Athen & Attika

Athen und die Region Attika sind das antike und moderne Herz Griechenlands: über der Stadt thront die Akropolis mit dem Parthenon, darunter liegen die Altstadtviertel Plaka und Monastiraki, das gläserne Akropolismuseum und das Nationale Archäologiemuseum. Dazu kommen der Poseidontempel am Kap Sounion, die Badeorte der Athener Riviera und der große Fährhafen Piräus. Gezahlt wird mit dem Euro, gesprochen wird Griechisch. Beste Reisezeit sind Frühjahr und Herbst, wenn die Sommerhitze nachlässt.

Athen & Attika bilden das kulturelle und politische Zentrum Griechenlands – und für die meisten Reisenden den ersten Kontakt mit dem Land. Die Region Attika ist eine gebirgige Halbinsel im Südosten des griechischen Festlands, an drei Seiten vom Meer umgeben und über den Golf von Saronikos eng mit der Inselwelt der Ägäis verbunden. In ihrem Zentrum liegt Athen, mit rund dreieinhalb bis vier Millionen Menschen im Großraum die mit Abstand größte Stadt des Landes.
Für Reisende ist Attika ein Ziel der Gegensätze: Hier stehen die berühmtesten Bauwerke der Antike, hier pulsiert zugleich eine lebendige, oft chaotische und immer gastfreundliche Metropole mit Streetart, Rooftop-Bars und einer der besten Restaurantszenen des Mittelmeers. Und wer die Stadt satt hat, ist in einer knappen Stunde an den Stränden der Riviera oder am einsamen Kap Sounion. Gezahlt wird mit dem Euro, für die Einreise genügt EU-Bürgern der Personalausweis.
Region & Landschaft
Attika (griechisch Attikí) ist eine karge, von Kalksteinbergen durchzogene Halbinsel. Die Ebene von Athen wird von den Hausbergen Lykabettos, Ymittos (Hymettos), Parnitha und Penteli gerahmt – letzterer lieferte schon in der Antike den weißen Marmor für den Parthenon. Nach Süden läuft das Land in die zerklüftete Küste des Kap Sounion aus, im Westen grenzt es an die heilige Landschaft von Eleusis und den Isthmus von Korinth.
Zur Region gehören auch die nahen Inseln des Saronischen Golfs – Ägina, Poros, Hydra und Spetses –, die sich vom Hafen Piräus aus in kurzen Fährfahrten erreichen lassen und ein beliebtes Ziel für Tagesausflüge und Wochenenden sind. Trotz der dichten Besiedlung des Ballungsraums bleiben große Teile Attikas überraschend ländlich: Weinberge, Pinienwälder und Olivenhaine prägen das Umland.
Die Akropolis & das antike Athen
Über der Stadt erhebt sich der Tafelberg der Akropolis, das bedeutendste Baudenkmal des europäischen Altertums und UNESCO-Weltkulturerbe. Ihr Herzstück ist der Parthenon, der im 5. Jahrhundert v. Chr. der Stadtgöttin Athena geweihte Marmortempel, dessen Proportionen bis heute als Ideal klassischer Architektur gelten. Dazu kommen das zierliche Erechtheion mit der Halle der Karyatiden, der elegante Nike-Tempel und die monumentale Torhalle der Propyläen.
Am Südhang liegen das antike Dionysostheater, Wiege der griechischen Tragödie, und das noch bespielte Odeon des Herodes Atticus. Rund um den Burgberg breiten sich die Agora, der einstige Marktplatz mit dem gut erhaltenen Hephaistostempel, sowie die Reste des Olympieion und Hadrianstor aus. Wer die Antike in Athen sucht, kann tagelang von einer Ausgrabung zur nächsten wandern.
Das Akropolismuseum & die großen Museen
Am Fuß des Burgbergs zeigt das preisgekrönte, gläserne Akropolismuseum die Originalskulpturen der Akropolis – darunter die echten Karyatiden und Fragmente des Parthenonfrieses, dessen fehlende Teile (die „Elgin Marbles“) bis heute im Britischen Museum lagern und Gegenstand einer schwelenden Debatte sind. Durch den Glasboden blickt man auf eine freigelegte antike Wohnstraße.
Ein Muss ist das Nationale Archäologische Museum, eine der weltweit wichtigsten Sammlungen zur Antike, mit der goldenen „Maske des Agamemnon“ aus Mykene, dem Bronzejüngling vom Kap Artemision und dem antiken Rechenmechanismus von Antikythera. Sehenswert sind außerdem das Benaki-Museum, das Museum für Kykladische Kunst und das moderne Kunstzentrum Stavros Niarchos Foundation an der Küste.
