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Dodekanes (Rhodos & Kos)

Illustration des Dodekanes mit der mittelalterlichen Altstadt von Rhodos, der Akropolis von Lindos und dem bunten Hafen von Symi in der Ägäis

Der Dodekanes im Südosten der Ägäis vereint Sonne, Geschichte und Inselvielfalt: Rhodos mit seiner mittelalterlichen Altstadt (UNESCO) und der Akropolis von Lindos, Kos mit langen Stränden und dem Erbe des Hippokrates, der malerisch bunte Hafen von Symi, das heilige Patmos mit dem Johannes-Kloster (UNESCO) und das ursprüngliche Karpathos. Die Inseln liegen nah der türkischen Küste und gelten als die sonnenreichsten Griechenlands. Gezahlt wird mit dem Euro, gesprochen wird Griechisch. Beste Reisezeit ist Mai bis Oktober.

Landkarte Dodekanes (Rhodos & Kos)
Landkarte Dodekanes (Rhodos & Kos)

Der Dodekanes (Dodekánisa, „die Zwölf Inseln“) ist eine Gruppe von rund zwölf größeren und vielen kleineren Inseln im Südosten der Ägäis, dicht vor der türkischen Küste. Ihre Lage an einer jahrtausendealten Seehandelsroute hat eine außergewöhnliche Geschichtsdichte hinterlassen: Antike Griechen, Römer, Byzantiner, der Johanniter-Ritterorden, Osmanen und – im 20. Jahrhundert – die Italiener haben hier ihre Spuren hinterlassen, was den Inseln bis heute ein besonderes architektonisches Gepräge gibt.

Für Reisende bietet der Dodekanes eine seltene Mischung: das quirlige, geschichtsträchtige Rhodos und das flache, radfreundliche Kos ebenso wie stille, ursprüngliche Inseln, auf denen kaum ein Tourist ankommt. Dank vieler Sonnenstunden und einer langen Saison sind die Inseln ein verlässliches Sommerziel. Gezahlt wird mit dem Euro, Amtssprache ist Griechisch.

Region & Landschaft

Die Inseln des Dodekanes sind landschaftlich vielfältig: Das große Rhodos ist im Norden fruchtbar und grün, im Süden karg; Kos ist flach und fruchtbar; Symi und Chalki sind schroff und felsig; Nisyros ist ein aktiver Vulkan. Gemeinsam ist ihnen das klare, tiefblaue Meer und eine besonders sonnige, milde Witterung.

Die Nähe zur türkischen Küste – von Rhodos und Kos sind es nur wenige Seemeilen nach Marmaris bzw. Bodrum – ermöglicht Tagesausflüge in die Türkei. Kulturell schlägt sich die wechselvolle Geschichte in mittelalterlichen Festungen, italienischer Kolonialarchitektur und weiß getünchten Klöstern nieder.

Rhodos — Altstadt & Ritterorden

Rhodos ist die größte und bekannteste Insel des Dodekanes. Ihr Herzstück ist die von einer gewaltigen Mauer umschlossene mittelalterliche Altstadt (UNESCO-Welterbe), die größte bewohnte mittelalterliche Stadt Europas. Der Johanniter-Ritterorden hinterließ hier die kopfsteingepflasterte Ritterstraße, den Großmeisterpalast und mächtige Tore und Bastionen.

In der Antike stand am Hafen der Koloss von Rhodos, eines der sieben Weltwunder. Heute ist die Altstadt ein lebendiges Labyrinth aus Gassen, Basaren, Tavernen und osmanischen Bauten. Rhodos-Stadt verbindet damit auf einzigartige Weise Antike, Mittelalter und mediterranes Ferienflair.

Lindos — Akropolis & weißes Dorf

Der zweite große Höhepunkt von Rhodos ist Lindos an der Ostküste: ein blendend weißes Dorf aus Kapitänshäusern, das sich an den Fuß eines Felsens schmiegt, gekrönt von der antiken Akropolis mit dem Athena-Tempel und einer mittelalterlichen Ritterburg. Von oben öffnet sich ein grandioser Blick auf die tiefblauen Buchten und die legendäre St.-Pauls-Bucht.

Die engen, autofreien Gassen von Lindos werden traditionell mit Eseln erklommen; in den Innenhöfen der alten Häuser (mit ihren typischen Kieselmosaikböden) sitzen heute Cafés und Läden. Lindos ist ein Muss für jeden Rhodos-Besucher – am schönsten früh am Morgen oder am späten Nachmittag.

