Ionische Inseln

Die Ionischen Inseln vor der Westküste Griechenlands sind grüner und milder als die Ägäis: Korfu mit venezianischer Altstadt (UNESCO) und der grünen Paleokastritsa-Küste, Kefalonia mit dem berühmten Myrtos-Strand, Zakynthos mit der Schiffswrackbucht Navagio und den Caretta-Schildkröten, Lefkada mit Porto Katsiki und das stille Ithaka des Odysseus. Jahrhunderte venezianischer Herrschaft prägen Architektur und Kultur. Gezahlt wird mit dem Euro, gesprochen wird Griechisch. Beste Reisezeit ist Mai bis Oktober.

Die Ionischen Inseln (Iónia Nisiá) liegen im Ionischen Meer vor der West- und Südwestküste des griechischen Festlands und bilden eine Welt für sich. Weil sie deutlich mehr Regen abbekommen als die Ägäis, sind sie außergewöhnlich grün – mit dichten Olivenhainen, Zypressen und Pinienwäldern, die bis an türkise Buchten reichen. Und weil sie nie unter osmanischer Herrschaft standen, sondern jahrhundertelang von Venedig (und später kurz von Franzosen und Briten) regiert wurden, tragen ihre Städte ein italienisch-europäisches Gepräge.
Für Reisende sind die „Ionischen“ ein Klassiker des Badeurlaubs, der sich hervorragend mit Kultur, Natur und guter Küche verbinden lässt. Von der mondänen Insel Korfu über das dramatische Kefalonia bis zu den stillen Eilanden Paxos und Ithaka reicht das Spektrum. Gezahlt wird mit dem Euro, Amtssprache ist Griechisch.
Region & Landschaft
Die sieben Hauptinseln – Korfu, Paxos, Lefkada, Kefalonia, Ithaka, Zakynthos und das südlich gelegene Kythira – ziehen sich über mehrere hundert Kilometer entlang der Westküste. Anders als in der Ägäis herrscht hier ein feuchteres, milderes Klima, das für üppiges Grün sorgt: Millionen von Olivenbäumen, Weinberge und bewaldete Berge prägen das Bild.
Die Küsten sind vielgestaltig, mit steilen Kalkfelsen, tief eingeschnittenen Buchten und langen Sandstränden. Charakteristisch sind das leuchtende Türkis und Blau des Ionischen Meeres sowie die venezianischen Städtchen mit ihren Arkaden, Glockentürmen und Pastellfassaden – ein Erbe, das die Inseln unverwechselbar macht.
Korfu — venezianisches Juwel
Korfu (Kérkyra) ist die bekannteste und mondänste der Ionischen Inseln. Ihre Altstadt ist UNESCO-Welterbe: ein Labyrinth aus engen Gassen (Kantoúnia), von zwei venezianischen Festungen gerahmt, mit der eleganten Arkadenzeile Liston, die Napoleons Paris nachempfunden ist, und dem weiten Platz Spianada, auf dem – ein britisches Erbe – bis heute Cricket gespielt wird.
Über die Stadt hinaus lockt die grüne Insel mit Palästen wie dem Achilleion der Kaiserin Sisi, mit der spektakulären Klosterbucht von Paleokastritsa und Bergdörfern im Landesinneren. Der Norden und die Ostküste sind gut erschlossen, während der ruhigere Süden und Westen einsamere Strände bieten.
Kefalonia — Myrtos & Höhlen
Kefalonia, die größte Insel der Gruppe, ist dramatisch und vielseitig: hohe Berge (der Ainos-Nationalpark mit seltenen Tannen), tiefe Höhlen und einige der spektakulärsten Strände Griechenlands. Der Myrtos-Strand, ein leuchtend weißer Kieselbogen zwischen steilen Felswänden, gilt als einer der schönsten des Landes.
Zu den Höhepunkten zählen die unterirdische Melissani-Höhle mit ihrem türkisen See, das malerische Fischerdorf Assos unter einer venezianischen Festung und die Hafenstadt Fiskardo mit ihren pastellfarbenen Häusern. Kefalonia wurde durch den Roman und Film „Corellis Mandoline“ einem breiten Publikum bekannt.
Zakynthos — Navagio & Schildkröten
Zakynthos (Zante) ist berühmt für die Schiffswrackbucht Navagio: ein Wrack auf blendend weißem Sand, umschlossen von hohen Kalkklippen, nur vom Wasser aus erreichbar und eines der meistfotografierten Motive Griechenlands. Ebenso spektakulär sind die von Booten angesteuerten Blauen Grotten im Norden.