Das moderne Athen: Plaka, Monastiraki & die Viertel
Athen ist weit mehr als seine Ruinen. Unter der Akropolis schlängelt sich das älteste Wohnviertel Plaka mit engen, tavernengesäumten Gassen den Hang hinauf; darüber klebt das inselartige Dörfchen Anafiotika mit weißen Kubushäusern am Fels. Rund um den Flohmarkt von Monastiraki und den lebendigen Zentralmarkt pulsiert das Alltagsleben.
Trendviertel wie Psyrri, Koukaki, Exarchia und Metaxourgeio haben sich in den letzten Jahren zu Zentren von Streetart, Cafés, Weinbars und junger Küche gewandelt. Das noble Kolonaki am Fuß des Lykabettos steht für Mode und Galerien. Ein Bummel durch diese Viertel und der Blick von den Rooftop-Bars über die beleuchtete Akropolis zeigen das andere, quicklebendige Athen.
Kap Sounion & das Umland
An der Südspitze Attikas, rund 70 Kilometer von Athen entfernt, thront der Poseidontempel am Kap Sounion auf einer Klippe hoch über der Ägäis – ein spektakulärer Ort besonders zum Sonnenuntergang, an dessen Marmorsäulen schon der Dichter Lord Byron seinen Namen ritzte. Die Fahrt dorthin führt entlang der Küstenstraße vorbei an Badebuchten.
Im Umland lohnen die antike Weihestätte von Eleusis (Elefsina), der Klostergarten von Kaisariani am Ymittos sowie das grüne Bergland des Parnitha-Nationalparks. Wer mehr Zeit hat, unternimmt einen Tagesausflug zum antiken Marathon, dessen Grabhügel an die legendäre Schlacht von 490 v. Chr. erinnert und dem Marathonlauf seinen Namen gab.
Die Athener Riviera & Strände
Entlang der Küste südlich der Stadt zieht sich die Athener Riviera, eine Kette von Badeorten, die per Straßenbahn und Küstenstraße gut erreichbar ist. In Glyfada und Voula reihen sich organisierte Strandbäder, Cafés und Marinas; in Vouliagmeni lockt neben feinen Buchten der türkise Thermalsee Limni Vouliagmenis inmitten der Felsen.
Wer weiterfährt, erreicht die weiteren Strände Richtung Varkiza und schließlich Sounion. Ehrlich gesagt sind diese Strände kein Ersatz für die griechischen Inseln – im Hochsommer und an Wochenenden wird es voll –, aber sie sind ideal, um einen Städtetrip mit ein paar Stunden Meer zu verbinden, ganz ohne Fähre.
Piräus & die Häfen
Der Piräus ist der größte Passagierhafen Griechenlands und einer der geschäftigsten Europas – hier beginnt für die meisten Reisenden das Inselhüpfen. Von den unübersichtlichen Kais legen die Fähren zu den Kykladen, dem Dodekanes, nach Kreta und zu den Inseln des Saronischen Golfs ab. Es lohnt sich, das Fährticket vorab zu buchen und rechtzeitig am richtigen Tor (Pyli) zu sein.
Abseits des Fährbetriebs hat der Piräus auch charmante Ecken: die Yachthäfen Mikrolimano und Zea mit ihren Fischtavernen sind ein beliebtes Ziel für ein Abendessen am Wasser. Kleinere Häfen wie Rafina und Lavrio im Osten Attikas bedienen ebenfalls Verbindungen in die Ägäis und sind oft schneller zu den nördlichen Kykladen.
Kulinarik & Ausgehen
Athen ist heute eine der spannendsten Genuss-Städte des Mittelmeers. Neben der klassischen Taverne mit Souvlaki, Moussaka und gegrilltem Oktopus hat sich eine kreative Szene junger Küche etabliert, die traditionelle Zutaten neu interpretiert. Am Zentralmarkt und in den Vierteln gibt es beste Meze zu Ouzo oder Tsipouro.
Das Nachtleben ist berühmt und beginnt spät: In Psyrri und Gazi reihen sich Bars und Clubs, im Sommer verlagert sich das Leben auf die Dachterrassen und an die Küste. Der griechische Kaffee, der Frappé und der lange Aufenthalt im Café gehören ebenso zur athenischen Lebensart wie das ausgedehnte Abendessen im Freien.
Beste Reisezeit
Attika ist ein Ganzjahresziel, doch die Jahreszeiten machen einen großen Unterschied. Ideal für Stadt und Ausflüge sind Frühjahr (April bis Juni) und Herbst (September bis Oktober) mit angenehm warmem Wetter. Der Hochsommer ist ehrlich gesagt hart: Im Juli und August klettert das Thermometer in Athen regelmäßig auf 35 bis über 40 Grad, dann sind die Ausgrabungen nur früh morgens oder am späten Nachmittag angenehm zu besichtigen.