Rhodos: Küste, Täler & Natur

Jenseits der Städte bietet Rhodos lange Strände an der Ost- und Westküste, den Kurort Kallithea mit italienischen Thermalbauten und die windige Südspitze Prasonisi, ein Paradies für Kite- und Windsurfer. Im Landesinneren locken Bergdörfer wie Embona am Weinberg Attavyros und die mittelalterliche Ruine von Monolithos.

Ein Naturhighlight ist das Tal der Schmetterlinge (Petaloudes), wo sich im Sommer tausende Bärenspinner in einem schattigen Bachtal sammeln. Dazu kommen das antike Kamiros und die grünen Hügel des Nordens – Rhodos ist vielseitig genug für eine ganze Reise.

Kos — Hippokrates & Strände

Kos, die Heimat des antiken Arztes Hippokrates, ist die zweitgrößte Insel des Dodekanes: flach, fruchtbar und ideal zum Radfahren. In der Hauptstadt mischen sich antike Ausgrabungen, eine Ritterburg und italienische Bauten; vor den Toren liegt das Asklepieion, das antike Heiligtum und die berühmteste Heilstätte der Antike.

Kos ist zudem ein klassisches Badeziel mit langen Sandstränden entlang der Küste, etwa bei Kardamena und Tigaki, und einem lebhaften Nachtleben. Wegen seines flachen Terrains lässt sich die Insel bequem mit dem Fahrrad erkunden – ein Netz von Radwegen macht Kos zur fahrradfreundlichsten Insel Griechenlands.

Im Landesinneren lohnen die Thermalquellen von Therma, wo warmes Schwefelwasser direkt am Strand ins Meer fließt, sowie die alten Bergdörfer am Fuß des Dikeos-Massivs wie Zia, das für seine Sonnenuntergänge und die traditionelle Küche berühmt ist. Vom Hafen aus erreicht man in kurzer Zeit die winzige, autofreie Vulkaninsel Nisyros mit ihrem begehbaren Krater sowie das ruhige Pserimos – ideale Ziele für einen Bootsausflug abseits des Trubels.

Symi, Patmos & die kleineren Inseln

Symi besitzt einen der schönsten Häfen Griechenlands: Rund um die Bucht von Gialos staffeln sich pastellfarbene neoklassizistische Kapitänshäuser den Hang hinauf – ein einzigartiges Ensemble aus der Blütezeit des Schwammtauchens. Die Insel ist ein beliebtes Tagesausflugsziel ab Rhodos.

Patmos gilt als heilige Insel: In einer Grotte soll der Evangelist Johannes die Offenbarung empfangen haben, über dem weißen Hauptort Chora thront das mächtige, festungsartige Johannes-Kloster (UNESCO-Welterbe). Trotz seiner spirituellen Bedeutung ist Patmos zugleich ein elegantes, ruhiges Reiseziel mit hübschen Buchten und einer stilvollen Gastronomie. Weitere lohnende Ziele sind das steile Karpathos mit dem traditionsreichen Bergdorf Olymbos, in dem Frauen bis heute Tracht tragen, das Schwammtaucher-Eiland Kalymnos (heute ein international bekanntes Kletter-Mekka), die grüne Insel Leros mit ihrer italienischen Architektur sowie das ruhige, naturbelassene Tilos.

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Strände & Baden

Der Dodekanes bietet für jeden Geschmack den passenden Strand: lange Sandstrände auf Kos und an der Ostküste von Rhodos, feine Kiesbuchten auf Karpathos und den kleineren Inseln, dazu windige Spots für Surfer an der Südspitze von Rhodos. Das Meer ist klar und dank der südlichen Lage lange warm.

Die bekannten Küsten von Rhodos und Kos sind im Hochsommer gut besucht und mit Hotels und Beachbars ausgebaut. Wer Ruhe sucht, findet sie an den Stränden von Karpathos, Tilos oder Lipsi, die selbst im August oft nur spärlich belegt sind.

Kulinarik & Kultur

Die Küche des Dodekanes ist mediterran und von der wechselvollen Geschichte geprägt: frischer Fisch und Meeresfrüchte, die berühmten kleinen Garnelen von Symi, Kräuter, Käse und honigsüße Nachspeisen. Auf Rhodos und Kos finden sich neben Tavernen auch anspruchsvolle Restaurants; die italienische Vergangenheit hat eine Vorliebe für gute Pasta und Kaffeekultur hinterlassen.

Kulturell ist der Dodekanes reich an Festen und Traditionen: Auf Karpathos, besonders im Bergdorf Olymbos, werden Trachten, Dialekt und Bräuche bis heute lebendig gehalten. Die Klöster von Patmos und Rhodos sowie zahllose Panigiria (Kirchweihfeste) prägen den Sommerkalender.