Der Golf von Laganas im Süden ist ein wichtiges Brutgebiet der bedrohten Caretta-Caretta-Meeresschildkröten und Teil eines Meeresnationalparks; hier gelten zum Schutz der Tiere besondere Regeln. Abseits der belebten Südküste bietet Zakynthos grüne Berge, Weinberge und ruhige Dörfer.
Lefkada — per Brücke erreichbar
Lefkada ist eine Besonderheit: Die Insel ist über eine schmale Landbrücke und einen Damm direkt mit dem Festland verbunden und damit als einzige Ionische Insel mit dem Auto erreichbar. Ihre Westküste birgt einige der schönsten Strände Griechenlands – Porto Katsiki, Egremni und Kathisma mit weißem Sand und leuchtend türkisem Wasser unter hohen Klippen.
Der kräftige Wind an der Westküste macht Lefkada zu einem Top-Revier für Surfer und Kiter, während die geschützte Ostküste rund um Nydri mit ruhigem Wasser und vorgelagerten Inselchen lockt. Von hier starten Bootsausflüge zu den winzigen Nachbarinseln Meganisi und zu Skorpios, der einstigen Onassis-Insel.
Ithaka, Paxos & die stillen Inseln
Ithaka (Itháki), die sagenhafte Heimat des Odysseus, ist eine kleine, gebirgige und wenig touristische Insel mit stillen Buchten und dem hübschen Hafen Vathy – ein Ziel für alle, die Ruhe und mythischen Zauber suchen. Das benachbarte, autoarme Paxos mit seinen Olivenhainen, den drei kleinen Häfen und den weißen Klippen des Schwesterinselchens Antipaxos gilt als eine der elegantesten und ruhigsten Inseln.
Diese kleineren Inseln lassen sich gut von Korfu oder Lefkada aus per Boot erreichen und bieten das ursprüngliche, entschleunigte Inselleben, das man auf den großen Inseln manchmal vermisst. Wer Einsamkeit und klares Wasser sucht, ist hier goldrichtig.
Strände & Baden
Die Ionischen Inseln zählen zu den besten Badezielen Griechenlands. Berühmt sind der Myrtos-Strand auf Kefalonia, Porto Katsiki auf Lefkada, die Navagio-Bucht auf Zakynthos und die Klosterbucht von Paleokastritsa auf Korfu. Das Wasser ist außergewöhnlich klar und leuchtet in tiefen Türkis- und Blautönen.
Neben den berühmten Traumstränden gibt es unzählige kleinere Buchten, viele davon nur per Boot erreichbar – ein Bootsausflug oder ein gemietetes kleines Motorboot gehört auf den Ionischen zum schönsten Programm. Die geschützten Ostküsten eignen sich besonders für Familien, die windigen Westküsten für Surfer.
Kultur, Musik & venezianisches Erbe
Die venezianische Vergangenheit hat den Inseln eine eigene Kultur beschert, die sich von der übrigen Ägäis unterscheidet. In der Architektur zeigt sie sich in Campanili und Arkaden, in der Musik in den mehrstimmigen Kantades, die vom italienischen Belcanto beeinflusst sind. Die orthodoxe Osterwoche wird hier, besonders auf Korfu, mit einzigartigen Bräuchen und Blasmusik gefeiert.
Kulturhistorisch bedeutend sind die Verbindungen zur europäischen Musik und Literatur – der Nationaldichter Dionysios Solomos stammt von Zakynthos. Museen, Kirchen mit venezianischen Ikonen und die eleganten Städtchen zeugen von einer Blütezeit, in der die Inseln ein Tor zwischen Griechenland und dem Westen waren.
Kulinarik & Wein
Die Küche der Ionischen Inseln trägt italienische Züge: Auf Korfu sind Gerichte wie die Pastitsada (Fleisch in würziger Tomatensauce mit Nudeln), das Sofrito (Kalbfleisch in Knoblauch-Weißwein-Sauce) und der Fischeintopf Bourdeto typisch. Berühmt ist auch die Kumquat-Zitrusfrucht von Korfu, aus der Likör und Süßspeisen gemacht werden.
Kefalonia ist für seinen trockenen Weißwein aus der Robola-Traube bekannt, Zakynthos für süße Nachspeisen wie Mandato und Pasteli. Frischer Fisch, Olivenöl und lokale Käsesorten runden das Angebot ab. Eine Weinprobe auf Kefalonia oder ein Essen in einer Dorftaverne im grünen Hinterland gehören zu den Genüssen einer Reise.