Der Winter ist mild und oft sonnig, mit gelegentlichem Regen – perfekt für Museen und Sightseeing ohne Menschenmassen und zu niedrigeren Preisen. Wer das Meer sucht, plant von Juni bis September, wer die Antike in Ruhe erleben will, kommt in der Nebensaison.
Anreise & Praktisches
Der internationale Flughafen Athen „Eleftherios Venizelos“ (ATH) wird ganzjährig aus dem gesamten deutschsprachigen Raum direkt angeflogen und ist per Metro (Linie 3), Flughafenbus und Vorortbahn mit dem Zentrum verbunden. In der Stadt selbst kommt man mit dem gut ausgebauten Metronetz bequem und günstig voran; die zentralen Sehenswürdigkeiten liegen zudem nah beieinander und lassen sich zu Fuß erlaufen. Für Ausflüge nach Sounion oder ins Umland empfiehlt sich ein Mietwagen (Rechtsverkehr) oder eine geführte Tour.
Offizielle Reiseinformationen für Deutschland bündelt die Griechische Zentrale für Fremdenverkehr (GNTO) mit Sitz in Frankfurt am Main; ihre Kontaktdaten finden Sie unten auf dieser Seite. Speziell für die Region ist das offizielle Portal discovergreece.com/attica eine gute Anlaufstelle mit aktuellen Tipps zu Athen und Attika.
Reisetipps & Geheimtipps
Für die Akropolis empfiehlt sich ein Kombiticket, das auch Agora, Olympieion und weitere Stätten abdeckt, und ein früher Besuch gleich zur Öffnung, bevor die Kreuzfahrtgruppen kommen. Den schönsten Blick auf die beleuchtete Akropolis bieten die Rooftop-Bars und der Aussichtshügel Lykabettos zum Sonnenuntergang.
Ein Geheimtipp ist ein Tagesausflug per Fähre auf die autofreie Insel Hydra mit ihrem eleganten Hafenstädtchen oder auf das grüne Ägina mit dem Aphaia-Tempel. Wer Streetart mag, erkundet Psyrri und Metaxourgeio; wer Ruhe sucht, wandert im Klosterwald von Kaisariani am Ymittos, von wo aus sich die ganze Stadt bis zum Meer überblicken lässt.
Häufige Fragen
Wie viele Tage sollte man für Athen und Attika einplanen?
Für Athen selbst sollte man mindestens drei bis vier Tage einplanen, um Akropolis, Akropolismuseum, Nationalmuseum und die Altstadtviertel in Ruhe zu erleben. Mit Ausflügen zum Kap Sounion, an die Riviera oder auf eine der Saronischen Inseln füllt man gut fünf bis sieben Tage.
Wann ist die beste Reisezeit für Athen?
Ideal sind Frühjahr (April bis Juni) und Herbst (September bis Oktober) mit warmem, aber nicht drückendem Wetter. Der Hochsommer wird mit oft über 40 Grad sehr heiß, dann sind die Ausgrabungen nur morgens und abends angenehm. Der Winter ist mild und ruhig – gut für Museen und Sightseeing.
Wie kommt man von Athen zu den griechischen Inseln?
Die meisten Fähren legen im großen Hafen Piräus ab, der per Metro (Linie 1) direkt mit dem Zentrum verbunden ist. Von dort geht es zu den Kykladen, nach Kreta, in den Dodekanes und zu den Saronischen Inseln. Für die nördlichen Kykladen sind auch die Häfen Rafina und Lavrio praktisch. Tickets bucht man am besten vorab.
Lohnt sich ein Badeaufenthalt an der Athener Riviera?
Für ein paar Stunden Meer während eines Städtetrips ja: Glyfada, Voula und Vouliagmeni sind per Straßenbahn erreichbar und bieten organisierte Strände und den Thermalsee von Vouliagmeni. Als reines Badeziel sind die griechischen Inseln jedoch die schönere Wahl.
Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zu Athen und Attika?
Für Deutschland ist die Griechische Zentrale für Fremdenverkehr (GNTO) mit Büro in Frankfurt am Main zuständig; die Kontaktdaten stehen unten auf dieser Seite. Regionale Tipps bündelt das Portal discovergreece.com/attica. Einen Überblick über das ganze Land bietet die Griechenland-Übersicht.
Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Griechenland, die griechische Mittelmeerküste sowie weitere Ziele in der Übersicht Europa.