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Poitou-Charentes

Handgezeichnete Illustration der Hafentürme von La Rochelle mit Segelbooten und Atlantikinseln

Poitou-Charentes an der Atlantikküste verbindet die Hafenstadt La Rochelle, die Sonneninseln Ré und Oléron, die Cognac-Region und den Freizeitpark Futuroscope. Gezahlt wird mit dem Euro. Beste Reisezeit ist April bis Oktober mit mildem Atlantikklima.

Landkarte Poitou-Charentes
Landkarte Poitou-Charentes

Poitou-Charentes erstreckt sich entlang der französischen Atlantikküste zwischen der Loire-Mündung und dem Bordelais. Seit der Gebietsreform 2016 gehört die historische Région zur Großregion Nouvelle-Aquitaine, doch als Reiseland bewahrt sie ihr eigenes, sonniges Gesicht: flache Sandinseln, ein lebendiger Hafen, Weinbrandstädtchen, ein „grünes Venedig“ und einer der sonnenreichsten Küstenstriche Frankreichs.

Anders als das ebenfalls zu Nouvelle-Aquitaine gehörende, meerlose Limousin ist Poitou-Charentes ganz auf den Atlantik ausgerichtet: Bade- und Familienurlaub, Radfahren auf flachen Inseln, Austern und Muscheln, dazu Kultur in Poitiers und Angoulême. Gezahlt wird mit dem Euro, Amtssprache ist Französisch, und für die Einreise genügt der Personalausweis.

La Rochelle – Hafenstadt der Türme

Die quirlige Hafenstadt La Rochelle ist das Tor zur Region. Ihr Vieux Port wird von drei markanten mittelalterlichen Hafentürmen bewacht (Tour Saint-Nicolas, Tour de la Chaîne und der Laternenturm), einst Zeichen der Macht der freien Handelsstadt. Dahinter locken Arkadengassen, Fachwerkhäuser und lebhafte Cafés.

Ein Höhepunkt ist das Aquarium von La Rochelle, eines der größten Europas. Die Stadt ist zugleich Segelmetropole und Festivalstadt (Francofolies) und dank Fußgängerzonen und Radwegen angenehm zu erkunden. Von hier führen Brücke und Fähren zu den vorgelagerten Inseln.

Île de Ré & Île d’Oléron – die Sonneninseln

Zwei flache, sonnenverwöhnte Inseln prägen die Küste. Die elegante Île de Ré, über eine Brücke mit La Rochelle verbunden, besticht mit weiß getünchten Häusern, Stockrosen, Salzgärten, Austernbänken und einem dichten Netz an Radwegen – ideal für Familien. Der kleine Hafen Saint-Martin-de-Ré (UNESCO-Welterbe als Vauban-Festung) ist besonders reizvoll.

Größer und ursprünglicher ist die Île d’Oléron mit langen Sandstränden, Kiefernwäldern, Austernzucht und dem Leuchtturm Chassiron. Zwischen beiden Inseln erhebt sich das legendäre Fort Boyard aus dem Meer, bekannt aus der Fernsehshow. Die Inseln sind das Herz des Badeurlaubs in Poitou-Charentes.

Royan & die Côte de Beauté

An der Mündung der Gironde liegt Royan, ein mondäner Badeort, der nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg im kühnen Stil der 1950er Jahre wiederaufgebaut wurde – die betongewölbte Kirche Notre-Dame ist ein Wahrzeichen der Nachkriegsarchitektur. Rund um Royan reihen sich an der Côte de Beauté Sandstrände und schattige Villenviertel.

Vor der Küste steht der schlanke Leuchtturm von Cordouan, der „König der Leuchttürme“ und ebenfalls UNESCO-Welterbe. Wälder, Muschelbänke und ruhige Buchten machen die Küste südlich von Royan zu einem entspannten Ziel für Strand- und Naturliebhaber.

Cognac – die Weinbrand-Region

Im Landesinneren rund um die Städtchen Cognac und Jarnac reift der weltberühmte Weinbrand, der der Region ihren Namen gab. Die großen Handelshäuser (unter anderem Hennessy, Martell, Rémy Martin und Camus) öffnen ihre Kellereien für Führungen und Verkostungen und erzählen von der Kunst des Brennens und der Reifung im Eichenfass.

Rund um Cognac ziehen sich sanfte Weinberge, aus denen der Ugni-Blanc-Wein für die Destillation stammt. Ein Ausflug verbindet die Weinbrand-Häuser gut mit dem stillen Flusstal der Charente, das sich per Boot, Rad oder auf dem Wasserweg erkunden lässt.