Beste Reisezeit
Die beste Zeit reicht von Mai bis Oktober. Der späte Frühling und der Frühherbst sind ideal: warm, aber nicht drückend, mit üppig grüner Landschaft und angenehm warmem Meer. Wegen des feuchteren Klimas sind die Inseln im Frühjahr besonders grün und blühend.
Der Hochsommer ist warm und an den bekannten Stränden von Korfu und Zakynthos gut besucht, bleibt aber dank der grünen Landschaft und Meeresbrise angenehmer als in der Ägäis. Der Winter ist mild, aber deutlich regenreicher als im Osten Griechenlands – das erklärt das viele Grün. Viele Betriebe schließen dann.
Anreise & Praktisches
Korfu (CFU), Kefalonia (EFL), Zakynthos (ZTH) und Preveza/Aktion (PVK) für Lefkada haben Flughäfen, die im Sommer direkt aus dem deutschsprachigen Raum angeflogen werden. Lefkada ist als einzige Insel über eine Brücke mit dem Festland verbunden und mit dem Auto erreichbar; die übrigen Inseln erreicht man per Fähre von der Westküste des Festlands (etwa Igoumenitsa, Kyllini, Patras) und von Italien.
Auf den Inseln bewegt man sich mit Mietwagen, Roller oder Boot; Busse verbinden die Hauptorte. Offizielle Reiseinformationen für Deutschland bündelt die Griechische Zentrale für Fremdenverkehr (GNTO) mit Büro in Frankfurt (Kontakt unten auf dieser Seite), zuständig ist die Region der Ionischen Inseln; gute Anlaufstelle ist das Portal discovergreece.com/ionian-islands.
Reisetipps & Geheimtipps
Wer mehrere Inseln verbinden möchte, kombiniert etwa Korfu mit dem stillen Paxos oder Kefalonia mit Ithaka, die per Fähre nah beieinanderliegen. Für die Navagio-Bucht auf Zakynthos und die Melissani-Höhle auf Kefalonia lohnt ein früher Besuch, bevor die Ausflugsboote kommen.
Geheimtipps sind das autoarme Paxos und das ursprüngliche Ithaka, die grünen Bergdörfer im Inneren Korfus, ein gemietetes Motorboot für die versteckten Buchten und eine Robola-Weinprobe auf Kefalonia. Wer die Osterbräuche erleben will, plant seine Reise um das orthodoxe Osterfest, besonders auf Korfu.
Häufige Fragen
Was unterscheidet die Ionischen Inseln von der Ägäis?
Die Ionischen Inseln sind wegen des feuchteren Klimas deutlich grüner, mit dichten Olivenhainen und Wäldern. Da sie nie osmanisch, sondern venezianisch regiert wurden, tragen ihre Städte ein italienisch-europäisches Gepräge mit Arkaden und Campanili. Das Meer leuchtet in intensivem Türkis; die Inseln sind ein Klassiker für Badeurlaub mit Kultur.
Welche Ionische Insel ist die richtige für mich?
Korfu bietet die meiste Kultur, Infrastruktur und Vielfalt, Kefalonia dramatische Landschaften und den Myrtos-Strand, Zakynthos die Navagio-Bucht und Schildkröten, Lefkada Traumstrände und ist per Auto erreichbar. Für Ruhe eignen sich Paxos und Ithaka. Oft lohnt die Kombination aus einer großen und einer kleinen Insel.
Wann ist die beste Reisezeit für die Ionischen Inseln?
Ideal sind Mai, Juni sowie September und Oktober mit warmem Wetter, grüner Landschaft und angenehm warmem Meer. Der Hochsommer ist gut besucht, aber dank des Grüns angenehmer als in der Ägäis. Der Winter ist mild, aber regenreich – daher das viele Grün; viele Betriebe schließen dann.
Wie kommt man auf die Ionischen Inseln?
Korfu, Kefalonia, Zakynthos und Preveza (für Lefkada) werden im Sommer direkt angeflogen. Lefkada ist als einzige Insel über eine Brücke mit dem Festland verbunden und mit dem Auto erreichbar. Die übrigen Inseln erreicht man per Fähre von der Westküste des Festlands sowie teils von Italien.
Was sind die berühmtesten Strände der Ionischen Inseln?
Zu den bekanntesten zählen der Myrtos-Strand auf Kefalonia, Porto Katsiki auf Lefkada, die Schiffswrackbucht Navagio auf Zakynthos und die Klosterbucht Paleokastritsa auf Korfu. Viele der schönsten Buchten sind nur per Boot erreichbar – ein Bootsausflug gehört zum Programm.
Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Griechenland, die Nachbarregionen Peloponnes und Zentralgriechenland & Meteora sowie die Übersicht Europa.