, Lammgerichte und der Frischkäse Myzithra, dazu kretischer Wein und der Tresterbrand Raki, der überall zur Begrüßung gereicht wird.


Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Griechenland, die Regionen Athen & Attika und Peloponnes sowie die Übersicht Europa.