Marais Poitevin – das grüne Venedig

Nordwestlich liegt der Marais Poitevin, ein weitläufiges Feuchtgebiet aus Kanälen, Gräben und von Bäumen gesäumten Wasserwegen. Sein von Wasserlinsen grün überzogenes Herzstück trägt den Beinamen „grünes Venedig“ (Venise Verte). Vom Dorf Coulon aus gleiten flache Kähne (barques) lautlos durch das schattige Labyrinth.

Die entschleunigte Kahnfahrt, ob mit Führer oder selbst gepaddelt, gehört zu den schönsten Erlebnissen der Region. Auch per Rad oder zu Fuß lässt sich der Regionale Naturpark erkunden, in dem Reiher, Fischotter und zahllose Vögel leben. Ein idyllischer Kontrast zur nahen Küste.

Poitiers & Futuroscope

Die Hauptstadt Poitiers ist eine geschichtsträchtige Kunst- und Universitätsstadt. Ihr größter Schatz ist die reich verzierte romanische Kirche Notre-Dame-la-Grande mit ihrer berühmten Skulpturenfassade; auch das Baptisterium Saint-Jean, einer der ältesten christlichen Bauten Frankreichs, ist ein Höhepunkt.

Ganz in der Nähe zieht der Futuroscope Familien an – einer der bekanntesten Freizeitparks Frankreichs, ganz dem bewegten Bild, der Multimedia- und Zukunftstechnik gewidmet. Mit spektakulären Kinoattraktionen und Shows ist er ein Klassiker für einen erlebnisreichen Tag.

Angoulême – Welthauptstadt des Comics

Im Süden thront Angoulême mit seiner von Wällen umgebenen Oberstadt über dem Charente-Tal. Die Stadt gilt als Welthauptstadt des Comics: Ihr internationales Comicfestival ist das größte Europas, ganze Hausfassaden sind mit Comic-Malereien geschmückt, und das Cité internationale de la bande dessinée feiert die „neunte Kunst“.

Neben der Comic-Kultur begeistert Angoulême mit einer romanischen Kathedrale, Panoramablicken von den Stadtmauern und einem lebendigen Altstadtkern. Die Region rund um die Charente verbindet so Kunst, Geschichte und liebliche Flusslandschaften.

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Austern, Muscheln & Kulinarik

Die Küche von Poitou-Charentes kommt aus dem Meer und von den grünen Weiden. Weltberühmt sind die Austern von Marennes-Oléron, die in ehemaligen Salzbecken (claires) verfeinert werden und ihr charakteristisch grünliches Schimmern erhalten. Dazu kommen Muscheln (Mouclade), Fisch und Meeresfrüchte frisch von der Küste.

Aus dem Hinterland stammen die berühmte Charentes-Butter und Sahne (AOP), Ziegenkäse (Chabichou du Poitou), der Aperitif Pineau des Charentes und natürlich der Cognac. Süß wird es mit dem Angelica-Likör aus dem Marais oder dem Broyé du Poitou, einem Buttergebäck. Ein Marktbesuch zeigt die ganze Vielfalt zwischen Atlantik und Charente.

Geschichte, Abgrenzung & Gebietsreform 2016

Poitou-Charentes war schon im Mittelalter ein wichtiges Durchgangsland; die Schlacht von Poitiers 732 gilt als historische Wende, und die Region lag im Zentrum englisch-französischer Auseinandersetzungen. Wichtig für die Einordnung: Poitou-Charentes ist die Atlantikregion mit La Rochelle, den Inseln und Cognac – nicht zu verwechseln mit dem grünen, meerlosen Limousin im Landesinneren, mit dem es sich heute die Großregion teilt.

Für Reisende gut zu wissen: Die historische Région Poitou-Charentes wurde 2016 mit Aquitanien und dem Limousin zur Großregion Nouvelle-Aquitaine mit Hauptstadt Bordeaux zusammengelegt. Für die touristische Vermarktung ist heute das Comité Régional du Tourisme de Nouvelle-Aquitaine zuständig – daher trägt das Fremdenverkehrsamt unten den größeren Namen.

Beste Reisezeit

Poitou-Charentes ist von April bis Oktober ein lohnendes Ziel. Die Küste und die Inseln profitieren von einem der sonnigsten Klimata an Frankreichs Atlantik (die Gegend um La Rochelle zählt zu den sonnenreichsten des Landes). Frühling und Frühherbst sind mild und ideal zum Radfahren, Wandern und für Kultur.