Beste Reisezeit

Der Dodekanes zählt zu den sonnenreichsten Regionen Griechenlands und hat eine lange Saison von Mai bis Oktober. Ideal sind der späte Frühling und der Frühherbst mit warmem, aber nicht drückendem Wetter und angenehm warmem Meer. Rhodos und Kos sind dank der langen Saison oft schon im April und noch im Oktober bereisbar.

Der Hochsommer ist heiß, wird aber durch die Meeresbrise erträglich; an der Südspitze von Rhodos weht dann kräftiger Wind. Der Winter ist mild, viele kleinere Inseln fallen dann jedoch in einen Dornröschenschlaf, mit geschlossenen Hotels und dünnen Fährverbindungen.

Anreise & Praktisches

Rhodos (RHO) und Kos (KGS) haben internationale Flughäfen und werden im Sommer direkt aus dem deutschsprachigen Raum angeflogen; kleinere Flughäfen gibt es auf Karpathos, Kalymnos und Leros. Untereinander sind die Inseln per Fähre und Katamaran verbunden, dazu bestehen Verbindungen nach Piräus und Kreta sowie Tagesfähren in die Türkei.

Auf den Inseln bewegt man sich mit Mietwagen, Roller oder Bus; Kos ist ideal fürs Fahrrad. Offizielle Reiseinformationen für Deutschland bündelt die Griechische Zentrale für Fremdenverkehr (GNTO) mit Büro in Frankfurt (Kontakt unten auf dieser Seite), zuständig ist die Region Südägäis; gute Anlaufstelle ist das Portal discovergreece.com/dodecanese.

Reisetipps & Geheimtipps

Wer mehrere Inseln verbinden möchte, kombiniert etwa Rhodos mit einem Tagesausflug nach Symi und einer ruhigeren Insel wie Chalki oder Tilos. Für die Altstadt von Rhodos und Lindos lohnt ein früher oder später Besuch, um Hitze und Kreuzfahrtgruppen zu meiden.

Geheimtipps sind das Bergdorf Olymbos auf Karpathos mit seinen lebendigen Traditionen, der Vulkankrater von Nisyros, die Kletterfelsen von Kalymnos und die stillen Buchten von Tilos und Lipsi. Wer die italienische Vergangenheit sucht, entdeckt sie in den Kolonialbauten von Kos, Leros (Lakki) und Rhodos.

Häufige Fragen


Welche Insel im Dodekanes ist die richtige für mich?

Rhodos bietet die meiste Geschichte (Altstadt, Lindos) und Infrastruktur, Kos ist flach, radfreundlich und familiär. Für Ruhe und Ursprünglichkeit eignen sich Karpathos, Tilos oder Lipsi, für einen malerischen Hafen Symi, für spirituelle Ruhe Patmos. Oft lohnt die Kombination aus einer großen und einer kleinen Insel.


Wann ist die beste Reisezeit für den Dodekanes?

Der Dodekanes zählt zu den sonnenreichsten Regionen Griechenlands mit einer langen Saison von Mai bis Oktober. Ideal sind später Frühling und Frühherbst mit warmem Wetter und Meer. Rhodos und Kos sind oft schon im April und noch im Oktober bereisbar; der Hochsommer ist heiß, aber durch die Meeresbrise erträglich.


Was sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Rhodos?

Zu den Höhepunkten zählen die mittelalterliche Altstadt von Rhodos-Stadt (UNESCO) mit Ritterstraße und Großmeisterpalast, das weiße Dorf Lindos mit seiner antiken Akropolis, das Tal der Schmetterlinge, die antiken Stätten Kamiros und der Kurort Kallithea. Rund um die Insel liegen zahlreiche Strände.


Wie kommt man in den Dodekanes und zwischen den Inseln?

Rhodos und Kos haben internationale Flughäfen und werden im Sommer direkt angeflogen. Untereinander sind die Inseln per Fähre und schnellem Katamaran verbunden, dazu bestehen Verbindungen nach Piräus und Kreta. Von Rhodos und Kos gibt es zudem Tagesfähren an die nahe türkische Küste.


Kann man von Rhodos oder Kos in die Türkei fahren?

Ja. Von Rhodos verkehren Tagesfähren nach Marmaris, von Kos nach Bodrum – die türkische Küste liegt nur wenige Seemeilen entfernt. Für den Tagesausflug sollte man die Ein- und Ausreisebestimmungen sowie die Abfahrtszeiten beachten und den Reisepass mitführen.


Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Griechenland, die Nachbarregionen Kykladen und Kreta sowie die Übersicht Europa.