Der Hochsommer ist Badezeit: Dann sind die Inseln Ré und Oléron sehr beliebt, entsprechend voll und teuer – wer kann, reist im Juni oder September oder unter der Woche an. Der milde Winter eignet sich für Städtereisen nach Poitiers, La Rochelle oder Angoulême sowie für Kellerbesuche in Cognac.

Anreise & Mobilität

Die Region ist gut erschlossen. Mit dem TGV erreicht man Poitiers von Paris in unter zwei Stunden und La Rochelle in gut zweieinhalb; auch Angoulême und Niort liegen an der Schnellbahn. Flughäfen gibt es in La Rochelle und Poitiers, und der Futuroscope hat sogar einen eigenen TGV-Halt.

Für die Inseln, die Cognac-Region und den Marais Poitevin ist ein Mietwagen praktisch, wobei die Île de Ré, der Marais und viele Küstenorte sich hervorragend mit dem Fahrrad erkunden lassen (flaches Gelände, dichtes Radwegenetz). Auf der Île de Ré ist im Sommer das Rad oft die klügere Wahl als das Auto.

Reisetipps & Geheimtipps

Ein gelungener Mix verbindet einen Tag in La Rochelle mit Aquarium und Hafentürmen, eine Radtour über die Île de Ré und eine Kahnfahrt im Marais Poitevin. Für Familien lohnt sich ein Tag im Futuroscope, für Genießer eine Kellerführung in Cognac. Beliebte Attraktionen sollten in der Hauptsaison vorab gebucht werden.

Ein Geheimtipp ist die ursprünglichere Île d’Oléron mit ihren Austernhäfen oder das stille Charente-Tal per Boot oder Rad. Wer Kultur sucht, kombiniert das romanische Poitiers mit der Comic-Stadt Angoulême. Und Feinschmecker probieren die Austern von Marennes-Oléron direkt beim Züchter, dazu einen Pineau des Charentes als Aperitif.

Häufige Fragen


Was muss man über Poitou-Charentes wissen?

Poitou-Charentes liegt an der Atlantikküste Westfrankreichs, Hauptstadt ist Poitiers; seit 2016 gehört die Region zur Großregion Nouvelle-Aquitaine. Sie steht für La Rochelle, die Inseln Ré und Oléron, die Cognac-Region und Familienurlaub am Meer. Gezahlt wird mit dem Euro, Amtssprache ist Französisch; für die Einreise genügt der Personalausweis.


Was sind die schönsten Reiseziele in Poitou-Charentes?

Zu den Höhepunkten zählen La Rochelle mit Hafentürmen und Aquarium, die Sonneninseln Île de Ré und Île d’Oléron mit Fort Boyard, der Badeort Royan, die Weinbrandstadt Cognac, der Marais Poitevin als „grünes Venedig“, Poitiers mit dem Futuroscope sowie die Comic-Stadt Angoulême.


Worin unterscheidet sich Poitou-Charentes vom Limousin?

Poitou-Charentes ist die Atlantikregion mit Küste, Inseln, Cognac und La Rochelle. Das Limousin dagegen ist grünes, meerloses Inland am Zentralmassiv mit Limoges, dem Plateau de Millevaches und Oradour-sur-Glane. Beide gehören heute zu Nouvelle-Aquitaine, unterscheiden sich landschaftlich aber deutlich.


Wann ist die beste Reisezeit für Poitou-Charentes?

April bis Oktober ist ideal; die Küste um La Rochelle zählt zu den sonnigsten Frankreichs. Frühling und Frühherbst sind mild und angenehm ruhig, der Hochsommer ist Badezeit auf den Inseln, dann aber auch am vollsten und teuersten.


Wofür ist die Region kulinarisch bekannt?

Berühmt sind die Austern von Marennes-Oléron, Muscheln, die Charentes-Butter und Sahne (AOP), der Ziegenkäse Chabichou du Poitou, der Aperitif Pineau des Charentes und natürlich der Cognac aus den Kellereien rund um die gleichnamige Stadt.


Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zu Poitou-Charentes?

Offizielle Auskünfte bündelt das Comité Régional du Tourisme de Nouvelle-Aquitaine über das Portal nouvelle-aquitaine-tourisme.com. Die Kontaktdaten finden Sie unten auf dieser Seite; einen Überblick über das ganze Land bietet die Frankreich-Übersicht.


Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Frankreich, die Nachbarregionen Aquitanien und Limousin (heute mit Poitou-Charentes in der Großregion Nouvelle-Aquitaine vereint) sowie das nördlich angrenzende Pays de la Loire und weitere Ziele in der Übersicht Europa.

Weitere Informationen zu Poitou-Charentes